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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Triploidie, wer kennt sich mit dieser Diagnose aus?


Annette 1970
14.09.2005, 10:48
Hallo Ihr da draussen!
Diese Woche war es soweit. 7 Wochen, nachdem ich unsere Tochter im 5 Schwangerschaftsmonat tot zur Welt gebracht habe, kam die einerseits herbeigesehnte und doch auch gefürchtete Diagnose nach der Obduktion.
Leider beantwortet es nicht ausreichend meine Fragen. Ich dachte ich würde ruhiger werden, aber leider ist das Ergebnis für mich völlig unzureichend und auch so wage. Da sie wohl schon einige Tage (höchsten 5, da sie sich per Ultraschall von mir verabschiedet hat) tot und man konnte keine Zellkulturen mehr anlegen, die ausreichende Erkenntnisse gebracht hätten.
Man geht davon aus, dass eine Triploidie vorgelegen habe. Ich habe jetzt schon mal im Internet gesucht und auch einiges gefunden. Aber vielleicht gibt es unter Euch jemanden, der auch mit dieser Diagnose konfrontiert war?
Man rät uns, bei weiterem Kinderwunsch zu einer genetischen Beratung. Wie läuft sowas ab? Wenn da lediglich Stammbäume aufgeschrieben werden, können wir uns das nämlich sparen. Solche Fälle gab es nicht, oder sie sind nicht bekannt.

In einem meiner Schwangerschaftsbücher wird eindringlich vor Röntgenstrahlen gewarnt. Ich wusste damals nicht, dass ich schwanger war (etwa 7 Tage nach Befruchtung) und wurde nach einem Unfall mit meinem Pferd geröntgt. Die Ärzte sagen mir, dass habe keinerlei Auswirkungen. Aber in meinem Buch steht, dass gerade in der frühembrionalen Entwicklung Genmutationen auftreten können. Ist das vielleicht doch die Erklärung? Dann bin ich ja doch irgendwie schuld?
Fragen über Fragen!

Also, gibt es unter Euch jemanden, der mir über Auswirkungen von Röntgenstrahlen, oder Triploidie was sagen kann?
Ich freue mich über jede Mitteilung, auch wenn mir das unsere kleine Tochter nicht wiedergeben wird.
Vielen Dank für allen Trost!
Passt auch euch auf!
Eure Annette

Chris68
14.09.2005, 12:15
Hallo Annette,
zunächst einmal möchte ich Dir sagen, daß es mir sehr leid tut, daß Eure Kleine nicht bei Euch bleiben durfte, ich bin aber sicher, die anderen Sternchen haben sie gut aufgenommen;
zu einer Deiner Fragen (was die Röntgenstrahlen angeht) kann ich Dir sagen, daß in den ersten 14 Tagen nach der Befruchtung ein sog. "Alles-oder-Nichts-Gesetz" gilt (steht so in den Lehrbüchern). Es bedeutet, wenn es in dieser Zeit zu Kontakt mit irgendwelchen möglicherweise schädlichen Einflüssen kommt, stirbt das Kind sofort (man erfährt also gar nicht erst, daß man schwanger war, weil ganz normal irgendwann die Monatsblutung kommt) oder es überlebt ohne Schäden aus diesem Kontakt. Die Triploidie bei Eurer Maus muß also eine andere Ursache haben, entweder genetisch bedingt (also von Euch vererbt - das müßte sich in einer humangenetischen Beratung aber herausfinden lassen) oder (wie garstig sich das anhört) rein zufällig. Das bedeutet zwar, daß niemand es hätte verhindern können, aber macht Alles auch nicht besser.
Nun, daß war der "wissenschaftliche" Teil, mir erscheint das immer so ein bißchen wie die Oberfläche in so einer Situation. Das eigentlich Schlimme, der Tod des Kindes, liegt ja viel tiefer in der Seele, und bevor man sich Hals-über-Kopf in eine riesige Diagnostik stürzt, ist es glaube ich wichtig, erst einmal wieder zu sich selbst zu kommen, der Trauer um das Kind Raum zu geben und ihm einen Platz im eigenen Leben zu geben.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für Deinen Weg.
Alles Liebe
Christiane

ingrid_m
14.09.2005, 18:28
liebe annette,

es tut mir sehr leid, dass deine tochter gestorben ist.

leider kann ich zur triploidie nicht viel sagen,
(mein sohn robin hatte "nur" eine trisomie 13)
außer, dass wahrscheinlich bei deiner tochter alle chromosomen 3-fach vorlagen...
aber soviel weisst du wahrscheinlich selber schon.

im geschützten forenbereich habe ich vor einiger zeit schon einmal von triploidie gelesen... leider weiss ich nicht mehr, wer und was das genau war...
vielleicht meldet sich die betreffende ja noch?

du könntest es auch noch bei der kontaktvermittlung von
http://www.leona-ev.de/ (selbsthilfe-verein von eltern mit chromosomal geschädigten kindern)
versuchen, vielleicht kennen sie dort noch eine familie mit dieser diagnose.

nun zur humangenetischen beratung:
die würde ich dir / euch auf jeden fall empfehlen,
gerade solche fragen wie das mit dem röntgen können dort beantwortet werden,
außerdem besteht die möglichkeit, dass dein partner und du blut untersuchen lasst,
falls ihr das möchtet,
und falls das sinn macht.

gerade wenn es um die entscheidung geht, vielleicht noch ein weiteres kind zu bekommen, hilft einem die humangenetische beratung schon weiter.

für deinen weiteren weg wünsche ich dir alles liebe.

ingrid

p.s.: mir ist aufgefallen, dass du den namen deiner tochter nicht aufgeschrieben hast.
magst du ihn uns verraten?

AnnikaJo
15.09.2005, 09:59
Liebe Annette,

es tut mir leid, dass Deine Tochter nicht bei Dir bleiben durfte.
Bei unserer Tochter wurde auch eine Triploidie diagnostiziert. Auch sie starb ca. 5 Tage vor ihrer Geburt. (Die Diagnose ist allerdings schon ca. sechs Wo. vorher durch eine Fruchtwasseruntersuchung gestellt worden).Wir waren, nach der Empfehlung, bei der Humangenetischen Beratung. Im Grunde konnten die uns auch nichts zu den konkreten Ursachen sagen. Aber sie haben uns – bzgl. Weiterer Schwangerschaften – beruhigt.
Also ich versuch das mal zu ordnen:

Tripoidie nennt man es, wenn der komplette Chromosomensatz dreifach vorhanden ist.
Das kann daher kommen, dass entweder
1.beim ersten Teilungsvorgang ist etwas schiefgegangen und der Strang hat sich nicht verdoppelt, sondern Verdreifacht, dies passiert allerdings wohl sehr selten
oder
2. zwei Spermien geraten zufällig in eine Eizelle – das passiert wesentlich häufiger und ist einer der häufigsten Gründe für Fehlgeburten am Schwangerschaftsanfang (kann aber selten diagnostiziert werden)

Die Triploidie ist nicht ursächlich von Vater oder Mutter bedingt, dementsprechend auch nicht vererbbar. Laut der Medizinerin ist die Triploidie immer eine Laune der Natur. Das Risiko ist bei jedem Mensch gleich hoch – und auch bei einer Folgeschwangerschaft besteht kein erhöhntes Risiko.

Wir haben dann unser Blut dennoch untersuchen lassen, um andere evtl. Defekte/ oder Auffälligkeiten zu erkennen und waren sehr erleichtert, das alles ok ist. Im Grunde waren wir von der Beratung sehr enttäuscht, weil sie uns zu Johanna so wenig sagen konnte….

So, dies war / und ist unser Wissenstand. Einerseits waren wir erleichtert, dass wir keine „Schuld“ haben. Denn ich hatte z.B. zu Beginn der SS noch auf einer Hochzeit fürchterlich viel getrunken – ohne von meiner Bewohnerin zu wissen. Und dann fallen einem ja noch ganz viele ungesunde Sache ein, wenn man nach eigenverschuldeten Ursachen sucht. Ich bin aber überzeugt davon, dass man nichts dafür kann – was mich persönlich in eine tiefe Glaubenskrise gebracht hat, die aber zum Glück mittlerweile überwunden ist.

Ich wünsche Dir viel Kraft und alles gute, falls ich etwas vergesseh habe - frag ruhig nach...

Annika

AnjaPw
15.09.2005, 16:34
Liebe Annette,

auch ich hatte ein Kind mit Triploidie, unser kleiner Rouven.
Er starb in der 11. SSW in meinem Bauch. Das es meine 3. FG war
(ich habe davor einen gesunden Sohn zur Welt gebracht, der jetzt 8 ist), wurde eine genetische Untersuchung in Bremen vorgenommen.
Dabei kam eine Triploidie XXY heraus. 69 Chromosomen in einer Zelle
statt der üblichen 46.
Wir fuhren zur humangenetischen Beratung...Dort sagte man uns,
dass diese Kinder es in den allermeisten Fällen nicht bis zur Geburt schaffen, und wenn, dann versterben sie sehr schnell.
Bei einer humangenetischen Untersuchung wird nur Blut abgenommen und
natürlich findet ein sehr ausführliches Gespräch statt.
Man sagte uns, dass nur in ca 5% dieser Fälle der "Fehler" bei den
Eltern liegt... Die restlichen 95 % sind spontane Mutationen....
So war es auch bei uns....Es war alles in Ordnung. Es sprach nichts
dagegen, es wieder zu versuchen.
Das taten wir dann auch...Ich hatte dann noch eine FG aber danach,
kam unsere Tochter gesund und munter zur Welt, sie ist jetzt 2 Jahre alt....
Ich schreibe dir meine E-MailAddi in die Inbox....Du kannst dich
jederzeit bei mir melden, wenn du noch Fragen hast.


Liebe Grüße Deine
Anja mit 2 wundervollen Kindern an meiner Seite
und 4 Sternchen in meinem Herzen

AnjaPw
15.09.2005, 16:36
Inbox geht nicht, ich glaube du bist noch nicht vollständig registriert....
Liebe Grüße
Anja mit 2 wundervollen Kindern an meiner Seite
und 4 Sternchen in meinem Herzen

Annette 1970
16.09.2005, 17:17
Liebe Ingrid!
Vielen Dank für Deine auführliche Nachricht. Gerne verrate ich Dir ihren Namen. Leider ist es immer noch ein seltsames Gefühl ihn zu gebrauchen. Wir hätten ihr wohl den Namen Helena gegeben. Das war von Anfang an mein Favorit. Leider hatte sich mein Mann bis dahin noch gar keine Gedanken über einen Namen gemacht. Und in mir ist der Name Helena gewachsen. Irgendwie wusste ich dass es ein Mädchen sein würde. Aber da wir uns noch gar nich einig waren, ist es irgendwie nicht so selbstverständlich den Namen zu gebrauchen. Mein Mann ist mit dem Namen einverstanden. Also ist es wohl unsere kleine Helena.

Herzliche Grüße
Annette mit Helena im Herzen
und Hannah Marie (2,5 Jahre alt)

Annette 1970
16.09.2005, 17:22
Liebe Anja!
Vielen Dank für Deine Nachricht. Euch allen da draussen. Ich bin froh dass es so eine Möglichkeit wie dieses Forum gibt. Meine Ärztin, die mich im Krankenhaus betreut hat riet mir, ev. professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Derzeit will ich das noch nicht und ich denke ich bin auch nicht unbedingt behandlungsbedürftig. Allerdings fehlt mir im Alltag schon des öfteren der Raum für mich. Aber wenigstens kann ich immer wieder auf diese Seite zurückgreifen und mich dann mal mit dem Thema auseinandersetzen.

Was ist eine Inbox?
Ich gebe zu ich habe hier keinen großen Durchblick. Ich habe mir eine User ID besorgt und kann jetzt lesen und schreiben. Aber was eine Inbox ist und wie das funktioniert????,
Keine Ahnung.

Viele Grüße und ein herzliches Dankeschön.
Ich wünsche euch allen viel Glück und Kraft

Eure Annette

AnjaPw
19.09.2005, 17:06
Liebe Annette,

sorry, dass ich erst jetzt schreibe :-)

Ich habe dir nun, da du freigeschaltet bist, eine Nachricht in
deine Inbox geschrieben....

Wenn du dich nun einloggst, müsstest du eigentlich oben (ich glaube in rot) stehen haben: Sie haben eine Nachricht in ihrer Inbox,
oder so ähnlich. Du kannst nun darauf klicken....
Dann öffnet sich deine Inbox und du kannst die Nachricht lesen...

Liebe Grüße Deine ANja

Anja mit 2 wundervollen Kindern an meiner Seite
und 4 Sternchen in meinem Herzen

ingrid_m
20.09.2005, 09:59
Für Helena,

der Wind kennt deinen Namen, Kind.
Er wird ihn singen in seinem Lied für die Sterne.

http://bilder.muschel.net/kerzen/kerze132.jpg

Leise Grüße
Ingrid

p.s.: eigentlich wollte ich, dass man die kerze hier auch sieht...
das geht scheinbar in diesem forum nicht... schade.

Cidy
20.09.2005, 21:19
Doch, es geht.
Oben den Haken raus nehmen aus
<<Markieren, wenn dein Beitrag als reiner Text formatiert werden soll.>>


http://bilder.muschel.net/kerzen/kerze132.jpg

Stille Grüße


[center]
Cidy / Conny

soleil
13.10.2005, 11:16
Hallo Annette,

hoffentlich liest du meinen Beitrag noch.

Es tut mir sehr leid, dass du deine Tochter verloren hast!!! Ich denke, ich kann nachfühlen, wie es dir geht, denn ich habe meine Tochter am 01.10.05 in der 36. SSW tot zur Welt gebracht. Sie hatte ebenfalls Triploidie. Wir haben es in der 26. SSW aufgrund einer Fruchtwasseruntersuchung erfahren, und die verbleibende Zeit mit ihr ganz bewusst gelebt. Wir wollten ihr ein möglichst schönes Leben bereiten, und die Ärzte sagten uns, dass es ihr immer gut ging. Sie ist dann plötzlich gestorben, wie genau weiß ich nicht. Wahrscheinlich hat das Gehirn die Körperfunktionen nicht mehr richtig gesteuert.

Sie war unser erstes Kind. Bei dir auch?

Zu einer genetischen Beratung müssen wir erst mal nicht. Ich bin 29 Jahre alt und man sagte uns, dass eine Triploidie völlig zufällig auftritt. Ich hatte auch vorher keine Fehlgeburten oder so. Im Gegenteil, wir haben immer verhütet und plötzlich war unsere kleine starke Kämperin da! Es könnte natürlich sein, dass mein Mann oder ich vermehrt diploide Spermien bzw. Eizellen haben, aber das kann man bei einer genetischen Untersuchung nicht so leicht feststellen, und wenn, dann hätten wir vielleicht ein erhöhtes Risiko, z.B. 5 %, dafür, dass es nochmal passiert und das wäre jetzt kein Grund, es nicht noch einmal zu versuchen.

Natürlich frage ich mich - und du dich wahrscheinlich auch- ob es beim nächsten Mal klappt. Das wird mir wohl niemand sagen können. Ich hoffe es einfach und ich kann dir sagen, dass ich beim Stöbern in verschiedensten Foren (auch in den USA) gelesen habe, dass die allermeisten Frauen, die ein oder mehrere Kinder durch Triploidie verloren haben, trotzdem auch gesunde Kinder hatten. Ich hoffe, das gibt auch dir Mut! Ich versuche, mich daran festzuklammern und hoffe einfach, dass es nicht noch einmal passiert. Nun allerdings vermisse ich erst einmal unsere Clara. Ich weiß, dass sie keine Chance hatte und dass es für sie vielleicht das Beste war, sich vor der Geburt zu verabschieden, aber trotzdem fehlt sie mir unendlich!

Jetzt aber zu dem, was ich am Erstaunlichsten an deinem Beitrag fand: du schriebst, dass du geröntgt worden bist. Ich auch! Da die Schwangerschaft nicht geplant war und ich nichts davon wusste, habe ich mich ohne mir etwas dabei zu denken, beim Zahnarzt röntgen lassen und das genau zur Zeit der Befruchtung oder kurz davor. Im Bio-Leistungskurs habe ich damals gelernt, dass man durch Strahlen (vor allen Dingen Röntgenstrahlen) Zellen zur Mutation führen kann. Deshalb habe ich mich auch tatsächlich gefragt, ob es da einen Zusammenhang gibt. Und vor allen Dingen auch, ob durch die Röntgenstrahlen z.B. noch mehr Eizellen "zerstört" worden sind. Mein Zahnarzt meinte damals beim Folgebesuch, dass das nicht schlimm sei und das Alles-oder-Nichts-Prinzip gelte, aber jetzt, wo ich das von dir lese, finde ich es merkwürdig. In dem Buch "Nur ein Hauch von Leben" erzählt eine Frau, deren Kind kurz nach der Geburt aufgrund eines Chromosomenfehlers starb, ebenfalls, dass sie in der Zeit der Befruchtung beim Röntgen war. Das können alles nur dumme Zufälle sein, aber merkwürdig finde ich das schon.
Wenn du mehr dazu herausgefunden hast, würde mich das sehr interessieren! Mich bewegt die Frage momentan nämlich auch sehr!

Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute und dass du deine Tochter immer tief bei dir im Herzen trägst. Du warst ihr bestimmt eine sehr gute Mutter, denn sonst wäre sie nicht bis zum 5. Monat bei dir geblieben!

Alles Liebe!

Doris

soleil
13.10.2005, 11:29
Hallo Annette,

ich habe mir erst gerade noch einmal die anderen Beiträge angesehen. Ich hatte ganz übersehen, dass du schon eine gesunde Tochter hast. Dann ist meine Frage nach dem ersten Kind natürlich überflüssig. Würde mich trotzdem freuen, von dir zu hören.

Bis dann!

Doris

ganitai
02.07.2007, 17:34
Hallo Annette

Im September 2004 musste ich mein erstes Kind in der 17. SW aufgrund der Diagnose Triploidie verlieren. Da es zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät für eine Abtreibung war musste ich mein Kind gebären. Noch heute nage ich regelmässig an diesem Ereignis. Im Spital sagte man mir, dass ich erst die 2. Frau in dieser Klinik sei, die dieses Schicksal hatte. Deshalb war ich erstaunt und auch irgendwo erleichtert, als ich auf dieses Forum stiess. Ich bin offensichtlich doch nicht die Einzige...
Ich wurde während meiner Schwangerschaft nie geröntgt, deshalb glaube ich nicht, dass ein Zusammenhang besteht.
Bei einer Triploidie läuft bereits die allererste Zellteilung falsch, und es trifft einem unwillkürlich, d.h. nach dem Zufallsprinzip.. Keine Wiederholungsgefahr, was ich soweit bestätigen kann, denn wir haben eine süsse Tochter, die Ende August 2 Jahre alt wird. Ich liess aber eine Choriozottenbiopsie über mich ergehen, um sicher zu sein.
Momentan sind wir in der Planung unseres 2. Kindes und ich habe wieder, wie während der letzten Schwangerschaft auch schon, dieses mulmige Gefühl, es könne vielleicht wieder etwas schiefgehen, nicht zuletzt auch aufgrund meines Alters (38).
Ich denke sehr oft an mein verlorenes Kind und spreche täglich mit ihm. Es ist ein wirklich schweres Schicksal, ein Kind zu verlieren, auch wenn man es nie kannte.
Im Nachhinein würde ich vieles anders machen, wie z.B. im Spital: Ich würde darauf bestehen, einige Stunden mit meinem Kindlein alleine verbringen zu können, um mich richtig von ihm verabschieden zu können. Diese Zeit liess man mir nicht, sondern präsentierte mir den kleinen toten Kinderkörper in einem kalten Nierenbecken, und ich starrte drauf und wusste in meiner Verzweiflung und Überforderung (und Erschöpfung) nicht, was ich tun sollte.. Niemand sagt es einem.
Und die vielen, vielen Gefühle, die Ängste, die Trauer, die Einsamkeit.. darauf bereitet einem niemand vor. Da ich das Ganze nur sehr schlecht verarbeiten konnte riet man mir damals zu einer psychologischen Unterstützung, welche mir wirlich geholfen hat.

Ich denke, Vorwürfe darf man sich wirklich keine machen; ich verhielt mich damals während der Schwangerschaft äusserst vernünftig.
Ich hoffe, Du durftest mittlerweilen nochmals ein kerngesundes Kind zur Welt bringen. Und ich hoffe, ich darf dies auch nochmals..
Es tut gut, jemandem zu schreiben, der nachvollziehen kann, was dies alles bedeuted. Das Umfeld reagiert in solchen Situationen manchmal eigenartig.

Es würde mich sehr interessieren, wie es Dir heute geht.

Ich grüsse Dich und alle Schmetterlingskinder.
Anita

Annette 1970
12.07.2007, 19:54
Liebe Anita,
heute war ich seit längerer Zeit mal wieder im Forum und habe deine Zeilen gelesen. Ich habe mich sehr darüber gefreut und fühlte mich gleich nicht mehr so einsam. Auch wenn es traurig ist, dass doch so viele Frauen mit dieser Trauer leben müssen, ist es doch zumindest ein gutes Gefühl einen Ort zu kennen, an dem man sich seiner Gefühle nicht schämen muss und an dem man Verständnis erfährt. Leider kann ich bis heute nicht von einem zweiten gesunden Kind berichten. Die Schwangerschaft mit Helena (wahrscheinlich Tripolidie) war meine zweite Schwangerschaft. Da die erste eigentlich völlig normal verlief, hatte man wohl kein sonderliches Auge für etwaige Auffälligkeiten. Da sie schon 2- 3 Tage tot war, bis es zur Geburt kam, und die Pathologen sich meiner Meinung nach keine große Mühe gegeben haben, sprachen sie nur die Vermutung, es hätte eine Triploidie vorgelegen, aus. Nachdem wir eine humangenetische Beratung gemacht haben, und der Jahrestag der Geburt vorbei war, entschieden wir uns es noch mal zu wagen. Leider war das wieder ein Fehlschlag und es kam in der 11. Woche,im letzten Dezember, zu einer "missed abortion". Mit einer Ausschabung entdete dann auch dieses Schwangerschaft.
Im Moment bin ich wieder schwanger. Derzeit in der 13. Woche. Die vergangenen Wochen waren für mich psychisch sehr anstrengend. Seit gestern leider noch mehr, da die Nackenfalte unseres Babies auffällig ist und man uns zu einer Fruchtwasseruntersuchung rät. Ich bin auch schon 36 Jahre alt und mache mir natürlich entsprechende Sorgen.

Wie geht es Dir? Wie bist Du mit der Vergangenheit bis heute fertig geworden? Hast Du zu alter Lebensfreude zurückgefunden? Ich kann das von mir leider nicht behaupten. Vielleicht hängt das natürlich auch damit zusammen, dass wir seit dem Verlust von Helena ständig noch mit dem Thema Familienplanung zu tun haben und immer wieder neue Tiefschläge dazu kamen.
Ich würde mich sehr über weitere Nachrichten von Dir freuen. Und sorry für den langen Text.

Liebe Grüße an Dich Anita und an Euch alle da draussen.
Schön dass es Euch gibt!

maus5513
11.09.2007, 14:22
:-(
Hallo,
auch wir hatten die Diagnose Triploidie...
am 10.August 2007 in der 14.SSW hatten wir einen Missed Abort, und wir haben unser Engelchen Lina gehen lassen müssen.
Bei mir wurde vor der Geburt eine Fruchtwasseruntersuchung gemacht und uns lag das Ergebnis bereis nach 24 Std. vor.
Der Arzt sagte uns es wäre rein zufällig und würde sehr unwahrscheinlich sein, dass es nochmals uns treffen würde...
Liebe Grüße.
Anika

Elisabete
11.09.2007, 14:57
[font color=000088]Hallo Annette,

ich habe mir jetzt nicht die anderen Antworten durchgelesen, tut mir leid, aber ich habe gerade nicht so die Energie dazu.

Zu Deiner ersten Frage:

Auch bei unserer 4. SS lag es an einer Triploidie.
Das bedeutet, dass der Chromosomensatz nicht - wie er sollte - 2fach vorliegt (1x vom Vater, 1x von der Mutter), sondern 3fach.

Das kann 3 Ursachen haben:
1.) Entweder hatte sich Deine Eizelle nicht so geteilt, wie sie sollte, und hatte einen doppelten Chromosomensatz, zu dem der des Vaters dazukam.
2.) Oder das Spermium, das es geschafft hat, hatte sich nicht richtig geteilt und brachte einen doppelten Satz mit, zu dem dann der der Eizelle kam.
3.) Oder es haben 2 "normale" Spermien 1 "normale" Eizelle befruchtet. Soll laut Lehrbüchern zwar nicht möglich sein, kommt aber doch gelegentlich vor.

Egal welches die Ursache ist:
Es gibt keinen eigentlichen "Grund" - es passiert einfach. :-(
Keiner hat Schuld!
Keiner hätte es verhindern können.
Keiner hat irgend etwas falsch gemacht oder hätte irgend etwas beachten oder anders machen können.

(Grund 3 könnte eher sogar ein Hinweis darauf sein, dass die Spermien des Papas eine sehr gute "Qualität" haben. ;-) )

Zu Deiner anderen Frage:

Die genetische Beratung beinhaltet zwar auch eine "Familien-Anamnese", in der u.a. nach (genetischen) Erkrankungen in der Familie gefragt wird.
Es wird aber auch bei Dir und bei Deinem Partner Blut abgenommen, um zu schauen, ob z.B. "versteckte" Chromosomenschäden vorhanden sind.

Bei uns ist auch Blut abgenommen worden, und es war (für die Zukunft) beruhigend zu wissen, dass keine solchen Schäden bei uns vorhanden sind.

Ich hoffe, ich konnte mit meiner Antwort etwas helfen.
Ich umarm Dich mal! (((Annette)))

Lieben Gruß
Eli

Kyra87
27.10.2012, 20:52
bei unserem baby würde auch eine triploidie festgestellt in der 14 ssw...
wegen sehr starker blutungen vorher und auch nach der diagnose, musste die ss dann auch schnell beendet werden beendet werden. das war vor zwei tagen :cry:

man hatte mir aber auch gesagt, das das meistens zufällig passiert ... hatte auch nachgefragt, kam zb in unserer familie, bei niemandem vor, also kann es eig nich vererbt sein .. wie es dazu kommen kann, würde ja schon von anderen geschrieben ...

wo kann man solche blutuntersuchungen machen??? die das zeigen ob genetisch alles ok ist ??