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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bin neu hier und möchte Euch von Mika Simon und Leon Philippe berichten!


Maike_Mika_Leon
23.01.2006, 17:41
Hallo Ihr Lieben,
ich habe bei Euch schon einige Beiträge gelesen und möchte nun auch von meinem Schicksal berichten. Seit Oktober 2003 wünschen mein Mann und ich uns ein Kind. Leider ging nach Absetzen der Pille bei mir gar nichts mit dem Zyklus. Die Zyklen wurden immer länger. Im Januar 2004 bin ich dann zum FA gegangen, um dies abzuklären. Er machte US und stellte bei mir PCO fest. Daraufhin wurde ich auf Insulinresistenz getestet, was aber negativ ausfiel. Nach diversen Zyklen mit Diane35 sollte es in den folgenden Zyklen mit dem Eisprung klappen. Zweimal waren Eisprünge da, aber schwanger wurde ich nicht. Der folgende Zyklus war wiede endlos. Inzwischen wurde mein Mann am Hirnstamm operiert und es folgten keine weiteren Untersuchungen. Nach erfolgreicher Operation meines Mannes wurde sein Spermiogram untersucht, welches miserabel war. Ein Kontrollspermiogram zeigte das selbe niederschmetternde Ergebnis. Bei mir sollte als nächste die Durchlässigkeit der Eileiter überprüft werden, was aber aufgrund des schlechten Spermiograms nicht mehr gemacht wurde. Wir wurden an eine Kinderwunschpraxis überwiesen. Dort wurde das schlecht Spermiogram Ergebnis noch einmal bestätigt. Es kam somit nur eine ICSI für uns in Frage. Mit Vitaminen wurde das Spermiogram aufgepäppelt und im April war dann meine 1. ICSI. Mir wurden 21 Eizellen entnommen und davon liessen sich 13 befruchten. 2 wurden mir eingesetzt und 11 wurde Kryokonserviert (eingefroren). Der ICSI Versuch war negativ. Im Juni war dann mein 1. Kryoversuch. Bei diesem Versuch mußten 4 Eizellen aufgetaut werden und es haben leider nur 2 davon überlebt. Diese wurden mir eingesetzt und auch dieser Versuch war negativ. Im Juli/August wurde der nächste Kryoversuch gestartet. Diesmal haben 3 aufgetaute Embryos überlebt. Und ich war tatsächlich schwanger. Und dies sogar mit Zwillingen. Die Schwangerschaft verlief vollkommen unproblematisch. Die beiden entwickelten sich prächtig und waren im Wachstum immer ihrer Zeit vorraus. Meine Hebamme wies mich im November darauf hin, ob ich den nicht merken würde, das mein Bauch ab und zu hart wird und ich sollte mich schonen. Ich war zu diesem Zeitpunkt berufstätig. Arbeitete aber von zu Hause. Aber bei jedem Fa Besuch war alles in Ordnung. Am 6 Dezember hatte ich spät Nachmittags einen FA Termin. Am frühen Nachmittag stellte ich fest, dass mir zähflüssiger Schleim abgeht. Aber nur ein klein wenig. Vor meinem FA Termin hörte meine Hebamme sich meinen Kummer an, da ich mir aufgrund des Schleims große Sorgen machte. Sie riet mir dem FA davon zu erzählen. Dieser meinte es könne schon mal vorkommen und kontrollierte nach dem er per US meine Kinder ausgemessen wurde auch meine Gebärmutterhalslänge. Die war bei 3,5cm und nach seiner Aussage vollkommen in Ordnung. Mit den Kindern war auch alles in Ordnung. Sie waren sogar weiterhin ihrer Zeit vorraus. Weiterhin hatte ich keine Probleme und unser Umzug stand am 21. 12 an. Ich schonte mich dabei wo es nur ging und habe leider nicht mehr meine Testhandschuhe zum Prüfen des PH Wertes verwendet. Am 23.12 bin ich mit meinen Mann über Weihnachten zu meinen Eltern gefahren. Auf der Fahrt dort hin hatte ich ein leichtes Ziehen im Bauch. Was aber nicht weiter schlimm war. Am 24.12. ging vermehrt zäher schleim ab und ich habe mir unheimliche Sorgen gemacht, da mein FA meinte es könne schon mal vorkommen, habe ich aber noch nichts unternommen. Am 25.12 sind wir zu meinen Schwiegereltern gefahren und dort bin ich gleich zur Toilette gegangen. Dort war ein kleiner Blutfaden im Schleim. Wir sind dann sofort ins Krankenhaus gefahren. Dort wurden die Herzschläge der Kleinen überprüft, die aber in Ordnung waren. Wehen wurden auch geschrieben, aber es wurden kein verzeichnet. Beim US war auch alles in Ordnung. Dann schaute der Arzt vaginal nach und stellt fest, dass mein Muttermund schon 4 cm offen wäre und er die Fruchtblase sehen konnte. Ab da durfte ich nur noch liegen und wurde mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus verlegt, welches für frühe Frühgeburten (ich war zu diesem Zeitpunkt bei 23+3)ausgelegt war. Trotz Antiobiotikagabe und Tokolyse und strenger Bettruhe hat sich nach zwei Tagen der Muttermund komplett geöffnet. Ich klagte beim Aufwachen über ein leichtes ziehen und bei der Kontrolle stellte die Oberärztin fest, dass der Muttermund offen wäre und die Kinder sofort geholt werden mußten. Ich war total geschockt und wurde auch schon in den OP geschoben. Meine Söhne wurden per Kaiserschnitte geholt. Beide ware 31 cm groß Mika Simon wog 727 gr und Leon Philippe 660 gr. Sie sind sofofort beatmet worden und auf die Neo-Intensivstation gebracht. Bereits am Tag der Geburt wurde ich zu ihnen gefahren. Sie waren so perfekt. Es war alles an den beiden dran. Leider bekam Leon in der Nacht vom 28.12 auf den 29.12 ein Hirnblutung 3. Grades. Ich wurde Nachts um 3 Uhr geweckt, um Blut für eine Transfusion abzugeben und mein Einverständnis dafür zu geben. Mika bekam in der folgenden Nacht eine Blutung 3. Grades und bekam ebenfalls Transfusionen. Beide stabilisierten sich in den folgende Tagen. Leider verschlechterte sich Leons Zustand ab dem 3.1.06 und er zeigte immer weniger Bewegungen. Woraufhin er am 5.1.06 in unseren Armen friedlich einschlief. Sein Bruder zeigte ab dem 5.1.06 auch immer weniger Motorik und schlief am 6.1.06 friedlich in unseren Armen ein. Am 13.1.06 haben wir unsere so ersehnten Zwillinge beerdigt und doch lässt der Schmerz bei mir kaum nach. Ich vermisse die beiden so sehr und Frage mich täglich nach dem Warum. Auslöser der Frühgeburt soll eine Infektion bei mir gewesen sein, welches durch eine Abstrich betätigt wurde.
Ich weiß mit meiner Trauer nicht wohin und wollt Euch davon berichten.
Liebe Grüsse Lady

bata
23.01.2006, 18:21
Liebe Maike,
ersteinmal ein trauriges Wilkommen hier.
Du hast vor 10 tagen Deine Kinder beerdigt.Kaum ein Wort wird Dich da trösten können.
Aber Du hast einen guten Anfang gemacht,indem Du uns davon erzählst.
Du stehst ganz am Anfang der trauer und da scheint es oft, als würde die Welt stehenbleiben(das tut sie auch irgendwie).
Aber glaube mir,irgendwann wirst Du wieder auf das karusell aufspringen.
Jedes gefühl, jede Wut und jede Trauer, die Du jemanden mitteilst, wird es jeden Tag ein wenig erträglicher machen, die trauer auszuhalten.
Hier gibt es viele menschen, die genau wissen, wie Du Dich fühlst, welchen Weg Du bestreiten musst...
und wir alle sind jederzeit für Dich da.
Für alle facetten Deine Trauer!
Mitfühlende, liebe Grüße, Bata

Beate35
23.01.2006, 19:07
Liebe Maike,

ich möchte Dich einfach nur still in den Arm nehmen,ehrlich gesagt,fehlen mir die Worte.... ;(

Stille Grüße
Beate

Biggi
23.01.2006, 19:17
Hallo liebe Lady,


auch mein Sohn wurde in der 23. SSW geboren- er hat die Geburt jedoch nicht überlebt.

Und obwohl es bei uns nun schon mehr als 6 Jahre her ist,
erinnere ich sehr genau an die Zeit nach der Beerdigung.

So leer, so ausgebrannt, so traurig und müde war ich meinem ganzen Leben vorher nicht und nachher nicht.

Trauer braucht ihre Zeit,
und Trauer braucht ihre hunderttausend Tränen und Fragen und Antworten.

Ich schicke dir meine Anteilnahme aus dem berliner Raum,
und wünsche dir für diese Zeit liebe und verständige Menschen in deiner Nähe.

Sie zu, dass du dich lange krankschreiben lässt.
Nimm dir Zeit.

und erzähle uns hier gerne von deinen Sternenkindern.


ganz lieber Gruss

Biggi

Sandra1974
24.01.2006, 20:03
Auch von mir ein warmes Willkommen! Ich möchte Dich einfach nur in den Arm nehmen und ganz festhalten. Auch ich wurde nur durch eine künstliche Befruchtung im 3. Anlauf schwanger. Es wären auch Zwillinge geworden. Leider hat sich Adrian in der 28 + 3 SSW für einen anderen Weg als bei uns entschieden.

Wenn Du jemanden zum Reden brauchst, wir sind immer da...

mandyF
24.01.2006, 20:44
hallo,

ich kann mir gut vorstellen wie Sie ich fühlen, ich habe am 18.01.2006 durch einen Blasensprung in der 20.Schwangerschaftswoche meinen langersehnten sohn verloren. Ich weis auch mit meiner trauer nicht wohin und fühle mich verloren. Eine Antwort auf das Warum werden wir nie bekommen. Ich hatte bereits 2002 eine Fehlgeburt in der 11. Schwangerschaftswoche und ich habe es nie überwunden und jetzt ist es noch schwerer es zu verstehen und ich kann keine erklärung finden. Man hat mir gesagt das ich den Blasensprung hatte weil ich eine Entzündung in der gebärmutter hatte an der ich selber fast gestorben wäre hätte man die Geburt nicht eingeleitet. Ich musste meinen Sohn auf natürliche weise zur welt bringen, ich habe auch eine pda bekommen - aber zu spät - mei sohn war schon auf der welt als sie erst wirkte. Ich habe unendlich viel geweint und mich gefragt warum mir das passiert. Es war eine totgeburt und es fällt mir schwer nicht zusammen zu brechen vor schmerz und trauer. Es tut mir so leid für Sie und ich hoffe das ihre trauer nicht über allen anderen dingen steht und Sie wieder schwanger werden und dann glücklich sind. alles gute und kopf hoch...sie sind nicht allein genau wie ich nicht allein bin

Maike_Mika_Leon
28.01.2006, 14:28
Hallo Bata,
danke für die lieben Worte. Ich hoffe, dass ich irgendwann auf das Karussel wieder aufspringen kann. Doch es gibt immer wieder Tiefpunkte. Gestern haben wir einer Freundin zum Geburtstag gratuliert und da hat sie uns mitgeteilt, dass sie wieder schwanger ist. Das Kind soll im Juli zur Welt kommen. Nach dem Telefonat ist alles aus mir herausgebrochen.
Liebe Grüsse Lady

Maike_Mika_Leon
28.01.2006, 14:44
Hallo Beate,
danke für die lieben Worte.
Liebe Grüsse Lady

Maike_Mika_Leon
28.01.2006, 21:04
Hallo Biggi,
auch Dir danke ich für die lieben Worte. Ich habe schon viele Tränen vergossen und irgendwie macht es das ganze doppelt schlimm, dass es zwei kleine Kerlchen waren und ich nicht weiß, ob es überhaupt noch mal klappt mit dem schwanger werden. Ich bin momentan einfach nur leer und weiß nicht wie es weiter gehen soll. Aber es tröstet, wenn man nicht die einzige ist, der es so ergangen ist.
Liebe Grüsse Lady