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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Baby meiner Freundin ist gestorben :=(


Michaela_G
23.01.2006, 21:14
Hallo an alle ...

das Baby meiner Freundin ist kurz nach der Geburt gestorben :=((((((

Sie war gar nicht darauf eingestellt, alles war in Ordnung, haben die Ärzte gesagt ... sie lag zwar länger im Krankenhaus, aber als sie das Kind geholt haben, war angeblich alles stabil, vor allem das Kind. Sie hat es nach der Geburt noch in den Armen gehabt, dann atmete es plötzlich nicht mehr und die Ärzte konnten nichts mehr tun :=( Es ist noch gar nicht klar, was überhaupt der Grund für alles ist, auf jeden Fall ist meine Freundin logischerweise am Boden zerstört ...

Die Beerdigung war letzte Woche ....

Meiner Freundin geht's gar nicht gut, sie ist auch erst gerade mit ihrem Mann in eine neue Umgebung gezogen, wo sie nicht sehr viele Leute kennt ...

Alles ist so schrecklich, könnt Ihr einen Tipp geben, wie ich jetzt am besten helfen kann??? Ich habe ihr in einem Brief nochmal meine Gefühle mitgeteilt und dass ich für sie da bin, wenn sie mich braucht, und einige CDs zusammengestellt mit Sachen, die sie jetzt vielleicht gern hören mag ... was hat Euch in dieser Situation am meisten geholfen???

Ich bin so traurig ... hatte mich schon so mit ihr auf die Kleine gefreut :=(((((

Worte können das alles gar nicht ausdrücken .... :=(((((

Gast
23.01.2006, 22:09
Liebe Michaela,

es tut mir so unendlich leid, was Deine Freundin da durchmachen muß :-(.
Es ist wirklich die Hölle.

Umso schöner finde ich es, dass Du Ihr in dieser schweren Zeit beistehen möchtest.

Sei einfach da, lass sie weinen, lass sie über ihr Kind und alles, was damit zusammen hängt, reden.
Eine stumme Umarmung kann oft mehr helfen, als 1000 Worte.
Denn es gibt keine Worte des Trostes.

Schau Dir mal den folgenden Link an.
Da steht ganz viel Hilfreiches...

http://infos.muschel.net/helfen_wollen.html

Ich wünsche Dir und Deiner Freundin ganz viel Kraft, die kommende, schwere Zeit zu überstehen.
Vielleicht findet sie ja auch hierher?
Es hilft so sehr, sich mit Menschen austauschen zu können, die Ähnliches durchmachen mussten/müssen.

Für das kleine Mädchen soll dieses Licht ganz hell leuchten...

http://www.forum.frauenworte.de/user_files/4159.jpg

Leise Grüße

Gabi

TTanja
24.01.2006, 09:55
Liebe Michaela,

.... was deine Freundin mitmachen muß, ist die Hölle... da kann ich mich Gabi nur anschließen... :-( :-(

Hm... den ultimativen Tip hab ich leider auch nicht. :-(
Vielleicht magst du dich einfach ein bißchen um sie kümmern? Ihr was Gutes kochen? Sie wird kaum dazu in der Lage sein. Kannst du ihr ein bißchen was von der Hausarbeit abnehmen? Für das Kleine vielleicht ein paar frische Blümchen kaufen ans Grab? Das freut deine Freundin bestimmt...

Magst du sie auf diese Seite einladen? Hier sind Leute, die ihr schweres Schicksal mit ihr teilen.... sie ein bißchen auffangen können...

Liebe Michaela,
sei einfach da für sie.... laß sie weinen... Diese Wunde verheilt nur sehr sehr langsam...

Auch Amys Kerze brennt für das kleine Mädchen
http://www.arcor.de/palb/alben/76/3806976/400_6162303036663563.jpg

Liebe mitfühlende Grüße
Tanja mit Linda an der Hand http://www.am-horizont.de/smilies/3358.gif
und den Sternenkindern Lee (+ 2.05.03) und Amy (+ 11.07.04)http://www.am-horizont.de/smilies/ura.gif

bata
24.01.2006, 11:28
Liebe Michaela,
eine wichtige hilfe hat sie schon...eine freundin, wie Dich!
Gaby hat Dir schon eienn guten link gegeben, der Dir und damit ihr sicher weiterhelfen wird.
Ich mochte es damals sehr, wenn ich nirgendwo eine maske tragenm mußte, also meine gefühle einfach immer erlaubt waren.
Wenn ich einfach mal so über meinen Sohn reden konnte.
Ich finde es klasse, dass Du Dich so um sie kümmerst, und wünsche Deiner Freundin, dass sie auch weiterhin in ihrer Trauer nicht allein ist.
Liebe Grüße, Bata

Michaela_G
25.01.2006, 00:38
Hallo Ihr, vielen Dank für all Eure Antworten, es ist eine große Hilfe zu sehen, dass andere verstehen können, wie man sich fühlt.

Mir ist all das gar nicht "passiert" und trotzdem bin ich jetzt total mitgenommen :=(((((

Ich werde meiner Freundin auch diese Seiten weiter empfehlen, aber da sie nicht so Internetversessen ist wie ich, weiss ich nicht, ob sie hier mit lesen mag.

Ich bin auch ganz erschüttert, wie viele Frauen es gibt, die schon ähnliches durchleiden mussten! Vorher wusste ich gar nichts darüber und denke jetzt, dass wirklich zu wenig bekannt ist über dieses Thema. Diese Seiten hier haben mir wirklich die Augen geöffnet. Ich finde es toll, wieviel Kraft und Mut Ihr Frauen hier aufbringt!!!

In Gedanken ....
Michaela

DanielaLunaOliver
26.01.2006, 11:58
Mir hilft es einfach nicht allein zu sein, das einfach meine Freundinen immer wieder vorbei kommen und mit mir reden...
sei für sie da so wie sie es braucht... du bist so wichtig für sie, da bin ich mir sicher.

meine beiden engsten freundinen weinen auch einfach viel mir mir und im anderen moment schleppen sie mich raus an die Luft...

Es tut mir sehr, sehr leid das sie ihr Kind gehen lassen musste!

Man78
16.02.2006, 18:41
Hallo,
es tut mir sehr leid, was deiner Freundin passiert ist. Vielleicht hat sie Lust mir zu schreiben, denn meine Geschichte ist noch sehr frisch und ähnlich...
Am 23.01.2006 gingen nach einer problemlosen Schwangerschaft die WEhen los. Alles lief super, optimaler Verlauf und HErztöne des Kindes. Am Ende ging alles sehr schnell, Presswehen, Kind zu spüren, drückt mit und der Kopf wird geboren und kurz danach um 22:31 Uhr unsere Tochter Florence - Glück! Doch sie schreit nicht, ist auf einmal schwach, schlechte Atmung, schlechte Herztöne. Die Ärztin meint, das ist wegen der schnellen Geburt, weil sie anstrengend war und wollen nur schnell Fruchtwasser absaugen...doch die Hebamme kam allein wieder unter Tränen, um zu sagen, dass es ihr ganz schlecht geht und der beste Kinderarzt schon da sei. Sie wurde auch gleich intubiert und alles was möglich war, wurde getan. Nach einer Blutzugabe, ging es ihr kurzzeitig besser, aber immer noch kritischer Zustand. Sie machten sie fertig für den Weg zur Uniklinik, nur 5-8 Minuten ENtfernung. Wir durften sie kurz in dem Transportkasten sehen, ganz blau angelaufen, aber so süss, das Mündchen bewegte sich schweratmend... dann nahmen sie sie mit und wir sollten sie nie mehr lebend wiedersehen, denn um 00:38 Uhr hörte ihr Herz auf zu schlagen.
Am nächsten Morgen, also ca. 10 Stunden später, besuchten wir unsere Tochter in der Pathologie der Klinik. Hier durfte ich sie erstmalig berühren und in den Arm nehmen. Die Beerdigung ist am 06.02.2006 gewesen und ich weiss nicht, wie ich es verkraften soll. Es ist schon 3 Wochen her und mir scheint es so ungerecht, sie könnte fast schon ein Monat alt sein und hier bei mir im Arm liegen und statt dessen bleibt die Wiege leer... Vielleicht gibt es ihr ein wenig Kraft zu wissen, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine warst...
Zur Information: Es wurde auch erst ein vorzeitige Plazentalösung vermutet, wurde aber widerlegt. Die Hebamme sagt, sie weiss garnicht, wann sie das letzte Mal ein so gutes CTG gesehen hat unter einer Geburt und ich habe es mir auch angesehen und kopieren lassen, bis zum Austritt des Kopfes Herztöne bis 160, sogar 170 und dann kann man sie auch nicht mehr messen... Der PH WErt der Nabelschnur bilderbuchmäßig und der Tod unerklärbar, Autopsie keine Auffälligkeiten der Organe. Im Krankenhaus herrscht Ausnahmezustand, da dieser Fall vor 14 Jahren das letzte Mal in der Art beim Kaiserschnitt auftrat. Der Arzt sagt, er kann es sich nicht erklären, aber manchmal kann ein Kind nur im Mutterleib leben und sowie die Nabelschnur durchtrennt wird, kann es keinen eigenen Kreislauf aufbauen...
Die Unerklärbarkeit ist kein großer Trost für uns, aber die BEtreuung die wir erfahren haben, war bombastisch, wenn man das so sagen kann.
Würde mich freuen von ihr zu hören...und zu erfahren, ob ein Grund gefunden wurde.

Für dich: Ziehe dich nur nicht zurück, das ist das Schlimmste, sei einfach da. Ich fand das Buch "Gute Hoffnung - jähes Ende" sehr hilfreich, von einer Freundin geschenkt.

LG und viel Kraft für Euch Mandy (hast du noch andere Kinder, oder war es das erste?)

Sabi
16.02.2006, 20:11
Hallo Michaela.

Super, dass du so für deine Freundin da bist. Ich denke, damit hilfst du ihr am besten. Einfach für sie da sein, dein Mitgefühl aussprechen, mit ihr weinen, ihr zuhören (und wenn sie hundertmal dasselbe erzählt). Und ganz viel spazieren gehen!!! Mir hat das Spazieren und das Reden am meisten geholfen. Unsere Zwillinge, Nadia und Michael, sind am 28.10.05 in der 22. SSW geboren worden und haben nur etwa 20 Minuten gelebt. Mir war (und ist) es wichtig, mich an alles zu erinnern, die Erinnerungen immer wieder abzurufen, auch wenn es weh tut. Ich habe auch ein Tagebuch angefangen und dort alles aufgeschrieben, damit ich ja keine von diesen wertvollen Erinnerungen verliere. Außerdem haben wir uns kürzlich ein Fotoalbum gekauft, in das wir alle Ultraschallbilder, die Fotos von nach der Geburt und die Beileidskärtchen einkleben wollen.
Wie andere schon geschrieben haben, Trost gibt es nicht. Bitte erwarte nicht, dass es deiner Freundin in ein paar Wochen wieder gut geht. Bei mir ist es jetzt fast vier Monate her und es tut immer noch unglaublich weh. Das können viele nicht verstehen, auch z.B. meine Arbeitskollegen nicht. Für die waren es noch nicht "richtige" Kinder. Am meisten verletzt haben mich Sprüche wie: "Das wird schon wieder." oder "Besser so, wer weiß, welche Schäden die Kinder gehabt hätten." oder "Du bist ja noch jung, du wirst sicher bald wieder schwanger." Solche "gutgemeinte" Sprüche sind echt schlimm. Ein Tipp für deine Freundin, wenn sie sowas hört: Ganz deutlich sagen, dass das kein Trost und keine Hilfe ist. Sie hat ein Recht darauf zu trauern. So sehr und so lange sie will!!
Ich wünsche deiner Freundin, ihrem Partner (der wird oft vergessen!) und dir ganz viel Kraft.
Liebe Grüße

Michaela_G
16.02.2006, 21:12
Hallo,
vielen Dank für Eure Nachrichten. Es ist für mich hilfreich zu sehen, dass Ihr alle die Nähe und Emphatie schätzt und man nicht als aufdringlich empfunden wird.

Es stimmt sicher, dass der Partner häufig "vernachlässigt" wird. Am Anfang habe ich auch nicht an ihn gedacht, aber als ich das erste mal "danach" da war und er erzählt hat, wie alles abgelaufen ist (er war der erste, dem der Tod der Kleinen mitgeteilt wurde), habe ich gemerkt, dass er natürlich!!! genauso unter der ganzen Situation leidet.

Ich hoffe ich kann ausreichend für meine Freundin da sein ... eine Frage habe ich noch, wie "schnell" seid ihr nach dem Tod Eures Babys wieder arbeiten gegangen? Meine Freundin fühlt sich eigentlich nicht danach, aber meint, es sei ihre Pflicht, ihre KOllegen nicht hängen zu lassen ... ich denke, nach so einem Erlebnis wird es einem keiner krumm nehmen, wenn man Zeit braucht, um wieder zu sich zu finden, und wer es einem krumm nimmt, für den ist es auch nicht wert, dort hin zu gehen!!!

Alex69
16.02.2006, 22:40
Liebe Michaela,

zunächst einmal finde ich es wunderbar, dass Du da bist für Deine Freundin. Es war für mich ein großer Trost die Anteilnahme der Familie und Freunde zu spüren.
Ich habe meine Tochter am 17.01.06 in der 21. SSW gehen lassen müssen. Seitdem bin ich krank geschrieben. Ich arbeite an einer Beratungsstelle und es kommen Menschen zu mir, die meine Hilfe benötigen. Dafür brauche ich viel Energie. Die hatte ich nicht. In der ersten Zeit reichte sie gerade aus, um zu überleben. Meine Frauenärztin hat sofort verstanden, dass ich nicht in der Lage war zu arbeiten. Da ich auch freiberuflich tätig bin, mußten einige Dinge trotzdem erledigt werden. Das war eine große Kraftanstrengung, ich konnte mich nicht konzentrieren und war sehr erschöpft. Meine Kollegen waren alle - ausnahmslos - sehr verständnisvoll, haben alles von mir ferngehalten.
Nächste Woche kehre ich an meinen Arbeitsplatz zurück - in geringerem Umfang -. Noch vor ein paar Tagen konnte ich mir das nicht vorstellen, doch inzwischen merke ich, dass ich wieder etwas Normalität brauche.
Ich glaube die Zeit zu Hause ist wichtig, um zu trauern, sich zu erholen, viel Zeit mit lieben Menschen zu verbringen, zu weinen, zu hadern. Nur dann kann es auch eine Zeit danach geben.
Ich hoffe, dass Deine Freundin sich diese Zeit nimmt und auf verständnisvolle Menschen trifft. Manchmal eignet sich die Arbeit in Krisenzeiten zur Verdrängung, die nur im ersten Moment hilft. Die Trauer nimmt uns keiner ab, die braucht ihre Zeit. Sonst besteht die Gefahr sie niemals loszuwerden oder vielleicht ernsthaft zu erkranken. Ich wünsche Euch allen viel Kraft.

Liebe Grüße

Alexandra mit Lorenz im Leben und Krümelchen ganz fest im Herzen