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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Für alle, die mich noch nicht kennen


Birgit68
07.05.2005, 20:36
Hallo!

Ich war früher schon auf der Schmetterlingsseite, habe sie aber schon lange nicht mehr besucht, da ich eine schwere Nierenbeckenentzündung hatte. Und nun stelle ich fest, das sie umgezogen ist. Also werde ich mich nochmal vorstellen.

Ich heiße Birgit, bin am 14.10.1968 geboren und seit dem 15.12.2000 verheiratet.

Zu dieser Seite hat mich der Tod unseres Sohnes geführt, welcher in der 37. SSW durch eine falsche Entscheidung des Arztes, tod zur Welt kam. Dies wissen wir aber erst, seit der Obduktionsbefund da ist. Ein plötzlicher Kindstod im Mutterleib. Unser Alexander war kerngesund.

Eine Woche, bevor unser Engel geboren wurde, war ich noch im Krankenhaus und habe mich vom Professor selbst untersuchen lassen. Da war die Nabelschnur grenzwertig durchblutet. Bei unserer Vorgeschichte hätte er mich sofort da behalten müssen.

Die Schwangerschaft verlief fast von Anfang an kompliziert. Erstmal war es eine ICXI, zum zeiten habe ich Übergewicht und war eine ehemalige Raucherin.

Zudem kam noch hinzu, daß ich ab der 14. Woche Blutungen hatte, die sich in der 15. Woche zu einem wahren Sturzbach entwickelten und ich eine Woche ins Krankenhaus mußte. Auch hatte ich zu wenig Fruchtwasser.

Ich bin dann von meiner damaligen FA krank geschrieben worden und mußte alle 14 Tage zur Kontrolle. War ja kein Problem. Es waren ja nur ein paar hundert Meter bis zu ihr.

Meiner FA hat allerdings nicht gereicht, daß ich nur bei ihr zur Kontrolle war, sonder hat mich auch noch zum regelmäßigen Doppler in die Uniklinik geschickt.

Auch dort haben sie festgestellt, daß ich zuwenig Fruchwasser habe und sie wußten auch, daß ich Blutungen hatte.

In der 16. Woche wurde dann auch noch eine Fruchtwasseruntersuchung gemacht, welche der Arzt im normalen KH auch noch fehlerhaft begangen hatte. Es waren nicht genug Zellen des Kindes vorhanden, also haben sie meine angezüchtet und uns gesagt, es sei ein Mädchen. Erst in der Uniklinik wurde festgestellt, daß wir einen Sohn bekommen würden.

In der 20. Woche wurde bei mir auch noch eine Schwangerschaftsdiabetes festgestellt.

Das alles führt dazu, daß ich den Professor nicht verstehen kann, als er mir sagte, die Nabelschnur sei grenzwertig duchblutet, ich könne aber nach Hause gehen.

Ich weiß nur eins: Diese Uniklinik sieht mich nie wieder. Auch überlegen wir, ob wir nicht doch noch zum Anwalt gehen. Ich weiß, daß macht unseren Alex auch nicht wieder lebendig, aber vielleicht hilft es ja seinen, eventuellen Geschwistern. Eine ICXI ist teuer und die Kassen zahlen nur noch 50% von den Kosten.

Der Schmerz ist seit dem 09.08.04 ein kleines bischen leiser geworden. Ich kann und werde immer wieder von Alex erzählen. Das tut mir gut. Ich muß zugeben, wir sind seit August egoistischer geworden. Wenn wir was nicht wollen, lassen wir uns dazu auch nicht mehr überreden. Früher konnten wir nicht nein sagen. Heute können wir es.

Ich wünsche Euch allen, die ihr das lest, viel Kraft für Euren weiteren Weg.