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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bin ziemlich durch den Wind


Sybille
12.04.2005, 15:24
Hallo Ihr Lieben,
weiß nícht, ob ich dieses Posting abschicke. Aber schreiben hilft mal beim Sortieren.
Wegen meines wurzelbehandelten Zahnes war ich ja vor kurzem bei einem ganzheitlich arbeitenden Zahnarzt. Dieser Mensch war zwar nicht sehr gesprächig, aber sehr "ganzheitlich". Er meinte, meine Keramikinlays sollten auch alle raus. Was ich hier im Forum schon sehr gründlich gelernt habe, ist, auf mich zu hören. Und ich dachte, die Inlays machen mir nichts.
Trotzdem bin ich nachts mit Herzrasen aufgewacht. Ich habe in mich hineingehört und meine Gebärmutter gefragt, ob ihr meine Zähne Probleme machen. Sie hat mir gesagt, sie wolle damit nichts zu tun haben. Das ginge sie nichts an. Meine Eileiter haben mich eingeladen, mal zu rutschen. Das war so lustig (die sind wohl nicht verklebt). Und meine Eierstöcke waren zwei schöne Bäume, die Früchte tragen. Ich glaube, das Thema nach medizinschen Ursachen zu suchen, stellt sich nicht wirklich. Meine Zähne haben mir geantwortet, sie seien meine ungeliebten Kinder (!?).
Aufgrund meiner "Zahngeschichte" war ich heute bei einer Bekannten, die kinesiologisch arbeitet. Sie hat in meine Gebärmutter hinein gespürt und Blockaden gefunden, die in die Zukunft führen. Das hat sie erst nicht verstanden, ist wohl eher ungewöhnlich. Aber das sind meine Sorgen. Mir war das klar. Ich bin ja jemand der immer plant und sorgt...
Wir sind von da aus zurück gegangen, dahin, wo die Sorgen ihren Anfang nahmen. Und sind gelandet, bei diesem ungeschützten und ungeborgenen Kind, das ich war. Dabei, dass ich die emotionale Sorge in meiner Familie getragen habe, stellvertretend für meine Eltern.
Sie hat mir gesagt, dass mein Weg über das Loslassen geht: die Vergangenheit/ die Sorge/ das Schicksal denen lassen, denen es gehört (und auch meinen Kinderwunsch soll ich loslassen)...
Und mich ganz liebevoll um mein inneres KInd kümmern. ich weiß ja selbst, dass da irgendwie der Weg lang geht.
Aber ich frage mich, wie lange es wohl dauert, bis ich das alles loslassen kann (und diese Kopplung zwischen meinem inneren Kind und dem Kind, auf das ich warte, gelöst ist)
Manchmal frage ich mich, ob ich damit noch in diesem Leben fertig werde und noch Raum und Zeit ist, für ein zweites Kind. Manchmal möchte ich am liebsten alles hinschmeißen.
Und dann wünsche ich es mir so sehr. Im Traum hat mir mein Kind doch mal gesagt, es würde nächstes Mal bleiben. Manchmal frage ich mich, ob ich mir nur einrede, dass da noch ein Kind zu uns möchte.

tja, da bin ich wieder bei meinem Thema gelandet: dem Loslassen und dem geduldig sein (nicht meine herausragenden Stärken).
Sorry, für diesen etwas wirren Beitrag (den die Welt vielleicht nicht so unbedingt braucht), aber vielleicht fällt jemand etwas aufbauendes für mich ein. Könnte ich gerade gebrauchen.
Herzliche ( ziemlich traurige) Grüße
Sybille

Nini
12.04.2005, 15:53
Liebe Sybille,

sag mal, Dein ganzheitlicher Zahnarzt, was schlägt der denn bitte statt der Keramikinlays vor? Kein Metall, kein Keramik - will der alle Zähne ziehen, die blombiert sind oder waren?

Aber darum geht es Dir ja gar nicht, Du kannst ja so wunderbar in Dich hineinhören, Du weißt schon, was zu tun ist, was Dir gut tut! :-)

Ich glaube gar nicht, dass Du jetzt "krampfhaft" loslassen sollst, ist ja irgendwie ein Widerspruch in sich ;-) Nein, Du sollst Dich endlich um das Kind in Dir kümmern. Das ist nämlich ziemlich unleidlich und quengelt herum. Es will mal so richtig verhätschelt werden, will Spaß haben, will Unvernünftiges tun!

Ich bin mir sicher, Du kannst ebenso wunderbaren Kontakt zu Deinem inneren Kind aufnehmen, wie zu Deiner Gebärmutter! Es wird Dir dann mitteilen, wonach ihm ist :-)

So und wenn Du Dich daran hältst, dann hast Du schon eine Menge losgelassen, ohne, dass Du Dich extra darum bemüht hast. Mehr noch: Dein inneres Kind wird nicht mehr so laut nach seinem Platz schreien, es wird nicht mehr so viel Raum brauchen, wenn Du es endlich so wahrnimmst, wie es das vermisst! Vielleicht wird es Dich sogar dazu auffordern, das Eine oder Andere einfach "hinzuschmeißen", mach das! wenigstens für den Moment ;-)

Dann erübrigt sich auch Deine Frage, ob in Deinem Leben noch Platz ist für ein weiteres Kind. Dann wirst Du den Platz fühlen können, den das innere Kind freimacht, weil es bekommen hat, was es braucht!

Und noch eine Bitte: Vertraue Deinen inneren Bildern, Du hast so schönen bunten und lebendigen Zugang zu ihnen, dass es eine Freude und Stärkung ist, darüber zu lesen! Ich weiß, das ist schwer und ich zweifle auch gerade ganz mächtig an den Meinen ;-) Aber Du siehst doch soviel Wahres (z.B. dass Deine Zähne nicht das Problem sind), warum sollte Dich Dein Kind anschwindeln?

So und jetzt raus, geh mit Deinem inneren Kind ein Eis essen, mach was Liebes für Euch zwei und nimm es mal ganz lange und herzlich in den Arm!

Ganz liebe Grüße

Nini

Sybille
14.04.2005, 09:15
Liebe Nini,
danke für Deine Antwort. Sie hat mir schon am Dienstag sehr gut getan. Du bist echt ein Segen für schlechte Tage (naja, natürlich auch für gute).Allerdings konnte ich am Dienstag nicht mehr schreiben. Da konnte ich nur weinen.

Aber am Mittwoch ging es mir so gut. Da war ich bei meiner Arbeit bei mir und meinem Gegenüber, wie lange nicht mehr. So richtig im Hier und Jetzt. Das war toll.

Bei der kinesiologischen Sitzung sollte ich sagen: "ich lasse los". Das ging ja gerade so (und mit der Zeit immer besser).
Ich konnte nicht sagen: "Ich bin willkommen". Und es tat so weh.
Den dritten Satz den ich sagen sollte, konnte ich nicht mal mehr erinnern. Er ist mir dann am Mittwoch wieder eingefallen. Er hieß "ich bin in Sicherheit". Und am Mittwoch bin ich aufgewacht und im Halbschlaf, da war es ganz einfach und kam ganz von alleine: ich lasse los, ich bin willkommen, ich bin in Sicherheit. Ich glaube da hat sich "ein riesiger Felsbrocken von meiner Seele" gelöst. Dienstag nachmittag bekam ich dann meine Mens, die seit zwei Tagen überfällig war (ich wußte aber, dass ich nicht schwanger bin). Und sie ist so stark wie schon lange nicht mehr. Ich hatte mir schon Gedanken über meine schwache Blutung gemacht.
Tja, und die Kleine in mir, die meldet sich immer stärker. Egal wie ich es angehe, ob ich in Therapie gehe, zu einer Kinesiologin, sogar zum Zahnarzt, immer und immer wieder lande ich bei ihr.
Ich habe mir zwar gedacht, au weia, ob das wohl klappt mit dem KOntakt. Aber Dienstag nachmittag war da plötzlich der Satz: "ich will einen Hund, ganz für mich alleine" .
Da kann jetzt mal die große Sybille daran arbeiten, liebevoll mit der kleinen umzugehen und zu überlegen ob das geht oder was ich sonst für sie tun kann.
Weißt Du, nachdem ich Deine Antwort gelesen habe, da hatte ich plötzlich das Bild, die kleine Sybille hat sich in meiner Gebärmutter eingerichtet. Mal sehen, was ich damit anfange.
So, nun muß ich aber endlich mal los zur Arbeit (die Pflicht ruft).
Liebe Grüße
Sybille