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  #1  
Alt 01.03.2010, 22:07
Jo1978 Jo1978 ist offline
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Registriert seit: 01.03.2010
Ort: Schleswig-Holstein
Beiträge: 2
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Hallo!
Ich bin Jo.
Ich habe zunächst erstmal gezögert, mich hier anzumelden, weil ich mich selbst nicht ganz ernstgenommen habe. Ich weiß zwar, dass ich eine Fehlgeburt hatte, aber sie war noch sehr früh.
Und wenn ich lese, was Euch passiert ist, erscheinen mir meine Sorgen winzig.
Ich fühlte mich nicht mal "schwanger".
Ich war praktisch nur 2 Tage schwanger. d.h. ich wusste es nur 2 Tage, bevor es ging. Es war am 13. Februar und ich war in der 4(+5) SSW.
Hätte ich den Test nicht gemacht, wüsste ich es wahrscheinlich nicht mal...
Ich glaube aber ich hatte eine Art Vorahnung, weil ich den 3fach wiederholten Test nicht richtig fassen konnte, und 12 Stunden nachdem meine Frauenärztin mir nun die positiven Blutergebnisse mitteilte, habe ich eine Starke Blutung bekommen.
Ich weiß, jede dritte Frau hat eine Fehlgeburt, egal ob sie das weiß oder nicht. Manchmal wünsche ich mir, den Test nicht gemacht zu haben, denn dann wüsste ich von gar nix und mir ginge es besser.
Ich weiß nicht, ob man sich das erklären kann, aber ich versuche es immer wieder. Ich hatte zu der Zeit glaube ich zu viel Stress. Einen Tag bevor die Blutung einsetzte, bin ich noch mit einem Chaos der Gefühle zu meiner Oma ins Ausland geflogen, weil sie sich schwer verletzt hat und immer noch nicht aufzuwecken ist. Und eine Woche später war auch noch meine Scheidung, wovor ich auch noch Angst hatte. Und nun kehrt einbißchen Ruhe ein, da der Gerichtstermin endlich vorbei ist und ich anfangen kann, es zu verarbeiten.
Ich weiß daß der Körper so entscheidet, wie es für ihn am besten ist, trotzdem erwische ich mich dabei, mir selbst Vorwürfe zu machen, was ich hätte besser machen und was lassen sollen.
Mein Freund hat es glaube ich ganz gut auf den Punkt gebracht. Er sagte, daß ich mich selbst ernst nehmen muss und wenn ich trauern muß, soll ich das tun, egal ob das gesellschaftsfähig sei, um "irgendwas" zu trauern, was es in ihrer Welt noch "gar nicht richtig gab". Ich weiß auch, daß ich es darf, obwohl jemand anders damit vielleicht anders umgehen könnte, oder auch wenn andere mich für bescheuert halten sollten, weil da ja vielleicht ihrer Meinung nach noch gar nix war. Davor habe ich Angst.


liebe Grüße sendet
Jo
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  #2  
Alt 02.03.2010, 09:44
Sandra_
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Ach, liebe Jo,

zunächst einmal ein herzliches Willkommen an dich. Es tut mir sehr leid, dass du dein Kind wieder gehen lassen musstest.

Schuld trifft dich keine!!! Warum dein Seelchen wieder gegangen ist, wirst du wahrscheinlich leider nie erfahren, aber es steht fest, dass es in keinem Fall an deinem Verhalten liegt!!!

Du hast einen sehr lieben, einfühlsamen Freund. Ich hätte es nicht besser formulieren können. Ja, jede/r darf trauern. Du mußt deine Trauer vor niemendem rechtfertigen. Gerade gestern noch blickte ich in die verwunderten Augen meiner Freundin, als ich endlich zum ersten Mal vor ihr von "unserem Kind" gesprochen habe. Ich habe das Kleine in der 9. Woche ziehen lassen müssen. Es war da, so wie auch dein Kind da war. Ich habe allerdings einige Wochen gebraucht, mir das alles einzugestehen. Doch heute weiß ich, dass ich die Mutter eines verstorbenen, (oder schöner) wieder zu den Sternen gegangenen Kindes bin. Das macht mich stark für all das, was auch immer kommen mag.
Trauere so, wie es sich richtig für dich anfühlt. Wenn du weinen mußt, ist das in Ordnung, wenn du dich lieber ablenken magst, ist das in Ordnung. Auch wenn du alles schnell und gut verarbeiten kannst, ist das in Ordnung. Es gibt keine Regeln für das Verhalten danach!!

Es grüßt dich ganz lieb,
Sandra_

Geändert von Sandra_ (02.03.2010 um 09:47 Uhr).
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  #3  
Alt 02.03.2010, 13:39
Natascha0305 Natascha0305 ist offline
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Registriert seit: 26.02.2010
Ort: Otterndorf
Beiträge: 27
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Hallo Jo,

fühl dich fest gedrückt!
Auch ich mußte am 21.02. in der 10SSW unseren "Wurm" zu den Sternenkinder geben.
Und es war ein absolutes Wunschkind! Wir sind schon seit kanpp 3 Jahren am versuchen schwanger zu werden und nun, wo es geklappt hatte leider doch die traurige Meldung!

Auch wenn du erst in der 4SSW warst, es wird immer ein Teil von dir bleiben!
Ich werde unseren Wurm wahrscheinlich nie vergessen!

Und trauern darfst du auch! Der eine trauert halt im Stillen, andere versuchen viel zu unternehmem und sich abzulenken. Das muß man selbst rausfinden! Ich selbst bin noch sehr am trauern, bin auch noch krank geschrieben,da ich zur Zeit nicht wirklich mit meinen Arbeitskollegen und Kunden umgehen kann. Ganz ehrlich gesagt habe ich auch Angst davor - aber irgendwann muß ich mich dieser auch stellen!

Ich wünsche dir alles Gute!

Grüße
Natascha
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  #4  
Alt 02.03.2010, 22:51
Jo1978 Jo1978 ist offline
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Registriert seit: 01.03.2010
Ort: Schleswig-Holstein
Beiträge: 2
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Ich danke Euch vielenmals für die tröstenden Worte.
Es tut einfach gut, ernst genommen zu werden und nicht wie ein Übertreiberin. Denn so empfinde ich mich selbst manchmal noch, als ob ich stark bleiben müsste. Meine Gefühle sind gemischt. Wenn ich mich ablenke geht es mir gut und wenn ich mich damit beschäftige fließen Tränen. Und irgendwie kam ich mit der Freude und Trauer in dieser kurzen Zeit nicht hinterher und kann es erst seit dem Wochenende so auf mich zukommen lassen, da jetzt die Last der Scheidung von mir abgefallen ist. Und ich war 3 Tage mit Migräne, Rückenschmezen und Erbrechen zu Hause. Ich denke halt, daß ich es nicht zulassen darf, aber nun geht es langsam. Vielleicht sucht sich der Körper so seinen Weg, die Last abzubauen.
Heute habe ich es gezwungenermaßen meiner Kollegin erzählt und mich ausgeheult und sie hat super reagiert und gleich gefragt, warum ich nur Montag statt die ganze Woche krankgeschrieben war.
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Stichworte
angst, frühe fehlgeburt, gefühlschaos, stress

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