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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein erstes Sternenkind...


Nicola75
18.01.2006, 23:00
Hallo,
ich habe gerade erst den Weg zu Euch gefunden...
Ich habe bereits einen Sohn, Leonard Paul, er ist jetzt 21 Mon. alt.
Am 2.9.05 hielt ich meinen zweiten positiven SS-Test in den Händen. 4 ´Tage (6. SSW)später hatte ich das erste Mal halbstündige Blutungen. Bin zum Arzt, alles i.O. In der 8. SSW wieder Blutungen mit einem dicken Gewebsklumpen oder Blutgerinsel(?), ins KH gefahren, Baby noch da, alles i.O., war dann 3 Tage zur beobachtung und Ruhe da.
Dann am 13.11. bekam ich wieder Blutungen in der 16.SSW, die hörten und hörten einfach nicht auf. Bin im Krankenhaus geblieben. Dem Kind ging es die ganze Zeit gut. Ich war jeden zweiten Tag zur praenataldiagnostik, immer alles tiptop. Es wurde keine wirkliche Ursache für die Blutungen gefunden. Zuerst vermutete man eine Infektion, bekam die ganze Zeit Antibiotikum. Nach einer Woche strengem Liegen die Ergebnisse vom Abstrich - keine Infektion. Dann meinte man, dass di Plazenta an den Seiten zuweit herunterreicht. Dies würde sich aber mit fortschreitender SS geben, da sich durch das Wachstum der Gebärmutter die Plazenta automatisch mit nach oben zieht. Blutungen hatten immer noch nicht aufgehört. Antibiotikum wurde abgesetzt. 2 Tage später (am 22.11) ist mir nachts die Fruchtblase einfach so geplatzt. Das war das Todesurteil für meinen zweiten Sohn. Nachts wurde an meinem Bett ein US gemacht, das Herzchen schlug noch. Am nächsten Vormittag, ca. 6 Stunden nach Platzen der Fruchtblase, Kontrollultraschall. Noch immer schlägt das herzchen. Ich hoffe so, dass er in meinem bauch gestorben ist! Habe dann Medikamente zur geburtseinleitung bekommen, am 24.11. wurde unser kleiner Oskar Ende der 17. SSW (16+5) still geboren. Ich war in dem Moment ganz allein auf meinem Zimmer, ich wollte gerade zur Toilette als ich merkte, dass es losging. Er kam so schnell, dass ich keinen rufen konnte. Konnte mir gerade noch eine Binde schnappen und dann fiel mir Oskar in meine Hände. (Im Nachgang freue ich mich über die Symbolhaftigkeit des Erlebten - er hat sein Leben in meine Hände und die Hände Gottes gegeben!)
Danach gleich die Ausschabung. Als ich aus der OP aufwachte, war mein Mann endlich da. Wir konnten uns noch zusammen in aller Ruhe von Oskar verabschieden.
Ich kann seinen Verlust glaueb ich ganz gut annehmen, aber ich komme nicht damit klar, dass er so gerne leben wollte... Ich werde nie diese Bild auf dem US vergessen, wie er eingequetscht ohne Fruchtwasser in meinem Bauch ist und sein Herzchen noch schlägt. Zum Glück kam der Seelsorger und hat seine hand noch auf meinen Bauch gelegt und unseren oskar gesegnet.
In der nacht bin ich dann auf dem krankenhausklo ohnmächtig zusammengebrochen. Bin so arg gefallen, dass man zuerst einen Wirbelbruch vermutete. Mußte noch nachts zum Röntgen usw. Beim Röntgen wurde ich dann natürlich gefragt, ob ich schwanger bin. Toll, ich mußte dann sagen nein, seit heute nicht mehr.... Zum Glück war es kein Wirbelbruch. Wurde dann am nächsten Tag entlassen.
Eigentlich sollte am 14.12. Oskar in einer Sammelurne beigesetzt werden. Ich hatte aber den ganzen Tag so ein komisches gefühl... Habe dann im KH angerufen, ob er wirklich dabei ist. Die haben dann Rücksprache mit der Pathologie gehalten. Die Obduktion war nicht so schnell gegangen, so dass er noch im KH war!!! Ich wäre zu einer Sammelbeerdigung gefahren, und mein Sohn wäre nicht mal dabei gewesen.
Nun ist die neue Trauerfeier für den 15.03. angesetzt.
Ich habe aber am 14.12. vom lieben Gott ein Zeichen bekommen. Ich war auf dem Weg nach Hause, als ich einen riesigen regenbogen sah. Von weitem sah es so aus, als würde dieser genau in unserem haus enden. Jetzt weiß ich, dass Oskar gut beim lieben Gott angekommen ist. Und Leonard hat einen ganz besonderen Schutzengel!
Liebe Grüße,
Nicola

simone finck
18.01.2006, 23:21
liebe nicola,

ein trauriges willkommen hier im forum. es tut mir so leid, dass dein kleiner oskar nicht bei euch bleiben konnte.

der regenbogen - ein schönes geschenk für dich von deinem sohn. er glitzert in so vielen schönen farben und ist zugleich wie eine brücke, über die du ganz viel liebe zu deinem sohn schicken kannst.

erinnere dich, wenn du traurig bist, an den regenbogen. er ist wirklich ein wunderbares geschenk an dich gewesen.

viel kraft für die bestattung und die weitere zeit wünsche ich dir.

herzlichst,
simone

Pia26
20.01.2006, 03:06
Liebe Nicola,

ich habe am 15. Januar mein Sternchen Tim zur Welt gebracht. Gestern habe ich ihn beerdigt.
Ich kann es immer noch nicht fassen, dass die ganze Schwangerschaft vorbei ist. Es wurde in der 21.SSW festgestellt, dass das Herz nicht schlägt und im KH sagte man mir, dass Tim etwa in der 16. bis 18.SSW bereits gestorben sein muß.
Es war ein Knoten in der Nabelschnur.
Ich kann es noch immer nicht begreifen, dass Tim uns nicht mehr begleitet, aber ich weiß, dass ich ihn im Himmel wiedersehen werde und das Gott gut auf ihn aufpaßt.
So traurig auch deine Geschichte ist, aber ich finde sie auch wunderschön, weil sie zeigt, wie Gott sich einem offenbart.

Sei lieb gegrüßt von mir. Auch dein Sternchen wird in meinen Gedanken sein.

Pia und Jochen mmit Adrian, Florian und Sternchen Tim

Sarak
25.01.2006, 17:59
Liebe Nicola,

Deine Geschichte berührt mich sehr, da sie meiner so ähnelt.
Dieses Gefühl, dass das Kind leben möchte und kämpft und
man kann nichts tun als abzuwarten und es trotzdem ziehen zu lassen.

Es tut so unendlich weh, als Mutter sein Kind nicht vor dem Tod
beschützen zu können.
Auch wenn man den Verlust annehmen kann muss man lernen
mit der Trauer zu leben und damit, dass das Kind fort und trotzdem bei
einem ist. Vielleicht dürfen wir Dich ein wenig auf Deinem Weg begleiten und bei Dir sein wenn Du uns brauchst.

Ich grüsse DIch ganz lieb!
Sara