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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : plötzlicher Kindstod


jennymaus
05.10.2005, 16:49
Hallo ihr !
Ich heiße Jenny und bin 21 Jahre. Ich habe am 15 August meine Tochter Fabienne - Jennifer verloren. Ich habe noch einen Sohn von 19 Monaten. Meine Tochter ist am 31.03.2005 geboren und war laut Ärtzen ein gesundes Kind. Ich war am 13. - 15.08 mit meinem Mann im Kurzurlaub dem ich ihm zu Geburtstag gescheckt habe. Am 15 wollten wir auch eigentlich heim fahren als wir einen anruf bekammen das unser kleiner Engel morgens Tod im Bett lag. Fabienne war über das Wochenende mit ihrem kleinen Bruder bei Oma und Opa. Ich dachte das es bestimmt nicht schlimm wäre sie mal 2 Tage über Nacht da zu lassen. Ich mache mir schrecklich vorwürfe das ich nicht da war. Ich verstehe das nicht. Sie war gesund und stark sie hat so gelegen wie die Ärtze das es sagen. Die Zimmertemparatur war richtig, sie lag zum schlafen immer auf dem Rücken und im Schlafsack, von uns raucht niemand. Der Mann der sie sich angesehen hat sagte das sie am plötzlichen Kindstod gestorben ist. Er hat gesagt wir hätten nichts tun können auch wenn wir neben ihr gestanden hätten. Sowas würde einfach passieren und niemand weiß warum diese Kinder einfach plötzlich sterben. Ich verstehe das immer noch nicht. Ich dachte immer das am Anfang die ersten 2 bis 3 Monate passieren kann. Bis ich jetzt mehr darüber gelesen habe. Wenn ich das gewusst hätte wäre ich doch nicht gefahren.
Ich habe niemand zum reden. Ich habe versucht das alles zu begreifen. Ich habe einen solchen Schmerz in mir. Der einfach nicht weg gehen will. Ich will ja nicht sagen das ich sie vergessen will. Niemals in der Welt wird das gehen es kann mir nichts und niemand die Liebe zu diesem Kind nehmen. Ich weiß einfach nícht was ich machen soll mit alle dem was passiert.
Vielleicht kann mir jemand ein paar Tipps gehen wie er damit um geht. Ich bin mit allem so allein. Mein Mann kann nicht reden. Meine Familie versteht mich nicht. Und hängen kann ich mich doch auch nicht lassen das will ich auch nicht schon wegen meinem Sohn und meinem Mann nicht. Aber in mir ist diese leere. Ich habe das gefühl als wäre auch ein Teil von mir mit ihr gestorben.

Ich wäre sehr dankbar über ein paar Worte oder Tipps wie ihr mit all eurem Schmerz um geht.

LG Jenny

claudiamitlisa
05.10.2005, 17:01
Liebe Jenny,

lass Dich mal ganz feste in den Arm nehmen!!
Es tut mir so leid, dass Du Deine kleine Tochter Fabienne-Jennifer wieder hergeben mußtest. Es ist so schlimm, eigentlich gibt es dafür gar keine Worte.
Hier wirst Du immer jemand finden, der Dir zuhört und der Dich tröstet. Vielleicht magst Du ja auch im Hauptforum schreiben.

Aber vor allem: Dich trifft keine Schuld!!!!
Vielleicht gibt es auch bei Euch in der Umgebung eine Selbsthilfegruppe von Eltern die Kinder verloren haben?

Liebe Janny, sei nochmal ganz feste umarmt
Claudia

Chantal mit Lina
05.10.2005, 17:01
Liebe Jenny,

es tut mir unendlich leid, das deine kleine Fabienne Jennifer nicht mehr bei dir ist. Ich kann dir nicht sagen wie du mit dem Schmerz umgehen sollst, das kann wohl niemand. ES dauert wohl noch eine ganze Weile, bis man einigermaßen damit leben kann. Zumindestens war es bei mir so. Ich habe meine Tochter Lina auch verloren. Es tut nach einem Jahr immer noch weh. Sie ist am 27.08.04 verstorben.

Du bist nun stark sein, grade für deinen kleine Sohn. Er braucht dich doch. Versuche mit deinem Mann drüber zu reden. Er trauert bestimmt auch sehr, kann es nur nicht so zeigen, meinst nicht auch ??? Ach ich weiss nicht was ich dir raten soll, es tut mir so leid für Euch.

Ich nehme Dich einfach mal in den Arm

Ein kleiner Trost: Lina hat Fabienne bestimmt begrüßt im Sternenland, und nun spielen sie alle dort oben und es geht ihnen gut.

BeaS
05.10.2005, 21:06
Liebe Jenny,

es tut mir unendlich Leid, was du, was ihr momentan durchmachen müsst. Das muss die Hölle sein. Jeder würde sich Vorwürfe machen, die macht man sich immer, wenn ein Kind stirbt. ABER: wie der Mann schon sagte, ihr hättet nichts, aber auch gar nichts machen können.

Liebe Jenny, es tut unglaublich weh, wenn man ein Kind verliert, so weh, dass manche Menschen sich verschließen, so wie dein Mann. Das ist die für die meisten Männer wohl typische Art damit umzugehen. Und das meine ich nicht böse. Sie können halt nicht anders.

Und es tut auch noch nach 2 Jahren weh und nach 4 Jahren... und das einzige, was man machen kann, ist, den Schmerz auszuhalten. Und eines Tages ist man ganz gut im Aushalten und es klappt immer besser. Es wird wieder und wieder "Rückfälle" geben, aber sie werden seltener, aber er wird immer wieder dasein, dieser vertraute Schmerz. Und das ist gut so, denn wie du schon geschrieben hast, du willst deine Tochter ja nicht vergessen! Was hilft ist reden, schreiben, erzählen, weinen. Rede mit uns, weine mit uns. Schreib alles, was dir einfällt, ok?

Du hast den besten Grund weiterzumachen: deinen Sohn!

Stille Grüße,

BineG
06.10.2005, 11:11
Hallo Jenny,

es tut mir unendlich leid, dass du deine kleine Tochter Fabienne-Jennifer hast gehen lassen müssen.
Dein kleiner Engel ist nun in dein Herz gezogen.
http://www.am-horizont.de/Kerzen/ker08.jpg

Ich kann nur zu gut nachfühlen, wie es dir jetzt geht.
Auch wir haben unseren Sohn Artur vor nun fast 3 Jahren
durch den plötzlichen Kindstod hergeben müssen.

Es wird sicher ein langer Weg werden,
bis du dieses Schicksal annehmen wirst
und der Schmerz und die Sehnsucht nach deiner Tochter
wird dich wohl ein lebenlang begleiten.
Aber du wirst irgendwann lernen,
dies als ein Stück deines Lebens zu akzeptieren
und damit leben können.

Verurteile nicht deine Mitmenschen.
Sie wissen oft nicht mit unserer Trauer umzugehen und
in ihrer Hilflosigkeit verschweigen sie unsere Sternen- und Himmelskinder.
Dies auch aus falscher Rücksichtnahme und aus Angst
unsere Wunden wieder aufzureissen.
Ich habe gelernt, dass oft wir Trauernde die Brücke schlagen müssen zu unserer Umwelt.

Wende dich jetzt auch nicht von deinem Mann ab.
Männer trauern anders und auf ihre eigene Weise
Vielleicht kann dir dieser Link helfen,
deinen Mann besser in seiner Trauer zu verstehen
---> http://www.die-muschel.de/Hilfe/Trauer_der_Vater/trauer_der_vater.html

Wir können dir hier leider deinen Schmerz nicht nehmen,
aber wir werden dir vielleicht helfen können,
den Schmerz zu ertragen und wieder Hoffnung für das Morgen zu schöpfen.

Ich wünsche dir, dass du – wenn immer du es jetzt brauchen wirst -
Hände finden wirst, die dich halten und führen werden,
immer eine Schulter zum Anlehnen, Trösten und Weinen haben wirst,
und vor allem die nötige Kraft haben wirst für die nächste schwere Zeit.

ich reiche dir meine Hände
Sabine mit Karl an der Seite, mit * und Artur im Herzen

[link:www.arturs-gedenkseite.de|http://www.arturs-gedenkseite.de/Schmetterlingskinder/Artur_signature.jpg]

vanessa
03.05.2006, 01:04
Hallo Jenny,
es wäre dumm von mir zu sagen Du sollst Dir keine Gedanken machen weil Du nicht da warst als Deine Süße starb.Unsere Tochter Joy ist am 13.03.2006 nach nur 18 Tagen,irgendwann in der Nacht neben mir in meinen Armen gegangen.Ich mach mir genauso Gedanken.Ob ich sie beim Stillen erstickt hab,erdrückt oder mit der Decke erstickt hab.Tausend Gedanken gehen mir durch den Kopf.Wir waren nicht zuhause sondern bei den Eltern meines Freundes.Es war kein Bett,nur eine Matratze auf dem Boden.War das richtig?Ganz am Anfang hab ich gedacht sie ist erfroren,ist sie nicht.Seitdem hab ich halt immer wieder die Gedanken mit dem Ersticken,Erdrücken.Aber die Staatsanwaltschaft hat geschrieben es war
der Plötzliche Kindstod.Ich lag daneben,konnt nix tun,hab es nicht mal gemerkt.Einfach so,unerklärbar.Warum?Es gibt keine Antworten.Leider.Bis bald