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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie soll es bloß weitergehen?


Tina1981
02.05.2005, 13:16
Hallo ich bin neu hier und habe lange gesucht um so ein Forum wie Euch hier zu finden.

Ich bin 23 Jahre alt und verheiratet. Wir wünschen uns schon lange ein Kind. Im September 03 habe ich die Pille abgesetzt und wurde auch bereits im Dezember 03 schwanger. Ich hab es nicht gewußt und erfuhr es erst in der 8 SSW, das war im Feb. 04. Damals ging ich zum Arzt weil ich bereits 14 Tage Schmierblutungen hatte, dann eine Woche Pause und dann wieder 14 Tage Schmierblutungen. Es stellte sich heraus das ich schwanger war. Konnte es damals gar nicht glauben. Aber ein paar Tage später wurden die Blutungen stärker und Schleimhaut ging mit ab. Meine Ex-Frauenärztin schrieb mich krank mit Bettruhe. Doch das half nichts mehr und in der 9 SSW verlor ich mein Baby durch eine FG mit Ausschabung. Wir gaben aber die Hoffnung nicht auf und versuchten bereits nach der ersten Periode wieder schwanger zu werden. Im Juli 04 dann ist es passiert. Ich ging zu einer neuen Frauenärztin und war in der 5 SSW. Es lief alles ganz gut. In der 6 SSW ging ich zur 1 VU. Da war noch alles okay. In der 10 SSW ging ich zur 2 VU zum Vertreter der FA. Ich hatte keine Beschwerden und mir ging es gut. Doch bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass das Baby bereits 4 Wochen tot in meinem Bauch war. Das war dann ein sogennanter Missed abortion. Ich musste wieder zur Ausschabung ins KH. Der Vertreter, welcher jetzt mein FA ist, war total fürsorglich und verordnete uns erst einmal 3 Monate Zwangspause. Die hielten wir auch ein. Ich bekam nach der Ausschabung einmal meine Periode und dann rührte sich nix mehr. Der FA meinte eine Hormonstörung worauf Blut untersucht wurde. War aber alles in Ordnung. Also fingen wir mit Clomifen an. Bereits im 2 Zyklus mit Clomifen wurde ich schwanger. Das war dieses Jahr im Feb. 05. Wir gingen alle 14 Tage zum Ultraschall. Zuletzt war ich in der 8 SSW wo alles in Ordnung war und sogar das Herz schon geschlagen hatte. In der 10 SSW (22.4.) ging ich wieder zur US. Und es war wieder das gleiche. Ein Missed abortion wieder 10 SSW. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich hatte so fest daran geglaubt das es dieses mal gut ginge und ich Ende November ein Baby bekommen würde. Ich bin am Boden zerstört. Am 23.4. musste ich zur Kürettage. Noch am selben vormittag wurde das Baby in eine Praxis für Genetik zur Untersuchung gebracht. Wir haben am 11.5. einen Termin zur genetischen Beratung. ....

Ich frage mich wie soll das leben weitergehen ohne Kinder ohne eine Lebensinhalt?

Drea_Maus
02.05.2005, 18:10
Hallo Tina,

zuerst einmal ein herzliches, wenn auch trauriges, Willkommen.

Auch ich bzw. mein Schatz und ich haben schon zwei Babys verloren und auch wir haben schwer dran zu knabbern.

Versuche einen Weg zu finden, um mit deiner bzw. eurer Trauer umzugehen, vergessen kann man diese Schicksalsschläge zwar nicht, aber ich denke wir müssen alle (Betroffene) lernen damit zu leben.

Ich weiß jetzt nicht so recht, wie ich es schreiben soll, aber sei "froh" , das bei deiner letzten Fehlgeburt der Fötus ins genetische Labor geschickt wurde, so habt ihr eventuell bald eine Erklärung dafür und euch kann geholfen werden.
Wenn ich bei unserer zweiten Fehlgeburt gleich ausgeschabt wurden wäre, hätte man die Chance gehabt, den Fötus einzuschicken, aber es wurde bis zum nächsten Tag gewartet. Unser Baby verlor ich am Vorabend auf dem Klo.
Aber die Ärzte meinten eh zu uns, das erst ab der dritten FG eine genetische Untersuchung gemacht wird, wenn nichts am Gewebe festgestellt wird (von der Ausschabung) kommt eh nur der Vermerk "Infektion" in diese Akte und verschwindet in irgendeinem Aktenschrank.

Sei ganz lieb gegrüßt.

Drea_Maus mit 2 *

Janine80
04.05.2005, 16:20
Hallo,
erstmal ein Willkommen,auch wenn es ein trauriger Anlass ist.


Verzweifel nicht, irgendwann wird es auch bei Dir klappen und Du wirst ein gesundes Kind haben.
Es gibt ja diese Standardsprüche ("das nächste Mal klappt es bestimmt", "Du bist noch jung"), die mich von Nichtbetroffenen immer wahnsinnig nerven und ärgern, aber dieses "Du bist noch jung" sag ich mir persönlich auch immer. Ich bin noch jung, ích habe noch Zeit, es wird noch klappen, trotz nur 50% Erfolgwahrscheinlichkeit.
Du bist auch noch jung, es wird sicher auch noch bei Dir klappen. Das macht den Schmerz nicht geringer, aber nachdem ich mir diesen Satz einen Monat lang gesagt hab, wurde ich etwas zuversichtlicher.

Gib Dir und Deinem Mann Zeit, dass erst mal alles zu "verdauen", genießt Eure gemeinsame Zeit.
Ich wünsch Dir alles Gute.
Janine und 2**

Chris68
05.05.2005, 01:02
Hallo Martina,

trauern ja, aber bloß nicht verzweifeln. Eine jener oftgesagten (und manchmal gehaßten) Weisheiten, an denen manchmal auch etwas Wahres dran ist besagt, daß man etwas immer erst dann bekommt, wenn man es sich nicht mehr wünscht....
Ich habe es bisher nicht geschafft, mein Profil zu schreiben, daher hier mal kurz unsere Geschichte als Mutmacher: 2002 teilte man uns mit, wir würden auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können (Ursachen bei beiden!!!). IVF und ICSI schon im Ansatz gescheitert, es kam gar nicht zur Befruchtung der Eizellen. Mein Mann und ich beschlossen, unser Leben ein wenig umzugestalten um mehr Zeit füreinander, für Freunde und Familie zu haben. Im Oktober 2002 war ich schwanger, auf natürlichem Weg. Im April 2003 wurde unsere erste Tochter geboren, nach einer schwierigen Schwangerschaft mit Notkaiserschnitt in der 34.SSW. Bereits 7 Monate später, noch während der Stillzeit wurde ich schon wieder schwanger, auf natürlichem Weg, aber leider verließ uns dieses Kind in der 9. SSW. Danach hormonelles Chaos, und die erneute Aussage, daß es unwahrscheinlich sei, daß wir auf natürlichem Wege noch ein Kind bekommen würden. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits mit unserem 3. Kind schwanger, was dann im Januar 2005 Ende der 42.SSW geboren wurde. Zwischendrin wäre mein Mann auch noch fast an einer sehr schweren Erkrankung gestorben, und ich habe gedacht, wie soll das weitergehen; nein, es geht nicht weiter, die Welt stürzt ein. Doch es ging weiter, und tatsächlich scheint jetzt wieder die Sonne (nun gut, ein paar Regenwolken mit Tränen für unser 2. Kind kommen auch immer wieder vorbei, und die Angst um meinen Mann ist noch nicht ganz vorbei).
Bitte liebe Martina,vertraue drauf, daß es eine höhere Macht gibt, wie auch immer sie heißen mag, die auch für Dich im Leben etwas Gutes bereit hält (vor allem die Aufgabe, die Deinem Leben den wahren Sinn gibt).

Viele liebe Grüße und gaaaanz viel Zuversicht
Christiane mit 2 Zaubermäusen und einem Sternchen

Gabi_x-ray
05.05.2005, 09:37
Liebe Tina,

es tut mir so leid, dass Du dieses schlimme Tal nun zum dritten Mal durchgehen musst!

Auch ich frage mich oft, wie es weitergehen soll - hatte zwar "erst" 2 Fehlgeburten, aber ich merke schon jetzt, dass die Angst, das ein drittes Mal vielleicht erleben zu müssen, mich allein vom Gedanken, nochmal schwanger zu werden, zurückschrecken lässt :-(

Ich hatte die 2. Schwangerschaft bis zur 12. SSW erleben dürfen - durfte sehen, wie unser Kind wuchs und beim letzten Ultraschall - es sah so perfekt aus - aber es war kein Herzschlag mehr da - der Boden tat sich unter meinen Füßen auf und schien mich zu verschlingen...
Das ist nun heute 5 Wochen her und es tut immer noch unendlich weh....

Vielleicht sollte ich ja "dankbar" sein - bei mir wurden Myome festgestellt, die wohl in der Schwangerschaft so sehr gewachsen waren, dass sie unserem Pünktchen die Nährstoffe abgegraben hatten - die FÄ in der Klinik meinte bei einer Nachuntersuchung, dass ich mit "dem Befund" mit Sicherheit keine Schwangerschaft bis zum Ende hätte erleben dürfen....

Nun habe ich im Lauf des Jahres noch eine OP vor mir - die Myome müssen raus.

Aber ich hab keine Ahnung, ob wir es danach noch mal "versuchen" sollten - weil.... wer sagt mir denn, dass eine neue Schwangerschaft nicht wegen irgendwas andrem "schiefgehen" würde???????

Und so versuch ich mich momentan mit dem Gedanken auseinander zu setzen, dass wir wohl keine Kinder haben werden - manchmal denk ich dann "hey - keine Verpflichtungen, keine durchwachten Nächte, kein Leben lang Gedanken machen, ob mit unserem Kind alles gut geht und es irgendwann ein glücklicher Erwachsener sein wird" - aber meistens tuts einfach nur weh - weil wir waren ja bereit, all das für ein Kind auf uns zu nehmen und wir haben uns nun mal ein Kind gewünscht und wollten ihm doch so viel Liebe schenken ;(

Ich kann Dir wohl auch nicht so richtig viel Aufbauendes schreiben - einfach weil ich selber den Satz "das nächste Mal gehts doch ganz bestimmt gut" einfach nimmer hören kann!

Aber ich kann Dir sagen, dass Du nicht alleine bist!

Nehm Dich mal vorsichtig in den Arm wenn Du magst!
Liebe Grüße
Gabi

Tina1981
05.05.2005, 09:59
Liebe Christiane und Gabi!

Ich weiß das ihr recht habt. Aufgeben bringt nichts. Doch im Moment ist es schwer für mich. Ich fühl mich einsam und allein, wenn ich hier zu Hause bin. Mein Mann ist auf der Arbeit und sonst ist keiner da für mich. Klar, die Verwandten fragen schon wie es mir geht. Meine Schwiegermutter fragt schon immer doch trösten tut sie mich auch nicht. Meine Schwägerin (selbst Mutter eines zwei Monaten alten Sohnes) nimmt schon Anteilnahme an unserem Schicksal, doch für Sie ist es wohl eher nur Interessant das wie, warum und wieso. Sie hat mich regelrecht einem Verhör unterzogen, 5 Tage nach dem Verlust unseres Babys. Mein Mann ist für mich da, aber er mag nicht mehr mit mir darüber sprechen. Für ihn wäre es am besten, wir würden sofort wieder mit dem poppen anfangen und wieder schwanger werden. Aber ich weiß nicht ob ich das kann. Im Moment bin ich gegen eine vierte Schwangerschaft. Ich weiß nicht ob sich meine Meinung irgendwann ändert. Im Moment will ich nur auf die Ergebnisse von der genetischen Beratung warten und dann sehen wir weiter. ...

Ich hab mich auch mit dem Thema auseinander gesetzt nie ein eigenes Kind zu haben. Es fällt mir schwer die Tatsache zu akzeptieren, dass wir vielleicht nie ein Kind haben werden, aber ich muss da jetzt durch. Mein Chef sagte die Woche zu mir (er ist Allgemeinarzt, und ich hab Urlaub) es ist besser wenn es von allein geht, weil man nie weiß ob es gesund war oder nicht. Es ist besser für mich sagt er, wenn wir jetzt erst mal die Untersuchungen machen lassen um zu sehen, ob wir jemals ein eigenes Kind haben können. Und wenn nicht sagt er sollen wir eines Adoptieren. ... Seine Meinung find ich gut so.

Ich weiß das leben geht weiter, doch im Moment steht es für mich still. Der einzige von dem ich mir Trost erhoffe ist mein Mann und vielleicht auch noch mein Schwager. Auch wenn beide davor zurückscheuen mich einfach nur mal in den Arm zu nehmen, zu trösten und mich weinen zu lassen. Deswegen fühle ich mich im Moment einsam und allein. .... ;(

Tina

Mely_1985
15.05.2005, 13:39
Liebe Tina,


erst einmal ein leises und herzliches Willkommen bei uns....


Es tut mir leid, dass du 3 Babys verloren hast. Aber gib die Hoffnung nicht auf. Gib dir und deinem Schatz etwas Zeit, und versucht es dann eben nocheinmal.

Wir haben unseren 1. Sohn in der 22. SSW verloren, dann wurde unsere kleine Tochter geboren, ein halbes Jahr später verloren wir unsere Zwillinge.

Auch mein Sohn war schon 1 Woche tot in meinem Bauch, und ich mache mir heute noch Vorwürfe, dass ich nichts gemerkt habe.

Kam denn bei der genetischen Untersuchung eures Babys etwas heraus???


Alles Liebe

Mely