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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich weiß nicht, was ich tun soll...


SusanneundLaura
23.05.2005, 15:35
Hallo zusammen,

wir haben vor ca. 4 Wochen erfahren, dass unser Sohn Julian zuviel Gehirnwasser(linke Seite) hat, einen Knöchernden Defekt am Hinterkopf, dort auch eine Art Beule, am rechten Fuß die Großzehe steht sehr weit ab und an der linken Hand der kleine Finger ist krumm. Wir hatten uns dafür entschieden, Julian per Kaiserschnitt Ende Juli holen zu lassen. Er sollte sofort nach der Geburt operiert werden. Niemand konnte oder kann uns sagen, in wie weit er Behindert sein wird. Ob nur Körperlich oder auch geistig.
Am 13. Mai (Freitag der 13, Schicksal?) haben wir durch eine Praenatal Klinik in Düsseldorf erfahren, dass Julian kein Wasser im Kopf hat, sondern eine ausgereifte Blutung. Blutergüsse und altes wieder flüssig gewordenes Blut. Die Beule, und die defekte am Fuß und an der Hand sind in den Hintergrund gerutscht. Wir sind aus allen Wolken gefallen. Natürlich sagte man uns schon bei anderen Ärzten, das es sein kann, das es eine Blutung ist, man ist aber nie wirklich davon ausgegangen. Der nette (er war wirklich sehr nett und hilft uns immer noch bei allen Fragen) Arzt aus Düsseldorf teilte uns mit, dass Julian wahrscheinlich sehr stark geistig und natürlich auch körperlich behindert sein wird, da so gut wie kein Gehirn mehr vorhanden sei. Er sagte uns aber auch sehr vorsichtig, dass es kaum Überlebungschancen gäbe.
Wir haben das ganze Wochenende danach damit verbracht, uns mit den Gedanken an einen Schwangerschaftsabbruch anzufreunden. Ein angefreundeter Arzt teilte uns mit, dass, wenn Julian normal zur Welt käme, er sich wahrscheinlich die letzten Minuten seines Lebens quälen würde (so scharf hat er es natürlich nicht vormuliert). Wir haben uns dazu entschlossen, Julian gehen zu lassen, auch wenn es unsagbar schwer fällt.

Morgen soll ich nochmal nach Düsseldorf in die Uniklinik. Dort wird eine Kernspintthomographie vorgenommen. Das ist jetzt wohl gesetzlich vorgeschrieben. Danach wird wohl der Termin zum Schwangerschaftsabbruch festgelegt. Ich finde niemanden, der sein Kind hat von ärztlicher Hand töten lassen. Ich würde mich gerne darüber austauschen, weil ich wahnsinnige Angst davor habe. Lieber wäre es mir knall hart gesagt, nicht ich müsse die Entscheidung treffen, sondern Julian würde die Entscheidung selber treffen und gehen. (Hört sich hart an, ich weiß).

Ich weiß nicht, wie genau das gemacht wird, warum ich keine Vollnarkose bekomme, um den Schmerz nicht ertragen zu müssen. Soll ich ihn danach knuddeln und lieb halten oder soll ich sagen: Nein, ich mag ihn nicht mehr sehen. Ich habe Angst davor, dass ich nur noch Alpträume von seinem Gesicht habe. Ich möchte mich doch aber richtig von ihm verabschieden. Steht mir das moralisch gesehen zu, wenn ich mich für einen Abbruch entscheide? Ich komme mir vor, als wenn ich mein Kind selber töte. Ich glaub, ich kann damit nicht umgehen. Ihn aber in ein paar Wochen da liegen zu sehen, wie er sich quält will ich auf keinen Fall.

Kann mir jemand heute bitte noch Antworten. Ich weiß echt nicht mehr weiter...

Alle sagen, Mensch Susanne, du redest so offen darüber usw. du steckst das aber gut weg.

Nein, mir tut es im Herzen weh darüber zu sprechen, aber so komme ich besser damit klar. Ich würde eher mir was antun, als es meinem Sohn antun zu wollen. Ich habe Angst davor, dass Julian leidet während des Abbruchs.

Danke fürs Lesen.

Liebe Grüße trotzdem

Susanne

Beate35
23.05.2005, 15:58
Liebe Susanne,

ich möchte Dich erst mal vorsichtig in die Arme nehmen(((Susanne))).
Nur zu gut kann ich Deine Situation verstehen :( ,war ich doch selbst vor beinah drei Monaten in einer ähnlichen Lage.
Uns blieb leider keine andere Wahl,die Schwangerschaft abzubrechen,unser Sohn hatte leider auch keine Überlebenschancen.
Womöglich hätte er gelitten,wenn die Schwangerschaft weitergelaufen wäre.

Leider MUSSTEN wir uns so entscheiden ;( ;(

Leider kann ich Dir die Entscheidung und den Schmerz nicht abnehmen,aber gerne höre ich Dir zu.

Die Gedanken,ob Elias während der Geburt gelitten hat,habe ich auch immer wieder,bis wann er wohl gelebt hat,ob er Schmerzen hatte...

Ich denke an Dich und Deinen kleinen Julian.

Leider war ich Dir keine richtige Hilfe.

Liebe Grüße
Beate

SusanneundLaura
23.05.2005, 16:13
Danke für deine Antwort.
Tatsächlich hast du mir schon geholfen, indem du mir einfach geantwortet hast und ich weiß, dass ich nicht alleine bin und auch andere Menschen damit zu kämpfen haben. Jeder sagt immer, Susanne, es ist besser so. Was wäre wenn... und und und...

Eine große Hilfe sind diese Leute damit nicht. Man macht sich halt trotzdem Sorgen, auch wenn man weiß, dass das Kind nicht überleben kann. Man macht sich selber damit total verrückt.

Ihr habt schon das hinter euch gebracht, was uns noch bevor steht. Ich habe wahnsinnige Angst davor, weiß aber, dass es halt nicht anders geht, wenn ich mein Kind auch auf irgend einer Art schützen möchte. Und ich möchte ihn beschützen, wo und wie es nur geht...

Darf ich fragen, wie es bei euch dazu gekommen ist? Natürlich nur, wenn du darüber schreiben magst.

Liebe Grüße

Susanne

Elisabete
23.05.2005, 16:19
...liebe Susanne,
und ein trauriges Willkommen hier im Forum.

Wie Du in meinem Profil lesen kannst, habe ich nicht ganz die gleiche, aber eine ähnliche Geschichte.

Nur war unser Sohn nicht behindert, sondern nur zu klein, weil ich eine sogenannte SS-Vergiftung hatte, an der ich fast gesorben bin.
Um mich zu retten, musste die SS damals abgebrochen werden.

Es war ein seltsames Gefühl. Morgens sah ich ihn noch im Ultraschall, wie er tobte und zappelte. "Es wird ein kleiner Fußballer" hatten wir einige Wochen zuvor gescherzt. Und obwohl ich wusste, dass er in der 22. SSW eine Geburtseinleitung nicht überleben würde, schaute ich ihn mir im Ultraschall an und sagte in Gedanken zu ihm: "Wir schaffen das - irgendwie!"
Es war mir klar, dass er sterben würde und trotzdem sprach ich mit ihm, als würde ich ihn bald lebend in Armen halten.

Ich weiß nicht, ob es weniger schwer ist, wenn ein ungeborenes Kind "von selbst stirbt" und nicht durch den Abbruch. Ich weiß es nicht.

Ich frage mich immer, ob ich irgendwas hätte anders machen können.
Musste er wirklich MEINETwegen sterben?
Ich merke auch immer wieder, wie ich mir selbst die Schuld geben will. MEINETwegen starb er. Um MICH zu retten, wurde der Abbruch gemacht. ICH bin Schuld.

Aber mittlerweile habe ich es gelernt, solche Selbstbeschuldigungen gleich abzublocken:

Was hätte ich anders machen können?
Nichts. Ich wusste nicht, dass ich eine SS-Vergiftung haben würde.
Sowas, vor allem so früh schon um die 20. SSW, ist äußerst selten.

Was, wenn wir nicht abgebrochen hätten?
Vielleicht wäre ich gestorben? Und das Kind auf jeden Fall mit mir.
Nur mein Mann wäre alleine zurückgeblieben.
Ich erinnere mich an sein Gesicht, an seine Stimme, als er damals auf der Intensivstation zu mir sagte: "Ich will Dich nicht verlieren!"

In der nächsten SS kann ich jetzt was machen. Engmaschige Überwachung. Medikamente.
Aber damals hätte ich nichts anders machen können.

Die Schuld bei Dir selbst zu suchen, ist ein normaler Mechanismus. Aber glaube mir: Es ist eine reine Übungssache, Dich selbst zu überzeugen, dass es nicht Deine Schuld ist! Und es wird mit der Zeit besser. Glaub mir!

Dein Kind ist schwerst behindert.
Lass Dich mal lange umarmen!
Egal, wie Ihr Euch entscheiden werdet.
Es wird die richtige Entscheidung sein.

Es klingt mir nicht so danach, als würdet Ihr Euch so mal eben für einen Abbruch entscheiden, weil es praktischer ist und leichter.

Ihr macht Euch die Entscheidung nicht leicht.
Und das bedeutet, dass Ihr Euch sehr lange und intensiv damit beschäftigt habt.

Egal, was Ihr macht: Es wird für Euch das Richtige sein.

Ich habe meinen Felix per "normale" Geburt zur Welt gebracht.
Anfangs hatte ich furchtbare Panik:
WAS? Mein Kind soll sterben und ich soll die "Quälerei" der Geburtswehen AUCH noch durchmachen?

Heute bin ich gottfroh, dass es so gemacht wurde.

Es war ein einzigartiges Erlebnis.
Man sagte mir vorher, das Kind würde sehr früh schon unter den ersten Wehen zuwenig Sauerstoff bekommen, so dass es schnell "einschlafen" und sterben würde.
Das hat ein wenig geholfen.
Es hat wehgetan, ja. Nicht nur die Wehen, vor denen ich die SS über am meisten Angst gehabt hatte, sondern auch der Gedanke, ich bekomme ein Kind, das nicht leben wird.

Aber ich bin meinem Sohn so unendlich dankbar: Er hat mir die panische Angst vor den Wehen genommen.

Ja, es tut weh - aber es gab diese Pause zwischen den Wehen, in der ich mich wieder erholen konnte. Es ist kein Dauerschmerz, nein, er kommt und geht. Das konnte mir mein kleiner Felix beibringen. Dafür bin ich ihm dankbar.

Eine andere Sache war das Anschauen: Man fragte uns, ob wir das Kind anschauen wollten, wenn es da wäre.
Wie bitte? Ich soll dieses winzige zerbrechliche Wesen auch noch anschauen? Wer weiß, was der Geburtskanal mit ihm anstellen würde?!?
Bloß nicht! Ich stellte mir einen blutigen Klumpen Fleisch vor, so würde mein Kind aussehen! Das klingt jetzt schlimm, ich weiß, aber so dachte ich damals.

Ich hatte zum Glück eine liebe Intensivschwester, die mich im wahrsten Sinne ÜBERREDETE, es doch anzuschauen. Sie sagte, dass bisher noch alle Frauen es nicht bereut hätten, sich ihr Kind anzuschauen. Ich solle mir die Entscheidung bis zuletzt aufheben.

So machten wir es.

Und als mein Kind da war, da wollte ich es doch noch sehen: egal wie es aussah!

Du kannst Dir nicht vorstellen, wie schön er aussah!
Man konnte alles erkennen, bis hin zu den Kleinzehennägeln!

Er war wunderschön.

Der Oberarzt erklärte irgendwas von "das am Kopf ist ein Hämatom", aber das hörte ich nur im Hintergrund. Ich sah kein Hämatom, ich sah nur unseren wunderschönen Sohn. Mein Mann und ich hielten ihn im Arm und wir heulten beide, es war schrecklich und schön zugleich.

Schwer rüberzubringen. Ich hoffe, Du kannst es einigermaßen verstehen.

Richtige Entscheidung? Falsche Entscheidung?
Gibt es da richtig oder falsch?
Es war unser Weg, einen anderen hätte es für uns nicht gegeben.

Aber es kam eine Zeit des Trauerns.
Das muss man zulassen.
Verdrängen hilft nur kurz.
Irgendwann kommt es wieder hoch und will verarbeitet werden.

Liebe Susanne,
ich habe hier wieder mal viel geschrieben.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.
Nimm Dir aus meiner langen Antwort das heraus, was Dir hilft.
Und was Dir nicht hilft, lies darüber weg.

Sei ganz lieb umarmt!
Egal, was Ihr machen werdet.
Es ist Eure Entscheidung.
Es wird Euer Weg sein.

Lass Dich / Lasst Euch hier auffangen.
Ihr seid nicht alleine.
Dafür ist diese Forum da.

Traurige Grüße
Eli mit *Felix und *Anjinho

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
Von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt - man merkt es kaum,
Denn eines ist ja keines.
http://www.forum.frauenworte.de/user_files/513.gif
Doch dieses eine Blatt allein
War Teil von unsrem Leben.
Drum wird dies eine Blatt allein
Uns immer wieder fehlen.

SusanneundLaura
23.05.2005, 16:36
Hallo,

danke für deine netten Worte und das du mir so gut Mut zusprichst.
Ich denke, ich werde, ich werde Entscheiden ob ich ihn noch sehen möchte, wenn es soweit ist. Ich bin nur unheimlich dankbar dafür, dass meine Tochter Laura (22 Monate) für mich da ist. Sie lenkt mich doch sehr gut ab. Erschreckend ist, ihre Geburt war so schön für mich. Die Fruchtblase platzte um viertel nach 12 nachts, und schon um halb 5 war sie da. Schön, rosig und voller Leben. Und jetzt?

Die Geburt wird wahrscheinlich nicht schön. Um die Wehen mache ich mir keine Sorgen. Es klinkt witzig, aber, ich mache mir sehr große Sorgen um Julian. Wird er Schmerzen haben? Was ist, wenn er doch noch lebt, wenn er Geboren wird?

So viele Fragen und doch keine wirklichen Antworten. Das ist verdammt hart.

Und ich habe unheimliche Angst vor der Beerdigung. Wir sind ja schon fast in der 31 SSW, da denke ich, ist eine Beerdigung für uns vorallem aber für mich, sehr wichtig. Die Angst ist aber trotzdem da.

Ich wünsche dir alles alles gute

Liebe Grüße

Susanne

Pezi
23.05.2005, 22:36
liebe susanne!

es tut mir sehr leid, dass nun auch du in der schwierigen lage bist, ueber leben und tod deines kindes entscheiden zu muessen. :(
mein sohn emil hatte anenzephalie, d.h. sein gehirn war nicht ausgebildet, er war nicht lebensfaehig. wir entschieden uns damals gegen einen abbruch, ich wollte emil austragen, er aber starb schon in der 27.ssw.
ich war (und bin) sehr gluecklich ueber meine entscheidung, mein baby nicht abtreiben zu lassen. allerdings war die situation ein bissl anders, da es 100&%ig sicher war, dass er hoechstens einige std. oder tage nach der geburt ueberleben koennte. die entscheidung fuer ein kind, das zwar lebensfaehig, aber schwerst behindert ist, stelle ich mir noch schwieriger vor.

du schreibst, dass es dir lieber waere, julian wuerde von selber entscheiden, zu gehen. das kann ich sehr gut verstehen! ich war traurig, aber erleichtert, dass emil noch wahrend der ss gestorben ist, denn vor der zeit nach der geburt habe ich mich ein bissl gefuerchtet. auch mir wurde von der aerzten gesagt, dass er wahrscheinlich leiden muesste, wenn er lebend zur welt kommen wuerde (betroffene eltern haben mir allerdings anderes berichtet, denn die meisten dieser kinder sind friedlich eingeschlafen.)
sprich mit deinem baby! sag ihm deine sorgen und bitte ihn, dir diese schwere entscheidung abzunehmen. lass ihm und dir zeit!

du hast noch zeit fuer deine entscheidung. wenn du einen abbruch vornehmen laesst, so macht es keinen unterschied, ob es morgen soweit ist oder in einigen wochen. die geburt wird dadurch nicht wesentlich anders, dein kind leidet deswegen nicht mehr oder weniger - aber wenn du noch wartest, gewinnst du ZEIT, um dich besser vorzubereiten; um dir genau zu ueberlegen, was du bei der geburt machen moechtest, was dir wichtig ist, und vielleihct sogar schon an das "danach" zu denken (beerdigung,...)

dass du keine vollnarkose bekommst, erscheint dir jetzt brutal - aber versuche es doch einmal von einer anderen sichtweise aus zu sehen: die geburt ist ein intensives erlebnis mit deinem julian, sie wird unvergesslich sein fuer dich (und auch fuer deinen mann). diese stunden verbringt ihr ganz ganz intensiv und nah mit eurem julian! lass sie dir nicht entgehen!
natuerlich ist eine geburt schmerzhaft - aber die koerperlichen schmerzen sind viel kleiner als die, die du jetzt wahrscheinlich in deinem herzen verspuerst. deinen ganzen schmerz, deine wut, deine enttaeuschung kannst du waehrend der geburt hinausschreien! eine vollnarkose wuerde nicht nur die schmerzen betaeuben, sondern auch deine wahrnehmung. du wuerdest von deinem kind nichts mitbekommen. du haettest keine erinnerung an ihn. dein mann waere der einzige, der die geburt bewusst erleben wuerde, du waerst immer auf ihn angewiesen, um zu erfahren, wie dein sohn geboren wurde. die meisten frauen, die wahrend der geburt narkotisiert waren oder schmerzmittel bekamen, vernmissen diese zeit des zusammenseins mit ihrem baby.

versuche, dich trotz allem auf die geburt zu freuen! auch die geburt eines toten kindes kann ein schoenes erlebnis sein: du lernst deinen sohn kennen, du wirst wissen, wie er sich anfuehlt, wie er riecht, welche augenfarbe er hat... geniesse es! es ist normal, dass man als mutter nach einer totgeburt die selbe euphorie verspuert, wie nach einer lebendgeburt - wenn man das baby halten und begruessen kann. emils geburt war fuer meinen mann und mich wunderschoen.

wenn julian lebt, wenn er geboren wird? erkundige dich vorher im spital, wie diese situation geregelt ist! ist seine behinderung so schwerwiegend, dass er als "nicht lebensfaehig" eingestuft ist? dann werden, auch wenn er bei der geburt lebt, keine lebenserhaltenden massnahmen getroffen. er kann bei dir und deinem mann bleiben und in den armen seiner eltern sterben. diese wenige zeit wird ein wertvoller schatz fuer euer ganzes leben sein (ein grund mehr, um auf die narkose zu verzichten)!
ist er lebensfaehig, sind die aerzte verpflichtet, lebenserhaltende massnahmen zu treffen (zumindest glaube ich, dass es bei euch in D gleich wie hier in A ist). beides ist uebrigens unabhaengig davon, ob die geburt jetzt eingeleitet wird, oder ob du bis zum termin wartest und die wehen von alleine losgehen!

egal, wie du dich entscheidest: nimm dir zeit mit deinem sohn, wenn er geboren ist! schau ihn an, nimm ihn in den arm, knuddle und kuesse ihn! heisse ihn willkommen auf der welt und in deinem herzen!
du wirst KEINE alptraeume von seinem gesicht haben (das koennte hoechstens so sein, wenn du ihn NICHT anschaust)! ich kenne sehr sehr viele eltern von sternenkindern, und NIEMAND hat es je bereut, sein kind zu sehen - egal in welcher ssw es geboren wurde und welche missbildungen es hatte!

wie bezieht ihr eigtl. eure tochter in die situation ein? sie wird sich sicherlich auf ihr bruederchen freuen! mir war es sehr sehr wichtig, dass unsere beiden aelteren soehne (damals 3,5 und 2j.) emil kennenlernen, sie kamen am morgen nach der geburt ins spital, um ihn zu sehen. wir haben immer sehr offen ueber alles geredet, sie wissen genau, warum ihr bruder starb, und konnten sich genau wie wir auf emils geburt vorbereiten.

ich koennte noch sooo viel schreiben...
wenn du moechtest, kannst du dich gerne in der in box oder per e-mail bei mir melden!
ich werde in der naechsten zeit ganz sicher haeufig an dich und julian denken!

alles liebe,
pezi

SusanneundLaura
25.05.2005, 00:56
Hallo,

danke für deine liebe E-Mail.
Wir waren heute nochmal in Düsseldorf. Es wurde noch eine Kernspintomografie gemacht. Aber, das Ergebnis der Untersuchung ist gleich geblieben, ausser das es für diese Fehlbildung in Julians Kopf keinen Namen gibt. Es scheint etwas zu sein, was die Ärzte noch nie gesehen haben.
Der Abbruch wird nun wahrscheinlich nächste Woche stattfinden. Der Gedanke daran quält schon ungemein. Nicht die Geburt selber. Dank Laura habe ich keine Angst mehr vor der Geburt. Aber vor dem fetizid. Julian wird ja leider von Arzthand getötet. Aber es ist so (und das beruhigt ein wenig), dass er davon nichts mitbekommen wird. Er wird in mir ruhig einschlafen. So ist er nicht alleine, wenn das passiert, und er erleidet keinen Schmerz. Ich werde für diesen Eingriff Beruhigungsmittel bekommen. Für die Geburt selber, werde ich versuchen ohne diese Mittelchen auszukommen. Das habe ich bei Laura auch geschaft. Ich möchte Julian ja doch noch nach der Geburt sehen und ihn begrüssen und verabschieden. Es wird schwer, aber es scheint das Beste für mich und meinen Mann zu sein.

Liebe Grüße

Susanne

Cordi
25.05.2005, 16:11
Liebe Susanne,

als ich dein Posting las, liefen mir die Tränen. Es tut mir so unendlich leid für Euch, das Julian keine Chance hat.

Mein Gott ist das schrecklich und ich kann mir vorstellen, wie es in dir aussieht. Leider kann ich dir auch die Entscheidung nicht abnehmen.

Aber eines möchte ich dir gern sagen, wenn es eben geht, nimm' deinen Sohn in den Arm wenn er da ist. Ich habe mich auch nicht getraut, meine Julia zu sehen, als ich sie geboren hatte, aber die Ärztin hat sich lange mit mir unterhalten und mir wirklich gesagt, ich würde es bereuen und ich bin ihr so dankbar. Als sie mir Julia brachten, wäre ich vor Angst bald gestorben, aber als ich sie dann im Arm hatte, war ich so froh, das ich es getan habe und ich bin mir sicher, sie hat es gespürt. Ich habe mich von meiner Maus richtig verabschieden können und ich bin wirklich froh, das ich es getan habe.

Liebe Susanne auch dein Julian wird es spüren, wenn du ihn berührst. Es wird hart aber ich denke du wirst es nicht bereuen.

Ich wünsche Euch alle Kraft der Welt und bin in Gedanken ganz fest bei dir.

Traurige Grüße

SusanneundLaura
25.05.2005, 17:06
Hallo,

auch dir möchte ich für deine Antwort danken.
Ich habe eben den letzten Termin (mit einer Kinderärztin) bekommen, bevor wir den entscheidenen Schritt wagen. Jetzt kommt es mir sehr wirklich vor. Ich kann davon ausgehen, dass ich nächste Woche mein Baby bekomme. Sehr erschreckend dieser Gedanke. Aber zugleich macht sich auch eine Art Erleichterung platz.
Viele Gedanken schwirren mir durch den Kopf. Und Julian zappelt in mir munter vor sich hin.
Bis gestern ist mir noch alles irgendwie unwirklich vorgekommen und jetzt ist es wahr. Mein Kind wird sterben, und ich bin dafür verantwortlich. Bzw. ich entscheide wann der Zeitpunkt da ist. Man man man, der Alptraum will einfach nicht enden. Ich kann nicht fassen, dass es tatsächlich so ist. Immer denkt man, das passiert nur anderen, aber doch mir nicht. Alles war so schön, und jetzt ist alles kaputt.
Aber, da müssen wir durch.
Ich hoffe, ich verkrafte es, meinen Sohn noch in den Armen zu halten und ich hoffe, es ist alles schnell vorbei, bis das er bei mir im Arm ist. Ob ich ihn jemals dann wieder los lassen kann???

Liebe Grüße

Susanne

Beate35
25.05.2005, 21:03
Liebe Susanne,

es tut mir so leid ;( ,mir fehlen einfach die Worte.
Ich werde nächste Woche an Dich/Euch denken.

Stille Grüße
Beate

Sabine_Fabian
25.05.2005, 21:14
Liebe Susanne,

ich bin sehr betroffen, was euch da bevorsteht.

Aber vielleicht besorgst du dir noch das Buch "Ein Stern, der nicht leuchten durfte" von Klaus Schäfer.
Es ist sehr einfühlsam beschrieben und du kannst dir wertvolle Tipps holen, wenn du deinen Sohn im Arm hast.
Es hätte mir damals gut getan, vorher dieses Buch zu lesen.

Kraftschenkende Grüße
Sabine mit

http://www.cosgan.net/images/smilie/engel/c010.gif Fabian (02.06.2003) für immer im Herzen eingekuschelt

TTanja
25.05.2005, 23:13
Liebe Susanne,

.... auch ich bin sehr betroffen von deinem und Julians Schicksal...
Ich sitze hier vor meinem PC und suche verzweifelt nach Worten...
und fühle mich um 2 Jahre zurückversetzt, als ich für meinen Sohn Lee auch diese Entscheidung treffen mußte. :-(

Diese Entscheidung ist so schwer.... und ich weiß heute noch nicht, ob ich die richtige getroffen habe oder nicht. :-(
Für wen richtig? Für mich? oder für Lee?

Ich erzähl dir einfach mal, was mir wichtig war oder gewesen wäre.
Hm.... ich war sooo neugierig auf meinen Sohn, und als er geboren war, mußte ich ihn sofort an mich drücken.... ich hab einfach nur darauf gewartet, daß er atmet, obwohl ich wußte, er ist tot. :-(
Gleichzeitig war ich froh, daß dieser kleine Körper nicht mit Intensivmedizin "geschunden" wurde... er war noch viel zu klein.
(21. SSW) :-(
... und doch so perfekt.... alles dran.

Ich sag dir: Nimm dir Zeit.... die Zeit, eine Entscheidung zu treffen.... die Zeit, dich zu verabschieden..... die Zeit, die du mit deinem Julian verbringen kannst, egal, ob tot oder lebend.
Diese Zeit kommt nie wieder.

Mach soviel Fotos, wie du kannst, soviel Fingerabdrücke, wie du kannst. Du kannst das nie wieder tun.
Streichel ihn, soviel du kannst.... und präge dir genau ein, wie er riecht.... du wirst es nie wieder riechen können.... :-(

Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht zu sehr geschockt.... aber es war mir einfach ein Bedürfnis, dir das zu schreiben....
Damit du nicht so viel versäumst wie ich. :-(

Traurige und mitfühlende Grüße

Tanja

SusanneundLaura
26.05.2005, 13:12
Halle Tanja,

danke für deinen lieben Brief.
Ich werde alles genau so machen, wie du es mir geschrieben hast. Ich hoffe, es geht alles ganz schnell und irgendwie freue ich mich trotz allem meinen Sohn endlich in die Arme schließen zu können. Ich hoffe, er hat schon Haare, dann werde ich mir vorsichtig einen Strähne abschneiden und sie ans Herz drücken, wann immer mir danach ist.
Wenn man schwanger ist und guter Hoffnung, bekommt man gar nicht mit, wieviele Menschen schon so ein schlimmes Schicksal verfolgt. Man sagt immer, Zeit heilt alle Wunden. Ich glaube, diese Wunden heilt niemand. Sie bleiben für immer...

Ich hoffe, es geht unseren Kindern gut, dort wo ihre kleinen Seelen sind.

Liebe Grüße

Susanne

SusanneundLaura
26.05.2005, 13:14
Ich weiß gar nicht was ich schreiben soll.

Danke!
Danke dafür, dass ihr da seid (auch wenn nur in Gedanken).
Danke dafür, dass ihr mir trotz allem sagt, wie es euch ergangen ist.

Danke einfach, dass ich nicht alleine bin.

Liebe Grüße

Susanne

SusanneundLaura
26.05.2005, 13:16
Hallo,

ich werde mir das Buch gerne holen. Ich glaube allerdings nicht, dass ich es noch vor dem Abbruch lesen werde, da dies nächste Woche schon der Fall sein wird. Irgendwie geht jetzt alles so schnell.

Liebe Grüße

Susanne

Moni
26.05.2005, 14:52
Liebe Susanne,

wenn es dir ZU schnell geht - lass dir Zeit !!
Nimm dir und euch die Zeit euch zu verabschieden.

Lass dich von nichts und niemandem drängen,
zur Not verschieb den Termin!

Bitte denk darüber nach...

Ich habe noch eine Frage, wenn du sie mir beantworten möchtest und kannst, denn ich glaube dir, daß das dir sehr zu schaffen macht.
Und das ist nur zu verständlich..!:

Warum muss ein Fetozid gemacht werden ?
Wie groß sind die Überlebenschancen deines Julian ?

Ich sende dir viel viel Kraft...
liebe Grüße von Moni.

SusanneundLaura
26.05.2005, 15:26
Hallo,

gerne beantworte ich dir deine Fragen,

der Abbruch wird gemacht, weil wir nicht möchten, dass Julian sich nach der geburt quält. Und da schon so viel Zeit vergangen ist, wird es immer schwieriger diesen Abbruch zu machen. Deshalb wird er gemacht. Die Überlebungschancen von Julian sind so gut wie bei null. Er wird durch Maschinen nicht am Leben gehalten werden, da der Körper von Julian dies nicht schaffen würde (lt. Ärzten). Das Gehirn ist halt so gut wie gar nicht vorhanden. Darüber zu schreiben, fällt mir nicht schwer (muss ich zugeben), aber darüber zu sprechen gelingt mir fast gar nicht.

Liebe Grüße

Susanne

Moni
26.05.2005, 20:51
Liebe Susanne,

danke daß du mir geantwortet hast.

Ich mache mir Sorgen muss ich zugeben:

Sorgen, daß du später damit nicht zurecht kommst, deinen Sohn hast "töten" lassen.

Und auch Sorgen, daß du es später bereust, daß du ihn niemals lebend gesehen hast.

Ich kann mir vorstellen, daß du und dein Mann daß alles schon viele hundert Male hin- und her überlegt und besprochen habt...eine Entscheidung getroffen habt...
und ich evtl. nur alles wieder aufrühre.

Aber die vielen vielen Schicksale hier,
und die Gedanken, Gefühle und Gespräche der betroffenen Frauen hier im Forum die ich über die vielen Jahre erlebt habe,
und meine eigenen Erfahrungen eines med. ind. Abbruchs,
lassen mich nicht in Ruhe,
ehe ich dir das noch einmal ans Herz gelegt habe.

Es fällt mir sehr schwer dir das so ausführlich zu schreiben,
aber man kann eben in diesem Fall die Entscheidungen leider niemals wieder rückgängig machen :-(.

Ich persönlich wäre der Meinung, daß das Kind sich nicht quält, wenn es seinen eigenen Weg zu den Sternen wählen kann - unterstützt durch die warmen Arme und Worte seiner Eltern. Und evtl. schmerzstillenden Medikamenten.

Ich würde eher befürchten, daß sich das Kind quält, wenn es in meinem Bauch völlig überraschend getötet wird...

Ich habe noch niemals so deutliche Worte gewählt...es fällt mir schwer, weil ich befürchte dich tief zu treffen und zu verwirren....
aber wie oben gesagt:

Schon so oft habe ich die Frauen hier gehört,
wie sie es später tief betrauert haben, ihr Kind nicht wenigstens wenige Minuten lebend erlebt zu haben...

Und die Schuldgefühle sind riesig...den Tod selbst bestimmt zu haben.
:(

Ich bitte dich um Entschuldigung wenn ich die falschen Worte gewählt habe, aber ich kann einfach nicht schweigen,
dazu geht es mir zu nahe...

eine liebe Umarmung von Moni.

Chris68
26.05.2005, 22:01
Liebe Susanne,
ich kann mich Monis Worten nur anschließen. Als Mutter eines Sternenkindes habe ich zwar keine persönliche Erfahrung mit einem med. indiziertenAbbruch, denn mein Sternchen ist nach 1 Woche Kampf von alleine gegangen, als ich ihm diesen Weg freigestellt habe. Beruflich habe ich allerdings viel mit Menschen zu tun gehabt, die der Tatsache ins Auge blicken mußten, einen nahen Angehörigen (allerdings meist einen Erwachsenen) gehen zu lassen. Da ging es oft um die Frage, bleibe ich bis zum Schluß, muß er/sie leiden, ....
Ich habe dabei die Betroffenen imer darauf hingewiesen, daß die verbleibende Zeit einzigartig und nicht wiederholbar ist. Natürlich muß jeder für sich entscheiden, was ihm wichtig ist (Begleitung, oder Gehen, weil man sich der Situation nicht gewachsen fühlt). Egal wie die Entscheidung ausfällt, sie ist endgültig. Die moderne Medizin bietet sehr viele und effektive Maßnahmen, das Leiden von
Menschen zu verringern. Mit der entsprechenden Betreuung kann jeder, auch ein neugeborenes, aber doch nicht lebensfähiges Kind sein Leben würdevoll und ohne Schmerzen und Luftnot im zu Ende leben. Es gibt hier im Forum so viele, die ihre Kinder während ihres kurzen Lebens niemals haben im Arm halten und liebkosen können und sehr darunter leiden. Gleichwohl sind viele andere da, die ihre Kinder bis zum Tod begleiten durften, sie in der letzten Zeit ihres Lebens halten konnten, und so schlimm das auch ist, mir scheint es so, als ob die meisten langfristig damit besser leben können. Wenn ein Kind von alleine geht, ist das ein sehr schlimmes Schicksal, und man kann lernen, es als solches in sein Leben zu integrieren. Wurde nachgeholfen, so kommen einem möglicherweise eines Tages doch Gewissensbisse, und dann kann man es nicht mehr rückgängig machen. Diese Tatsache läßt sich unter Umständen wesentlich schlechter ins eigene Leben integrieren.
Liebe Susanne, denk nochmal gut über Deine Entscheidung nach, und frag lieber nochmal ein paar Forumsfrauen um Rat. Ich wünsche Dir auf jeden Fall von ganzem Herzen, daß Du die Entscheidung triffst, mit der Du mit Deiner Familie zusammen eine Zukunft hast.
Alles Gute
Chris68

SusanneundLaura
27.05.2005, 13:48
Hallo,

ich glaube, ich habe mir schon so oft Gedanken darüber gemacht, was ich wirklich will. Ich will nicht, das er sich quält. Das wurde von Ärzten aber schon bestätigt. Ich werde aber noch mal genau nachfragen am Montag, wenn ich bei der Ärztin bin.
Am liebsten wäre es mir, wie jeder anderen Mutter wahrscheinlich auch, dass Julian leben darf, ohne Behinderungen usw. als Kerngesunder Mensch halt. Doch das ist nicht so, und nun müssen wir leider das beste für ihn auswählen. Und das ist, weiß Gott, absolut nicht einfach. Man steht irgendwie immer zwischen zwei Stühlen. Wollen wir dies? oder lieber das? Doch über eines sind wir uns einig. Niemand kann sein eigenes Kind leiden sehen. Dies möchte ich Julian und meiner Familie ersparen.

Liebe Grüße

Susanne

SusanneundLaura
27.05.2005, 13:57
Hallo Moni,

du hast nicht die falschen Worte gewählt. Bei diesem Schritt, kann niemand richtig oder falsch entscheiden. Natürlich habe ich Angst, dass Julian überraschend getötet wird und Angst und Qualen erleiden muss. Doch dies wird nicht der Fall sein, ich bekomme ein Mittel, das mich und Julian beruhigt und schlafen lässt. Das Mittel der Spritze, dass Julian bekommt, wird nicht ins Herz sondern in die Nabelschnur gespritzt, somit merkt er das nicht. Er schläft ganz langsam in mir ein. Das wurde mir versichert. Ich glaube, da der Arzt das leider schon öfters machen musste, kann ich ihm glauben. Allerdings glaube ich auch den Ärzten, die mir gesagt haben, dass Julian entweder die Geburt nicht überleben wird oder sich quälen wird. Wenn ich dann wählen muss, wähle ich das, wo es Julian mit am besten geht. Auch, wenn es mir umso schwerer fällt. Immerhin ist es mein Kind, dass qualen erleidet.

Ich glaube nicht, dass die Ärzte sowas gerne tun. Und wenn sie es tun, dann nur, wenn es nötig ist. Wir haben sehr oft und sehr lange mit ihm darüber gesprochen und auch mit Frauen der Schwangerschaftskonfliktberatung. Sie haben uns auch geholgen, den Weg für uns zu finden.

Allerdings, wie bekannt, unser Weg ist nicht der Weg der anderen.

Ich möchte mich allerdings nochmals bedanken, dass ihr alle euch so um uns sorgt. So was gibt es nicht oft. Und ihr wollt ja auch nur, dass wir keine Fehler machen und es uns danach noch schlechter geht.

Liebe Grüße

Susanne

Christine313
28.05.2005, 12:33
Liebe Susanne,
ich möchte dir gerne etwas Liebes sagen, aber mir fehlen irgendwie die Worte. Ich verfolge nun auch schon seit ein paar Tagen die Antworten und kann mich bei so vielem nur anschließen.

Ich möchte dir aber auch noch gerne meine Erfahrung von Annabelle´s Sterben erzählen und wie ich es empfunden habe.
Stunden vorher wurden sämtliche Medikamente abgesetzt, sie bekam ausschließlich ein Schlafmittel und ein starkes Schmerzmittel. Sie hat also zum Glück endlich keine Schmerzen mehr erleiden müssen.
Nachdem wir plötzlich sahen wie schnell es mit unserer Maus zu Ende ging, wollte ich sie doch in meinem Arm haben. Vorher wehrte ich ab, weil ich Angst hatte, sie würde beim rübergeben Schmerzen haben.
Ich bekam sie sofort. In diesen letzten Minuten sagten wir unserem Engelchen alles was wir auf ihrem Weg noch mitgeben konnten.
Ich hielt sie in meinem Arm und plötzlich ging sie. Es war vorbei.

Sofort war ich dankbar dafür das ich doch noch soviel Mut hatte, sie in meinem Arm fest zu halten. Das sie nicht alleine in ihrem Bettchen liegen musste, sondern das sie mich und uns gespürt hat.

Beim erzählen kommen mir schon wieder die Tränen.

Mein Mann wusch sie und zog sie an und ich hielt sie noch mindestens drei Stunden kuschelnd an meiner Brust. Wir haben die Zeit mir ihr noch sehr genossen und haben sehr viele Bilder gemacht.
Ich habe viele Alben von meiner Maus und sie sind mein größter Schatz.

Ich weiß das ich viel mehr von meiner Maus gehabt habe, als du oder auch andere hier im Forum es je hatten oder haben werden. Dafür bin ich auch sehr dankbar und weiß es zu schätzen.

Ich kann mich nur anschließen, das du bitte die Zeit mit deinem Söhnchen genießt. Koste sie aus. Mach´dir von mir aus einen Zettel, damit du nachher auch nichts vergessen hast. Du wirst es wirklich bereuen, denn es ist dann leider vorbei.
Ich habe auch versucht den Geruch meiner Maus in mich aufzunehmen, nur leider ist er nicht mehr da. Ihre Kleidung wurde in den letzten zwei Wochen gewaschen, da sie keine mehr trug. Hätte ich gewußt das wir sie nicht mehr nachhause bekommen, hätte ich sie nie waschen lassen. Aber wir haben einen Fußabdruck (Muttertag 04), mehrere Löckchen (die wir jeweils in unseren Medaillons tragen, und ins Album geklebt haben) und hunderte von Fotos.

Laß´dir die Zeit nicht nehmen. Laß´dich nicht drängeln, dein Kind nun "endlich" herzugeben. Du hast es schon "hergegeben".
Niemand darf dir diese Zeit nehmen und du wirst es selber merken und spüren wenn du soweit bist.

Ich bin in Gedanken bei dir und schicke dir einen Lastwagen voll Kraft dies alles durchzustehen. Ich weiß wie man sich fühlt, wenn man glaubt es wäre nur ein Albtraum, es müsse einer sein und irgendjemand müsse einen doch jetzt wecken.

Ich würde gerne noch mehr schreiben, aber wo soll man da aufhören....

Ich denke ich spreche hier nicht nur für mich, das wir irgendwann wenn dir danach ist, von dir hören wie es dir geht.
Wann der Zeitpunkt dafür ist, entscheidest auch du.

Fühle dich von mir umarmt.

Liebe Grüße
Christine

SusanneundLaura
28.05.2005, 12:52
Hallo,

danke das du mir geschrieben hast. Ich finde es sehr bewundernswert, wie ihr mir alle Tipps und Eure Erfahrungen mitteilt. Ich weiß das sehr zu schätzen. Dafür ein dickes Dankeschön...

Ich denke, die Zeit ist gekommen, um Julian herzugeben. Wenn ich so leide und es mir nicht gut geht, geht es meinem Sohn ja auch nicht gut in meinem Bauch. Und meiner Tochter natürlich auch nicht. Sie ist zwar erst 22 Monate alt, merkt aber genau, wie es ihrer Mama geht. Das nimmt mich alles sehr mit und ihren Vater natürlich auch, von daher muss auch irgendwann schluss sein. Ich denke, es ist eine große Hilfe, wenn der schlimmste Teil vorbei ist. Dann haben wir zwar noch die Beerdigung vor uns, aber ich kann meine Tochter wieder an mich kuscheln. Im Moment kann ich das nicht so gut, da der dicke Bauch schon sehr stört und ich Angst habe, Laura könnte Julian irgendwie weh tun, wenn sie mich umarmt und knuddelt. Sie ist schon ganz schön wild.
Ich hoffe, es ist alles schnell vorbei, und ich kann meinen Sohn endlich in den Armen halten.

Liebe Grüße

Susanne

AnjaLAP
29.05.2005, 00:09
Liebe Susanne!

Bei unserer Tochter Valentina wurde in der 21 SSW festgestellt, dass ihr die rechte Herzklappe fehlt und die linke Herzhälfte nicht richtig entwickelt ist. Valentina würde sterben - WANN konnte uns kein Arzt der Welt sagen.

Operation gab es keine, Valentina hatte überall im Körper schon Wasser angesammelt. Der Arzt (der beste den wir fachlich gefunden haben) hatte keine Ahnung, wie die Kleine es schaffte so zu leben.

Für meinen Mann und mich war eines klar: wir wollten Valentinas Weg akzeptieren. Wir wollten sie im Sterben begleiten und so lange für sie da sein, wie sie unsere Liebe braucht, so lange, wie sie Zeit als Erdenwesen braucht.

Ein Abbruch kam für uns nicht in Frage, einfach, weil WIR nicht bestimmen wollten, wie lange Valentina bei uns bleibt.

7 Wochen haben wir mit Valentina verbracht, ihr viel Zeit gewidmed, ihr alles erzählt was sie wissen musste, sie in Liebe gehüllt und uns (mehrmals) von ihr verabschiedet. Diese 7 Wochen waren für uns - besonders am Anfang - ein riesiges Geschenk, einfach weil unsere erste Tochter Marie vor einem Jahr ganz plötzlich in der 29 SSW starb und wir uns nur von ihrem toten Körper verabschieden konnten.

In der Zeit, als wir unsere Maus im Sterben begleitet haben hatten mein Mann und ich nur einen Wunsch: wir wollten sie EINMAL lebend sehen, sie drücken, sie richen, sie schreien hören. Besonders mein Mann wollte sie EINMAL IM LEBEN spüren. Ich hatte ja das Glück, immer wieder ihre Tritte zu spüren. Er hat sie niemals lebend gespürt, und das hat mir fast das Herz zerissen.

HEUTE weiß ich, Valentina auf Erden die Zeit zu geben die sie brauchte war das beste, was wir jemals getan haben. :-) :-)

Wir haben Valentina so tief in unserem Herzen, spüren unsere Liebe zu ihr und wissen, wir konnten ihr all die Liebe geben die sie brauchte. Wir sind so froh, dass SIE ES GESCHAFFT hat. Was auch immer ihre Aufgabe hier auf Erden war - sie konnte sie erfüllen, weil WIR ihren Weg mit ihr gegangen sind.

Das macht uns unheimlich glücklich und stolz. :) :)

Und was die Schmerzen betrifft: Wir haben immer wieder danach gefragt, ob Valentina Schmerzen hat. Der Arzt meinte, das kann er nicht beantworten. Er weiß es nicht, die Meinungen über Schmerzen im Mutterleib gehen auseinander. Aber: wir könnten ihr sowieso nichts besseres anbieten.

UND: wir haben uns damit getröstet, dass es Valentinas Weg ist, sie es "aushalten" muss - weil die Alternaive, sie zu töten, einfach nicht möglich war.

Wir haben für Valentina ein Patienten-Testament gemacht. Das geht bei uns in Österreich. Es hat bedeutet: FALLS Valentina bis zur Geburt lebt und lebend auf die Welt kommt, werden keine Lebensverlängernden Maßnahmen getroffen (wir wollten sie in keinem Fall als Versuchskaninchen für die Ärzte hergeben), sondern sie hätte nur Schmerzmittel bekommen und hätte in unserern Armen streben dürfen.

Genau das habe ich mir in all den Wochen gewünscht. Denn DASS sie sterben würde war mir klar.

Dieses kurze Mutterglück - das hätte ich mir gewünscht.
Und: ich hätte es so gerne meinem Mann gegönnt sie zu spüren.

Liebe Susanne!
Ich wünsche dir von ganzem Herzen die Kraft, dass du mit deinem Mann die richtige Entscheidung finden wirst.

Wenn mein Mann und ich an unsere Töchter HEUTE denken, ist da nur ein Gefühl tiefer, inniger liebe - keine Schuld, keine Scham, kein "hätten wir doch" oder " warum haben wir" - wir sind eine glückliche, aber eben besondere, Familie.

Dieses Glück, dieses Gefühl, wenn du in einigen Monaten an Julian denken wirst wünsche ich dir von Herzen!

AnjaLAP
29.05.2005, 00:15
Liebe Moni!

Deine Worte haben mich zu tiefst getroffen...

Ich möchte dir einfach gerne eines sagen:

Wie WIR den Weg mit Valentina gegangen sind: das wurde uns einfach von irgendwoher "geschenkt". Jeden Tag bekamen wir neue Kraft dazu, wir konnten nur staunen und dankbar sein. Ich glaube, diese Gnade haben nicht viele Menschen. Und ich bin mir dessen auch bewusst....

Vestehst du, was ich dir damit sagen will?

Ich schicke dir ganz viel "Herzenswärme"

GLG

Christine313
29.05.2005, 01:16
mit "hergeben" meinte ich eigentlich die Zeit nach der Geburt.
Das wenn der kleine Mann da ist, ihr die Zeit miteinander genießt. Lasst euch nicht drängen wenn es heißt, ihr müsstet euch nun verabschieden. Diese Zeit gibt euch niemand wieder.....
Du schriebst das du ihn schon hergegeben hast, ich muss dir sagen ich habe vollsten Respekt vor dir.
Du bist in einer solch schweren Lage in der niemand kommen möchte und musst sie irgenwie bewältigen.
Ich weiß, dir, wie auch uns allen, wurde gar keine andere Wahl gelassen und wir mussten es geschehen lassen...
Du sprachst von deinem Mann. Im letzten Brief wollte ich eigentlich schon nach ihm gefragt haben. Wie geht er denn mit dieser Situation um? Männer können ja ganz schlecht über ihre Gefühle sprechen?
Seid ihr euch gegenseitig denn eine Stütze?

Ach Susanne, das tut mir alles so Leid für euch und ich bin in Gedanken bei euch.

Liebe Grüße
Christine mit Annabelle tief in ihrem Herzen
(9 Monate, 21.06.04)

SusanneundLaura
29.05.2005, 12:05
Hallo,

am Anfang hat Andy immer nur geweint sobald das Thema zur Sprache kam. Er war ganz schön geschockt. Mittlerweile kann er ganz gut über die Sache sprechen. Ich denke, auch bei ihm kommt es nach der Geburt erst so richtig raus. Eine Stütze ist er mir dennoch, und ich hoffe, dass ich das auch für ihn bin. Ich möchte nicht hoffen, dass es, wie bei so vielen Paaren schon vor uns, nachher zu einer Trennung kommt, weil wir mit dem Sterben unseres Kindes nicht fertig werden. Aber wir werden sicherlich das Angebot der Paartherapie hier in der Gegend annehmen. So können wir auch mit anderen Personen über das Schicksal sprechen.

Liebe Grüße

Susanne

SusanneundLaura
29.05.2005, 12:12
Hallo,

schön, dass ihr einen Weg gefunden habt, der es euch gönnt, euch keine Schuld zu zuweisen. Ich werde mich morgen mal bei der Neurochirurgin erkundigen, ob es sowas hier auch gibt, dass man dem Kind nur Schmerzmittel gibt, denn als Versuchskaninchen möchte ich meinen Julian auch nicht hergeben. Da sind mein Mann und ich sehr einig.

Ich hoffe, wir werden irgendwann genauso denken wie ihr.
Aber, egal was wir tun, ob wir es beenden oder es später endet. Schwer ist beides, denn er wird und kann nicht bei uns bleiben. Das muss uns klar werden. Noch heute stehe ich manchmal morgens auf und denke, es ist alles nur ein Traum. Doch, die Wirklichkeit ist in Bruchteilen von Sekunden wieder da. Das schmerzt am meisten.

Liebe Grüße

Susanne

Christine313
29.05.2005, 13:16
Das finde ich eine sehr gute Entscheidung.
Mein Mann und ich gehen seit Ende Juli letzten Jahres auch zur Therapie um das erlebte zu verarbeiten. Erst gingen wir zusammen und seit Anfang des Jahres getrennt in die Stunden. Es hat uns sehr geholfen und man erfährt Dinge und Gedanken des Partners die man sonst vielleicht nie erfahren hätte, weil man es nicht erzählt.
Für mich war es auch erschreckend zu lesen, das 80% der Ehen sich trennen nach dem Verlust eines Kindes. Umso wichtiger war es für uns uns helfen zu lassen.
Holt euch ruhig Hilfe, das ist das Beste was ihr tun könnt.
Ich weiß wovon ich spreche und kann es nur jedem empfehlen.

Liebe Grüße auch an deinen Mann Andy
Christine

AnjaLAP
30.05.2005, 11:20
Liebe Susanne!

Es stimmt, dein Sohn wird sterben.
Auch für uns war Valentinas unumgänglicher Tod manchmal einfach nicht zu fassen. Für mich vor allem nicht, wenn sie fest gestrampelt hat oder in den glücklichen Mometen der Sterbebegleitung, wenn ich mit meinem Mann im Bett lag, er über den Bauch streichlte und wir miteinander gelacht haben und mit Valentina sprachen.

Aber eines hat uns über diesen Gedanken hinweggetröstet: NOCH war sie ja da, NOCH konnten wir Zeit mit ihr verbringen - wenn das auch nicht jeder verstanden hat. Für uns war sie und ist es immer noch - unser vollwertiges Kind.

Traurig sein, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung - ich dachte mir damals für diese Gefühle habe ich dann NACH ihrem Tod noch genug Zeit.
Ich wollte Valentina in Liebe einhüllen, sie sollte spüren, dass wir sie so lieben wie sie ist, und das war MIT dem Herzfehler.

Die Verzweiflung und Traurigkeit ist bis heute noch nicht da. Die Liebe zwischen uns überwiegt :) :) :) :)

Ich wünsche dir in jedem Fall Menschen, die dir helfen den für euch und Julian richtigen Weg zu finden.

LG

Pezi
30.05.2005, 11:58
liebe anja!

die geschichte von valentina beruehrt mich sehr.
ich schliesse mich dir 100%ig an, denn wir haben es bei emil damals ganz genau so gemacht (diagnose in der 19.ssw, er lebte noch 8 wochen in meinem bauch, naeheres im profil).

liebe susanne!

ich denke sehr oft an dich und wuensche dir und deiner familie viel mut und kraft.

alles liebe,
pezi

danikeller
01.06.2005, 10:42
Liebe Susanne,

Du ahnst gar nicht wie sehr mich Dein Schicksal berührt.

Wir mussten nämlich mit unserem * Leo ziemlich den selben schrecklichen Leidensweg gehen, wie Ihr mit Julian.
In der 30. SSW war sein Köpfchen plötzlich so groß wie in der 34. SSW.
Zuerst wurde auch der Verdacht auf zu viel Hirnwasser geäußert.
Einen Tag später wurde, wie bei Eurem Julian festgestellt, dass er eine massive Hirnblutung hatte.
Mehr dazu kannst Du nur wenn Du möchtest in meinem Profil
und auf * Leo´s Homepage lesen.

Unser * Leo starb 4 Wochen nach dieser schrecklichen Diagnose noch in meinem Bauch
und wurde am 25.07.2003 still geboren.

Es tut mir so leid für Euch und Euren lieben Julian.
Ich wünsche Euch viel Kraft in dieser schrecklichen Zeit.

Liebe Grüße
Dani



http://www.mannies.de/assets/images/Schmetterling.Signatur.jpg
Zur Erinnerung an unseren geliebten Leo
http://www.mannies.de/html/leo.HTM

SusanneundLaura
01.06.2005, 16:42
Hallo Dani,

danke dass du mir geschrieben hast, ich habe mir die Homepage von Leo angeguckt. Aber, du bist nicht auf den neuesten Stand der Dinge. Aber, ich glaube, das ist niemand hier. Ich fang mal an:

Am Montag waren wir nochmal in Düsseldorf. Bei der Uni-Klinik zu einer Kinderneurochirurgin. Die hat sich die Bilder vom Kernspint angeguckt. Jetzt ist raus, was Julian wirklich hat. Und die Diagnose ist, finde ich, noch schlimmer als die Diagnosen vorher. Er hat keine Hirnblutung. Es ist Wasser im Kopf, aber noch dazu kommt, dass Julians Gehirn sich geteilt hat. D.h. es gibt die gespaltene Persönlichkeit und so gibt es auch das gespaltene Gehirn. Es hat sich einfach nicht zusammengefügt und somit konnten die Nerven und was da alles im Kopf ist nicht zusammenwachsen. Das schlimme an der Sache ist, er wird damit auf jeden Fall überleben. Aber er wird bis zu 500 schmerzhaften Krampfanfällen pro Tag erleiden müssen. Und man kann nix dagegen tun. Er kann nicht daran operiert werden und auch Schmerzmittel wird nicht viel daran bessern. Somit würde er die meiste Zeit im Krankenhaus verbringen und sich quälen, weil niemand ihm helfen kann. Die Ärztin sagte, sie habe schon so viele dieser Fälle gesehen und versucht zu behandeln, aber bei Julian wäre die Diagnose einfach zu schrecklich. Man könne nix tun. Sie sagte aber auch, das wäre kein Leben für ein Kind oder die Eltern. Das Kind hätte nichts vom Leben. Rein gar nichts.
Wir sind bei unserem Entschluß geblieben, morgen wird der Schwangerschaftsabbruch eingeleitet. Um 07:00 Uhr muss ich in Düsseldorf sein. Und ich habe wahnsinnige Angst davor. Das einzige, was mein Mann noch für mich tun konnte, ist einen Pfarrer zu finden, der unseren Sohn noch in meinem Bauch tauft. Wir haben überall angerufen, und er hat schlußendlich gestern abend jemanden gefunden, der das macht, obwohl es nicht rechtens ist, da Julian ja nicht lebend auf die Welt kommt. Aber, die Taufe ist mir sehr wichtig. Heute ist die Taufe um 19:00 Uhr ganz in unserer Nähe. Wir haben richtig Glück gehabt damit. Das wollte sonst niemand machen.

Liebe Grüße

Susanne

Moni
01.06.2005, 17:02
Liebe Susanne,

ich denke heute abend 19:00 Uhr und vor allem morgen,
an dich, an deinen Mann und an Julian !

Ich wünsche euch einen würdevollen und liebevollen Abschied von eurem Söhnchen.

stille Grüße von Moni.

danikeller
01.06.2005, 17:04
[font color=blue]
Liebe Susanne,

das klingt alles ganz furchtbar schrecklich,
was Euer Julian an Schmerzen und Qualen erleiden müsste,
wenn er lebend zu Euch kommen würde.

Ich hoffe dass Euch mit dieser unfassbaren Prognose,
Euer Entschluss und Abschied ein bisschen leichter fallen werden.

Ihr werdet Euren geliebten Sohn Julian
vor furchtbaren Qualen bewahren.
Trotzdem ist es eine schreckliche Entscheidung,
die keine liebenden Eltern leichtherzig treffen wollen und können.
Ihr wolltet Eurem Julian Leben schenken
und es ihm niemals wieder nehmen müssen.

Ich wünsche Euch ganz viel Kraft auf Eurem furchtbaren Weg
und viele liebe Menschen an Eurer Seite,
die Euch in Eurer Entscheidung unterstützen
und für Euch da sind.

Traurige Grüße
Dani

Pezi
01.06.2005, 17:37
liebe susanne!

danke, dass du uns die neue diagnose berichtet hast.
schoen, dass ihr einen pfarrer gefunden hast, der euren julian vor der geburt tauft!
auch ich bin heute und morgen in gedanken fest bei euch.

alles liebe,
pezi

Sabine_Fabian
01.06.2005, 20:56
Liebe Susanne,

ich werde morgen an dich denken. Auch wenn ich morgen einen schweren Tag vor mir habe. Vor 2 Jahren wurde mein Sohn tot geboren. Es ist heute noch so schlimm.

Nimm deinen Sohn in den Arm, knuddle ihn, küsse ihn, mache ganz Fotos, streichle ihn.
Es ist das einzige und letzte Mal, daß du deinen Sohn bei dir hast. Es ist alles was du hast.

Traurige Grüße
Sabine mit

http://www.cosgan.net/images/smilie/engel/c010.gif Fabian (02.06.2003) für immer im Herzen eingekuschelt

AndreaL
02.06.2005, 09:23
Liebe Susanne,

ich bin seit einiger Zeit eine stille Leserin hier. Dass Du heute zusammen mit Julian diesen schweren Weg gehen wirst, berührt mich tief.

Von meinem Schlafzimmerfenster sehe ich direkt auf das Entbindungshaus der Uni-Klinik Düsseldorf, wo ich vor über 3 Jahren meinen Léon tot geboren habe.

Meine Gedanken sind bei Dir und Julian.

Traurige Grüße

Andrea mit Léon ganz tief im Herzen

Constance
06.06.2005, 16:20
Liebe Susanne!

Auch von mir ein trauriges Willkommen. Es tut mir unendlich leid, daß Dein Julian nicht bei Dir bleiben kann.
Es ist einfach nur traurig.

Du hattest mir ja geschrieben, daß Du auf unserer HP warst.
Ich kann Dir nur raten, nimm Dir Zeit mit Deinem Julian, es wird leider unwiederholbar sein. Nimm soviel Du kannst von ihm auf. Er wird wunderschön sein. Hab keine Angst.

Ich wünsche Dir sehr viel Kraft, auch für die Geburt.

Stille Grüße
Constance mit Thotti und Mika hier bei mir ,2** und Cedric für immer in unseren Herzen

Es gibt keine Worte für unseren Schmerz

In liebevollem Gedenken an unseren kleinen Sternenprinz Cedric
http://www.cedrics-seite.de.vu

SusanneundLaura
06.06.2005, 16:41
Hallo,

danke das du mir geschrieben hast.
Letzte Woche Donnerstag ist der Abbruch gemacht worden und Julian ist um 23:31 Uhr am selben Tag geboren. Ich habe nur dort gelegen und gewartet das er schreit. Die ganze Zeit lang. Aber es war still. Unheimlich still. Aber, wir hatten 2 Stunden miteinander. Es war trotz allem die schönste Zeit für mich. Er sieht genau aus wie unsere Tochter damals. Wunderschön! Leider hat er sehr schnell die Farbe verloren, aber das haben wir gar nicht so gesehen. Am Donnerstag diese Woche ist die Beerdigung. Ich habe unheimliche Angst davor. Aber, das bekommen wir auch noch hin. Es gibt mir sehr viel Kraft, dass ihr das alle hier im Forum geschafft habt. Ich danke euch dafür.

Liebe Grüße

Susanne mit Laura (23 Monate) und Julian fest im Herzen!

Beate35
06.06.2005, 17:39
Liebe Susanne,

es tut mir so leid mit Eurem Julian,ich habe die letzte Woche viel an Euch gedacht,besonders den letzten Donnerstag...

Ich wünsche Dir liebe Menschen um Dich herum,die Dich die nächste Zeit stützen und trösten,Donnerstag werde ich in Gedanken bei Euch sein...


Stille Grüße
Beate