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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Keine Trauer


Karlheinz
14.09.2005, 13:13
Hallo,

ich möchte mir heute gerne ein Problem von der Seele reden, dass mich sehr bewegt und ich nicht weis, wie ich es lösen kann. Es wäre schön, wenn mir jemand helfen könnte oder zumindest einen Ratschlag geben könnte. Ich bin am verzweifeln…

Meine (unsere) Geschichte: Ich heiratete vor ca. 5 Jahren meine ‚Traumfrau’, die eine uneheliche Tochter von damals 7 Jahren mit in die Ehe brachte. Wir kauften uns zusammen ein wunderschönes neues Haus und meine 2 Söhne aus meiner ersten Ehe zogen mit bei uns ein. Ich denke wir waren sehr glücklich, obwohl einige Probleme bei der Zusammenführung zweier Familien auftraten, aber soweit gelöst werden konnten. Vor ca. 3 Jahren wurde von meiner Seite der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind immer stärker. Ich glaube ich setzte meine Frau relativ stark unter Druck und Sie stimmte nach einigen Gesprächen ein. Nach ca. 3 Monaten wurde Sie schwanger und wir freuten uns total auf unseren Nachwuchs. Leider stellte sich schon bei der ersten Ultraschalluntersuchung heraus, dass die Nackenfalte zu groß ist. Zwei Fruchtwasseruntersuchungen führten zum Ergebnis, dass unsere Tochter an Trisomie 22 leidet und vermutlich keine Überlebenschance hat. Der anschließende Besuch eines Facharztes mit einem Ultra-Ultraschallgerät brachte das Ergebnis, das vermutlich schon ein Herzfehler vorlag. Wirklich schweren Herzens entschlossen wir uns das Kind in der 15 Schwangerschaftswoche durch eine eingeleitete Geburt natürlich entschlafen zu lassen. Es war der 18. April 2003 (Karfreitag). Unsere Tochter sollte den Namen Lina-Ann bekommen.
Ich konnte bei der Geburt nicht dabei sein. Bis zu diesem Zeitpunkt war unser Leben noch soweit in Ordnung.

Mein Problem: Ich telefonierte mit meiner Frau kurz nach dem Verlust unseres gemeinsamen Kindes und war schon etwas verwundert, dass sie sehr entspannt und fast fröhlich auf mich wirkte. Am nächsten Morgen, Karsamstag, holte ich meine Frau aus der Klinik ab. Die Ärzte stellten uns noch die Frage, ob wir unsere kleine Tochter sehen möchten. Die Reaktion meiner Frau war, dass sie auf keinen Fall das Kind sehen möchte, sonst bekommt sie Albträume. Ich war so geschockt über diese Antwort, dass ich aus irgendwelchen Gründen heraus auch sagte, nein ich möchte keinen Abschied nehmen, was mir bis heute unerklärlich ist und ich auf das tiefste bereue. Für meine Frau war das Thema unserer verstorbenen Tochter seit diesem Moment vorbei.

Seit über zwei Jahren versuche ich mit meiner Frau darüber zu reden und damit fertig zu werden. Leider ist dies unmöglich. Es gibt oder gab vor ihrer Seite keine ersichtliche Trauer oder noch irgendein Wort, auch nicht am Sterbetag von Lina-Ann. Darauf direkt angesprochen, erhielt ich schon die Antwort, dass es im dritten Monat noch gar kein Kind war und was ich denn wollte. Es kommt immer häufiger zu massiven Streitereien, wenn ich das Thema anspreche. Ich kann nicht verstehen, warum eine Mutter so gefühllos über den Tod unseres gemeinsamen Kindes hinweg geht. Ich denke fast, sie wollte kein Kind und das ist Ihre Art das Problem auszuleben oder damit fertig zu werden. Einfach weg… und vorbei.

Alle meine Versuche mit Ihr darüber zu reden scheiterten. Sie warf sogar die einzigen Ultraschallbilder die wir von unserer Tochter haben, achtlos in einen Schrank und stellte irgendwelche CD’s darauf. Ich fand die Bilder und legte Sie in das Familienalbum. Ihre Reaktion war, ich sollte nicht so kleinlich sein.

Ich komme ganz einfach mit Ihrer kalten Art nicht zurecht und verstehe Sie auch nicht, wenn ich die Beiträge anderer Mütter hier lese. Es ist mittlerweile ein massives Eheproblem entstanden und ich weis nicht wie ich es lösen soll. Ich denke ich benötige fremde Hilfe.

Traurige Grüße
Karlheinz

Constance
14.09.2005, 13:51
Lieber Karlheinz!

Erstmal möchte ich Dir sagen, dass es mir sehr leid tut, dass Deine kleine Tochter nicht leben konnte.

Zu Deiner Frau fiel mir spontan dies ein.....
Ist es möglich, dass nur die Fassade so kalt mit dem Tod Eurer Tochter umgeht? Sieht es vielleicht tief in ihr ganz anders aus und sie gibt sich so, um vielleicht nicht drüber nachdenken zu müssen?

Womöglich wird es Dir auch nicht gelingen, sie zu einer gemeinsamen Therapie zu überreden? Es gibt doch gute Paartherapien, bei denen die Trauer ganz bewußt besprochen wird.

Oder bildet sie sich vielleicht ein, weil die Umwelt ja leider so früh gestorbene Baby´s als nicht existent betrachtet, muß sie es auch?
Und sie traut sich gar nicht zu trauern, weil sie denkt, es steht Euch nicht zu?

Ich fürchte einen guten Tipp kann ich Dir nicht geben. Bis auf diesen... vielleicht ist ja eine gemeinsame Therapie was. Vielleicht kannst Du Deine Frau ja dazu bewegen.

Bitte nicht böse sein....
Ich war schon verwundert, da es ja manchmal eher die Männer sind, die ihre Trauer verstecken oder nicht leben können und daher lieber über sie hinweggehen.

Ich verstehe Dich und Deine Trauer. Meine Gedanken sind bei Dir und ich hoffe, Du findest einen Weg mit Deiner Frau.

Liebe Grüße
Constance mit Thotti und Mika hier bei mir ,2** und Cedric für immer in unseren Herzen
Es gibt keine Worte für unseren Schmerz

In liebevollem Gedenken an unseren kleinen Sternenprinz Cedric
http://www.cedrics-seite.de.vu

Karlheinz
14.09.2005, 15:25
Liebe Constance,

du bist der erste Mensch, der mir mit diesem Satz unendlichen Trost spendet:

<Erstmal möchte ich Dir sagen, dass es mir sehr leid tut, dass Deine kleine Tochter nicht leben konnte>

Die Tränen stehen mir in den Augen. Danke. Ich werde nochmals versuchen mit meiner Frau zu reden. Sollte sie eine geminsame Therapie ablehnen, werde ich alleine einen Psychotherapeuten aufsuchen.

Ich melde mich wieder.

Danke nochmals
Karlheinz

Gast
14.09.2005, 16:19
Lieber Karlheinz,

ich finde es unglaublich toll von dir, dass Du den Mut gefasst hast, Deine Gefühle und Nöte hier auf zu schreiben.
Ich weiß, dass das Männern oft schwer fällt.

Aber zunächst möchte ich für Deine kleine Tochter
ein helles, warmes Licht anzünden....

http://www.helgas-zottelbaeren.de/kerzen/35.jpg

Es tut mir so leid, dass sie nicht bei Euch bleiben konnte,
und Ihr diese schwere Entscheidung für sie treffen musstet.

Was Deine Frau angeht, gehen meine Gedanken auch in die Richtung, wie Constance schon schrieb.

Vielleicht tut es ihr zu weh, erinnert zu werden.
Und deshalb möchte sie vielleicht gar nicht erinnert werden.
Vielleicht sagt sie auch deshalb, das war ja noch kein Kind.
Damit es ihr nicht zu weh tut.
Weisst Du, der Mensch kann sich viel einreden, wenn er das möchte.
Und leider können wir noch nicht in das Herz des anderen hinein sehen.
Da hilft nur reden.

Aber es ist wichtig dass Du ihr klar machen kannst, dass Du trauerst, trauern musst, um zu verarbeiten.
Dass Euer Kind für Dich sehr wohl schon ein Kind war.
Dass Du so nicht klar kommst.
Und dass Du sie brauchst.

Gegebenfalls eben mit einer Therapie, wenn Ihr/Du es allein nicht schafft.

Und hier ist auch immer jemand da, der ein offenes Ohr hat.
Mir hat es in meiner akuten Trauerzeit unglaublich geholfen, mir einfach alles von der Seele zu schreiben.

Ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen Weg, den Du hoffentlich, irgendwie, gemeinsam mit Deiner Frau gehen kannst.

Viele Grüße

Gabi

claudiamitlisa
14.09.2005, 16:30
Lieber Karlheinz,

auch ich möchte Dir sagen, dass es mir sehr leid tut, dass Ihr Eure kleine Tochter wieder hergeben mußtest.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Deine Frau sich schützt, sich versucht zu schützen vor den Gefühlen durch diesen unheimlich schweren Verlust.
Nach dem Tod meiner Tochter, als ich aus dem Krankenhaus kam, habe ich einen Monat erst einmal gar nicht mehr soviel Trauer gespürt, ich habe auch nicht verstanden, warum es mir gar nicht so schlecht ging.
Aber nach einem Monat brach alles über mir zusammen und später habe ich auch verstanden, dass ich mich in dieser Zeit immer noch irgendwie in einem Schockzustand befunden habe, der meine Seele geschützt hat, weil ich nicht diese ganzen schlimmen Gefühle direkt zulassen und auch verkraften konnte.
Das Deine Frau ihre Tochter nicht sehen wollte, ist nicht selten, auch das hat mit dem Trauma zu tuen. Und wenn keine einfühlsame Unterstützung da ist, ist es sehr, sehr schwer.
Lieber Karlheinz, Deine Frau liebt Eure Tochter ganz sicher von ganzem Herzen, aber sie geht Ihren eigenen Trauerweg. Ich war lange in einer Selbsthilfegruppe, wo eigentlich bei fast allen Paaren, die Partner unterschiedlich mit der Trauer umgingen.
Angst hätte ich nur, dass Deine Frau irgendwann von der ganzen weggedrückten Trauer überrollt wird und deswegen wäre es bestimmt gut, wenn sie irgendwie eine Möglichkeit findet über Ihre Tochter zu reden.

Lieber Karlheinz, ich wünsche Euch alles Gute!
Claudia

TTanja
14.09.2005, 18:17
Lieber Karlheinz,

... ein trauriges aber herzliches Willkommen hier bei uns im Forum.
Es tut mir so leid, daß eure kleine Lina- Ann nicht leben durfte.

Hier brennt Amys Kerze für sie:
http://www.arcor.de/palb/alben/76/3806976/400_6162303036663563.jpg

Hm...
Ich glaube nicht, daß deine Frau "kalt" ist.... ein Schwangerschaftsabbruch geht niemals spurlos an einer Frau vorüber.... :-( Das ist ein schwerwiegender Eingriff, der tiefe Narben hinterläßt.... :-(

Ich glaube fast, daß sie oft gehört hat:" Das war doch noch kein Leben!".... Und sie tut alles, um ihre Trauer um eure Tochter nicht zulassen zu müssen. Das bedeutet nämlich, durch die Hölle zu gehen!

Versuche sie zu überzeugen, eine Therapie zu machen... am besten gemeinsam mit dir! Damit ihr euch nicht verliert.

Ich wollte, ich hätte auch so einen fürsorglichen Partner wie dich an meiner Seite gehabt....

Ich wünsch dir alles Glück der Welt. Gib nicht auf! Ihr müßt das einfach schaffen!

Liebe Grüße
Tanja mit Linda an der Hand http://www.am-horizont.de/smilies/3358.gif
und den Sternenkindern Lee (+ 2.05.03) und Amy (+ 11.07.04)http://www.am-horizont.de/smilies/ura.gif

AnjaPw
15.09.2005, 16:48
[center]Lieber Karl-Heinz,

ich kann mich den anderen nur anschließen...
Ich glaube auch, dass dies eine Fassade ist, die eines Tages ein-
stürzen wird....
Irgendwann wird deine Frau von ihrer Trauer eingeholt...

Es tut mir so leid für Euch.

Diese Kerze brennt für Eure kleine

Lina Ann

http://www.am-horizont.de/Kerzen/kera1.jpg

Niemand kann deinen Weg für dich gehen, denn dies ist dein Weg, den du gehen musst.
Doch können dich hierbei Arme stützen, Gedanken begleiten und manchmal Hände tragen.

Fühle dich hier getragen von uns....Hier versteht dich jeder...
Und vielleicht schaut deine Frau irgendwann einmal hier herein..

Stille Grüße

Anja mit zwei wundervollen Kindern an meiner Seite
und 4 Sternchen im Herzen

Annette 1970
16.09.2005, 17:50
Lieber Karlheinz!
Deine Geschichte hat mich sehr traurig gemacht und ich kann Deine Trauer sehr gut verstehen. Ich selbst hatte immer Angst vor diesen Problemen, die jetzt eure Ehe belasten.
Als ich im Krankenhaus in den Wehen lag, und mein Mann noch nicht bei mir sein konnte, hatte ich Angst, dass wir beide dass gemeinsam nicht überstehen. Er kam dann in die Klinik und war geistig und emotional wo ganz anders. Er sagte: "lass es uns nicht größer machen, als es ist" Das hat er nicht böse gemeint, aber er wollte das Thema gar nicht an sich ran lassen. Ich war alleine obwohl er bei mir war! Ich habe ihn dann mit Gewalt (mit harten Worten) in meine traurige Welt gezogen und ihm gesagt dass wir nicht hier sind, weil ich eine Krankheit habe, sondern dass wir hier sind, um unser totes Kind zur Welt zu bringen. Es war für ihn ein hartes Stück Arbeit diesen Weg zu gehen. Ich habe ihn gezwungen sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die er lieber gar nicht gesehen hätte.
Ich hatte Glück, dass mein Mann nach anfänglichen Verdrängungsversuchen (und daraus auch resultierenden Streitigkeiten) es geschafft hat, zu mir runter zu kommen.
Du trauerst um euer Kind und fühlst dich in der Trauer völlig alleine. Das ist sehr schlimm und schmerzhaft. Denn gerade die Trauer um ein Kind, dass für die Gesellschaft gar nicht existiert hat, macht unendlich einsam.

Vielleicht hat Deine Frau Angst sich mit der Realität auseinanderzusetzen? Vielleicht spielen versteckte Schuldgefühle eine Rolle, da sie ja ursprünglich nicht unbedingt noch ein Kind wollte? Vielleicht denkt sie tief drin, dass sie Schuld hat, weil es ja doch wohl eher Dein Kinderwunsch war?
Ich kenne Deine Frau leider nicht. Aber wenn Du sie sonst als warmherzige Frau und Mutter kennengelernt hast, dann liegt wohl Verdrängung als Grund nahe.

Ich möchte Dir nur sagen, dass Du nicht alleine bist, auch wenn man das im Alltag manchmal nicht fühlst. Und ich wünsche Dir von Herzen, dass Ihr beide wieder zueinander findet und gemeinsam um euer Kind trauert.

Herzliche Grüße

simone finck
17.09.2005, 00:22
lieber karlheinz,

danke dass du den mut hattest, hier zu schreiben. es tut mir so sehr leid, dass eure tochter nicht leben durfte.

ich möchte mich den frauen anschliessen. deine frau trauert auf ihre eigene weise, sie versucht zu verdrängen, gefühle nicht hochkommen zu lassen.

bei den meisten paaren ist das umgekehrt. da sperren sich die männer gegen die traurigen gefühle wenn ein kind gestorben ist - und die frauen sind verunsichert und verletzt weil sie denken, dass ihr partner nicht trauert.

bewerte bitte nicht das verhalten deiner frau, sei bei ihr, versuche zu verstehen, weshalb sie sich so verhält. eine paartherapie wäre wohl sehr sinnvoll. ich hoffe für dich, dass deine frau sich dazu bereit erklärt.

zeige ihr deine liebe, auch wenn das momentan sehr schwer für dich ist. zeige ihr, wie sehr du deine/eure tochter vermisst. aber zeige es ihr ohne vorwürfe ohne anklagen.


es ist schwer zu verstehen, dass trauer auch diesen weg einschlagen kann. ich hoffe für euch, dass ihr da zusammen einen gangbaren weg findet.


alles liebe für dich,

simone

Simon_Birgit
17.09.2005, 17:04
Hallo Karlheinz,

ich habe jetzt nicht alle Antworten gelesen, aber mir fie bei der Schilderung folgender Satz ein:

"Verdrängung kann für manche Menschen eine Hilfe sein".

Was natürlich nicht heißt, dass die trauer bei deiner Frau irgendwann noch mal heftig aufleben kann.

Und es ist "schade", dass ihr nicht gemeinsam trauern könnt.....

Liebe Grüße von Birgit


Viele Grüße von Birgit

Karlheinz
05.10.2005, 20:57
Hallo,

zuerst möchte ich euch allen von ganzem Herzen danken. Ihr habt mir weiter geholfen und ich hätte nie gedacht, dass es Menschen mit so viel Herz gibt. Ich danke euch für eure Trauer um meine kleine Lina-Ann.

Leider sind die erneuten Versuche mit meiner Frau zu reden kläglich gescheitert. Es kamen von ihr nur Argumente: jetzt fängt der schon wieder an; ich trauere wie ich will; das Kind war noch kein Mensch; gehe zum Psychater u.s.w.. Leider gab es kein Wort von Ihr, dass sie mich versteht oder das sie den Verlust des Kindes selbst noch nicht überstanden hat. Es tut wirklich sehr weh von seiner ehemaligen 'Traumfrau' keinerlei Verständnis zu bekommen. Scheinbar war es doch nur mein Wunsch ein gemeinsames Kind zu haben. Für mich sieht es leider so aus, dass meine Frau nicht unbedingt unglücklich darüber ist das Kind verloren zu haben.

Ich weiß es klingt sehr hart und verbittert. Aus meinem Versuch meine Gefühle zu zeigen ist mittlerweile ein richtige Ehekrise entstanden. Ich zumindest werde keinen Versuch mehr unternehmen mit meiner Frau das Thema erneut zu diskutieren. Ich bin ehrlich gesagt geschockt von der Gefühllosigkeit meiner Frau.

Ich werde mich in eine Therapie begeben und hoffe dass ich anschließend die Welt wieder besser verstehe.

Ich danke euch nochmals allen für eure liebe Teilnahme an meinem Problem.

Bis bald mal
Karlheinz

KathrinKr
06.10.2005, 21:21
Lieber Karlheinz,

es tut mir unendlich leid, dass deine kleine Tochter nicht bei euch sein kann.

Ich kenne auch eine Frau in meinem Bekanntenkreis, die ebenso wie ich ihr Kind (ihres waren Zwillinge) in der 24. SSW verloren hat.

Sie hat mir mehrfach bestätigt, dass sie nicht trauert, sondern dass der Verlust für sie mit dem Zeitpunkt des Todes ihrer Kinder verarbeitet war. Ich habe es ihr lange Zeit nicht glauben können, denn ich leide noch jetzt- fünf Jahre nach dem Tod meines Sohnes- sehr. Doch mittlerweile glaube ich wirklich, dass es stimmt.

Sie erzählte mir damals, dass ihr Mann sehr, sehr traurig war.

Mein Mann hat übrigens auch niemals offensichtlich getrauert und ich weiß bis heute nicht, ob ihm der Tod unseres Sohnes sehr nahe gegangen ist. Wir haben noch drei weitere gemeinsame Kinder, doch seit dem Verlust unseres 4. Kindes ist auch unsere Ehe nicht unproblematisch, was daran liegt, dass ich mich in meiner Trauer und meinem weiteren Kinderwunsch sehr alleine gelassen fühle.

Ich kann dich sehr gut verstehen.

Viele Grüße von Kathrin