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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist wichtig für eine betroffene Frau?


Susanne1310
22.08.2005, 17:34
Liebe Forumleserinnen,
ich wende mich heute mit einer grossen Bitte zwecks Unterstützung an Euch.

Also ich fange erst einmal so an:
Ich hatte während meines Klinikaufenthalts betreff der stillen Geburt meiner Zwillinge viel Negatives erfahren müssen. Zum einen Teil betreffend der Ärtze und deren Verhalten, aber auch allgemein in bezug auf die Handlungsweisen der pflegenden Menschen.
Man hat meine Kritik erhört und ich bekomme nun die Möglichkeit meiner Kritik in einem Gespräch mit den Chefarzt Nachdruck zu verleihen. Dieser möchte aber auch von mir Vorschläge zur Verbesserung der Versorgung betroffener Frauen hören.
Ich möchte dieses Angebot mir nicht entgehen lassen, es geht hier um all die Frauen, welche unser Schicksal teilen.
Allerdings ist das Empfinden jeder Frau individuell sehr unterschiedlich. Das was ich für wichtig halte muss nicht unbedingt für alle Frauen gelten. Das was ich weniger tragisch empfinde kann für eine andere Betroffene aber ein Weltuntergang darstellen. Deshalb hoffe ich auf eure Hilfe.
Bitte bitte schreibt mir all die Dinge auf, welche Ihr für sehr wichtig haltet in der Versorgung/ im Umgang mit Frauen, welche ihre Kinder still entbinden mussten.
Was ist wichtig, was wünscht Frau sich von den Ärzten?
Was ist wichtig, was wünscht Frau sich von den Pflegekräften?
Was ist wichtig, was wünscht Frau sich von Hebammen und Stillbeauftragten?
Ich weiß, es gibt viele tolle Bücher. Aber mir ist eure Meinung wichtiger und vor allem authentischer.
Nebenbei bemerkt, ich habe auch das Buch von Hannah Lottrop gelesen und verflucht, dass ich es viel viel viel zu spät in die Hände bekam.

Ich danke Euch zehntausentmal im Vorraus.
Eine für alle, alle für Eine.

Liebe Grüße
von Susanne:o

Sonja64
22.08.2005, 18:18
Liebe Susannne,

es ist mutig von Dir, ein solches Kritikgespräch zu führen und ich hoffe, daß die Unterredung zu einer Verbesserung der Situation führen wird.

Im Laufe der Jahre haben hier im Forum viele Frauen beschrieben, wie sie vor, während und nach einer stillen Geburt behandelt wurden.

Aus diesen Erfahrungen haben die klugen Frauen hier (ich glaube vor allem Moni und auch Conni) eine kleine Broschüre zusammengestellt, die die von Dir gewünschten Hinweise in vielen Punkten sicherlich beschreibt.

Ich stelle den Text hier mal rein:

"Abschied vom Kind

Wenn Eltern Abschied nehmen müssen, wissen sie oft nicht, wie sie sich ihrem toten Kind nähern sollen.
Fehlen dann unterstützende Hinweise vom Pflegepersonal, verstreicht oft die einmalige Gelegenheit, sich vom Baby so zu verabschieden, wie es hilfreich sein kann, und wie man es sich im Nachhinein oft gewünscht hätte.

Die Hinweise, die uns für den Abschied von unseren Kindern wichtig waren oder wichtig gewesen wären, möchten wir als wichtige Informationen allen Eltern zur Verfügung stellen, die noch vor dem Verlust ihres Kindes stehen.

Hier in Kurzfassung nun unsere Erfahrungen, was wichtig ist, was hilfreich sein kann, wenn man sich von seinem Baby verabschieden muss:

Mann/Partner mit aufnehmen lassen
Einzelzimmer geben lassen
gemeinsame Unterbringung mit Schwangeren / Müttern mit (lebenden) Babys auf einem Zimmer ist nicht erforderlich

Lassen Sie sich Zeit für alle anstehenden Entscheidungen!

als Gebärende nicht ganz alleine auf dem Zimmer bleiben
Hebammenbetreuung erbitten
vielleicht auch die Oma oder eine Freundin der Familie mitnehmen

dem Kind einen Namen geben
ansehen, anfassen, streicheln
mit allen Sinnen das Kind in sich aufnehmen (fühlen, riechen, ...)
baden, wickeln, anziehen

fotografieren (nicht nur Polaroids), alleine und mit der Familie, Fotos, Fotos, und noch einmal Fotos, mit verschiedener Bekleidung, eingewickelt in ein Tuch, nackt, mal nur die Hand, ...
ggf. auch Videokamera
erscheint banal, ist aber wichtig: ausreichend Filme und Akkus dabei haben!

alle Fragen stellen, alle Wünsche äußern, alle Gefühle, die da sind, rauslassen, nichts ist unnormal!
ganz viel Zeit lassen

Nehmen Sie sich Zeit für diesen einmaligen und unwiederbringlichen Abschied!
Gestalten Sie ihn nach Ihren Wünschen und Vorstellungen.

als Familie/Eltern Zeit alleine mit dem Baby verbringen
Familienangehörigen und Freunden (auch und vor allem Geschwistern, Großeltern, Paten) Gelegenheit zum Abschied geben

Fuß- und Handabdruck, Haarlocke, Namensbändchen
Namenskarte mit allen Angaben zu Gewicht, Größe, Uhrzeit, Name der Hebamme, ...

auch am nächsten Tag noch einmal betrachten

Seelsorger holen
Taufe, wenn gewünscht
Obduktion nur, wenn Eltern dies wünschen

Informationen zur Bestattung einholen
Babys mit einem Geburtsgewicht ab 500 g "müssen" beerdigt werden.
Babys mit einem Geburtsgewicht unter 500 g können beerdigt werden.
Beerdigen, wenn dies gewünscht wird, vielleicht im Lieblingsstrampler

für kleinste Babys: Puppenkleidung oder auch speziell angefertigte Bekleidung für tote Kinder (oder von der Oma gestrickt/genäht)

Erinnerungsstücke aufheben - z.B. ein Seidentuch teilen, und einen Teil auch mitgeben
über eine Zeitungsanzeige / Geburts- und Todeskarten nachdenken

Die Wartezimmerbroschüre der Sternenkinder-Eltern im Netz (SKE net) und der Eltern aus der *Muschel* richtet sich an alle Eltern nach Fehlgeburt, Totgeburt, Frühgeburt, SIDS (plötzlichem Säuglingstod), nach medizinisch indiziertem Schwangerschaftsabbruch und beim Tod des Kindes im ersten Lebensjahr:
http://sternenkinder.muschel.net/wartezimmerbroschuere.pdf

Wir wünschen Ihnen alles Gute!
Ihre Eltern aus der *Muschel*

© Constanze Tofahrn-Lange (http://www.muschel.net/)
Stand: 23. Juni 2004

*Abschied vom Kind* der *Muschel*
Diese Seite kann als PDF-Dokument ausgedruckt und verteilt werden:
http://infos.muschel.net/abschied_vom_kind.pdf

E-Mail: conni@muschel.net
Startseite aller *Muschel*-Seiten: http://www.muschel.net/
Impressum: http://impressum.muschel.net/

letzte Aktualisierung dieser Seite: 2004-06-23
© Constanze Tofahrn-Lange, Wangerooge, 2001-10-27 - 2004"


Du kannst das alles hier nachlesen:
http://infos.muschel.net/abschied_vom_kind.html



Alles Liebe

Sonja
mit Sternilein Gilles

Petra27
22.08.2005, 19:41
[font face="Comic Sans MS" font] [font color=#006699]

Hallo Susann,

ich denke das Menschlichkeit ganz wichtig ist, zeigen das es furchtbar ist ein Baby/ Babys zu verlieren evtl. in den Arm nehmen.
Das finde ich für alle wichtig, Ärzte-Hebammen-Krankenschwestern.

Für die Ärzte (KKH und niedergelassene FA), dass sie bei den Nachgesprächen nicht nur ihr studiertes an den Mann bzw. Frau bringen wollen, sondern dies auch sachlich-menschlich und verständlich! Ohne Schuldzuweisungen! Auch hier ein Gespräch anbieten, nicht das die betroffenen Eltern, wie Schuldige darum bieten müssen!

An die Geburtshebmmen, dass sie ganz viele Erinerungen (Abdruck, viele Foto's,evtl. Kamera, Haarsträhne,...) an das Baby machen, von beiden Händen&beiden Füßen! Das immer ca. 2 Foto's in der Klinik sind, die man später anfordern kann. Das man die Frau miteinbezieht ins waschen & eincremen des Babys, anziehen... verweilen, wenn die Frau möchte alleine od. mit der Hebamme. Das die Geburtshebamme auch anbietet zu einem späteren Zeitpunkt über die Geburt zu sprechen.

Vielleicht fällt mir noch was ein, dann melde ich mich.

Aber großen Respekt vor deinem Mut und der Kraft etwas ändern zu wollen!!!

Gruß Petra mit Yara Elena geb.1.11.2003 hier bei uns & Laura Marie gest./geb.29.12.2001 (40.+2SSW) für immer in unserem Herzen.

Alte Klassenkameraden wiederfinden:

http://www.stayfriends.de/?Einlad

hille
22.08.2005, 21:37
Hallo Susann,

ich finde es toll, dass du dich diesem Gespräch aussetzt und damit allen betroffenen Frauen, die nach dir in diesem KK von dem gleichen Schicksal getroffen werden, einen besseren Start in die Trauerarbeit ermöglichst.

Ich kann die Liste von Sonja voll und ganz unterstreichen.

Mir hat es gut getan, dass wir in unserer Trauer wahrgenommen wurden.
Direkt nach der Nachricht dass kein Herzschlag von Hannah mehr zu hören waren, als bei uns die Tränen in Strömen flossen, hat man uns Zeit gelassen uns wieder zu fassen. Wir wurden nicht gedrängt zu den folgenden Untersuchungen sondern man hat gewartet.
Weiterhin fand ich es sehr schön, dass meinem Mann auch ein Bett angeboten wurde (wir haben 2 Tage auf die Geburt gewartet) und dass ich mit meinem Mann ein Zimmer für mich allein hatte.
Bei der Entbindung hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass ich genauso behandelt werde, als wenn ich ein lebendes Kind gebären würde.
Meine Tochter ist anschließend auch genauso behandelt worden, sehr würdevoll. Der Arzt hat mir ihr gesprochen, die Hebamme ist sehr zärtlich mit ihr umgegangen.
Sie wurde vermessen und gewogen und mit der normalen Neugeborenenkleidung angezogen.
Alle (Hebammen, Krankenschwestern und Arzt) waren sehr mitfühlend gewesen. In der Nacht nach der Geburt hat dann immer wieder eine Schwester bei mir vorbeigeschaut und mich in meinem heulenden Elend getröstet und mir zu gehört.

Wir haben ganz viele Fotos gemacht, die heute mein größter Schatz sind.
Hannah durften wir 2 Stunden lang im Arm halten.

Die einzige ganz vorsichtige Kritik, die ich anbringen könnte, ist, dass mir davon abgeraten wurde, Hannah am nächsten Morgen noch mal zu sehen. Ich war nach der anstrengen Geburt und 2 Nächte so gut wie gar nicht geschlafen völlig müde. Am nächsten Tag hätte ich sie gerne noch einmal im Arm gehalten oder auch die ganze Nacht neben mir im Bettchen. Ob mir der Abschied dann leichter gefallen wäre, kann ich nicht sagen, aber meine Sehnsucht danach, mein Baby im Arm zu halten war schon riesig groß.

Das alles fällt mir jetzt erst mal spontan ein.

Ich hoffe es hilft dir etwas.

Hille

mit 3 Kindern (85,87,92), einem Sternchen (2003) und Hannah *+23.6.2005 ganz tief im Herzen

Pezi
22.08.2005, 22:58
liebe susann!

sehr viel ist schon geschrieben worden. was mir noch fehlt, ist das BEGRUESSEN des toten babys.
bei der geburt eines toten babys werden die eltern meist aufgefordert, sich von ihrem baby zu verabschieden. aber das faellt schwer, weil niemand weiss, wie man das "richtig" macht - und weil man nur jemanden verabschieden kann, den man vorher begruesst hat.
die eltern sollten vielmehr dazu aufgefordert werden, ihr baby zu begruessen - dann wuessten sie genau, was sie machen koennen: das baby in den arm nehmen, streicheln, baden, anziehen, fotos machen,...

lg und alles gute fuer das gespraech!
pezi

tanja_he
23.08.2005, 00:29
hallo,

ich will ich auch noch zu wort melden
ich habe meine `tochter`sehr früh in der schwangerschaft verloren
aus der zeit ist ein satz besonders hart hängen geblieben

das ist ja nicht so schlimm sie sind ja noch jung, sie können noch viele kinder bekommen..............

dieser satz bestimmt gut gemeint wurde über die jahre schlimmer ,brannte sich in mein gedächtnis ein weil es eben bei mir bis jetzt nicht so ist

erst vor ein paar wochen war ich nach 10 langen jahren in der klink habe meine papiere geholt....eine sehr nette ärztin hat sich mit mir unterhalten und ich habe es geschafft den satz wieder da abzugeben wo er herkam.

mir hat es überigens sehr gut getan nicht allein im zimmer zu liegen -sie haben meinen wunsch respektiert es lag damals eine frau bei mir deren baby noch einmal (nach einem Stürz) glück gehabt hatte-es war total gut den ich war nicht allein.

ich denke was das wichtigste ist was man ärtzten/hebammen und schwestern mit auf den weg geben ist das wenn immer möglich den wünschen der eltern nachgegeben werden sollte.............
den jede wünscht sich etwas anderes /braucht anderes um diesen schweren weg zu gehen .

und ein gespräch später........find ich auch schön .....als angebot von seiten der klinik das man auch monate später noch annehmen kann.

addressen von selbsthilfegruppen.......
oder den link zu einem der foren
das eltern auch zu hause angekommen weiter hilfe holen können.

puh jetzt ist es lang geworden-

tanja mit LARA so nah und doch ganz fern
die froh ist nach 10 jahren sich endlich klarheit verschafft zu haben und dort auf sehr freunliche ohren gestossen ist

Susanne1310
23.08.2005, 16:57
Liebe Sonja,

vielen lieben Dank für deine Antwort.
Hast Du eine Ahnung, ob ich diese Broschüre einfach so aus dem Netz ziehen und dem Arzt unter die Nase reiben darf oder es ein Copyright gibt? Ich möchte keine Rechte missachten, zumal derartige Zusammenfassungen von Textinhalt auch immer viel Arbeit und Zeit kosten (abgesehen von den möglichen Tränen der Autorinnen). Ich denke aber, dass es nicht verkehrt wäre, wenn derartige extrem wichtige Inhalte als "Informationsbroschüre" in Krankenhäusern existieren würden - wie gesagt: ich hätte vieles anderes gemacht, wenn ich gewusst hätte was meine Rechte sind.
Also nochmals Danke, Danke, Danke.

Liebe Grüße
von Susanne

Susanne1310
23.08.2005, 17:03
Liebe Petra,

danke für deine Worte.
Du sprichst da etwas an, was auch mir geradezu auf der Seele brennt. "Menschlichkeit", sicherlich darf man den Verlust dieser Eigenschaft nicht verallgemeinern. Das wäre gemein all denjenigen gegenüber, die betroffene Frauen so liebevoll und hingebungsvoll begleiten. Aber in meinem Fall war eben dieser Aspekt nicht gegeben und steht bereits auf Platz 1 meiner schon beachtlichen Liste.

Mut? Ähm, na ja, ich denke ich bin etwas plemm plemm, dies jetzt schon zu tun. So mutig bin ich eigentlich gar nicht, stelle ich immer wieder fest. Aber eben jetzt sind die Erinnerungen noch frisch, später könnte ich etwas vergessen - das möchte ich nicht. Schließlich geht es hier auch ums Prinzip.
Wie es mir danach gehen wird, mag ich noch nicht abschätzen, ich hoffe nicht wieder um Monate zurück geworfen zu werden.

Bis bald
Susanne

Susanne1310
23.08.2005, 17:10
Liebe Hille,

auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:
Danke für deine Worte.

Du, ich beneide Dich um dieses schreckliche, grauenvolle und doch wundervolle Erlebnis. Bitte verstehe mich jetzt bloss nicht verkehrt, ich beziehe das "wundervolle" lediglich auf die Art und Weise deiner Betreuung in der Klinik. Da fällt mir ein: ich werde noch ein neues Thema kreieren mit den Titel: so sollte es nicht sein.
Ich beneide Dich wirklich, ich wünschte ich hätte auch einen derartigen Abschied nehmen dürfen.
Aber immerhin habe ich meine Mäuse geknutscht und ihren Babyduft habe ich noch heute in der Nase - mein einzigster Trost.

Liebe Grüsse
von Susanne

Susanne1310
23.08.2005, 17:11
Liebe Pezi,

danke für diesen Rat.
Du hast Recht, dass habe ich noch nie so gesehen. Ich habe es notiert.

Danke.

Liebe Grüsse
von Susanne

Susanne1310
23.08.2005, 17:19
Liebe Tanja,

danke für deine Mühen.
So lang war dein Brief gar nicht. Allerdings war etwas wichtig, ich kenne diesen "Spruch". Ich hasse diese Worte, zumal ich ihn unangebracht empfinde, da ich mit 34 Jahren beispielsweise alles andere als jung bin oder aber ein "neues" Kind den Verlust der verlorenen Mäuse niemals ersetzen kann.
Ich weiß nicht ob er gut gemeint ist. Ich bin überzeugt, dass es ein Zeichen der kommunikativen Unfähigkeit der Menschen in dieser(!) Situation ist. Ich habe in der letzten Zeit auch lernen müssen, dass viele Menschen mit diesem Thema nicht umgehen können und sich diese Worte wie zu einem Eigentrost aussprechen.
Wie katastrophal jedoch, wenn eine Frau wie Du im Nachhinein das Mutterglück nicht erlebst. Das ist dann für mich die Rubrik "Makaber".
Wichtig ist jedoch, dass Du deinen "Frieden" finden konntest und das freut mich für Dich.

Liebe Grüsse
von Susanne

hille
23.08.2005, 18:27
Liebe Susanne,

ich verstehe dich nicht falsch.
Neben der ganzen Trauer sind wir auch unendlich dankbar, dass wir die Schwangerschaft mit Hannah erleben durften, dass wir Hannah spüren durften, für die schönen Ultraschallbilder und auch für die vielen schönen Gedanken, die wir durch sie hatten.
Ebenso sind wir dankbar für diese Geburt, die für uns wirklich sehr friedlich und schön war (die Schmerzen nicht natürlich x( ) aber das Zusammensein mit Hannah.
Wir sind nicht nur traurig, sondern wir empfinden auch ganz viel Liebe und Stolz auf dieses Kind, dass nicht mit uns zusammen leben durft.


Hille

mit 3 Kindern (85,87,92), einem Sternchen (2003) und Hannah *+23.6.2005 ganz tief im Herzen

Katja80
23.08.2005, 20:20
Hallo,

ich wollte auch meine Erlebnisse schildern:

Ich war in den städtischen Kliniken in Oldenburg.

Umgang der Ärzte: Die Ärzte haben mir alles gut und deutlich erklärt. Sie haben mir keine falschen Hoffnungen gemacht, sondern gleich die Wahrheit gesagt. Das war mir sehr wichtig.

Umgang mit den Pflegekräften: Hierzu kann ich nicht viel sagen, da ich hauptsächlich von Hebammen betreut wurde

Umgang mit den Hebammen: Die Hebammen waren sehr herzlich. Waren einfach nur da. Sahen mir in die Augen, sagten, wie schrecklich und wie unglaublich alles war und streichelten meinen Arm. Sie boten uns immer wieder an Fragen zu stellen, fragten nach unseren Wünschen und erklärten uns immer alles ganz genau. Es ging alles nach unseren Wünschen. Sie machten Fotos von Tim, wir bekamen ein Kärtchen mit Fußabdruck und ein Namenskettchen. Sie fragten uns immer wieder, ob wir ihn noch einmal sehen wollten und ermunternten auch meinen Mann, ihn zu sehen. Mein Mann durfte die zwei Nächte bei mir bleiben. Die Hebammen kümmerten sich auch gut um ihn.

Ich kann sonst gar nichts negatives sagen. Das Personal hat wirklich alles richtig gemacht. Aber ich denke, es ist einfach schön, mal zu hören, dass soetwas auch vorkommt.

Liebe Grüße
Katja

Susanne1310
24.08.2005, 20:46
Auch ein Hallo an Dich/Euch,

nur gut, dass es derartig gute Erfahrungen auch gibt.
Nun stelle man sich mal vor, was es bedeuten würde, wenn es nur negative Erfahrungen gäbe - schrecklich.
Ich vermute jedoch, dass die Art und Weise des Umgangs mit still gebärenden Frauen auch stark davon abhängt in welcher Stadt das Krankenhaus steht. In einer größeren Stadt wie Oldenburg z.B. sind derartige Ereignisse vielleich gar nicht so selten und deshalb ist das Personal einfach gewappneter für diese Situationen.
In unserem Krankenhaus gab es im letzten Jahr den letzten Fall und davor war, nur gut, lange lange kein derartiger Fall geschehen.
Ich will zwar niemanden in Schutz nehmen, dass wäre ja auch ziemlich kurios, aber ich bin mir ganz ganz sicher, dass bei mir viele Dinge schief gelaufen sind, weil die Menschen um mich herum nicht erst überlegt haben und dann gesprochen. Meine Hebamme hingegen hat mich sehr liebevoll begleitet und hat das eine oder andere für mich in Gang gesetzt. Ihr habe ich es auch zu verdanken, dass ich die Angst verlor mir die Mäuse anzusehen.
Also es gibt auch die berühmten Lichtblicke, alles andere wäre auch mehr als eine Katastrophe.

Liebe Grüße
von Susanne :7

Sonja64
24.08.2005, 20:51
Liebe Susanne,

Du kannst alles hier nachlesen:
http://www.muschel.net/


Alles Liebe

Sonja
mit Sternilein Gilles