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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Plötzlicher Kindstod


Jenny30
06.05.2005, 16:29
Liebe Leidensgenossen/Innen,

Ich hätte nicht gedacht, daß ich der Typ bin, der mal im Internet nach Hilfe suchen würde, deshalb hatte ich auch eine gewisse Barriere mich vorzustellen. Doch nun hab ich mich doch überwunden....bitte entschuldigt, daß mein Bericht so lang ist, aber wenn sich Jemand von Euch die Zeit nimmt, mir zuzuhören: vielen Dank dafür!

Am Morgen des 31. Dezembers - pünktlich zu Sylvester, wie ich unseren kleinen "Sylvesterkracher" oft vorhergesagt hatte - kam unser Kind zur Welt und war entgegen der überzeugten Vorhersage auf ein Mädchen von seiten der Ärztin, wie ich es immer gespürt hatte, plötzlich doch ein Junge. Die Geburt lief einfach fantastisch und als er dann nach nur 8 Stunden Wehen in meinen Armen lag, da erst habe ich das Wunder des Lebens so wirklich begriffen. Dieses Ereignis ist sowas von überwältigend, man kann es nicht beschreiben. Der Kleine war kerngesund und einfach wunderschön; er ist total nach seinem Vater gekommen mit seiner braunen Haut, den braunen Haaren und der schmalen Gesichtsform mit dem spitzen Kinn und den Grübchen. Selbst die Hebammen haben so oft gesagt, es sei wirklich ein ganz besonders süßes Baby. Abends hörten wir überglücklich dem Getose draußen zu, welches das neue Jahr mit dem Kleinen im Arm nicht schöner hätte einleuten können...der Knirps hat sich so verwundert umgeguckt und sich wohl gefragt, was das für eine komische Welt sei, in die er nun reingestolpert war...
So unermeßlich unser Glück war, welches uns unser kleiner Elija Armando (so haben wir ihn erst einige Tage später getauft, da wir ja nur einen Mädchennamen parat hatten aufgrund meiner Ärztin) in den ersten Tagen beschert hatte, so schrecklich war der Morgen des 4. Januars, eineinhalb Stunden nachdem ich ihn zuletzt gestillt hatte, als ich aufwachte und er lag plötzlich tod neben mir.
Am Abend zuvor hatte ich ihm noch liebevoll ins Ohr geflüstert: "Dich geb ich nie wieder her..." und wir haben ausgelassen und im 7. Himmel mit zwei Freunden über einen Namen für ihn gesprochen.
Der Notarzt stellte für den Kriminalkommisar den "Plötzlichen Kindstod" als Todesursache fest. Es gibt keine Worte für dieses Trauma. Man fällt ins absolut Bodenlose...dieses Ereignis relativiert alles was man glaubte zu wissen.
Die Macht der Bilder des 4. Januars ist so erschütternd, daß ich manchmal am ganzen Körper zittere, wenn sie mich wieder überwältigen...dann würde ich mich am liebsten nurnoch volllaufen lassen...was ich dann momentan auch leider viel zu oft tue, ich weiß, es ist keine Lösung...
Eine Obduktion wollten wir nicht, es hätte ihn auch nicht mehr lebendig gemacht.(Wir haben uns für die Verbrennung im Krematorium Heerlen entschieden, denn durch das niederländische Recht kann man die Urne mit nach Hause nehmen (in Deutschland ist dies nicht möglich - absolut unbegreiflich und infam, aber leider wahr).)

Jetzt, vier Monate später, versuche ich wieder zu leben. Den Anfang haben wir gemacht, als wir vom 1.-10. März nach Andalusien geflogen und dort rumgefahren sind. Das war wirklich das Beste, was wir machen konnten. Desweiteren habe ich wieder mit dem Klettern angefangen und das wirkt auch wie Medizin für die Seele. Ab dem nächsten Monat bekomme ich Akupunktur gegen meine psychosomatischen Schulterschmerzen. Außerdem hab ich jetzt einen Garten und wenn es mir nicht gut geht, so wird in meinem Garten doch alles gleich ein wenig besser. Habe ein bißchen meinen grünen Daumen entdeckt und ganz viel Pflanzen, Kräuter und Blumen angesetzt. Es macht Spaß etwas zum leben zu verhelfen und die Dinge wachsen zu sehen. Es tut natürlich jeden Tag weh, daß ich dies nun nicht bei unserem Sohn kann. Dennoch hat sein Tod mich und viele Menschen in meiner Umgebung sehr zum Nachdenken gebracht und vielleicht werden sie ihr Leben auch ändern, so wie ich es vorhabe. Vielleicht erkenne ich irgendwann den Sinn seines Todes. Ich für mmeinen Teil werde Einiges in meinem Leben umkrempeln müssen und brauche dafür viel Kraft. Und vielleicht bekomme ich dann vom Leben eine weitere Chance für ein Kind. Wenn man dieses Glück einmal erlebt hat, hinterläßt es so ein Loch, daß ich es mir gar nicht mehr vorstellen kann, kein Kind mehr zu haben. Ich bin glaube ich stark genug, um daran nicht zu zerbrechen und mein Liebster gibt mir auch unendlich viel Kraft. Wir haben immerhin noch uns und unser Zusammenhalt ist momentan für mich das Wichtigste.

Dennoch habe ich so eine wahnsinnige Angst, vielleicht nie wieder ein Kind zu bekommen. Ich bin so ungeduldig, würde am liebsten direkt wieder schwanger werden und kann gar nicht abwarten. Gestern habe ich sogar geträumt ich sei schwanger, doch leider mußte ich ja aufwachen....das Problem ist, daß mein Liebster noch Zeit braucht für einen weiteren, diesmal geplanten Versuch. ich aber wünsche mir jeden Tag nichts sehnlicher, als wieder das Leben in meinem Bauch zu spüren und irgendwann in den Armen halten zu können.
Manchmal schnürt es mir geradezu die Kehle ab, wenn ich andere Mütter mit ihren Babys oder schwangere Frauen sehe und ich hasse dieses Gefühl des Neids. Doch oft bin ich machtlos und kann dieses Gefühl einfach nicht vertreiben.
Geht es Jemandem ähnlich wie mir? Was kann ich tun, um geduldiger zu werden und in meinem Babywunsch nicht die "Lösung aller Probleme" zu sehen? Bzw. habe ich Angst davor, nun mit meinem Kinderwunsch etwas kompensieren zu wollen....gibt es Erfahrungswerte, wie lange man warten sollte? Hach, das klingt jetzt irgendwie blöd, aber ich hab das Gefühl, ich kann mit Niemand anderem darüber reden.
Kann mir Jemand helfen? Mich verzehrt dieser Neid...ich will dieses Gefühl nicht....ach Scheiße!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Beate35
06.05.2005, 18:17
Hallo Jenny,

erst mal Hallo und Herzlich Willkommen hier im Forum.

Du sprichst mir ja so aus der Seele;mit dem Sofort-wieder-schwanger-werden-Wollen;dieses fürchterliche Gefühl des brennenden und nagenden Neides,wenn man schwangere Frauen sieht,kleine Babys sieht oder hört(wie ich heute morgen im Supermakrt :( )
In der ersten Zeit,als ich aus dem Krankenhaus zurück war,stand hier in der Straße ein großer Storch mit einer Puppe im Schnabel;nur zu oft habe ich gedacht(und auch gesagt)ich würde am liebsten das dumme Vieh umtreten samt Puppe... Die ganze Welt besteht dann auf einmal nur aus schwangeren Bäuchen und Babys.

Aber was Du sagtest mit dem Garten,daß Dir das guttun;das habe ich auch bei mir entdeckt. Leider habe ich keinen Garten.

Ich habe für Elias einen Apfelbaum gekauft,einen den man in einen Topf pflanzen kann.
Den Baum habe ich schön eingepflanzt,mit Hornveilchen und Gänseblümchen drumherum;von einer lieben Frau aus dem Forum habe ich noch einen Schmetterling für den Baum bekommen,er sieht schön aus.
Mir geht immer wieder das Herz auf,wenn ich den Baum anseh :-)

http://www.forum.frauenworte.de/user_files/701.jpg


Liebe Grüße
Beate

Christine313
06.05.2005, 23:42
Es tut mir sehr leid das euer kleiner Sohn gestorben ist.
Ich hatte ca. 26 Stunden Zeit mich von meiner Tochter zu verabschieden. Du hingegen bist einfach ins kalte Wasser geworfen worden. Beide Geschichte sind zwar von grundauf verschieden, trotzdem weiß ich wie du dich gefühlt haben musst.
Leider kann ich dir kein Patentrezept geben wie und wann es wieder besser wird. Mein Mann und ich versuchen auch seit Ende Dezember wieder schwanger zu werden und auch er war Monate vorher noch dagegen.
Ich bin überglücklich das er seine Meinung wieder geändert hat und auch wieder ein Kind möchte. Ich weiß nicht wie es sonst hätte weitergehen sollen. Ich bin seit dem Tod meiner Tochter Annabelle krankgeschrieben (21.Juni 04) und auch mein Alltag und mein Wunsch richtet sich zurzeit nur auf´s Kinderkriegen aus.
Ich weiß das es falsch ist, aber ich kann einfach nicht anders.
Auch ich denke das ich endlich wieder glücklich werde und tief durchatmen kann...mein Leben wieder anfängt wenn ich wieder ein Kind habe.
Wahrscheinlich müssen wir einfach da durch...

Liebe Grüße
Christine

Constance
08.05.2005, 20:01
Liebe Jenny!

Auch von mir ein trauriges Willkommen. Es tut mir sehr leid, daß Dein kleiner Junge gestorben ist.
Ich möchte Dir schreiben, daß Deine Gefühle völlig normal sind.
Es ist bei fast allen hier so gewesen, daß sie am liebsten gleich wieder schwanger geworden wären.

Als Cedric vor fast 2 Jahren kurz vor dem ET starb, brach auch für mich eine Welt zusammen. Jetzt sehe ich meine Umgebung in einem ganz anderen Licht. Dinge, die früher wichtig waren, kommen mir heute so nebensächlich vor.... und anderen Dingen schenke ich nun mehr Beachtung.

Ich wünsche Dir viel Kraft.

Stille Grüße
Constance mit Thotti und Mika hier bei mir und Cedric für immer in unseren Herzen

Es gibt keine Worte für unseren Schmerz

In liebevollem Gedenken an unseren kleinen Sternenprinz Cedric
http://www.cedrics-seite.de.vu

Silvi_Callista-Luisa
09.05.2005, 10:36
Halli hallo,
ich bin auch ganz neu hier und dachte eigentlich bis grade eben, ich wär irgendwie falsch. Weil die Mamas hier oft ihre Baby schon verloren haben bevor sie Zeit mit ihnen verbringen durften. Aber ich hab mich wohl geirrt..
Nun denn, bei mir ist das fast ähnlich gelaufen nur dass ich zwischen Geburt und dem Weggehen 8 wundervolle Monate hatte. Aber ich versuch am Anfang anzufangen...
Ich war grade 17 als ich hörte dass ich schwanger war und obwohl ich immer "gegen" kinder war hab ich nicht eine Sekunde überlegt ob ich es wegmachen lasse oder nicht auch wenn meine Eltern dass wohl lieber gesehen hätten. Ich hatte keine sehr schöne schwangerschaft und sehr sehr viel Stress.. ich wurde vom Vater des kleinen im 5 Monat Krankenhausreif geschlagen und hab dann endlich geschafft mich von ihm zu trennen. Ich hab nur noch 60 Kilo gewogen und Wochen gebraucht mich nochmal zu erholen. Dazu kam Nierenversagen und eine Entzündung..aber dem kleinen ging es immer gut. Kein Anlass zur Sorge bei keiner untersuchung.. Er war ein wenig klein und leicht aber mein Arzt hat gesagt dass gibts oft. Und dann an einem sonnigen Tag im März, 8 Tage vor Termin, hat mir mein Arzt gesagt ich hätte eine Schwangerschaftsvergiftung und müsste sofort ins Krankenhaus. Und um 20.45 war es dann soweit...klein Florian hat das Licht der Welt erblickt...leider wurde er mir sofort weggenommen und in die nahe Kinderklinik gebracht. Er hatte nur 2440 gramm und war ganz dunkelblau...ich hab mich trotz Kaiserschnitt nach 24 Stunden Intensivstation ins Auto gepackt und bin hingefahren. Er sah so irre zerbrechlich aus..aber augenscheinlich gesund.
Er hat sich auch gut erholt und prächtig entwickelt auch wenn der Gyn gesagt hat er hätte wohl irgendwo in der Mitte als es mri so schlecht ging einen Entwicklunsstop gemacht. War nix von zu merken. Ein extrem liebes Kind. Er hat nie geschrieen, schon mit 4 MOnaten supi vom Tisch gegessen (Püriert) und immer jeden mit einem Lächeln begrüsst..Und all die Monate hab ich immer ein ungutes Gefühl gehabt..und ich weiss heute nicht einmal warum weil nie ein anlass zur sorge da war. Und jeder hat mich für verrückt erklärt. Und dann einen Tag nach nikolaus bin ich aufgestanden und hab geduscht. Es war 10 Uhr und ich dacht vom Fön wird er sicher wach..Als ich die Badezimmertür geöffnet hab und ins Kinderzimmer gekommen bin wusste ich schon das was nicht stimmt...
Er hat sonst immer gespielt und gelacht und gegluckst..da war nichts mehr.Als ich an sein Bettchen kam dachte ich erst er schläft aber er lag auf dem Bauch und das gesichtchen war ganz weiss....Damals hat mich noch keiner aufgeklärt wie man ein Baby "richtig" sicher schlafen legt...als ich ihn unter bettdecke rausgenommen hab, hab ich gesehen, dass das Gesicht, wo er auf der Matratze gelegen hat, ganz dunkelblau war und der Kopf ist einfach nach hinten gerutscht. Ich hab das noch so deutlich vor augen als wäre es gerade erst passiert und nicht erst vor so vielen Jahren. Ich hab meinen Vater angerufen und der ist mit dem Auto gekommen und wir haben den kleinen ins Krankenhaus gefahren und ich hab immer geschrieen :Mein kind mein Kind..Im krankenhaus hat man mir gesagt dass er eingeschlafen ist und ich nicht mehr zu ihm könne..Die Polizei käme gleich und hätte ein paar fragen an mich..Mein vater durfte nochmal rein und hat gesagt er hätte ausgesehen als ob er nur geschlafen hätte und er hätte ihm lebewohl gesagt von uns allen..Meine Mutter wollte nur wissen was ich mit ihm angestellt habe, sehr feinfühlig. Und dann kam die Polizei und hat mich dinge gefragt bei deren mir schon beim Gedanken schlecht wurde...ob ich ihn geschlagen hätte oder ihm nichts zu essen gegeben hätte oder so..Ich war sehr entsetzt und der Beamte sagte mir dass dies sehr häufig vorkäme und nichts mit mir persönlich zu tun hätte...aber es hat sich sehr anders angehört und ich fühlte mich wie eine schwerverbrecherin...Ich hab nur noch Medikamente genommen und geraucht wie ein schornstein..tagelang bis zur beerdigung und als ich dann die Urne aufgebahrt mit dem Rosenherz da stehen sa dachte ich ich müsste auch gleich sterben...Mein leben war in dem Moment einfach zu ende und ich war nur noch eine hülle die sich wie ein roboter bewegt...Was der Pfarrer gesagt hat weiss ich nicht mehr. Ich war wie ausgeschaltet für die Welt und hab mich immer gefragt was ich falsch gemacht habe und ob ich daran schuld war...Eine erklärung konnte mir niemand geben und hilfe...hmm, leider haben sich sehr viele Menschen von mir abgewand und mich sogar als Kindermörder bezeichnet obwohl die Diagnose plötzlicher Kindstod auch nach der obduktion unabänderlich feststand..Ich habe mir vorgenommen nie wieder kinder zu bekommen. ich habe jeden Bauch gehasst und jedes Kind das ich gesehen habe.Ich hätte jede Mutter für ihr GLück erwürgen können und hab die Welt nur noch schwarz gesehen..überall Kindersachen und Spielzeug und Bäuche und Kinder und meine Tränen...das ging 4 Jahre so..ich wollte nur noch meine Ruhe haben, habe jede Hilfe abgelehnt weil ich angst hatte, dass mir nochmal jemand sagt ich wäre schuld...mich fragt was ich getan hab..Ich hab mich selbst verletzt um zu büssen um den Hass zu verdauen um nicht immer nur zu weinen und war am ende so tief unten wie nie wieder in meinem Leben. Ich hab oft nur geweint und geweint..dem kleinen briefe geschrieben und nie licht gesehen. Ich hab sogar eine Abtreibung machen lassen weil ich mich gehasst hab ein anderes kind im bauch zu haben wo das erste doch grade mal 3 Jahre tot war. ich hab mir immer auferlegt dass ich das nicht darf. Ich hätte gern getauscht.lieber ich tot als der kleine ......bis eines tages.ich weiss nicht warum aber ich kam ins Altenheim, da hab ich gearbeitet und eine besucherin legte mir ihr Baby in den Arm grade 3 Wochen alt.ich hab nur geweint und dieser Tag war die Veränderung. Ich hab zwar immer noch geweint und mich schuldig gefühlt aber ich hab mit dem kleinen geredet, jeden abend immer wieder. ihm gesagt was ich fühle und wie sehr er mir fehlt und dass ich ihn lieb hab auch wenn ich wieder ein anderes kind bekomme...und das hat mir erleichterung gebracht. Und nun, seit 61/2 Monaten hab ich die kleine callista, was mit viel angst verbunden ist. aber sie macht freude und ist ein strahlekind meist lacht sie..meistens :-)
ich weiss sie wird nie Florian sein und ihn nie ersetzten aber sie hilft mir. Ich verstehe also deinen Kinderwunsch sehr gut..aber ohne dich angreifen zu wollen oder es böse zu meinen: Denkst du die Zeit ist schon reif?? Fühlst du dich vielleicht nur dann als ganzes..wie gesagt es ist nicht böse gemeint aber du wirst immer Angst haben, ich hab sie auch und obwohl ich immer gesagt hab ich werd keine Glucke vergeht keine halbe stunde wo ich nicht nach ihr sehe..zumal sie nur auf dem bauch schläft sie dreht sich immer um...
Ich hoffe jedenfalls dass du dein Leben wiederfindest und ich kann dir nur sagen: Rede mit dem kleinen sooft du kannst auch wenn du glaubst er antwortet nicht..er wird antworten!! Ich habe keinen Baum gepflanzt aber er hat eine Kerze die immer für ihn leuchtet wenn ich das Gefühl hab ich brauch ihn jetzt...er fehlt mir sehr glaub mir und ich kenn das Gefühl der Leere die dich den ganzen Tag umschleicht..
Ich weiss nicht ob ich jetzt zuweit ausgewichen bin zum Thema deines Postings. Eigentlich wollt ich dir nur sagen: DU BIST NICHT ALLEIN UND DU WIRST KINDER HABEN DIE DICH LIEBEN UND DIE DU LIEBST UND DIE IMMER DA SIND....und es ist tröstend zu wissen: Du wirst ihn wiedersehen und er sieht dich jetzt auch...jeder SOnnenstrahl und jeder Wind, jedes Lachen und jede frohe Minute sind er

Liebe grüße SIlvia
und callista-luisa
und florian ganz fest im herzen

Jenny30
10.05.2005, 17:27
ich weiß nicht, ob meine Antwort gerade beim Versenden angekommen ist, denn ich hab sie nicht im Forum gesehen.Deshalb für alle Fälle nochmal an Dich persönlich:


Sorry, wenn ich mich nicht persönlich an Euch einzeln wende. Ich wollte mich zunächst ganz herzlich bedanken für Eure Worte und Anteilnahme und daß Ihr Euch die Zeit für mich genommen habt - ich weiß es zu schätzen. Und ich hätte auch nicht gedacht, daß sie mich doch etwas trösten könnten, aber gestern habe ich noch sehr oft an Euch gedacht, als ich wieder mal meinte ich dreh durch und möchte nurnoch schreien.
Erst heute bin ich auf das Thema im Forum "schnell wieder schwanger werden gestoßen und fand es irgendwie erleichternd zu sehen, daß es den meisten Frauen so geht wie mir.
Dieser ständige Kampf zwischen meiner Vernunft und Respekt vor den Wünschen meines Freundes in diesem Punkt und meinen Gefühlen...
Auf der einen Seite weiß ich ja, daß es wahrscheinlich noch zu früh ist, denn jetzt nach 4 Monaten hat sich die Trauer noch kein bißchen verflüchtigt, im Gegenteil. Ich glaube der natürliche Trauerverdrängungsprozeß hat aufgehört und die Gedanken kommen jetzt noch viel öfter und haben sich auch noch Verstärkung geholt!
Nur meine Umwelt scheint das nicht so zu sehen..nach 4 Monaten soll man ja irgendwann auch wieder "normal funktionieren". Ich formuliere das jetzt extra etwas überspitzt, denn eigentlich will ja jeder einfühlsam sein und in den letzten Monaten habe ich mich auch von meiner starken und optimistischen Seite gezeigt. Wenn sie mich fragen "Was ist los?" und ich antworte "Ach..ich bin traurig"..dann bekomme ich mittlerweile schon meist die Rückfrage "Wieso denn?"...ich weiß das ist nicht böse gemeint, aber für mich ist das , als hätten sie meinen kleinen Elija schon abgehakt...
Ich sitze gerade auf der Arbeit, doch ich fühle mich zu nichts in der Lage, habe das Gefühl hier werde ich täglich nurnoch deprimierter. Im Nebenbüro sitzt der Bruder meines Chefs und hat gerade Besuch von seiner Frau und deren Sohn, welcher 2 Wochen nach Elija geboren wurde. Wenn ich seine Geräusche höre, würde ich am liebsten meinen Kopf so lange an die Wand hauen, bis ich nichts mehr fühle und höre; stattdessen schreib ich Euch....meine Logik hat mir gesagt, das ist gesünder und hat gesiegt. Der Bruder hat seiner Frau über drei Monate nicht erzählt was passiert ist, obwohl wir uns gut kennen... der Feigling! Jetzt wo sie es weiß, kann sie aus Angst um ihr Kind nicht mehr schlafen...als gäbe es das SIDS-Syndrom erst, seitdem es uns passiert ist. Sie wird sich wohl daran gewöhnen müssen, ihr Leben lang besorgt zu sein, denn sein Kind kann man auch verlieren, wenn es schon längst erwachsen ist. Wenn ich sowas höre, werde ich einfach nurnoch zynisch...eigentlich ist das nicht so meine Art.
Noch schlimmer war eine Bekannte drauf, die mich kurz nach dem Tod auf einen Sprung besuchte (nicht unseretwegen, sondern weil sie meine alte Wohnung bezogen hat und noch einen Schlüssel brauchte). Sie kam und war ja ach so fertig, weil sie ja etwas Ähnliches durchmache. Ich habe sie nicht gefragt was, das sollte sie wenn schon von sich aus erzählen. Hat sie dann auch. Sie hatte einen Monat zuvor ihre 5te (!!) Abtreibung vornehmen lassen, weil sie wohl in der Nacht der Zeugung so drauf war (Alk und Drugs), daß sie noch nichtmal wußte von wem das Kind war. Ich fragte nur: "A., wie kann das passieren? 5mal?"... auf die Frage, warum sie dann denn nicht bitte die pille nimmt, sagte sie nur entsetzt, das sei ja schlecht für den Körper. In diesem punkte stimme ich ihr zwar zu, aber ich bin fassungslos angesichts eines derartigen Egoismus auf kosten unschuldiger Leben.
Zigaretten, Joints und Alk sind ihr wohl nicht ungesund genug... Und dann hat sie auch noch die Vermessenheit, dies mit unserer Situation auch nur ansatzweise zu vergleichen. Als das passierte war ich zu schwach, jetzt würde ich ihr am liebsten in die Fresse hauen (werde ich nat. nicht..aber ich werde ihr sicher nochmal ganz gründlich meine Meinung dazu sagen). Ich weiß nicht, warum mich diese entfernte Bekannte und das oberflächliche Verhalten vom Chefbruder und Frau so aufregen, da ich eigentlich keinen engen Kontakt zu denen habe. Vielleicht brauch ich die, um meine innere Wut irgendwohin fokussieren zu können...eigentlich sollten die mich nicht interessieren. Oh, jetzt bin ich ganz schön abgeschweift.Sorry.

Eigentlich wollte ich andere Dinge schreiben und auch mehr auf Eure Antworten eingehen...das ist ja gründlich daneben gegangen. Vielleicht mußte der Frust einfach erstmal raus - doch jetzt fühlt sich mein Kopf echt leer an und ich glaube ich sollte für heute Feierabend machen und nach hause in mein Schneckenhaus zurück.
Danke fürs Zuhören und liebe Wünsche, ich meld mich wieder. Jenny

Jenny30
10.05.2005, 17:30
ich weiß nicht, ob meine mail gerade wirklich versendet wurde, da ich sie nicht im Forum gefunden habe, deshalb nochmal für alle Fälle:

Liebe Beate, Christine, Constanze und Silvi,

Sorry, wenn ich mich nicht persönlich an Euch einzeln wende. Ich wollte mich zunächst ganz herzlich bedanken für Eure Worte und Anteilnahme und daß Ihr Euch die Zeit für mich genommen habt - ich weiß es zu schätzen. Und ich hätte auch nicht gedacht, daß sie mich doch etwas trösten könnten, aber gestern habe ich noch sehr oft an Euch gedacht, als ich wieder mal meinte ich dreh durch und möchte nurnoch schreien.
Erst heute bin ich auf das Thema im Forum "schnell wieder schwanger werden gestoßen und fand es irgendwie erleichternd zu sehen, daß es den meisten Frauen so geht wie mir.
Dieser ständige Kampf zwischen meiner Vernunft und Respekt vor den Wünschen meines Freundes in diesem Punkt und meinen Gefühlen...
Auf der einen Seite weiß ich ja, daß es wahrscheinlich noch zu früh ist, denn jetzt nach 4 Monaten hat sich die Trauer noch kein bißchen verflüchtigt, im Gegenteil. Ich glaube der natürliche Trauerverdrängungsprozeß hat aufgehört und die Gedanken kommen jetzt noch viel öfter und haben sich auch noch Verstärkung geholt!
Nur meine Umwelt scheint das nicht so zu sehen..nach 4 Monaten soll man ja irgendwann auch wieder "normal funktionieren". Ich formuliere das jetzt extra etwas überspitzt, denn eigentlich will ja jeder einfühlsam sein und in den letzten Monaten habe ich mich auch von meiner starken und optimistischen Seite gezeigt. Wenn sie mich fragen "Was ist los?" und ich antworte "Ach..ich bin traurig"..dann bekomme ich mittlerweile schon meist die Rückfrage "Wieso denn?"...ich weiß das ist nicht böse gemeint, aber für mich ist das , als hätten sie meinen kleinen Elija schon abgehakt...
Ich sitze gerade auf der Arbeit, doch ich fühle mich zu nichts in der Lage, habe das Gefühl hier werde ich täglich nurnoch deprimierter. Im Nebenbüro sitzt der Bruder meines Chefs und hat gerade Besuch von seiner Frau und deren Sohn, welcher 2 Wochen nach Elija geboren wurde. Wenn ich seine Geräusche höre, würde ich am liebsten meinen Kopf so lange an die Wand hauen, bis ich nichts mehr fühle und höre; stattdessen schreib ich Euch....meine Logik hat mir gesagt, das ist gesünder und hat gesiegt. Der Bruder hat seiner Frau über drei Monate nicht erzählt was passiert ist, obwohl wir uns gut kennen... der Feigling! Jetzt wo sie es weiß, kann sie aus Angst um ihr Kind nicht mehr schlafen...als gäbe es das SIDS-Syndrom erst, seitdem es uns passiert ist. Sie wird sich wohl daran gewöhnen müssen, ihr Leben lang besorgt zu sein, denn sein Kind kann man auch verlieren, wenn es schon längst erwachsen ist. Wenn ich sowas höre, werde ich einfach nurnoch zynisch...eigentlich ist das nicht so meine Art.
Noch schlimmer war eine Bekannte drauf, die mich kurz nach dem Tod auf einen Sprung besuchte (nicht unseretwegen, sondern weil sie meine alte Wohnung bezogen hat und noch einen Schlüssel brauchte). Sie kam und war ja ach so fertig, weil sie ja etwas Ähnliches durchmache. Ich habe sie nicht gefragt was, das sollte sie wenn schon von sich aus erzählen. Hat sie dann auch. Sie hatte einen Monat zuvor ihre 5te (!!) Abtreibung vornehmen lassen, weil sie wohl in der Nacht der Zeugung so drauf war (Alk und Drugs), daß sie noch nichtmal wußte von wem das Kind war. Ich fragte nur: "A., wie kann das passieren? 5mal?"... auf die Frage, warum sie dann denn nicht bitte die pille nimmt, sagte sie nur entsetzt, das sei ja schlecht für den Körper. In diesem punkte stimme ich ihr zwar zu, aber ich bin fassungslos angesichts eines derartigen Egoismus auf kosten unschuldiger Leben.
Zigaretten, Joints und Alk sind ihr wohl nicht ungesund genug... Und dann hat sie auch noch die Vermessenheit, dies mit unserer Situation auch nur ansatzweise zu vergleichen. Als das passierte war ich zu schwach, jetzt würde ich ihr am liebsten in die Fresse hauen (werde ich nat. nicht..aber ich werde ihr sicher nochmal ganz gründlich meine Meinung dazu sagen). Ich weiß nicht, warum mich diese entfernte Bekannte und das oberflächliche Verhalten vom Chefbruder und Frau so aufregen, da ich eigentlich keinen engen Kontakt zu denen habe. Vielleicht brauch ich die, um meine innere Wut irgendwohin fokussieren zu können...eigentlich sollten die mich nicht interessieren. Oh, jetzt bin ich ganz schön abgeschweift.Sorry.

Eigentlich wollte ich andere Dinge schreiben und auch mehr auf Eure Antworten eingehen...das ist ja gründlich daneben gegangen. Vielleicht mußte der Frust einfach erstmal raus - doch jetzt fühlt sich mein Kopf echt leer an und ich glaube ich sollte für heute Feierabend machen und nach hause in mein Schneckenhaus zurück.
Danke fürs Zuhören und liebe Wünsche, ich meld mich wieder. Jenny

Jenny30
10.05.2005, 17:30
ich weiß nicht, ob meine mail gerade wirklich versendet wurde, da ich sie nicht im Forum gefunden habe, deshalb nochmal für alle Fälle:

Liebe Beate, Christine, Constanze und Silvi,

Sorry, wenn ich mich nicht persönlich an Euch einzeln wende. Ich wollte mich zunächst ganz herzlich bedanken für Eure Worte und Anteilnahme und daß Ihr Euch die Zeit für mich genommen habt - ich weiß es zu schätzen. Und ich hätte auch nicht gedacht, daß sie mich doch etwas trösten könnten, aber gestern habe ich noch sehr oft an Euch gedacht, als ich wieder mal meinte ich dreh durch und möchte nurnoch schreien.
Erst heute bin ich auf das Thema im Forum "schnell wieder schwanger werden gestoßen und fand es irgendwie erleichternd zu sehen, daß es den meisten Frauen so geht wie mir.
Dieser ständige Kampf zwischen meiner Vernunft und Respekt vor den Wünschen meines Freundes in diesem Punkt und meinen Gefühlen...
Auf der einen Seite weiß ich ja, daß es wahrscheinlich noch zu früh ist, denn jetzt nach 4 Monaten hat sich die Trauer noch kein bißchen verflüchtigt, im Gegenteil. Ich glaube der natürliche Trauerverdrängungsprozeß hat aufgehört und die Gedanken kommen jetzt noch viel öfter und haben sich auch noch Verstärkung geholt!
Nur meine Umwelt scheint das nicht so zu sehen..nach 4 Monaten soll man ja irgendwann auch wieder "normal funktionieren". Ich formuliere das jetzt extra etwas überspitzt, denn eigentlich will ja jeder einfühlsam sein und in den letzten Monaten habe ich mich auch von meiner starken und optimistischen Seite gezeigt. Wenn sie mich fragen "Was ist los?" und ich antworte "Ach..ich bin traurig"..dann bekomme ich mittlerweile schon meist die Rückfrage "Wieso denn?"...ich weiß das ist nicht böse gemeint, aber für mich ist das , als hätten sie meinen kleinen Elija schon abgehakt...
Ich sitze gerade auf der Arbeit, doch ich fühle mich zu nichts in der Lage, habe das Gefühl hier werde ich täglich nurnoch deprimierter. Im Nebenbüro sitzt der Bruder meines Chefs und hat gerade Besuch von seiner Frau und deren Sohn, welcher 2 Wochen nach Elija geboren wurde. Wenn ich seine Geräusche höre, würde ich am liebsten meinen Kopf so lange an die Wand hauen, bis ich nichts mehr fühle und höre; stattdessen schreib ich Euch....meine Logik hat mir gesagt, das ist gesünder und hat gesiegt. Der Bruder hat seiner Frau über drei Monate nicht erzählt was passiert ist, obwohl wir uns gut kennen... der Feigling! Jetzt wo sie es weiß, kann sie aus Angst um ihr Kind nicht mehr schlafen...als gäbe es das SIDS-Syndrom erst, seitdem es uns passiert ist. Sie wird sich wohl daran gewöhnen müssen, ihr Leben lang besorgt zu sein, denn sein Kind kann man auch verlieren, wenn es schon längst erwachsen ist. Wenn ich sowas höre, werde ich einfach nurnoch zynisch...eigentlich ist das nicht so meine Art.
Noch schlimmer war eine Bekannte drauf, die mich kurz nach dem Tod auf einen Sprung besuchte (nicht unseretwegen, sondern weil sie meine alte Wohnung bezogen hat und noch einen Schlüssel brauchte). Sie kam und war ja ach so fertig, weil sie ja etwas Ähnliches durchmache. Ich habe sie nicht gefragt was, das sollte sie wenn schon von sich aus erzählen. Hat sie dann auch. Sie hatte einen Monat zuvor ihre 5te (!!) Abtreibung vornehmen lassen, weil sie wohl in der Nacht der Zeugung so drauf war (Alk und Drugs), daß sie noch nichtmal wußte von wem das Kind war. Ich fragte nur: "A., wie kann das passieren? 5mal?"... auf die Frage, warum sie dann denn nicht bitte die pille nimmt, sagte sie nur entsetzt, das sei ja schlecht für den Körper. In diesem punkte stimme ich ihr zwar zu, aber ich bin fassungslos angesichts eines derartigen Egoismus auf kosten unschuldiger Leben.
Zigaretten, Joints und Alk sind ihr wohl nicht ungesund genug... Und dann hat sie auch noch die Vermessenheit, dies mit unserer Situation auch nur ansatzweise zu vergleichen. Als das passierte war ich zu schwach, jetzt würde ich ihr am liebsten in die Fresse hauen (werde ich nat. nicht..aber ich werde ihr sicher nochmal ganz gründlich meine Meinung dazu sagen). Ich weiß nicht, warum mich diese entfernte Bekannte und das oberflächliche Verhalten vom Chefbruder und Frau so aufregen, da ich eigentlich keinen engen Kontakt zu denen habe. Vielleicht brauch ich die, um meine innere Wut irgendwohin fokussieren zu können...eigentlich sollten die mich nicht interessieren. Oh, jetzt bin ich ganz schön abgeschweift.Sorry.

Eigentlich wollte ich andere Dinge schreiben und auch mehr auf Eure Antworten eingehen...das ist ja gründlich daneben gegangen. Vielleicht mußte der Frust einfach erstmal raus - doch jetzt fühlt sich mein Kopf echt leer an und ich glaube ich sollte für heute Feierabend machen und nach hause in mein Schneckenhaus zurück.
Danke fürs Zuhören und liebe Wünsche, ich meld mich wieder. Jenny

Jenny30
10.05.2005, 17:33
Ooops...jetzt ist sie zu sehen...gleich dreimal. Entschuldigung, ich bin halt noch neu hier und weiß manchmal nicht genau, ob's und wie's funktioniert. Bin wohl etwas ungeduldig gewesen...

Simone und Andi
10.05.2005, 22:05
Liebe Jenny,

zuallererst möchte ich Dich hier im Forum ganz herzlich Willkommen heißen, auch wenn es ein unendlich trauriger Anlaß ist, der Dich hier her geführt hat.

Es tut mir unendlich leid, daß Dein kleiner wunderbarer Sohn

*** E L I J A ***

viel zu früh den Weg ins Kinderparadies gegangen ist und Dich mit so viel Schmerz, Trauer und Leere zurückgelassen hat.

Unser Sohn starb mit 21 Monaten an SIDS und egal wann die Kinder gehen, sie hinterlassen immer eine Lücke, die durch nichts mehr zu schließen ist.

Seit Robins Tod sind nun vier Jahre vergangen.

So wie Dir, erging es mir auch. Besonders stark trauerte ich nach einem groben viertel Jahr, wobei die Tage unmittelbar vor dem ersten Todestag nochmal besonders heftig waren.

Dann wurde die Trauer zwar nicht unbedingt leichter, aber von Woche zu Woche wurde aus diesen düsteren schwarzen Tagen so langsam Tage, die immer heller wurden, sich ins graue verfärbten, bis dann so langsam wieder zarte Sonnenstrahlen durch diesen Nebel von Schmerzen fielen.

So wenig man es sich auch am Anfang vorstellen kann, Du wirst wieder von Herzen lachen können. Du wirst an Elijah ohne Schmerz denken können, Du wirst über Eure Erlebnisse schmunzeln können und sie werden Dir immer in ganz besonderer Erinnerung bleiben. Und doch wird ab und an die Trauer bei Dir anklopfen und jede Faser in Dir wird nach Deinem Sohn schreien. So wechselt sich Trauer und Zuversicht immer wieder ab und vielleicht ist es ja auch ganz gut, wenn wir uns im Schmerz mit unseren Kindern vereint fühlen.

Für manche Menschen mag die Zeit mit Eurem Elijah zwar kurz erscheinen, aber für Euch sind sie ein ganzes Leben, in dem ihr Eurem Elijah all Eure Liebe schenken konntet und auch wenn er klein war, so hat er doch gespürt, wie willkommen er auf dieser Welt war.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die kommenden Wochen und Monate.

Deinem Sohn ein kleines Handküßchen ins Kinderparadies.

Liebe Grüße von Mone mit den Engelchen Stella und Robin und drei Bengelchen

Jenny30
12.05.2005, 12:49
Hallo Ihr Lieben,

vielen lieben Dank für Eure Antworten! es ist schön zu wissen, daß sogar Menschen an meinen kleinen Engel denken und ihm gar eine Kerze aufstellen, denen man noch nie begegnet ist. Ich bin in Gedanken auch bei Euch und all Euren kleinen bunten Schmetterlingen, mit denen jetzt mein Elija rumflattert.
Bislang habe ich immer nur hier geschrieben, wenn es mir gar nicht gut ging. Es tut mir leid, wenn ich das Forum nur zum "auskotzen " benutzt habe, aber ich habe das Gefühl, daß ich das nirgendwo anders so recht kann...nicht daß ich keine Freunde/innen hätte, die mir da auch geduldig zuhören würden oder mein Liebster mich daran hindern würde (er ist mir die allergrößte Stütze), aber ich glaube, daß ich die Personen damit auch belaste (im Falle meines Partners nat. zusätzlich belaste).
Deshalb versuche ich oft, stärker zu wirken als ich mich fühle und statt zu sagen "Es geht mir beschissen", nur zu sagen "Es geht so..." (selbst mit so einer Antwort sind ja manche schon überfordert). Aber Ihr versteht mich da und dafür bin ich dankbar.

So, und jetzt möchte ich zur Abwechslung auch mal was Positives mitteilen:

Aus meinem Bett heraus kann ich direkt morgens nach draußen in den Himmel und auf einen schönen Baum schauen. Im Januar, am Morgen als er bereits tot neben mir lag und ich noch 'ne gute Viertelstunde dachte er schliefe (wie vorsichtig ich war um ihn nicht zu wecken..), hing in diesem Baum ein Meisenknödel und ich habe mir von der Wintersonne das Gesicht kitzeln lassen und den Meisen zugeschaut. Mein kleiner "Pajarito" (span. für "Vögelchen")lag in meinem Arm und ich plante, mit ihm bei diesem schönen Wetter das erste mal raus zu gehen. Nun ja...was ich dazu eigentlich erzählen wollte ist, daß ich am letzten Samstag aufwachte und in genau diesem Baum saßen zwei sehr hübsche Ringeltauben und waren geschäftig dabei, ein Nest zu bauen. Den ganzen Tag habe ich immer wieder aufgeregt geschaut, wie weit sie sind und am Abend saß ein zufriedenes Täubchen in ihrem fertigen Nest. Seitdem freue ich mich jedesmal, wenn ich aus dem Fenster schaue und für mich persönlich ist es ein wunderschönes symbolisches Zeichen von Elija. Ich hab das Gefühl, er will mir damit Hoffnung senden.

Und noch etwas.
Gestern Abend stand ich in unserer Wohnung vor dem Tisch vom Elija. Im Wohnzimmer nebenan spielte mein Liebster mit einem Freund wunderschön Gitarre und die langsam untergehende Sonne hat selbst die Fabrikgebäude gegenüber in Wahnsinnsfarben eingetaucht und alles hatte plötzlich einen bestimmten Zauber. Ich schaute sehr lange auf ein wunderschönes Bild von mir und Elija. Es war das erste mal, daß mir nicht direkt die Tränen kamen und die Trauer mich in ihren Würgegriff zu fassen bekam. Und ganz unerwartet stieg ein Gefühl von tiefer Zufriedenheit + Glück in mir auf und ich konnte ihn betrachten und an die Zeit mit ihm denken, ohne daß der bittere Beigeschmack aufgetreten wäre.

Was ich mit diesen beiden Erfahrungen sagen will, ist die Tatsache, daß ich mich viel eher als vorher über kleine Dinge freue und sie intensiver geniesse. Das ist nur eins der Geschenke, die uns unser Pequenito hinterlassen hat.
Ich bin so dankbar für all das, was mir Elija gezeigt hat.

Was ich aber auch betonen möchte: IHR HABT AUCH DAZU BEIGETRAGEN, DAß ICH MICH SEIT GESTERN ECHT BESSER FÜHLE UND DIE OBEN BESCHRIEBENE "LEICHTIGKEIT" ERFAHREN DURFTE - DANKE!

Liebe Grüße, Jenny

Silvi_Callista-Luisa
12.05.2005, 15:32
hallo liebes,
schön dass du dich ein wenig besser anhörst. Ich hab noch nicht wirklich zeit gehabt dir zu antworten mach ich aber auf jeden Fall morgen früh.

manche sachen kann man nicht erklären, ich find es schön dass du etwas gefunden hast was du mit deinem Kleinen verbinden kannst. Vor allem wenn es etwas so lebendiges ist wie diese Vögel die du beschrieben hast.

Deinem Kleinen mann wird es sicher auch freude machen zu sehen dass mama nicht immer nur traurig an ihn denkt sondern auch in Freude und mit Liebe ohne Tränen.
und was das "auskotzen" angeht...tu dir keinen Zwang an dazu sind solche Foren und vor allem die Leute darin eben da und jeder hier wird das verstehen und dich unterstützen.

Die Kerzen unserer Engel brennen schon den ganzen Tag...ich fühl so mit dir dass ich jedesmal Tränen in den Augen hab wenn ich dich lese...

In tiefen Gedanken
Silvie
mit Callista an der Hand
und Florian im Herzen :-(

Christine313
12.05.2005, 22:22
Hallo Jenny,
schön zu hören das es dir ein wenig besser geht.
Ich habe auch deinen Bericht gelesen von dem Bruder deines Chefs und deiner Bekannten (?).
Ich frage mich auch immer warum wir so hart geprüft werden, warum solche Menschen um unsere Nase herumtanzen müssen.
Bei der Erzählung deiner Bekannten kam mir wirklich ein wenig die Galle hoch.
Sag´ihr ruhig mal deine Meinung ins Gesicht, danach fühlst du dich bestimmt besser.
Bei dieser Person hätten mir in dem Moment wahrscheinlich auch die Worte gefehlt und später hätte ich mir die schlimmsten Vorwürfe in meinem Köpfchen für sie ausgedacht. :-)
Schön das du etwas gefunden hast, bei dem sich dein Gemüt gleich aufhellt (die Vögelchen). Ich habe es wenn ich einen Regenbogen sehe. Dann glaube ich immer fest daran das meine Annabelle in mir geschickt hat. Auf ihren Trauerkarten war ein Regenbogen abgebildet, und als ich in der Kapelle mit mir haderte, ob ich sie im Kühlraum noch mal sehen möchte mich aber dann dagegen entschied(besser gesagt, mein Mann nahm mir die Entscheidung ab),
stand am Himmel ein Regenbogen als wir rauskamen und ich wußte sofort sie hat ihn mir geschickt, damit ich weiß das sie bei mir ist und sehen kann was ich mache.

Liebe Grüße
Christine