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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Psychologische Hilfe, oder nicht??


Sabrina
22.07.2005, 20:04
Hallo alle zusammen,

meine Frauenärztin und auch alle im Krankenhaus haben mir empfolen, an einer Selbsthilfegruppe teilzunehmen, o.ä. Ich habe bei so einer Gruppe irgendwie Bedenken. Ich glaub nicht, daß ich mich da so frei entfalten kann. Ich habe auch die Möglichkeit zur Diakonie oder Bund der katholischen Frauen zu gehen. Ich habe da aber irgendwie Probleme mit. Ist es Euch auch so ergangen? Was habt Ihr für Maßnahmen ergriffen?

anja-alexa
22.07.2005, 22:30
Hallo Sabrina,
ich habe mich auch gegen eine Selbshilfegruppe entschieden, ich denke, was machst du, wenn du mit den Leuten klarkommst. Da sitzen dann vielleicht Frauen, die dir absolut unsympatisch sind. Ich meine, alle haben das gleiche Schicksal, aber jeder hat seinen eigenen Weg, die Trauer zu verarbeiten. Ich hatte eine ganz tolle Hebamme, die fast täglich bei mir war. Vielleicht hast du ja eine liebe Freundin oder Bekannte, die dir einfach nur zuhört.
´Wenn du aber massive Depressionen hast, solltest du zu einem Facharzt gehen. Aber einfach nur über deine Kinder reden hilft am besten.
Liebe Grüße Anja

bata
22.07.2005, 22:42
Liebe Sabrina,
das ist schwer pauschal zu sagen.
Wichtig ist nur, wie Du Dich dabei fühlst.
Ich habe eine Rückbildung für verwaiste Mütter mitgemacht und es war gut für mich.
Dann, etwas später haben wir regionale treffen gemacht.
das heißt, fast überall treffen sich Frauen hier aus dem Forum .
Vielleicht wäre das eher was für Dich?
Liebe Grüße, Bata

AngieH
23.07.2005, 00:23
Hallo Sabrina,

ich bin das erste Mal ca. 5 Monate nach Paul's Tod in eine SHG gegangen und dann
ungefähr 3 Jahre lang. Mir hat es damals sehr geholfen. Es ist etwas anderes sich
mit Menschen (es müssen ja nicht zwangsläufig nur Frauen sein) auszutauschen,
die das gleiche erlebt haben, als mit Nichtbetroffenen. Es ist ein ganz anderes
Verständnis da, als häufig im "normalen" Leben.
Mit einigen Frauen habe ich immer noch einen sehr engen Kontakt, einige sehe
ich kaum noch, und wieder andere muss ich selber auch gar nicht haben. Das ist
wie im normalen Leben, es gibt eben welche, mit denen man sich besser versteht,
und eben nicht. Ich habe aber immer die Erfahrung gemacht, dass man dort Freunde
finden kann, die einem helfen, und denen man auch helfen kann. Das fand ich
immer sehr schön.

Auch auf regionalen Treffen war ich schon und zweimal auch auf dem großen
Treffen, allerdings erst später, ich persönlich hätte das anfangs nicht geschafft.

Mittlerweile leite ich selber mit anderen zusammen eine SHG, auch um das was ich
selber mal an Hilfe bekommen habe, an andere weiterzugeben.

Und nicht zu vergessen, ist dieses Forum hier doch auch eine große SHG, nur dass
man sich nicht direkt gegenüber sitzt.

Ich hatte übrigens anfangs auch Zweifel, ob ich mich vor Fremden überhaupt
so äussern könnte, aber tatsächlich war es direkt beim ersten mal sehr schön, als ich
von unserem Sohn erzählen konnte, und alle interessiert und mitfühlend zugehört haben.
Und bei uns ist es auch so, dass jemand neues auch einfach nur zuhören kann, wenn
er/sie nicht reden mag, dann ist das auch für uns vollkommen ok.

Vielleicht magst Du mir mal mitteilen, wo in NRW Du lebst, ich kenne auch im
Umkreis einige SHG's, vielleicht magst Du Dich dann einfach erstmal mit einer
Frau alleine treffen? Schreib mir ruhig in die Inbox wenn Du magst.

Liebe Grüße

Angela mit Paul im Herzen

hille
23.07.2005, 23:42
Liebe Sabrina,

ich habe mich bis jetzt auch noch nicht einer SHG angeschlossen. Allerdings habe ich mir schon eine Adresse besorgt, falls ich das Bedürfnis habe mich noch mit anderen aus zu tauschen.
Ich muss aber dazu sagen, dass ich mich in meiner größten Trauer am besten mit meinem Mann unterhalten konnte. Von Gefühl her sind wir uns unheimlich nahe, weil wir um das gleiche Kind trauern. Außerdem habe ich unheimlich viel Unterstützung durch meine Freunde und Familie erhalten.
Zusätzlich werde ich nächste Woche noch ein ausgiebiges Gespräch mit meiner FÄ führen, die gleichzeitig auch Psychotherapeutin ist. Von daher fühle ich mich zur Zeit gut aufgehoben.

Wenn ich diesen Rückhalt nicht gehabt hätte, hätte ich es bestimmt mit einer SHG versucht.

Höre einfach mal in dich hinein, ob du das Bedürfnis hast zu reden und ob du es bei Partner, Freunden und/oder Familie tun kannst. Vielleicht hilft dir aber auch der Austausch in diesem Forum viel.

Liebe Grüße
Hille

mit 3 Kindern (85,87,92), einem Sternchen (2003) und Hannah *+23.6.2005 ganz tief im Herzen

Denise und Sven
24.07.2005, 10:59
[align="justify"]
Liebe Sabrina,

ja das kann ich verstehen. Für mich war eine Selbsthilfegruppe auch nichts, obwohl es zu der Zeit auch noch keine bei uns gab. Selbst habe ich dann eine Gesprächstherapie bei einem Psychologen gemacht. Es war schwer einen richtigen zu finden, denn überall fühlt man sich nicht gleich wohl und das ist wichtig. Ich musste 5 oder 6 Psychologen aufsuchen bis ich den richtigen gefunden hatte. Bei ihm hatte ich gleich von Anfang an Vertrauen ....und es war richtig so für mich.

Ich wünsche dir das du die Hilfe findest, die dir auch gut tut.

[/align="justify"]
Liebe Grüße
Denise

[i][b]*** Ohne Tränen hat die Seele keinen Regenbogen ... ***

claudia28
24.07.2005, 11:41
Ich kann dir wirklich nur dazu raten, zu einer SHG zu gehen. Ich gehe seit dem Tod meiner Kinder Nelson und Patrick gemeinsam mit meinem Partner in eine Selbshilfegruppe. Nur dort treffe ich Menschen, die meine Gefühle verstehen, denen ich nicht viel erklären muss. Ich denke, dass es auch dir gut tun würde, mit betroffenen Eltern zu sprechen und sich gegenseitig in dieser schwierigen Zeit zu stützen.
Wenn es dir hilft würde ich auch gerne mit dir näher in Kontakt treten, da ja meine Kinder auch durch das fetofetale Transfusionssyndrom verstorben sind. Unsere Geschichte ist sicher sehr ähnlich.
LIebe Grüße
Claudia

Sabrina
24.07.2005, 12:44
Hallo Anja,

wenn, dann könnte ich mich auch nur einer Person anvertrauen. Mit so einer SHG habe ich irgendwie Bedenken. Ich habe viele Freundinnen, die mir helfen wollen, aber ich denke, die können mir nicht unbedingt helfen. Ich versuche jetzt einfach jedem unserer Freunde unser Schicksal zu erzählen, das hilft, da hast Du recht. Aber ich bin danach jedes Mal so erschöpft und muß immer weinen. Ich weiß, daß das der Trauerprozess ist, aber es fällt mir trotzdem schwer.

Sabrina
24.07.2005, 12:46
Liebe Bata,

was ist eine Rückbildung für verwaiste Mütter? Kannst Du mir da mehr drüber berichten? Und was sind das für Treffen?

Würde mich freuen, von Dir zu hören...

Sabrina
24.07.2005, 12:51
Liebe Angela,

danke für Deine Erzählung. Ich wohne in Bocholt (46395), das ist Nähe der niederländischen Grenze.

Würde mich freuen, von Dir zu hören. Es hört sich schon alles logisch an, aber ich weiß nicht sicher, ob eine SHG das Richtige für mich ist. Aber ich glaube auch, daß das Verständnis von Betroffenen anders ist als von Außenstehenden. Das merke ich ja auch schon hier im Forum, welches eine große Hilfe für mich ist.

Sabrina
24.07.2005, 12:59
Liebe Hille,

ich bekomme auch viel Unterstützung von Freunden und meiner Familie. Aber die größte Hilfe ist für mich im Moment mein Mann, wie bei Dir auch. Wir können gemeinsam um unsere beiden Sternchen trauern. Uns hat das ganze noch enger zusammen geschweißt. Und dieses Forum tut mir natürlich unheimlich gut. Ich lese auch sehr viel.

Bei uns im Freundeskreis sind nur 2 Pärchen, die auch ein Kind haben oder gerade schwanger sind. Von denen fühle ich mich auch einigermaßen verstanden, aber unsere anderen Freunde können das, glaube ich, nicht so gut nachvollziehen. Man kann ihnen ja auch keinen Vorwurf machen. Außenstehende wissen einfach nicht, was sie dazu sagen sollen. Sie können nur zuhören..., aber das ist schon viel.

Sabrina
24.07.2005, 13:04
Liebe Denise,

ich habe jetzt soviel gelesen, denen professionelle Hilfe sehr gut geholfen hat. Ich finde es toll, daß es auch Dir dadurch besser geht.
Ich muß, glaube ich einfach diesen Schritt mal wagen...

Sabrina
24.07.2005, 13:10
Liebe Claudia,

darf ich Dich fragen, ab wann Du in diese SHG gegangen bist?

gerne können wir uns jederzeit schreiben. Meine eMail-Adresse findest Du in meinem Profil.

Würde mich freuen, von Dir eine eMail zu erhalten.

anja-alexa
24.07.2005, 14:06
Liebe Sabrina,
richtig helfen kann dir eigentlich niemand. Aber dass deine Freunde dir zuhören, ist eine enorme Hilfe. Ich denke immer wenn du über deine Kinder reden kannst, kannst du den Verlust auch besser verarbeiten. Versuch die Zeit der Schwangerschaft in guter Erinnerung zu behalten. Ich habe mir ein Buch gekauft, in das ich fast täglich "Briefe" an meine Jessica schreibe, das hat mir auch gut geholfen, denn wenn du das dann wieder liest, siehst du, dass die Trauer irgendwann zurückgeht. Sie geht nie ganz weg, aber verändert sich.
Ich wünsch dir ganz viel Kraft und Menschen, die dir zuhören.
Liebe Grüße Anja

bata
25.07.2005, 20:09
Liebe Sabrina,
das ist ein Rückbildungskurs, wie ihn alle Mütter machen, nur daß keiner ein Baby dabei hat.Alle haben vor , während oder nach der EB ihr Kind verloren.
Ein Teil der Zeit macht man Rückbildungsübungen, den anderen Teil gibt es einen Kreis, in dem jeder seine Trauer mitteilen kann.
Und sich austauschen.
Ich war hier in Berlin bei "Tabea e.V."
Es gibt sicherlich bei Euch etwas ähnliuches.
Mir hat das gut getan.
Vielleicht guckst Du mal bei Euch in der Nähe?
Liebe Grüße, Bata

claudia28
25.07.2005, 23:42
Liebe Sabrina!

Meine Buben sind am 16. Juni 2004 per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Patrick wog 960 g, Nelson 580 g. Patrick wurde 11 Tage alt, Nelson sogar 6 Wochen. Ich habe sofort nach dem Tod von Nelson versucht, eine SHG zu finden. Da wir am Land wohnen, ist das gar nicht so einfach gewesen. Im Oktober bin ich dann in eine SHG in der nächst größeren Stadt gegangen. Es hat mir so gut getan, endlich nicht mehr alleine mit meinen Gefühlen darzustehen. Ich hatte nun nicht mehr das Gefühl, dass ich der einzige Mensch auf Gottes ERden bin, dessen Kinder gestorben sind. Ich konnte sehen, dass wir alle die gleichen Gefühle durchmachen mussten (Neid auf Schwangere, Wut, Trauer, Gefühl des Versagens, usw.) Die SHG findet jedes MOnat statt und ich bin noch immer froh, dass ich dort einen Platz habe, wo ich auch nach einem Jahr über meine Kinder sprechen kann und über die Trauer, die ich noch immer empfinde. Morgen ist der 1. Todestag von Nelson und es ist für mich noch immer alles unbegreiflich...
Ich würde gerne von dir wissen, wann bei euren Zwillingen das fetofetale Transfusionssyndrom diagnostiziert wurde. Mein Frauenarzt hat leider alle Anzeichen darauf ignoriert und mich erst in eine Spezialklinik überwiesen, als schon alles zu spät war (26. woche!).
Ich hätte so gerne die Möglichkeit gehabt, um das Leben meiner Kinder zu kämpfen, doch durch durch das späte Erkennen des fetofetalen Transfusionssyndroms hatte die Laseroperation keinen Sinn mehr...

Würde mich freuen, wieder von dir zu hören!
Alles Liebe
Claudia

Andrea mit Sternchen Janin
26.07.2005, 13:22
Liebe Sabrina!
Meine Janin ist am 2. Januar von uns gegangen und noch im Januar waren mein Mann und ich beim ersten Treffen in unserer Selbsthilfegruppe.
Ich bin mit einem sehr flauen Gefühl im Magen dorthin gegangen, zumal die Gruppe sich auch im Krankenhaus trifft, in dem Janin geboren wurde.
Aber ich bin sooooo froh, dass ich dorthin gegangen bin!!
Unsere treffen sind getragen von Harmonie!
Es ist kaum zu beschreiben. Diese Stunden sind ganz unseren Kindern und unseren Ängsten, Sorgen und Gefühlen gewidmet.
Wenn ich dort raus komme, dann ist mein Herz und mein Kopf schwer und doch bin ich dann einfach froh, dort gewesen zu sein.
Wir fühlen uns dort einfach nur verstanden und haben wahnsinnig liebe Menschen kennengelernt.
Am Donnerstag haben wir auch wieder ein Treffen und ich kann nur sagen, dass ich mich fast darauf freue.
Freuen ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, aber mir fällt kein anderer ein.
Diese Zeit ist einfach meiner kleinen Tochter vorbehalten, ganz intensiv.
Am Anfang des Teffens zündet jeder für sein Kind (oder für wen er sonst möchte) eine Kerze an, die dann während des ganzen Treffens leuchtet. Und dann kommen wir ins Gespräch.
Die Treffen sind einfach unendlich wichtig für mich.

Vielleicht ist es doch eine Möglichkeit, die du dir überlegen solltest.
Du kannst ja jederzeit wieder gehen, wenn es dir nicht gut tut und du musst ja auch kein zweites Mal hingehen, wenn du es nicht möchtest.
Aber durch einen Versuch kannst du eigentlich nur etwas gewinnen, nichts verlieren.
Ich schicke dir viel Kraft und drücke die Daumen, dass du einen guten Weg für dich findest!
Übrigens, unsere Gruppe ist in Dinslaken, das ist ja gar nicht sooo weit von Bocholt weg. Du kannst dich gerne jederzeit in meiner Inbox oder per Mail melden, wenn du möchtest.
Liebe Grüße,
Andrea mit Janin für immer im Herzen und kleinem Hoffnungsbär im Bauch

Sabrina
27.07.2005, 11:13
Liebe Anja,

ich habe mir auch schon vor ungefähr einer Woche ein Buch zugelegt, in das ich regelmäßig meine Gedanken schreibe. Ich habe gemerkt, daß mir das Schreiben hier im Forum hilft und habe mir daraufhin noch das Buch zusätzlich gekauft.

Sabrina
27.07.2005, 11:16
Liebe Bata,

Ach so, an solch einen Rückbildungskurs habe ich gar nicht gedacht.

Ich werde noch heute bei einer Frau von der Diakonie anrufen. Diese habe ich von meiner Frauenärztin empfohlen bekommen. Ich werde mal sehen, ob ich Vertrauen zu ihr habe oder nicht.

Sabrina
27.07.2005, 11:18
Hallo Claudia,

habe Dir eine eMail geschrieben...

Würde mich freuen, weiterhin von Dir zu hören.

Sabrina
27.07.2005, 11:24
Liebe Andrea,

das hört sich ja ganz gut an. Ich hätte da aber noch eine Frage. Wie läuft das denn ab, sitzen alle in einem Kreis und jeder ist der Reihe nach d'ran etwas zu erzählen, oder wie kann ich mir das vorstellen?

Dinslaken ist nicht so weit weg von uns. Ich denke mal, daß ich evtl. auf Dich zurück komme.

Ich habe aber erst einmal von meiner Frauenärztin eine Telefonnummer bekommen. Es handelt sich um eine Frau von der Diakonie. Ich werde sie noch heute anrufen.

AngieH
27.07.2005, 14:28
Liebe Sabrina,

ich antworte Dir schon mal vorab, falls Andrea heute nicht mehr hier rein schaut.
Da das Dinslakener Treffen ja auch schon morgen ist, und Du vielleicht doch hingehen
möchtest.
Es ist dort in der Gruppe, so wie ich es Dir auch schon geschrieben hatte, und
wie es eigentlich in allen Gruppen ist, die ich kenne, so, dass niemand etwas sagen muss!
Wer mag stellt sich vor, wer nicht mag, lässt es bleiben, holt es vielleicht später nach,
oder geht nach der Zeit wieder nach Hause, ohne etwas gesagt zu haben.
Diese Sorge brauchst Du nicht zu haben, wenn Du zu einem Treffen gehst, es wird
Dich keiner zwingen Deine Geschichte zu erzählen, wenn Du es nicht möchtest.
Manchmal hilft es auch schon, nur Menschen zu sehen, die das gleiche erlebt haben,
um sich besser zu fühlen, verstandener und nicht mehr so allein mit seinem Schicksal.

Liebe Grüße

Angela

Andrea mit Sternchen Janin
27.07.2005, 18:56
Liebe Sabrina!
Es ist wie Angela schon gesagt hat!
@Liebe Angela! Danke!

Also es ist wirklich niemand gezwungen zu sprechen.
Wir machen meistens am Anfang und am Ende eine 'Runde' und jeder sagt, wie es ihm seit dem letzten Mal gegangen ist bzw. wie es so am Ende des Treffens ist, aber das auch nur, wenn man möchte.
Es kommt öfter vor, dass mal jemand gar nichts sagt sondern einfach nur zuhört. Das ist sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen so.
Und man fühlt sich auch nicht so, als müsste man sprechen, es wird niemand dazu gedrängt.
Mir geht es oft so, dass ich eigentlich gar nicht zum Sprechen aufgelegt bin und das dann meistens ganz von alleine kommt, wenn ich den anderen zuhöre.
Was auch sehr schön ist, ist dass wir fast genauso viele Männer in der Gruppe haben wie Frauen.
Also wenn du es dir überlegen magst, dann würde ich mich freuen dich und deinen Mann zu sehen oder einen von euch.
Ich schreib dir vielleicht einfach mal meine Telefonnummer in die Inbox, wenn du magst dann kannst mich Morgen gerne anrufen.
Ansonsten kannst du es dir natürlich auch jederzeit sonst überlegen.
Ich schicke dir eine liebe Umarmund!
Andrea mit Janin für immer im Herzen und kleinem Hoffnungsbär im Bauch

Katja_33
07.08.2005, 21:43
Liebe Sabrina,
das mit der psychologie hat heute immernoch einen komischen Klang für die meisten Menschen, aber ich erzähle Dir kurz von meinen Erfahrungen.
Nach Richards Tod (Februar 2002) habe ich meinen Mann und mich zu einem gemeinsamen Trauerseminar (von tabea- e.V.) angemeldet. Erst hat mein Mann auch sehr skeptisch reagiert. Aber das Seminar hat uns beiden erst mal sehr geholfen, gemeinsam den Weg in die Trauer zu finden. Obwohl nich kirchlich, hat es auch meinen Mann nicht "gestört", dass ein Pfarrer die "Männergespräche" dabei begleitet hat.
Danach gab es eine Rückbildungsgymnastikgruppe speziell für verwaiste Babymütter. Klar, wir Frauen waren und sind sehr sehr unterschiedlich, aber ist es nicht so, dass so kurz nach dem Tod der geliebten Kinder ohnehin nichts anderes im Leben existiert, als dieses Kind? Es war bei uns so und wir hungerten danach, in der Gruppe wie all die naderen Mamas einander von unsren Babys erzählen zu können und eben von den Gefühlen, die wir mit und ohne sie hatten.
Mittlerweile habe ich noch zu drei oder vier der Frauen ab und zu Kontakt (es waren so acht oder neun in der Gruppe).
Mir brachte diese Art der Gruppe wirklich Halt.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Alles Gute.
Katja