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rosenrot73
19.08.2005, 15:09
Hallo

Mein Name ist Tanja, ich bin verheiratet, 31 Jahre alt und bereits Mutter von 4 Jungs im Alter zwischen 4 und 9 Jahren. Seit dem 17.08.05, 21.40 Uhr, bin ich nun auch Mama eines kleinen Sternenjungen, der am Tag der vollendeten 17.SSW nach einer eingeleiteten Geburt zur Welt gekommen ist. Der Kleine war zu dem Zeitpunkt max. 4 Tage tot, ich habe es bei durch einen Ultraschall bei einer regulären Vorsorgeuntersuchung erfahren. Im nachhinein denke ich, daß ich es an diesem morgen bereits geahnt habe, obwohl ich weder Schmerzen noch Blutungen hatte. Mein Körper hatte den "Fruchttod" (ich mag dieses Begriff nicht) noch gar nicht registriert, alle Blutwerte waren normal, der Gebärmutterhals noch komplett erhalten und fest verschlossen. Ich bin direkt nach der Diagnose ins KH gegangen, wo die Geburt dann mit Prostaglandinzäpfchen eingeleitet wurde. Es ging dann auch recht schnell - so schnell, daß ich bei der eigentlichen Geburt allein war. Allerdings bin ich darüber auch froh, denn so hatte ich die Gelegenheit unser Kind einmal genau anzusehen und mich damit zu verabschieden. Es sah eigentlich ganz normal aus - klein natürlich (entsprechend der Schwangerschaftswoche), aber doch schon ein perfektes Menschlein inkl. winziger Fingernägel...Die Erinnerung an diesen Anblick ist neben drei Ultraschallbildern (7.,10. und 12.SSW) alles, was geblieben ist...
Was da passiert ist - etwas womit ich zu dem Zeitpunkt nach vier normalen Schwangerschaften nicht rechnen wollte - ist erst 2 Tage her, aber es ist irgendwie hilfreich, jetzt schon alles aufzuschreiben. Die Erinnerung ist frisch und in einem Forum wie diesem weiß ich, daß ich nicht allein mit so einer Erfahrung bin. Leider waren die Ärzte im KH nicht sonderlich verständnisvoll, für sie war es Routine, bloß eine späte Fehlgeburt...kein totes Kind, nur eine "ausgestossene Frucht"...

Ich warte jetzt auf den Pathologiebericht, hoffe, daß er mir meine Fragen beantworten kann. Zu wissen, daß das Kind krank war und ihm so leid erspart wurde, würde dem ganzen eine Art Sinn geben.Ich mag nicht daran denken, daß es vielleicht keinen erkennbaren Grund gab...

Im Moment hat mein Verstand registriert, was passiert ist, aber sonst hinke ich da noch hinterher - möchte nicht wirklich glauben, daß ich am 25.01.06 kein Baby im Arm halten darf. Es war ja alles irgendwie in Gedanken schon geplant, der Name stand fest, ein paar wenige Babysachen waren hier etc...Aber es hat nicht sein sollen...

LG Tanja mit 4 Jungs hier und ihrem Bruder, der leider viel zu früh gehen mußte

bata
19.08.2005, 15:14
Liebe Tanja,
es tut mir sehr leid, dass Du Deinen kleinen Jungen hergeben mussteest.
Es ist erst 2 tage her-
da muss die Seele das erst mal begreifen.
Als mein Sohn still zur Welt kam, habe ich es auch erst Stück für Stück wirklich BE-Griffen.
Hier bei uns kannst Du Dir alles von der Seele schreiben.
Hier soll noch ein Licht brennen für Deinen kleinen Sternenjungen:
http://bilder.muschel.net/kerzen/kerze010.jpg
Stille Grüße, Bata

Constance
19.08.2005, 15:24
Liebe Tanja!

Ein leises Willkommen hier in unserer Mitte. Es tut mir sehr leid, dass Dein kleiner Junge gestorben ist.
Es tut mir auch sehr leid, dass man Dich im Krankenhaus so respektlos behandelt hat. Es ist schwer, zu wissen, dass man sein Kind tot zur Welt bringen wird und dann bekommt man so wenig Ünterstützung.

Ich wünsche Dir für Deinen Trauerweg viel Kraft. Fühl Dich hier verstanden.

Stille Grüße
Constance mit Thotti und Mika hier bei mir ,2** und Cedric für immer in unseren Herzen
Es gibt keine Worte für unseren Schmerz

In liebevollem Gedenken an unseren kleinen Sternenprinz Cedric
http://www.cedrics-seite.de.vu

Susanne1310
20.08.2005, 18:47
Liebe Tanja,

ich fühle mit Dir und möchte Dir zudem meine tiefste Anteilnahme aussprechen.

Egal wann, egal wieviele Kinder vor oder nach einem derartigen Ereignis auf die Welt kommen/kamen, es ist so ziemlich das Schlimmste, was uns Frauen heimsuchen kann.
Es wird sicher auch für Dich nicht einfach werden alles zu verarbeiten. Manchmal dauert es wirklich Wochen, bis es einem bewusst wird, was eigentlich geschehen ist.
Das Problem mit den Medizinern kenne ich auch. Zwar hatte ich mehr Glück, aber dennoch musste auch ich Aussagen verdauen, welche mich noch heute fast zum Erbrechen bringen.
Du tust sehr gut daran alles was Dich bewegt aufzuschreiben.
Wenn Dich irgendwer verstehen kann, dann die betroffenen Frauen dieses Forums. Niemand sonst ist authentischer und "erfahrener", wertvolle Unterstützung inclusive.

Sei willkommen.

Liebe Grüsse
Susanne und im Herzen Johanna und Corinna