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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Grabstein ausgesucht!


nadinet
21.07.2005, 12:24
Hallo!!!

Mußte jetzt die Woche los um einen Grabstein für meine Tochter aus zusuchen. Hätte zuerst ein wenig Angst davor, denn es war wieder so was entgültiges. Aber zu meinen Erstaunen, war es ein sehr schönes Gefühl, etwas für sie tun zu können. Einen Grabstein aus zusuchen, der für uns alle eine tiefe Bedeutung hat und der alle unsere Gedanken und Gefühle wieder gibt. Ich bin sehr froh darüber, dass ich das für meine Tochter tun durfte.
Ich war seit ihrer Beerdigung nicht mehr an Ihrem Grab. Aber ich bin mir sicher, dass spätestens wenn der Grabstein da ist, ich Sie dann auch wieder öfter besuchen werde.
Weiß auch nicht, was der Grabstein in mir ausgelöst hat?
Lieben Gruß an Alle und ganz viel Kraft

Nadine

Maike
21.07.2005, 12:49
Liebe Nadine...


Ja, die Grabgestaltung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Trauer!!
Es ist eins der letzten Dinge die du für dein Kind tun kannst.
So ein Stein mit dem Namen des Kindes macht es alles auch wirklicher finde ich.
Es tut weh aber das wird es immer.

Mir hat es auch sehr gefallen das Grab meiner Kinder zu gestalten.
Voher, als nur der Hügel drauf war, war ich auch so gut wie nie beim Grab.
Erst als es gestaltet war wurde es etwas öfter.
Ich konnte mich endlich damit indentifizieren.

Ich drücke dich ganz lieb

Maike

nadinet
21.07.2005, 14:09
Hallo Maike!!!
Vielen Dank für Deine Antwort.
Ich hoffe so sehr, dass Du recht hast. Denn im Moment kann ich mich mit Ihrem Grab, überhaupt nicht identifizieren. Deshalb war ich schon über ein Jahr lang nicht mehr dort. Fühle mich sehr schlecht deswegen und denke manchmal, was ich doch für eine schlecht mutter für Sie bin.
Aber z.B in der Uniklinik, wo ich Sie geboren und verabschiedet habe, da fühle ich mich ihr sehr nahe.
Die Klinik ist irgendwie, zur Zeit mein Zentralerpunke, wo ich mich ihr sehr nahe fühle.
Wenn ich dort bin ( was so ca. alle3 Monate vorkommt, wegen meiner 3- jährigen Tochter ), dann fühle ich mich auch nicht traurig, sondern ihr ganz nah.

Lieben Gruß
Nadine

Maike
21.07.2005, 20:35
Liebe Nadine...

ich bin meist auch nur einmal im Monat da.
Meine Schwiema rennt bald dreimal die Woche hin aber ich denke dadurch bin ich meinen Kindern auch nicht näher.

Mir ist durchaus wichtig das es gut aussieht aber ich muß nicht ständig hin.

Ist schon o.k. wenn du nicht zum Grab gehst.
Jeder trauert eben anders...Solange es nicht eine Form der Verdrängung von dir ist, ist alles in Ordnung.


Liebe Grüße

Maike

Christine313
22.07.2005, 16:38
Liebe Nadine,
komisch, aber ich verbinde die Kinderklinik auch sehr mit Annabelle.
In meinen Augen war nicht ihr wartendes Kinderzimmer ihr zuhause sondern die Intensivstation.
Ich werde wahrscheinlich immer ein besonderes Verhältnis zu dieser Station haben.
Genauso wie ich mich an ihrem Grab ihr nicht extra besonders nah fühle. Es soll zwar gepflegt und sauber sein...aber nah fühle ich mich ihr wenn ich an sie denke oder ihr schreibe.

Liebe Grüße
Christine

nadinet
24.07.2005, 00:39
Hallo Maike!

Verdrängen, dass ist eine gute Frage.
Bis vor ein paar Wochen habe ich meine Trauer verdrängt, da bin ich mir ziemlich sicher. Es ging immer so acht bis zwölf Wochen gut und dann ist es einfach so herausgebrochen. Aber seit ich euch hier gefunden habe, beschäftige ich mich täglich mit meiner Paula-Sophie und mit meiner Trauer über Ihren Tod. Ich zünde Ihr jeden Abend eine Kerze an und rede in Gedanken mit Ihr. Ich muß auch noch oft weinen, aber der Schmerz ist nicht mehr so schlimm wie vor einem Jahr.
Lieben Gruß Nadine
..mit Paula-Sophie im Herzen und Michelle an der Hand