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  #1  
Alt 16.11.2011, 22:32
Benutzerbild von Anabell
Anabell Anabell ist offline
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Registriert seit: 16.11.2011
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Standard 45 Jahre und eigentlich ohne Kinderwunsch?

Hallo, ich bin seit eben registriert und stelle mich mit meinem Thema vor:
Ich bin 45 Jahre alt und habe keine Kinder. Mit 34 Jahren habe ich erst gehiratet und dann haben wir nie verhütet. Mein Mann hat aus erster Ehe 2 jetzt erwachsene Kinder und ist 7 Jahre älter als ich. Ich wünschte mir Kinder und als ich 38 J war, hab ich mich mal untersuchen lassen und mein Mann sich auch - alles ok. Nach einem Infogespräch in einer Praxis für künstliche Befruchtung haben wir beide gespürt, dass das nicht unser Weg ist und es offen gelassen, ob irgend wann ein Kind zu uns kommt. Ich habe mich dann mit 41 Jahren sehr mit dem Thema Kinderlosigkeit auseinandergesetzt und v.a. durch meinen Paltz in meinem Familiensystem sehen gelernt, warum ich keine Kinder habe. Ich konnte bisher gut damit leben und dachte, dass das mein Weg ist.
Aktuell beschäftigt mich meine Beziehung zu meiner Mutter - ich hab auch daran viel therapeutisch (Familienaufstellung) gearbeitet - jedoch stecke ich immer wieder an einem Punkt fest: ich halte es nicht aus, dass sie seelisch für mich aufgrund ihres Schicksals innerlich nicht da sein konnte. Ich habe vier Schwestern und wir leiden alle sehr darunter, versuchen die Mutter zu nehmen, wie sie ist - und doch ist es ein furchtbares Gefühl, wenn sie so gar keinen Anteil an meinem Leben nimmt. Der Kontakt zu ihr ist für mich aktuell wieder sehr schwer und ich spüre, wie sich das in meinem Körper und meinem Leben wiederspiegelt.
Mein Körper macht regelrecht dicht während der fruchtbaren Tage, mein Becken ist dann so verkrampft, dass ich oft nur Schmerz im Bauch verspüre. Meine Mestruation ist anfangs ohne Tabletten nicht auszuhalten.
Beruflich spüre ich eine Grenze, wo ich nur bis zu einem gewissen Grad Erfolg habe und dann kommt immer wieder die Unsicherheit...
Ich hab schon viel sehen gelernt, was mein Leben betrifft und mich immer wieder meinen Themen gestellt. Vieles hat sich entwickelt - und nur mit meiner Mutter geht es nicht weiter. Ich sehe auch, dass ich bisher einen hohen Preis bezahlt habe: ich habe insgeheim keine Kinder kommen lassen, weil ich Angst habe, dass es so endet wie bei meiner Mutter und mir - ich traue mir selbst nicht zu, eine gute Mutter zu sein.
Aktuell ist viel Trauer mit Tränen da - und wenn ich da rein spüre, dann schmerzt es mich sehr, dass ich keine Kinder habe.

Damit habe ich nicht gerechnet. Und ich bin unsicher, weil ich nicht sagen kann, ob ich mir nun ein Kind wünche oder nicht. Mein Leben fühlte sich bisher so wie es ist stimmig an - ich kann gut andere Babys im Arm halten und mich freuen - mein Mann ist sogar schon Opa und dieser kleine Enkel macht mir auch Freude. Und jetzt tauchen da wieder Bilder von Schwangerschaft und Geburt und eigenem Kind in mir auf - Mein Herz und mein Körper sehnen sich auch nach einem Leben mit Kind.

So sieht es bei mir aus im Moment.

Herzliche Grüße an alle Frauen hier im Forum!
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  #2  
Alt 17.11.2011, 09:19
Benutzerbild von Biggi
Biggi Biggi ist offline
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Ort: Tremmen, Brandenburg, Deutschland.
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Hallo liebe Anabell,

sei erst einmal herzlich willkommen hier im Forum.

Und dann fühl Dich gerne auch gleich umarmt.
Denn die größte Figur, die hier im Feld steht,
ist vielleicht gar nicht die Mutter.

Sondern die Trauer.



lieber Gruss

Biggi


Birgit Zart

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Von mir ausgebildete Therapeuten in Eurer Region findet Ihr hier:
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  #3  
Alt 17.11.2011, 09:30
Benutzerbild von Biggi
Biggi Biggi ist offline
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Ort: Tremmen, Brandenburg, Deutschland.
Beiträge: 3.337
Standard Mama!

Liebe Anabell,

da bin ich wieder.

Es war irgendwie nicht möglich, weiter zu schreiben.

Tatsächlich empfinde ich es so,
dass da die Trauer steht.

Sie steht zwischen Dir und deiner Mutter.

Also gilt es zunächst, die Trauer zu sehen und zu respektieren.

Dafür brauchte ich eine kleine Gedankenpause.

Und nun erst kommen Gedanken, wie es vielleciht weiter gehen könnte.


Eine Idee, die sich recht schnell auftut ist: die Zeit.

Ich lese Dich so, dass Du versuchst, Dich mit Deiner Mutter zu
versöhnen. In deiner Erinnerung von heute aus, und vielleicht
ja auch in der Realität.

Und das will dir nicht gelingen.


Eine Versöhnung fällt leichter, wenn man in der Zeit zurück geht.
Wenn man ein einziges Mal nur von der Mutter nehmen kann.

Das kann eine kleine Traumreise sein.

Während dieser Reise wirst du immer kleiner und noch kleiner
bis zum Zeitpunkt unmittelbar nach Deiner Geburt.

Dies ist ein Moment, den alle Menschen haben und auch erinnern können.

Da liegst Du dann geborgen auf dem Bauch Deiner Mama,
und sie ist weich wie ein Wasserbett.

Mehr braucht es nicht.

Man denkt sich einfach nur dorthin.
Ganz unabhängig davon, ob dieser Kuschelmoment
tatsächlich stattgefunden hat, oder nicht.

Man kreiert diesen Moment einfach neu.

Und lässt alle Gefühl zu, die vermutlich hochkommen.

Man ist fertig damit, wenn die Liebe zur Mama fließen kann.
Egal, wie lange es dauert.
Egal, wie oft man es versucht.

Jedes Gefühl ist hier richtig.
Und will und soll gesehen und empfunden werden.

Allein das Hinschauen garantiert Dir,
dass sich jedes dieser Gefühle transformieren wird.
Das bedeutet, es fühlt sich hinterher besser an als vorher.

Am Ende wird es Liebe sein.

Nur für diesen einen kleinen Augenblick.

Nicht für mehr,
aber auch nicht für weniger.

Die Emotionalkörpertherapie wäre hier vermutlich die richtige Hilfestellung.

lieber Gruss

Biggi


Birgit Zart

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  #4  
Alt 17.11.2011, 09:47
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Anabell Anabell ist offline
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Registriert seit: 16.11.2011
Beiträge: 3
Standard warmherzigen Dank

Liebe Biggi,
ich bin berührt, dass du dir die Zeit nimmst mir zu antworten - und du triffst es sehr gut - die Tränen kullern beim Lesen...
Ich versuche es mal mit der Traumreise und ich hab mir dein neues Buch gekauft und hoffe, dass ich das mit der Emotionalkörpertherapie hin bekomme.
Es ist so, dass meine Geburt sehr schwer war und ich die Nabelschnur um den Hals hatte, es aber doch noch schaffte so raus zu kommen und dann für meine Mutter so hässlich aussah, dass sie mich (3. Tocher) nicht so gut annehmen konnte; beim stillen hat es ihr wohl ziemlich weh getan und sie sagte mir, dass sie mich nicht stillen wollte. Dann starben ihre Eltern kurz nacheinander und zudem starb mein Vater, als ich 5 Jahre alt war und meine Mutter hochschwanger mit Tochter 4.
Trauer ist da in vielerlei Hinsicht das Thema - da hab ich schon viel gespürt und vielleicht noch nicht meine eigene wirklich empfunden...
Ich bleibe dran und berichte hier weiter.
Danke, danke, danke an dich und alle Frauen die mit mir sind!!!
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  #5  
Alt 17.11.2011, 09:54
Benutzerbild von Biggi
Biggi Biggi ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 19.04.2005
Ort: Tremmen, Brandenburg, Deutschland.
Beiträge: 3.337
Standard Der Punkt der Bindung

Schatz,

merkst du das:
Da kommt ein ganzer Kübel!

Der ist vollkommen in Ordung.

Doch lass Dich bitte nicht weiter ablenken von ihm.

Verkrümel Dich in die Arme deiner Mama.

Nur für diesen einen Moment.

Bleibe dort und siehe, wie klein die Dinge werden,
die danach zu kommen drohen.

Spüre Deine Erschöpfung.
So unmittelbar nach der Geburt.

Spüre die Erschöpfung deiner Mutter.
Aber auch ihre Erleichterung.

Und dann fühle, was fließt zwischen Euch.


Das ist der Punkt!

Da geh gerne lang.

Da tut einen Moment lang nichts mehr weh.

Und deshalb können wir dort alle auftanken.


Das wünsch ich Dir!


Lieber Gruss

Biggi


Birgit Zart

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  #6  
Alt 17.11.2011, 22:23
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Anabell Anabell ist offline
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Registriert seit: 16.11.2011
Beiträge: 3
Standard Sternenstaub und Babyschritte

Liebe Biggi,
danke für die Kurskorrektur...
Es war ein langer Nachmittag mit der Suche nach der Verbindung zu meiner Mutter. Erst mal klappte es gar nicht und ich wurde dauernd müde oder mein Verstand schob sich immer wieder zwischen die Bilder mit "ja, aber..." Dann bin ich mal im Bauch meiner Mutter gewesen und immer weiter zurück, bis ich mich wie Sternenstaub fühlte, der Gestalt werden konnte, weil meine Eltern sich sehr liebten. Die Reise ins Leben und das Wachsen meiner Gestalt bis zur Geburt war spannend, die Geburt und danach blieb irgendwie im Nebel - ich konnte keine inneren Bilder finden, nur das Gefühl der Einsamkeit. Aber es war irgendwie gut so und ich las in deinem KiWu-Buch den Weg der Emotionalkörpertherapie nochmal nach und versuchte es auf meine Weise anzuwenden...
Es war sehr bewegend und ich konnte glaub ich ein Stück der Trauer und des Schmerzes kommen lassen, ohne gleich in die Abwehr zu gehen... Ein kleiner Babyschritt, der sich gut anfühlte...
Ob ich jemals diese nährende Verbindung zu meiner Mutter fühlen werde?
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  #7  
Alt 06.06.2012, 16:45
Monika0070 Monika0070 ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 04.06.2012
Beiträge: 1
Standard Begrüßung/ Vorstellung

Hallo, liebe Gleichgesinnte,

nun mag ich mich kurz vorstellen: Ich bin 44 Jahre alt und hatte bisher nicht das Glück, ein eigenes Kind haben zu dürfen. Geliehene Kinder habe ich dafür umso mehr; ich arbeite an einer Musikschule und unterrichte die Woche über neben einigen älteren Schülern viele kleine zwischen 4 und 6 Jahren, die gerne zu mir kommen. Ich habe da einen guten Ruf, besonders weil so deutlich zu spüren ist, wie gerne die Kinder zu mir kommen und wie ich einen superguten Draht zu ihnen habe.

Ich habe viele Jahre allein leben müssen, so dass mein Kinderwunsch ins Leere lief. Mit 38 lernte ich einen feinen, lieben Mann kennen, der sich allerdings schon vor Jahren hat sterilisieren lassen. Die künstlichen Möglichkeiten habe ich nie in Betracht gezogen. Dann lernte ich einen Mann kennen, bei dem ich das erste Mal in meinem Leben das Gefühl hatte, dass er zu mir passt. Ich entschied mich für ihn, lebe mit ihm zusammen, liebe ihn wie nie einen Mann zuvor. Er hat drei erwachsene Kinder, sogar Enkel und hat sich- ein Wink mit dem Zaunpfahl - nie sterilisieren lassen. Doch unser Kind, das wir uns beide wünschen, mag nicht kommen. Vieles habe ich schon geschafft, den Kalendersex über Bord geworfen, das Thermometer, habe Biggis Bücher gelesen. Was ich aber nicht schaffe, ist, beim unserem Liebesspiel den Gedanken an das Kind komplett zu vergessen, diesen Knopf kann ich nicht ausschalten. Mein Frauenarzt macht mir zwar keine großen Hoffnungen- Alter, eine Ovarzyste wegen Endo am linken Eierstock, die vor Jahren erfolglos operiert wurde, kleine Myome- aber so richtig dagegen spricht dann auch wieder nichts, immerhin. Mein Partner lässt sich zu keiner Untersuchung hinreißen, wozu auch, er weiß ja, dass er zeugungsfähig ist, auch wenn das schon Jahre her ist.
So sieht es aus bei mir, aber das Schönste hab ich mir bis zum Schluss aufgehoben: Ich habe von meinem Kind geträumt, vor ein paar Monaten lag es in meinem Arm, mein Partner lächelnd daneben. Ein herrliches, vor Kinderkraft strotzendes Kind. Und vor wenigen Tagen lag es auf meinem Bauch, seither meine ich es zu spüren, als schmiegte es sich dauernd an mich. Wenn das nicht Mut macht!

So grüße ich euch alle ganz herzlich, eure
Monika
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  #8  
Alt 06.06.2012, 19:58
Benutzerbild von gabibernauer
gabibernauer gabibernauer ist offline
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Registriert seit: 09.12.2009
Ort: Österreich, Suben
Beiträge: 423
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Liebe Monika,

ja das Bild hat Kraft.
liebe Grüße Gabi
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Stichworte
kinderwunsch ü40, mutterbeziehung

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