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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : schmerz


mo
17.09.2005, 17:44
hallo ich bin neu hier und noch total durcheinander....

am dienstag den 13.09 2005 habe ich meine Tochter Alessia um 21.03 in der 21 SSW tod geboren.
was kann ich tun um nicht total verückt zu werden wo soll ich mit meinem schmerz hin wie soll ich wieder zurück ins leben finden????

TTanja
17.09.2005, 19:11
Liebe Silke,

... ein trauriges Willkommen hier bei uns im Forum.
Es ist schlimm, daß deine kleine Alessia nicht leben durfte.

Ich zünde hier Amys Kerze für sie an:
http://www.arcor.de/palb/alben/76/3806976/400_6162303036663563.jpg

Mein Sohn Lee wurde auch in der 21. SSW tot geboren.

Komm, lehn dich einfach ein bißchen an. Wir begleiten dich auf deinem schweren Weg. Hier ist immer jemand da für dich.

... ich nehm dich leise in den Arm...
Traurige Grüße
Tanja mit Linda an der Hand http://www.am-horizont.de/smilies/3358.gif
und den Sternenkindern Lee (+ 2.05.03) und Amy (+ 11.07.04)http://www.am-horizont.de/smilies/ura.gif

Claudia14.07.04
17.09.2005, 19:28
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Liebe Silke

Auch von mir ein Trauriges Willkommen.
Es tut mir so leid dass auch du jetzt zu uns gehörst.
Auch ich nehme dich in den Arm und bin für dich da.
Bleib so lange wie du meine Schulter brauchst.
Hier ist immer jemand für dich.
Möchte für deine ** Alessia ** auch meine Kerze anzünden.

Zum andenken soll diese Kerze ewig leuchten.
Sie soll den Eltern Kraft und Wärme schenken.

Für kleine Engel
http://www.forum.frauenworte.de/user_files/2056.jpg

Stille Grüße von Claudia
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[font size = 1 color=#000000]
Und mein Andre’ ganz fest im Herzen. (24 SSW)- (ET. 14.11.04)
http://www.forum.frauenworte.de/user_files/886.jpg
http://www.andres-sternenhimmel.beep.de [/font size= 2 color=#000000] [/b]

Sonja64
17.09.2005, 19:59
Liebe Silke,

auch von mir ein trauriges Hallo an Dich.

Nach dem Tod des geliebten Babys ist nichts mehr wie es war. Du brauchst Zeit zu trauern. Ja, es schmerzt, unendlich. Laß den Schmerz zu. Weine, wenn Du kannst.

Ich stelle für Dich hier einen Text rein, der mir sehr geholfen hat, mich mit meiner Trauer auseinanderzusetzen. Er nennt sich "Grundrechte - ein Manifest" und ist von Ulrich Schaffer:


Das Recht zu trauern

Du hast ein Recht auf deine Trauer.
Du darfst dich deinen Verlusten widmen,
musst nicht verdrängen, was dich beschwert.
Du hast ein Recht, das abzutrauern,
was dich so tief enttäuscht hat
und was du nicht ändern kannst.

Du hast ein Recht auf deine Tränen,
auf dein Schweigen,
auf deine Ratlosigkeit,
auf deine innere und äußere Abwesenheit.
Du musst nicht den Glücklichen spielen,
nicht über den Dingen stehen.

Du hast ein Recht, die wegzuschicken,
die dich mit Gewalt aus deiner Trauer
herausholen wollen, weil deine Trauer
sie selbst bedroht.
Du hast ein Recht auf deine Trauerzeit.

Du hast ein Recht,
mit denen nicht reden zu wollen,
die dir ein schlechtes Gewissen machen
für deine Dunkelheit und Trauer.
Die mit Sprüchen kommen
und dich mit diesen Sprüchen
unter Druck zu setzen versuchen.
Du hast ein Recht auf deine Trauerstille.

Du hast das Recht, dich zu wehren
gegen die, die Dir sagen,
was du fühlen darfst und was nicht,
die Dich nicht als einzelnen,
sondern als Fall behandeln
und sich innerlich nicht wirklich
mit Dir einlassen.

Vielleicht macht Dich nichts so menschlich
wie Deine Trauer.
Über sie kann ein Trauernder sich Dir nähern
und auf Verständnis hoffen.
Trauern zu können ist eine Gabe.
Lass Dir das Recht auf Deine Trauer
nicht nehmen.

-----------------------------------------------------

Du hast das Recht,
deine dunklen Stunden zu durchleben
und dich nicht durch billige Sprüche
aus ihnen herauslocken zu lassen.
Schon der Versuch ist eine Entwürdigung
deiner inneren Wirklichkeit.

Du bist auch deine Dunkelheit.
Die Abgründe und Widersprüche
gehören auch zu dir.
Die Schatten geben deinem Leben
Tiefe und Menschlichkeit.
Wer mit dir in Beziehung tritt,
sollte wissen, dass diese Seite zu dir gehört.
Wer sie in dir ablehnt,
hat nicht das Recht,
sich deinen Freund und deine Freundin zu nennen.

Manche geben dir nicht das Recht
auf diese Seite in dir.
Sie erwarten, dass du sie unterschlägst
und das Glück vorspielst.
Vielleicht haben sie weniger Angst für dich
als für sich selbst, weil sie durch dich
an das Unoffene in sich selbst geraten.
Wenn sie darum dir helfen wollen,
geschieht es nicht, um dir zu helfen, sondern sich selbst.


Alles Liebe

Sonja
mit Sternilein Gilles

Annette 1970
18.09.2005, 17:01
Liebe Silke!
Ach, ich weiß so gut wie es Dir geht. Vor 8,5 Wochen habe ich meine Tochter Helena in der 19. SSW tot zur Welt gebracht und ich dachte, ich kann das nicht überleben. Ich glaubte, ich würde einfach aufhören zu atmen, dann wäre der Schmerz vorbei. Aber so war es nicht, und das ist sicher ganz gut so.
Ich kann sehr gut mit Dir fühlen. Lass den Schmerz und die Trauer zu. Ich habe zum Teil versucht (tageweise) mich zusammenzureissen und einfach weiter zu machen. Aber meistens ging es mir nach ein paar Tagen so schlecht, dass ich gedacht habe ich müsste an den angesammelten Tränen ersticken.

Ich wünsche Dir von Herzen liebe Freunde, Menschen, denen Du es immer wieder erzählen kannst und die Dir zuhören, mitfühlen und Dich trösten. Denn dass ist wohl jetzt erstmal das einzige was Du tun kann.
Es gibt ein gutes Buch von Hannah Lothrop (oder so ähnlich, kann leider grad nicht nachgucken, hab es meiner Freundin, die mich begleitet hat geliehen). Mir hat es geholfen. Man kann sich selber besser einordnen und begreift auch, dass man nicht verrückt wird.

Ich wünsche Dir alles, alles gute.
Und Du kannst Dich, wenn Du das Bedürfnis hast, ruhig melden. Mir tut es heute noch gut darüber zu schreiben, oder mit anderen darüber zu reden.
Leider ist es ein langer Weg. Gib nicht auf!

Herzlichst
Annette, * Helena
(und Hannah, 2,5 Jahre alt)

Andrea mit Sternchen Janin
19.09.2005, 14:47
Liebe Silke!
Ein trauriges Willkommen hier bei uns im Forum der Sternenkindereltern.
Es tut mir sehr leid, dass eure Tochter Alessia nicht bei euch bleiben durfte!
Meine Tochter Janin ist auch in der 21. SSW still geboren. Der Muttermund hat sich einfach vorzeitig geöffnet und ich hatte noch eine Infektion.
Unsere Tochter war ein wunderschöner, fertiger kleiner Mensch und sie fehlt mir auch nach über acht Monaten noch wahnsinnig!

Dieses Forum hat mich in meiner Trauer aufgefangen und mir Halt gegeben. Ich hoffe, dass auch du hier etwas Trost finden kannst.
Der Trauerweg ist ein langer, schwerer Weg, doch wir müssen ihn gehen, jeder auf seine Weise...

Für deine Tochter soll diese Kerze warm leuchten...

http://www.am-horizont.de/Kerzen/kerz3.jpg

Stille Grüße,
Andrea mit Janin für immer unvergessen im Herzen

mo
19.09.2005, 16:13
vielen lieben dank euch allen für die antwoten...
morgen ist es eine woche her das ich meine kleine verloren habe,ich versuche mich zusammen zu reißen aber es geht einfach nicht.
ich vermisse sie so sehr.nachts ist es besonders schlimm...

heute war eine situation die mir sehr unter die haut gegangen ist meine tochter louisa geht in den kindergarten genau gegenüber von unserem haus ich war im garten die kinder waren draußen und ich hörte wie sie nach alessia rief ich bin in tränen ausgebrochen und es tat wieder so schrecklich weh als ich sie dann abholte sprach ich die erzieherin darauf an und sie sagte mir das louisa auf der schaukel saß und nach ihr rief auf die frage der erzieherin warum sie so laut nach alessia rufe antwortete sie das ihre schwester ein sternenkind sei und sie so laut rufe damit alessia sie hören kann

louisa hatte eine besondere beziehung zu der schwangerschaft immer wenn sie ihre hände auf meinen bauch hatte gab alessia tritte von sich, louisa war so stolz das sie eine große schwester sein wird.

ich glaube das louisa besser mit der ganzen situation zurecht kommt als ich.
ich fühle mich so schrecklich leer.


liebe grüße Silke

Andrea mit Sternchen Janin
19.09.2005, 17:05
Liebe Silke!
Deine Geschichte über deine Töchter hat mich grade sehr berührt.
Danke dass du davon berichtet hast.

Aber weisst du was?
Du musst dich nicht zusammenreissen. Deine Tochter ist erst vor so kurzer Zeit gegangen. Der Schmerz ist sehr schlimm und so nah.
Das wird noch eine lange Zeit so bleiben.
Du musst nicht immer stark sein.

Ich weiß noch so gut, wie ich mich nach Janins Tod gefühlt habe. Manchmal soooooo leer und dann war da wieder ein Schmerz, der schon körperlich zu fühlen war. So verzweifelt, so unendlich traurig...
Alles was ich wollte war, mein Kind zurück haben!
Es tat einfach so unendlich weh!
Das ist auch jetzt noch öfter so, nur nicht mehr ständig, wie in der ersten Zeit.
Ich weiß, dass das nicht trösten kann...
Durch diese Zeit musst du nun durch. Doch du bist nicht allein.
Vielleicht kann dir dieser Gedanke helfen. Ein bischen.

Mensch du, ich weiß wie schwer es ist.
Ich nehm dich mal ganz sachte in den Arm. Lehn dich einen Moment an, wenn du möchtest.
Ich schicke dir viel Kraft für die kommende Zeit!
Liebe Grüße,
Andrea mit Janin für immer unvergessen im Herzen

silvia1973
21.09.2005, 22:16
Hallo Silke!
Nach monatelanger Absenz hier im Forum war dein Beitrag der erste den ich gelesen habe und nun kullern mir die Tränen nur so übers Gesicht.
Einfach, weil ich wieder dran denke, dass ich mit meiner Erfahrung und meinem Schmerz nicht allein bin, sondern dass es so vielen Frauen gleich geht. Es tut mir unendlich leid, dass du dein Baby verloren hast!

Ich habe im April 2004 meine Drillinge in der 25. SSW gehen lassen müssen. Dachte, ich hätte Abschied genommen, der 1. Jahrestag ging vorbei, ich funktionierte im Alltag irgendwann wieder wie jemand 'normaler'. Aber, von Zeit zu Zeit bricht der Schmerz einfach wieder durch.

Das Forum war mir eine GROSSE Hilfe in der ersten Zeit und ich danke all jenen, die mir auch auf die blödesten Einträge aufmunternd geantwortet haben.

Ich kann dir leider nicht mehr sagen, wie ich die erste Zeit überstanden habe. Fact ist: sie geht vorbei und der Schmerz wird weniger. Das soll für dich kein Trost sein. Es ist ungerecht. Nur, darauf haben wir keinen Einfluss. Und: das Leben geht weiter.

liebe Grüsse
Silvia