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  #1  
Alt 30.11.2016, 17:58
Karin258 Karin258 ist offline
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Registriert seit: 30.11.2016
Ort: Bei Memmingen
Beiträge: 5
Standard Geburt steht unmittelbar bevor

Hallo zusammen,
Ich bin Karin.
Habe am Montagnachmittag 28.11.16 vermutlich die schlimmste Nachricht meines Lebens erhalten. Unser Kind hat keinen Herzschlag mehr. Da ich bereits in der 27. SSW bin, wird jetzt gerade die Geburt eingeleitet,ich habe aber noch keine Wehen.
Mein Mann kann die ganze Zeit bei mir sein.
Meine Frage an euch, habt ihr Erfahrungen mit einer Obduktion eures Kindes, habt ihr euch dafür oder dagegen entschieden und warum? Wie denkt ihr im Nachhinein?
Ich weiß noch nicht wie die nächsten Stunden, bzw. Tage verlaufen werden, aber ich habe Angst.
Danke für eure Antworten.
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  #2  
Alt 30.11.2016, 19:54
Jenny- Jenny- ist offline
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Ort: Hamburg
Beiträge: 394
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Liebe Karin,

Erstmal mein herzliches Beileid. Ich hoffe ihr könnt die Geburt in einer angenehmen Atmosphäre verbringen und habt Empatisches Klinikpersonal. Nehmt euch nach der Geburt alle Zeit die ihr wollt mit eurem Kind. Nehmt es auf den Arm, beschaut es genau, macht Fotos. Diese Zeit ist so wertvoll.
Wartet doch erstmal die Geburt ab, vielleicht findet sich ja eine eindeutige Ursache. Bei unserer Maus war es ein Nabelschnurknoten der sich so fest zugezogen hatte, dass kein Blutfluss mehr möglich war. Hätte man nichts eindeutiges gefunden hätten wir wahrscheinlich einer Obduktion zugestimmt.
Warte erstmal ab, vielleicht ergibt es sich von alleine oder du hast nach der Geburt ein deutliches Gefühl pro oder kontra.
In Bezug auf einen evtl weiteren Kinderwunsch irgendwann hätte ich es glaube ich wissen wollen.
Fühl dich ganz lieb gedrückt. Schreibe gerne wieder wie es dir und deinem Mann ergangen ist.
Ich wünsche euch ganz viel Kraft und Gedult die nächsten Tage.
Liebe Grüße

Jenny
mit Lasse (*04/2007) und Jesper (*02/2010) im Leben
und Luisa (*+17.02.2013) und 4 kleine Sterne fest im Herzen
Junikind sehnsüchtig erwartet
Kleiner Maikäfer Juna ist gelandet
*26.05.2015
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  #3  
Alt 30.11.2016, 21:21
Katharina1979 Katharina1979 ist offline
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Registriert seit: 19.09.2016
Ort: Hessen
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Standard mein Beileid

Liebe Karin,

ich wünsche Euch Beiden alles Gute und viel Kraft in den nächsten Stunden und Wochen. Die Geburt wird hoffentlich so erträglich sein, wie dies unter diesen Umständen möglich ist. Ich habe unsere Tochter in der 16. SSW geboren und als die Wehen schlimmer wurden, nicht gezögert, mir auch Schmerzmittel geben zu lassen. Ich war davon auch nicht weggedröhnt oder so, sondern habe alles bewusst mitbekommen- quäle Dich da bitte nicht unnötig. Gut, dass Dein Mann bei Dir ist. Und ja, nehmt Euch alle Zeit, die Ihr braucht. Die Erkrankung unserer Tochter war leider eindeutig, so dass wir uns gegen ein Obduktion entschieden haben. Sonst hätte ich dies aber gemacht, um wenigstens ein bisschen die Frage nach dem grauenvolle Warum zu klären.
Ich drücke alle Daumen, dass Ihr die nächsten Stunden so gut wie möglich übersteht.
Alles Liebe, K
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  #4  
Alt 30.11.2016, 21:38
Sandra- Sandra- ist offline
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Ort: NRW
Beiträge: 26
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Liebe Karin,

auch von mir mein herzliches Beileid. Es tur mir unendlich Leid dass auch ihr den schweren Weg einer stillen Geburt gehen müsst.
Ich war in der 21.SSW und war 3 Tage in der Klinik. Es kann also dauern bis Wehen und die Geburt einsetzen, ist aber auch bei jedem anders.

Hätte ich nicht die Ursache bereits gewusst, hätte ich zur Obduktion zugestimmt um mit mehr Gewissheit in eine Folgeschwangerschaft gehen zu können. Im Moment wirst Du für diesen Gedanken keinen Kopf haben, aber aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen dass die Frage nach dem "Warum" kommen wird und man das Risiko für eine evtl. Folgeschwangerschaft minimieren möchte.

Ich kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen. Nehmt Euch viel Zeit mit Eurem Kind, macht auf jeden Fall Fotos und verabschiedet Euch so, wie ihr es für richtig haltet und vor allem könnt. Es gibt nur die eine Chance zum Kennenlernen und Verabschieden.
Und auch die Entscheidung über eine Obduktion könnt ihr nach der Feburt ganz in Ruhe treffen.

Ich wünsche Euch ganz viel Kraft für die nächsten Stunden und die nächste Zeit.
Ich denke an Euch.

LG, Sandra
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  #5  
Alt 01.12.2016, 22:26
Astrid23 Astrid23 ist offline
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Liebe Karin!

Auch von mir herzliches Beileid. Es ist schwer sich von seinem Baby zu verabschieden, abr nehmt euch die Zeit, nehmt es in den Arm, singt was vor. Macht Fotos, es hilft bei der Verarbeitung. Später fragst du dich wie unser Baby aussah.

Wir haben uns für eine Obduktion entschieden, ich wollte wissen warum unsere Leonie nicht bei uns sein darf, auch in Hinblick auf einer Folgeschwangerschaft.

Lass dich umarmen, das Forum ist für dich da.

Liebe Grüße

Leonie (*01.03.14, 40 SSW.) immer in unseren Herzen

Niklas sicher bei uns gelandet
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  #6  
Alt 02.12.2016, 13:39
Jessie85 Jessie85 ist offline
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Registriert seit: 18.11.2016
Ort: Kaiserslautern
Beiträge: 61
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Liebe Karin,

ich bin in Gedanken bei dir.

Bei mir war die Situation etwas anders, dennoch möchte ich dir Kraft geben und dir sagen dass du (leider) nicht alleine bist!

Fühl dich gedrückt
Jessie
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  #7  
Alt 02.12.2016, 14:53
Jenny1985 Jenny1985 ist offline
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Liebe Karin,
ich fühle gerade mit dir... sei herzlich gedrückt in dieser unfassbar schweren Situation. Wir haben Tamino vor einem Jahr still geboren. Die Einleitung dauerte fünf Tage, was schlimm klingt aber ich bin im Nachhinein sehr froh dass er sich irgendwie Zeit gelassen hat. Wir konnten die Zeit aktiv nutzen um zu trauern, Tamino loszulassen, uns zu verabschieden und jeden Moment auszukosten, so weh es tat! Ich bin dem kleinen so dankbar dafür, denn wie gesagt an diesem Punkt beginnt die Trauerarbeit... als er geboren wurde haben wir Tamino mit in unserem Zimmer gehabt. Habt keine Scheu davor!!!!! Es war die wunderschönste und zugleich traurigste Nacht. Er hat zwischen uns in einer kleinen Schale gelegen wie ein Nestchen. Wir haben seinen Duft inhaliert!!! Manchmal kommt er uns auch immernoch in die Nase!!! Nehmt euch alle Zeit der Welt, macht Bilder, riecht und küsst euer Baby und genießt den Moment.
Wir haben uns für eine Obduktion entschieden. Es stand für uns die Frage woran es gelegen hat im Raum. Es gab keine Nabelschnurumschlingung noch irgendeinen anderen ersichtlichen Grund. Für eine weitere Schwangerschaft war uns ein Ergebnis sehr wichtig um genetische Defekte auszuschließen... aber es gab kein Ergebnis. Tamino hat sich einfach zurück zu seinen Stern begeben.
Wir hatten durch diese Untersuchung Tamino 24 Stunden bei uns, in dieser Zeit musste die Genetik diesen Test machen. Danach haben wir ihn erst im Trauerhaus wieder gesehen... dort war aber nichts zu sehen von den Untersuchungen. Tamino war angezogen und hatte sein Mützchen auf. Das Trauerhaus hat seine Sachen sogar noch einmal gewaschen.
Nehmt alle Erinnerungen mit, wie gesagt macht Fotos usw. Wir haben Taminos Fingerabdrücke in einer Art Knetmasse. Wir könnten daraus einen kettenanhänger machen. Auch ein paar Haare haben wir behalten. Nehmt wirklich einfach alles mit. So skurril es für andere sein mag aber es ist euer Baby und es ist euer Recht jede Erinnerung für euch zu behalten!!!!!!
Liebe Karin ich wünsche dir nun viel viel Kraft für die bevorstehende Geburt!!!!!
Liebe Grüße Jenny




Tamino +28.10.2015 *01.11.2015

Unser Kleines großes Wunder ist da:
Leila 12.11.1016
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  #8  
Alt 03.12.2016, 00:35
Karin258 Karin258 ist offline
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Hallo liebe Sternenmama's
Danke für jede Ermutigung in den letzten 4 Tagen. Heute um 17 uhr wurde unsere geliebte Annemarie geboren.
Sie ist 610g schwer und 33cm groß.
Sie hat viele dunkle Haare und sieht aus wie ihr Papa.
Danke für eure Ratschläge, uns ausgiebig zu verabschieden, das war sehr sehr wichtig und wunderschön. Bilder haben wir auch einige gemacht.
Wir haben uns jetzt auch für eine Obduktion entschieden, aus genau den Gründen die in euren Antworten stehen, danke euch.
Wir sind im Nachhinein dankbar dafür das sie sich zunächst so viel Zeit gelassen hat. Dadurch hatten wir als Paar viel zeit zum trauern, verabschieden und ein Stück weit anzunehmen. In der Nacht vom 30.11.auf den 1.12. Habe ich einen längeren Brief an Annemarie geschrieben und ein Gedicht das ich euch gerne schreiben würde. Dazu möchte ich noch sagen, das ich an Jesus glaube und ihm auch in dieser schweren lebensituation vertrauen möchte.

Für unsere Annemarie :
Die Freude an deinem Leben,
wurde uns für kurze Zeit gegeben,
Wir brauchen uns nicht mehr um dich zu sorgen,
Denn zu wissen du bist jetzt geborgen,
verleiht uns einen unendlichen Trost.
Er reicht direkt hinein in unsere Herzen,
vom Ewigen werden genommen unsere Schmerzen.
Mit großer Trauer und Hoffnung lassen wir dich gehen,
denn sein Wille soll geschehen.
Unter Tränen geschrieben, deine Mama
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  #9  
Alt 03.12.2016, 07:26
Jenny1985 Jenny1985 ist offline
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Registriert seit: 06.11.2015
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Liebe Karin, es ist so schön zu lesen. Und ich denke dass euch diese vier Tage alle so nah zueinander gebracht hat wie es sonst nicht wäre. Man weiß nach so einem Schicksal alles anders zu schätzen. Das Kind welches du in dir trägst, ihm die wärmende Hülle bietest und bis zum Schluss Geborgenheit schenkst. Aber auch seinen Partner, der dich stützt und trauert, der dir Kraft und Mut gibt alles zu schaffen. So war es bei und. Wir sind näher zusammen gerückt in dieser Zeit. Jeder hat getrauert mit dieser furchtbaren Nachricht.
Ihr macht alles richtig für euch!!!! Nutze jeden Moment denn auch diese sind so traurig sie sind Kostbare Geschenke. Dieses Geschenk dass ihr nun habt wird euch immer begleiten. Eure kleine Annemarie ist dort wo sie nun ist so stolz auf ihre Eltern!!!!
Meine Ärztin sagte damals, dass auch diese Kinder ihre Aufgabe für uns sind. Wir alle haben diese Schwangerschaft geschafft, mit ihren Höhen und Tiefen. Wir gehen den Weg der Geburt und wir trauern. Ich kann für mich sagen dass ich noch stärker geworden bin und unsere Beziehung noch fester geworden ist. Auch wenn ich oft denke dass ich das so nicht hätte lernen müssen.
Sei nicht "enttäuscht" ( vielleicht das falsche Wort?!!) wenn es kein Ergebnis bei der Obduktion gibt... Es war bei uns wie gesagt der Fall. Einerseits habe ich gehofft dass es irgendwie einen greifbaren Grund gab. Aber andererseits stand so der Folgeschwangerschaft nichts im Wege... Ich habe mich damit arrangiert dass es nicht Taminos Zeit bei uns auf der Erde war. Er hat ein "paar" Monate eingeschaut und war Besucher bei uns. Seine Reise hat er beendet und sein zu Hause nun weiter oben gewählt... Ich hoffe nicht dass meine Worte irgendwie blöd klingen oder irgendwas falsch ankommt.

Ich wünsche euch beiden weiterhin ganz viel Kraft für die kommende Zeit!!! Ihr werdet alles schaffen auch wenn es schwer ist und noch so schwer scheint!!!!!!




Tamino +28.10.2015 *01.11.2015

Unser Kleines großes Wunder ist da:
Leila 12.11.1016
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Stichworte
angst, obduktion

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