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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ziemlich verzweifelt, möchte mich vorstellen, bitte um Rat


Susanne71
24.01.2006, 17:49
Hallo Ihr Lieben,

ich war vor ca. 2 Jahren bereits in diesem Forum aktiv, habe allerdings mehr mitgelesen als geschrieben.

Meine Geschichte in Stichworten:

Mann, Jahrgang 1957, 2 erwachsene Kinder aus erster Ehe (1979 und 1983 geboren)

Ich, Jahrgang 1971, keine Kinder

Pille seit März 2000 abgesetzt, ein Jahr unverkrampft geübt, dann umfangreiche Untersuchungen bei mir, erst Ende 2001 ergab das Spermiogramm hochgradiges OAT III. Da wir damals keine ICSI wollten, versuchten wir es mit allem, was die Homööpathie bzw. Nahrungsergänzungsmittel und Akkupunktur so zu bieten hatten. Leider nie einen Hauch von Schwangerschaft.

Dann, Mitte 2004, Entscheidung den repromedizinischen Weg zu gehen, Termine beim Urologen, Frauenarzt, etc... Ersttermin im April 2005 bei der Reproklinik in Brüssel, 1. ICSI im Juli 2005, sofort schwanger, leider MA in der 8. Woche (Diagnose Windei), 2. ICSI im Dezember 2005, wieder schwanger, wieder MA in der 8. Woche (Diagnose Windei).

Das Spermiogramm meines Mannes ist so schlecht, dass ausser ICSI keine andere Möglichkeit bleibt (1 MIO/ml, nur vereinzelt beweglich, alle verformt, bei einer TESE wurden nur 4 Spermien gefunden), jetzt hat uns der Arzt aus der Reproklinik gesagt, dass wir so gut wie keine Chancen haben, da wahrscheinlich alle Spermien genetisch defekt wären.

Ehrlichgesagt bin ich so langsam auch mit meinem Latein am Ende, bin wirklich verzweifelt und glaube auch nicht mehr daran, dass wir jemals Eltern werden.

Hat irgendjemand noch eine Idee, was wir noch probieren könnten, wir sind wirklich sowas von entmutigt, eigentlich möchte ich den Kinderwunsch am liebsten aufgeben.

Danke in jedem Falle schon einmal fürs Zuhören, macht das Ganze auch ein bißchen leichter.

Niedergeschlagene Grüsse

Susanne

Nini
25.01.2006, 08:58
Liebe Susanne,

wie gerne würde ich Dir helfen und Dir etwas richtig Tröstliches schreiben, was Euch ganz neue Wege eröffnet...
Leider kann ich das nicht, drum nehme ich Dich erstmal in den Arm, Dich und Deine Ratlosigkeit, Deine Trauer.

Ich kann mir gut vorstellen, wie niedergeschlagen Du Dich fühlst und wie wenig Hoffnung übrig geblieben ist nach all den Jahren, den Versuchen, den Diagnosen.

Den hier so berühmten Satz "ein Spermium genügt" lasse ich besser mal sein, das kommt mir in Deinem Fall doch recht unpassend vor. Aber Dein Mann hat 2 Kinder. Er hatte also auch einmal genügend gesunde Spermien. Wenn nicht seither irgendwas Spezielles vorgefallen ist (Krankheit, Medikamente, Bestrahlung o.ä.), was den Spermis richtig zugesetzt hat, warum sollte dann nicht die Hoffnung bestehen, dass sie wieder "fitter" werden können?

Ihr habt schon Vieles ausprobiert, ich weiß. Ein neues "Rezept" kenne ich auch nicht. Aber mir ist aufgefallen, dass Ihr das erste ungünstige Spermiogramm recht früh erhalten habt, als Ihr anfingt, nach einer Ursache zu suchen. Vielleicht ist damals der Druck auf Deinen Mann bereits sehr groß geworden und der Schock, nach 2 gesunden Kindern solch unerwartete Schwierigkeiten zu bekommen? Könnte hier vielleicht ein Ansatzpunkt sein?

Ob Du den Kinderwunsch aufgeben sollst, kannst nur Du selbst beantworten. Aber ein bißchen Loslassen, sich und das Leben neu definieren, das kann nie verkehrt sein. Unabhängig vom Kinderwunsch, nur für Dich und Deinen Mann, für Euer Leben. Das heißt nicht Abkehr vom Wunsch nach eigenen Kindern, aber vielleicht Abkehr vom ständigen Kampf, vom Teufelskreis enttäuschter Hoffnung. Oder eine Hinwendung zu neuen Wegen, falls Ihr auf ein Kind nicht verzichten wollt (ich denke an die Möglichkeiten Pflegschaft/Adoption oder Fremdspermien. Dazu habt Ihr Euch ja sicher schon Gedanken gemacht).

Ich wünsche Dir und Deinem Mann viel Liebe und Kraft und dass Ihr den richtigen Weg für Euch gehen könnt!

Ganz liebe Grüße

Nini

Biggi
25.01.2006, 09:13
Hallo liebe Susanne,


das glaube ich dir gerne, dass du angesichts dieser
Diagnose und dieser Situation verzweifelt bist.

Gibt es etwas was gegen eine weitere ICSI spricht?
Vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt.

Das wäre die Sicht nach vorne.

Eines macht mich stutzig:

Dein Mann hat 2 Kinder gezeugt.
das will sich nach meinem Dafürhalten nicht damit vereinbaren lassen,
dass "wahrscheinlich alle Spermien genetisch defekt" sein sollen.

Es ist ein Widerspruch in sich.

Das ist die Sicht nach "hinten", und hier sehe ich durchaus Potenzial für neue Hoffnung.

Inzwischen ist die Homöopathie recht weit, was die Behandlung
nicht so guter Spermiogramme angeht. Yves Laborde zb beschreibt in seinem Buch vieles darüber. (bitte nicht kaufen, damit kann ein Laie nicht so viel anfangen).

Ja, ich denke, wäre ich du, dann würde ich diesen Weg gehen.

Manchmal ändert sich ein Spermiogramm rasch, wenn man die Nahrung ergänzt oder Vitamine addiert, oder Spurenelement etc.

Oft ändert es sich, wenn man zb Phyto L über eine Kur-Zeit von etwa drei Monaten nimmt.

Hilft dies alles nichts, dann wäre es Zeit, an eine homöopathische Behandlung zu denken, die in jedem Fall MIASMATISCH erfolgen sollte.

(Falls du hierzu noch Fragen hast, kann die in diesem Forum sicherlich noch weitere Auskunft gegeben werden.)


Es ist kein Punkt, an dem man aufgeben sollte oder muss.
Du bist süße 35 Jahre jung und ein schlechtes Spermiogramm
bleibt selten für immer so schlecht.

Wichtig finde ich, dass du dich nicht von der Diagnose "umhauen" lässt.

Eine Diagnose ist keine Verurteilung.
Sie ist nur eine Feststellung.
Und in jedem medizinschen Wörterbuch ist der Begriff "Unfruchtbarkeit" immer nur im Sinne eines zeitweiligen Auftretens definiert.

Also, Kopf hoch, Liebes,
lass dich nicht abbringen von deinem Weg zum Kind,
geh ihn lieber ruhig und besonnen einfach immer weiter.

Wir stehen dir hier gerne bei!

lieber Gruss

Biggi

Susanne71
25.01.2006, 11:36
Liebe Nini, liebe Biggi,

erst einmal vielen Dank für Eure Antworten, ich habe jetzt auch wieder ein bißchen Mut gefasst, eine Nacht darüber geschlafen und es geht mir schon besser.

Es ist lieb, wenn Ihr versucht, mich wieder ein bißchen aufzurichten. Oft geht es mir so, dass ich mit niemandem richtig darüber reden kann (außer mit meinem Mann), alle anderen in unserem Freundeskreis oder der Familie verstehen die Problematik glaube ich nicht wirklich, da sie alle früher oder später Kinder bekommen haben und uns sagen: "ja, das klappt schon noch bei Euch, ein bißchen Geduld, bei uns hat es auch fast 2 Jahre gedauert", aber das ist ja auch verständlich, ich wäre vielleicht genau so und würde das Gleiche sagen, es ist sicher auch gut gemeint. Ich denke, die "Wunde", die durch eine Fehlgeburt entsteht, schließt sich erst wieder, wenn überhaupt, wenn die Frau endlich ein Baby in ihrem Arm halten darf.

Mein Mann und ich haben auch ausführlich über Adoption gesprochen, wir können es uns beide vorstellen und möchten in dieser Richtung jetzt aktiv werden ohne allerdings unseren Kinderwunsch aufzugeben. Eine ICSI mit Spendersamen kommt für uns derzeit nicht in Frage (kann ich mir momentan überhaupt nicht vorstellen und wäre auch für meinen Mann schwierig).

Zu Euren Fragen:

Nini: Nein, mein Mann hat nie eine schwere Erkrankung gehabt, aber doch immer wieder Probleme, die zu einer Spermienschädigung führen:a) er hat wohl einen Wanderhoden b) er hatte vor ca. 10 Jahren eine Krampfader, die aber entfernt wurde c) er hatte immer wieder Prostatitis, bis ich vor ca. 5 Jahren das Ei des Kolumbus entdeckt habe und es seither nie mehr aufgetreten ist (Brokkoli klein schneiden und in kochendem Wasser ca. 5 min sprudelnd abkochen, vom Sud eine Tasse pro Tag trinken). Das sind zwar alles keine schweren Krankheiten, aber leider doch wohl spermienschädigend.

Biggi: Nein, gegen eine weitere ICSI spricht gar nichts. Ich vertrage die Behandlung sehr gut und bis auf seelische Malaisen nach den Fehlgeburten (bin gerade mitten drin, letzten Freitag hatte ich die AS) keine negativen Auswirkungen. Phyto-L haben wir schon probiert, auch Vitamine und Spurenelemente nimmt er schon, auch Karottensaft stand ca. 1 Jahr auf dem täglichen Speiseplan. Gebessert hat sich leider nie etwas.

Jetzt habe ich doch noch 3 konkrete Fragen:

Du sprichst von homöopathischer Behandlung, die miasmatisch sein sollte. Wer kann mir erklären, was das ist bzw. einen guten Homöopathen in Heidelberg u. Umgebung empfehlen, der dies durchführen kann (unterstützend zu ICSI)?

Was hälst Du zusätzlich von Akkupunktur?

Er nimmt momentan auch Testes Comp. von Wala, 10 Globuli jeden Morgen, wie schätzt Du dies ein?

Danke, dass ich bei Euch mitschreiben darf und danke, wenn Ihr mir noch einmal auf meine Fragen antwortet.

Liebe Grüsse

Susanne

Gina
25.01.2006, 12:09
Liebe Susanne,

ist ja echt ein Ding. :D

Biggi schreibt von Yves Laborde
und dann fragst Du nach einem guten Homöopathen in Heidelberg.

Dann würde ich doch sagen,
geh gleich zu ihm hin:

Yves Laborde
Rohrbacher Str. 77/1
06221-650747

;-) :-)

Liebe Grüße
Gina

claudi007
25.01.2006, 12:15
Liebe Susanne,

ich wünsche euch viel Glück auf eurem Weg!

Biggi hat ja schon auf Yves Laborde verwiesen, er ist einer der Top-Homöopathen Deutschlands und soweit ich weiss, lebt er in Heidelberg.

Dann gibt es noch in Heidelberg die Uni-Frauenklinik, die seit einigen Jahren eine naturheilkundliche Abteilung haben und dort kann man sich auch gründlich untersuchen und behandeln lassen.
Ich war mal dort und fühlte mich gut aufgehoben.

Was bestimmt nicht schaden kann, wäre die Fruchtbarkeitsmassage. Auf Biggis Homepage steht, wie die "Männermassage" durchgeführt wird.
Ich durfte Gowri Motha, die die Massage anwendet und lehrt, letztes Jahr kennenlernen und sie erzählte von guten Erfolgen der Massage bei Männern.
Sowohl für die Prostata als auch für die Spermien ist sie gut.

Zum Thema Akupunktur kenne ich mich nicht aus, wenn ihr jemand guten habt, ist es bestimmt auch eine Möglichkeit.
Meine Heilpraktikerin meinte allerdings, man solle es nicht zusätzlich zur Homöopathie machen, da man dann hinterher nicht weiss, welche Methode wie gewirkt hat. Das erschwert das Finden eines Folgemittels.

Ich drück euch die Daumen!

Liebe Grüsse

Claudia

claudi007
25.01.2006, 12:16
.... Gina war schneller.... :-)

Susanne71
25.01.2006, 12:51
Habe schon bei Yves Labonde angerufen, das ist ja ein Zufall!

Leider hat er nur am Vormittag telefonische Sprechstunde.

Halte Euch auf dem Laufenden!

Alles Liebe

Susanne

Gabi
01.02.2006, 16:41
Hallo Susanne!

Ich habe Deine Geschichte gelesen und möchte Dir einfach sagen, dass wir in einer ähnlichen Situation sind und, dass es mir in vielen Dingen genauso ergeht wie Dir. Ich kann einfach ganz arg viel von dem, was Du schreibst, nachvollziehen.

Leider kann ich Dir zu Deinen konkreten Fragen keine Antwort geben.

Weisst Du inzwischen was eine homöopathische Behandlung, die miasmatisch sein soll, ist?
Das würde mich nämlich auch interessieren und ich habe nirgends etwas dazu gefunden.
Hast Du schon Kontakt aufgenommen mit Yves Laborde in Heidelberg?
Auch das würde mich interessieren, weil wir auch nicht so weit von Heidelberg entfernt sind.

Liebe Grüsse,
Gabi

Susanne71
01.02.2006, 17:17
Liebe Gabi,

mensch, das tut mir leid. Ich wünsche eigentlich niemandem in Bezug auf den Kinderwunsch ähnliche Erfahrungen vorweisen zu müssen (woebei ich auch in meinem Bekanntenkreis 2 Freundinnen habe die späte 36 - 38 Woche Totgeburten erleiden mußten, ich glaube, da ist unser Schicksalsweg ein Spaziergang dagegen) wie ich.

Jetzt zu Deinen Fragen: ich weiss zwar immer noch nicht was miasmatisch ist, war aber trotzdem ziemlich aktiv die letzten Tage, geht fast ein bißchen in die Richtung Aktionismus.....

Ich selbst habe für diese Woche einen Termin zur Abklärung von Thrombophilie, Stufe 1, das wollte mein Frauenarzt.

Am Montag hat mein Mann einen Termin bei einem TCM Akkupunktur-Spezialisten (Erstgespräch), dann wir beide am 13.02 einen Termin bei Yves Laborde (Erstgespräch), dann wir beide am 28.02 einen Termin bei der naturheilkundlichen Ambulanz der Frauenklinik HD (Erstgespräch) und dann noch am 07.03 einen Termin bei Prof. Schill in Giessen (da waren wir schon 2mal vor der 1. ICSI), dem Andrologenpapst neben Schulz in Hamburg. Fakt ist, wir wollen jedem unsere Geschichte erzählen, die Befunde zeigen und dann realistisch eine Einschätzung bekommen, ob er oder sie es sich zutraut, dieses Spermiogramm zu verbessern, ISCI müssen wir sowieso machen, aber die Chance einer erneuten Fehlgeburt ist eben bei fehlgebildeten Spermien wohl sehr hoch, daher ist es unser Ziel, einige wenige normal geformte Spermien zu produzieren.... Hoffe, das klappt.

Wichtig ist auch, dass Du den Kopf nicht hängen läßt und Dir auch noch andere schöne Dinge im Leben bereitest wie einen Urlaub oder etwas ähnliches. Ich war letzte Woche noch so niedergeschlagen, es gab wirklich keine Sonne mehr in meinem Leben, das kann auch nicht der richtige Weg sein.

Wir haben z. B. jetzt beschlossen, die längst fällige kirchliche Hochzeit im Juli diesen Jahres zu machen. Immer hatte der Kinderwunsch Priorität, jetzt bin ich ganz eifrig am Organisieren (evtl. hat mein Mann das auch gemacht um mich ein bißchen abzulenken, aber es wirkt), ich will wieder Sport machen, wieder ein bißchen mehr für mich und meine "Schönheit" tun etc... und es geht mir wieder besser.

Ist Adoption für Euch kein Thema? Ich weiss nicht, wann wir das genau angehen werden, weiss aber, dass es weder für Mario (meinen Mann)noch für mich ein Problem ist. Allerdings habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, doch noch zu einem eigenen Kind zu kommen.....

Tja, was bleibt da noch zu sagen? Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und hoffe, dass es bei Euch doch noch klappt.

Wenn Du möchtest, berichte ich Dir gerne von unseren zahlreichen Terminen und hoffentlich auch irgendwann, was dabei herausgekommen ist. Meine Adresse lautet auchlin@bestconsulting.biz.

Alles Liebe

Susanne