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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hannah ist weg


InesF
21.11.2005, 12:00
Hallo,
ich heiße Ines und bin hier ganz neu.
Am 11. Oktober ist meine kleine Tochter Hannah gestorben. Sie ist nur 36 Tage alt geworden. Eigentlich sollte Hannahs Geburtstag der 29. Dezember sein. Aber weil sie in mir wohl nicht mehr genug Platz hatte, kämpfte sie sie schon in der 23. Woche aus mir heraus. Das war nicht das letzte Mal, das dieses kleine Wesen seinen eigenen Kopf durchsetzte. Unglaublich, dass ein so kleiner Mensch so viel Kraft haben und so tapfer sein kann! Hannahs Lebenswille ließ den Ärzten keine Wahl, als ihr - allen Statistiken zum Trotz - eine Chance zu geben. Und Hannah kämpfte 5 Wochen lang. Am Ende reichte ihre Kraft nicht mehr, und wir mußten sie loslassen.
Aber es tut so unglaublich weh, loslassen zu müssen, was man nie festhalten durfte! Der Moment ihres Todes war der einzige, an dem ich sie im Arm halten dufte. Dieses wunderbare winzige Wesen!
Manchmal kommt mir das alles vor wie ein Traum, alles erscheint so weit weg. Zu unglaublich, als dass man es selbst erlebt haben könnte. Man kehrt zurück in das Leben davor, in den Alltag, in die Realität? Leider ist da aber nicht viel, wohin ich zurückkehren könnte. Während mein Mann wieder arbeiten geht, sitze ich zu Hause. Arbeit suche ich schon seit Monaten vergeblich. Es gibt nur die große Leere. Ich fühle mich, als sei ich einfach übrig auf dieser Welt. Und jetzt habe ich auch als Mutter versagt?
Ich werde nie erfahren, ob das Wenige, was wir Hannah geben konnten - die wenigen Berührungen, das Festhalten -, ihr so viel gegeben hat, wie sie uns geben konnte. Ich werde nie erfahren, ob Hannah einen Ort gefunden hat, an dem sie geborgen ist.

Wie kann ein Mensch das aushalten? Wenn ich lese, dass einige von Euch zwei, drei, fünf Kinder verloren haben... woher nehmt Ihr die Kraft?
Liebe Grüße
Ines

DianaNoopy
21.11.2005, 12:14
Hallo liebe Ines,
laß Dich mal in den Arm nehmen.
Ich möchte Dir sagen,dass Du nicht versagt hast.
Hannah ist diesen Weg gegangen und nur sie weiß warum.
Und in der kurzen Zeit wo sie bei Euch war,habt ihr gezeigt wie doll ihr sie liebt und das weiß sie auch.
Und auch jetzt weiß sie wie doll Du sie vermißt wie sehr ihr sie liebt.
Fühle Dich hier verstanden mit all Deinen Fragen und Sorgen,wir werden Dich verstehen.

Dein Mann verhält sich wie mein Mann.
Mein Mann ist auch immer sofort wieder arbeiten gegangen :-(
Klar das Geld muß ja weiter verdient werden,aber das war nicht der Hauptgrund für ihn,er wollte raus er flüchtete sich in eine andere Welt,eine wo das Thema Tod ganz weit weg war.

Es sind bei uns jetzt über zwei Jahre her wo unser "Großer" von uns gegenagen ist, erst jetzt so langsam spricht er mal davon.
Zwar noch hinter der Blume,aber immerhin.

Woher ich/wir die Kraft nehmen?
Das kann ich Dir auch nicht sagen.
Aber vielleicht ist es weil wir hier uns gegenseitig halt geben.
"Draußen" haben wenige Jemanden zum Reden die uns verstehen.

Sie Dich im Hauptforum um und wann immer Du etwas auf dem Herzen hast,schrei es raus.
LG von Diana mit Lyn-Denise
und unseren Engelskinder
*JADEN* http://www.schmetterlingskinder.de/dcforum/User_files/4076ca423ffeb970.jpg
*MINI* und *Glücksbärchi*

Ulrike Yannah
21.11.2005, 12:21
Liebe Ines,

zunächst ein trauriges und herzliches Willkommen an Dich hier im Forum.

Für Deine *Sternentochter*

* * * * * * * * * Hannah * * * * * * * * *

zünde ich ein Kerzlein an:

http://www.helgas-zottelbaeren.de/kerzen/kerz13a.jpg

möge das Licht zu Deiner kleinen tapferen Kämpfer-Tochter in das *Sternenkinderland* hell leuchten und ihr zeigen, wie sehr sie hier vermisst wird.

Beim Lesen Deiner Zeilen bekam ich einen dicken Kloß in den Hals und ich glaube, ich kann mir gut vorstellen, wie es Dir gerade geht.
Fühle Dich hier im Kreis der Mütter, Väter und Angehörigen, die ein *Sternenkind* im *Sternenkinderland* haben, geborgen und mit allen Deinen Gefühlen verstanden. Du kannst hier über alles reden bzw. schreiben, was auf Deiner Seele liegt und wirst eines Tages erleben, dass diese zurzeit unvorstellbare Trauer wieder Stückchen für Stückchen ein wenig zur Seite rückt, auch wenn Du Dir das vielleicht im Moment noch nicht vorstellen kannst?

Liebe Ines, ich schicke Dir ganz viele liebe Grüße und nehme Dich, wenn Du magst, ganz sacht und vorsichtig in den Arm.

[font color="#993333"][FONT FACE="Century Gothic"]Ulrike mit zwei einzigartigen, erwachsenen Kindern, einer wundervollen Enkelin und einem Sternen-Engel Rebecca http://www.kprkpr.de/Weihnachten/Weihnachtsbilder/Sterne/ster11.gif
http://www.beepworld.de/members88/rebeccasseiten

Chantal mit Lina
21.11.2005, 14:10
Liebe Ines,

es tut mir so leid das du deine Hannah hergeben musstest. Ich kann gut verstehen wie du dich fühlst. Mir geht es ähnlich. Mal fühlt sich als Versagerin. Aber du hast nicht versagt, deine Hannah liebt dich und du hast alles erdenklich mögliche für Sie getan.

Hier kannst du immer schreiben wenn es dir schlecht geht. Wir hören dir immer zu und verstehen dich.

Meld dich wann du möchtest.

Drück dich und heute abend brennt neben Lina´s Kerze auch eine für die kleine Hannah, die nun bestimmt mit Lina oben im Sternenland spielt.

ameena
21.11.2005, 14:26
Hallo Ines
Herzlich willkommen in unserer mitte.
Ich bin auch noch nicht so lange hier Aber das sprechen
Hilft mir sehr .Es tut mir leid um deine kleine Hanna.
Las dich ganz doll drücken,glaube nicht das du als Mutter
versagt hast denn das stimmt nicht in der kurzen zeit wo
sie bei euch war habt ihr Hanna mehr gegeben als du glaubst.
Sie hat gekämpft aber für ein richtiges leben hat es nicht
gereicht da wo sie jetzt ist geht es ihr besser.Dases dir schlecht geht ist ganz normal. Unsere tochter ist am 11 November Gestorben
und ich kann mit meinen mann nicht darüber reden,aber
dafür bin ich hier im forumdas hilft mir sehr.







An gedenken an unsere kleine Tochter Jenna von Mama,Papa,Yasmin und Malika

Constance
21.11.2005, 20:20
Liebe Ines !

Ein trauriges Willkommen hier in unserer Mitte. Es tut mir sehr leid, dass Hannah gestorben ist.

Du hast recht, es ist kaum auszuhalten. Eigentlich kämpft man jeden Tag neu.
Als Cedric starb, dachte ich es würde nie wieder einen Sonnentag für mich geben. Aber sie kamen.....
Und doch, habe ich auch manchmal solche Tage, an denen mich die Trauer auffrißt. Ich will niemanden sehen, nichts hören.

Fühle Dich hier bei uns gut aufgehoben.

Stille Grüße
Constance mit Thotti und Mika hier bei mir ,2** und Cedric für immer in unseren Herzen
Es gibt keine Worte für unseren Schmerz

In liebevollem Gedenken an unseren kleinen Sternenprinz Cedric
http://www.cedrics-seite.de.vu

Sanne79
21.11.2005, 21:45
Liebe Ines!

Es tut mir so sehr Leid,dass Eure kleine Hannah den Kampf verloren hat, ich bin sicher,dass sie eine ganz tapfere und starke kleine Maus ist.
Fühl Dich nicht allein, Hannah wird immer bei Dir sein! Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und schicke Dir eine liebe Umarmung!

sabrina80
22.11.2005, 09:13
Liebe Ines,

nehme dich, wenn ich darf, einfach mal in die Arme und halte dich ganz, ganz fest! Es tut so weh, wenn man sein geliebtes Kind verliert, doch dieser Schmerz kann uns keiner nehmen! Wir können nur lernen, und das werden wir auch lernen, mit dem Schmerz und der Trauer zu leben! Auch unsere Tochter Laura Sophie ist viel zu früh (23+3ssw) zur Welt gekommen da sich mein Muttermund geöffnet hat und danach dann Wehen einsetzten. Sie hat gerade mal 33 Stunden leben dürfen, und auch ich hatte sie nur auf dem Arm, als sie von uns ging! Ja, es tut so weh! Auch jetzt nach 15 Wochen, gibt es kaum einen Tag, an dem ich nicht weine! Doch es wird weniger, und in 1,5 Wochen wäre ihr ET! Glaube mir, auch du wirst lernen mit dem Schmerz und der Trauer zu leben! Hier bist du immer Herzlich Willkommen, auch ich habe diese Erfahrung gemacht! Lass deine Gefühle zu, egal was andere sagen werden, es hilft uns zu weinen! Wir sind alle bei dir!

traurige liebe Grueße

Sabrina mit Laura Sophie ganz fest im Herzen

Sarak
23.11.2005, 10:18
Liebe Ines,

Ich weiß, wie klein und zerbrechlich die ganz kleinen Kinder
sind und es tut mir so leid, dass Deine kleine Maus ihren Kampf
verloren hat obwohl sie soooooo tapfer gekämpft hat.

Es gibt keine Worte. Ich weine mit Dir und bin sprachlos ;( ;(

Leise Grüsse von
Sara

Susanne 34
24.11.2005, 12:39
Liebe Ines,
ich bin sehr berührt von deinem Schicksal und mußte erst mal mächtig weinen, nachdem ich alles gelesen hatte. Noch nie habe ich von so einem kleinen Kind gehört, dass so lange so tapfer gekämpft hat. Deine Hannah ist ein ganz besonderes Mädchen und du könnt stolz auf sie sein. Sicher geht es ihr dort, wo sie jetzt ist gut. Sie sieht dich und weiß auch, wie sehr du sie liebst und vermißt. Und sie weiß, dass du Alles dir mögliche für sie getan hast.
Viele liebe Grüße von Susanne aus Berlin

InesF
25.11.2005, 12:11
Hallo,

auch wenn es unendlich traurig ist, was einen auf diese Seiten bringt, tut es doch gut zu spüren, dass man nicht ganz so allein ist, wie man sich fühlt. Vielen Dank für Eure Antworten, die mir viel bedeuten. Ich spüre, dass meine kleine Hannah auf diese Weise greifbarer wird - in meinen Gedanken, wenn ich über sie schreibe, und in Euren, wenn ihr über sie lest. Genauso, wie ich mir Eure kleinen Engel vorzustellen versuche und sie so ein Gesicht bekommen.

"Draußen" ist es oft so, dass das Thema übergangen wird. Fast niemand hat Hannah schließlich kennenlernen dürfen. Worüber also sprechen? Dabei möchte ich so gern, dass alle meine kleine Prinzessin kennen und wissen, was für ein einmaliger tapferer kleiner Mensch sie war.
Trotzdem merke ich, dass man eine Brücke zwischen diesen beiden Welten braucht. Ich habe sie noch nicht gefunden.
Gierig schlinge ich alles in mich hinein, was an Lektüre zu finden ist, verbringe Stunden heulend am Computer. Die ganze Welt scheint plötzlich nur noch aus Sternenkindern zu bestehen. Tut sie aber nicht. Das wird mir dann schmerzlich bewußt, wenn ich allein vor diesem winzigen Grab sitze und nicht weiß wohin mit meiner Verzweiflung.

Vor zwei Tagen hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Es ging "nur" um ein Praktikum, deshalb hatte ich mit tiefgehenden Fragen gar nicht gerechnet. Und stotterte dann ganz schön rum. Wer mein Vorbild ist? Wo ich in fünf Jahren sein möchte? Ich konnte ja schlecht sagen, dass mir das sch...egal ist, dass ich so weit gar nicht mehr denken kann und nur erst einmal irgendwie ins Leben zurückkehren möchte. Hinerher erst fiel mir ein, dass irgendwie Hannah zu meinem Vorbild geworden ist mit ihrer Kraft und ihrer Ausdauer. Aber natürlich behielt ich meine Geschichte für mich. Weder möchte ich dieses furchtbare betroffene Schweigen auslösen, noch jemanden moralisch unter Druck setzen. Und doch ist Hannahs kurzes Leben doch das Ereignis, dass mein Leben bisher am nachhaltigsten geprägt hat. Das kann ich doch nicht totschweigen!!!

Ich hoffe, einen Weg zu finden, Hannah irgendwie auch "draußen" lebendig werden zu lassen. Und ich wünsche es auch Euch und Euren Kindern.

Eines muss ich noch nachtragen: Ich hatte geschrieben, dass mein Mann wieder arbeiten geht, während ich zu Hause bin. Das sollte nicht klingen, als fliehe er in den Alltag. So ist es nicht. Ich bin einfach neidisch, dass es in seinem Leben noch eine gewisse Sinnhaftigkeit gibt. Er läßt mich nicht allein mit meiner Trauer. Im Gegenteil, schon als Hannah noch im Krankenhaus war, wurde uns beiden bewußt, wie wichtig wir eigentlich füreinander sind und dass wir es nur zusammen schaffen können. Ohne ihn hätte ich gar nichts mehr. Trotzdem gibt es natürlich Unterschiede in unserer Trauer, so wie es auch Unterschiede in der Weise gab, wie wir unsere Liebe zu Hannah ausdrückten. Und ich muß gestehen, dass ich oft meine Trauer, meine Liebe als die absolute ansehe. So ist es aber, glaub ich, nicht. Und so wie ich viel zu viel Zeit für meine Verzweiflung habe, läßt ihm die Arbeit zu wenig Raum dafür. Ich weiß, dass er darunter leidet.

Habt noch einmal vielen Dank für Euren Trost.
Liebe Grüße
Ines

Andrea mit Sternchen Janin
26.11.2005, 21:36
Liebe Ines!
Traurig habe ich deine Geschichte gelesen.
Es tut mir unendlich leid, dass deine kleine Hannah nicht bei euch bleiben durfte!
Ich kann deinen Schmerz so gut verstehen...

Nach dem Tod unserer Tochter habe ich auch nach Ablenkung gesucht. Mir hat dieses Forum unendlich viel gebracht! Ich bin jedoch nach knapp fünf Wochen wieder arbeiten gegangen und das hat mir eigentlich nicht so gut getan. Denn die Gedanken an mein Kind waren trotzdem da. Hinterher war mir klar, dass mir eine längere Ruhepause gutgetan hätte.
Daher hoffe ich, dass du auch für dich einen Weg findest. Auch wenn du so schnell keine Arbeit findest.
Versuche etwas für dich zu tun, denn Trauer ist sehr sehr anstrengend.
Ich habe z.B. angefangen Laubsägearbeiten zu machen. Manchmal zusammen mit meiner Mutter, manchmal auch allein. Dabei habe ich viel Musik gehört und natürlich auch oft an Janin gedacht. Aber es hat mir gut getan etwas zu tun und eine Beschäftigung zu haben, bei der ich mich entspannen konnte.
Vielleicht findest du ja auch etwas für dich. Ich wünsche es dir sehr.

Für deine kleine tapfere Tochter möchte ich dieses Licht leuchten lassen.
http://www.am-horizont.de/Kerzen/kerz3.jpg

Liebe Grüße,
Andrea mit Janin (*+ 02.01.2005/21. SSW) für immer unvergessen im Herzen

swantje
27.11.2005, 12:48
liebe ines,

seit gestern erst bin ich selbst hier im forum, versuche selbst erst den verlust um meine kleine tochter - es ist erst letzten montag gewesen und schon so lange her - zu realisieren.

deine geschichte und die deiner kleinen prinzessin hat mich sehr bewegt und ich schicke euch beiden ganz liebevolle gedanken auf eure wege mit.

es ist immer schwer, gleich danach oder sicherlich auch monate/jahre später einen sinn zu erkennen. da helfen auch religiös-philosophische konzepte nicht aus. denn das eine ist, die situation sich erklären zu können und im kopf zu aktzeptieren, das andere seine träume ziehen zu lassen, die sehnsucht nicht überhand nehmen zu lassen, das einzige in dem moment verloren zu haben was wesentlich erschien.

deine prinzessin hat viel stärke und liebe gezeigt in ihrem langen kämpfen und auch ich bin mir sicher, dass sie damit ein zeichen setzen wollte. kämpfen und stärke - das ist das was von dir/uns jetzt verlangt wird. nicht selbst leer zu werden durch die leere in unserem körper. ich weiß und empfinde mit dir, dass dieses unwahrscheinlich hart ist und man noch gar nicht weiß, wie dieses gefühl zu bewältigen ist. aber es geht natürlich gar nicht ums bewältigen, sondern ums integrieren, ums loslassen können, um irgendwann wieder ein lächeln im gesicht zu haben, wenn du an deine kleine maus denkst, wie tapfer sie war, wieviel liebe und stärke sie gezeigt hat.

ich wünsche dir, dass immer wieder zwischendurch ein lächeln über dein gesicht huscht, wenn du an deine prinzessin denkst ... das weinen darf gerne begleitung sein, aber sie war einfach wunderbar in dem wie sie war.

ich schicke euch ein lächeln - auch bei mir gemischt mit vielen tränen - du bist nicht allein.

lieben gruß