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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nächste Woche ist Muttertag


Christine313
01.05.2005, 02:17
Hallo ihr Lieben,
heute bin ich daran erinnert worden, das nächsten Sonntag Muttertag ist. Vor einem Jahr war ich noch Mama von Annabelle und auf der Intensivstation wurde ich mit einem Polaroid von meiner Tochter empfangen auf dem man mir zeigte das mein Töchterchen in Bauchlage den Kopf hob. Man schrieb darunter: "Schau mal Mama was ich schon kann."
Daneben ein Fußabdruck.
Genau an Muttertag... das war mein schönstes Geschenk...wieder ein Schritt nach vorn, ein Stück nachhause.
Was ist jetzt? (Es macht mich so traurig, das ich hier weinend am PC sitze)
Was ist jetzt?
Habe ich noch Anspruch auf Muttertag?
("Anspruch" ist ein blödes Wort, aber ihr wißt schon was ich meine)Mein Herz sagt: "Ja!" Trotzdem denken andere bestimmt nicht an mich und das gerade solch ein Tag wieder schwer für mich wird.
Bis heute mittag wußte ich es selber noch nicht.
Laut Staat muß man ja auch einen Tag nach dem Tod seines Kindes wieder arbeiten gehen. Quasi: Kein Kind mehr, kein Recht mehr auf Elternzeit.
Wie geht ihr mit dem Muttertag um? Macht ihr euch auch solche Gedanken?
Wie gesagt, ich weiß das ich Annabelle´s Mama bin und immer bleiben werde; trotzdem macht es mich unendlich traurig.

Liebe Grüße an alle
Christine

Sandy75
01.05.2005, 12:46
Liebe Christine,
natürlich hast du ein Recht auf Muttertag!Du bist doch Annabelles Mama und wirst es immer sein.Ich hatte auch Angst vor dem ersten Muttertag ohne Kind im Arm, und dachte niemand denkt an mich.Und dann kam meine Schwester mit Blumen für mich und meine Mutter schenkte mir eine Kette!Ich war so berührt!Damit hatte ich gar nicht gerechnet.
Ich drück dich mal und wünsche dir auch so liebe Menschen die an dich denken.

Alles Liebe
Sandra mit Emily im Herzen und Lisa im Arm

Maike
01.05.2005, 20:46
Liebe Christine...

Ja ja und nochmal JA wir haben auch den Anspruch auf den Muttertag.
Ich werde ihn auf jeden Fall feiern...mir was schönes gönnen oder essen gehen!!

Ich BIN Mutter egal wie andere Leute das sehen!!!!!

Ich habe mich so stark entwickelt durch die Schwangerschaft und dann durch den Tod meiner Kinder das ich fast sogar eine "Übermutter" bin .

Versuche auch den Tag schön zu begehen und sei stolz auf dich als Frau und Mutter...

Unsere Kinder würden es nichts anderes wollen!

Jutta mit fuenf Sternchen
02.05.2005, 01:38
Liebe Christine!

Zum Glück bin ich seit 3 1/2 Jahren "anerkannte" Mutter. Aber vorher war das auch für mich ein ganz großes Thema. Bei der Beerdigung von Nicklas und Jasmin sagte der Pfarrer die magischen Worte, die uns zuvor kaum jemand zugestanden hat: Diese Kinder haben uns ein Stück weit begleitet und unser Leben wird nie wieder so, wie es mal war! Diese Kinder haben uns zu Eltern gemacht.
Und auch wenn ich bei Tom gefragt wurde: das erste Kind?, war meine Antwort häufig: Nein, das fünfte!
Mach am Muttertag, was dir gut tut. Sag es direkt: Tut nicht so, als wär ich keine Mutter, nur weil ich keinen Kinderwagen vor mir herschieben darf!!

Lieben Gruß
jutta

*Annika, 23.SSW 07/98
*Nicklas + *Jasmin, 20.SSW 04/99
*Robin, 19.SSW 05/00
Tom Frederik 10/01
Jannis Hendrik 10/03
*Mika, 16.SSW 01/05
und eine Hoffnung unterm Herzen 12/05

Christine313
02.05.2005, 14:24
Schön das du so eine liebe Familie hast, die an dich an diesen Tag gedacht hat. Es war bestimmt auch sehr schön für dich zu erfahren, das deine Schwester sowie deine Mutter dich trotz des Todes deines Kindes immer noch als Mutter gesehen haben.
Ich habe zwar auch eine sehr liebe Familie, doch denke ich das die meisten wahrscheinlich nicht an mich denken werden.
Aber wer weiß? Vielleicht werde ich doch eines besseren belehrt.
Es würde mich sehr freuen.

Liebe Grüße
Christine

Christine313
02.05.2005, 14:32
Ich finde es bewundernswert wie stark du bist.
Ich weiß noch nicht mal ob mein Mann an diesem Tag arbeiten muß oder nicht, da er seine Dienste noch nicht im Kalender eingetragen hat.
Wenn er da sein sollte, werden wir auf jeden Fall irgendetwas unternehmen. Sollte er allerdings arbeiten sein, sehe ich schon schwarz für mich.
Vielleicht sollte ich doch vorher eine Freundin anrufen um dann mit ihr den Tag zu genießen, bevor ich anfange einen Depri zu schieben und mich auf dem Sofa einigel.
Wenn ich mal fragen darf? Wie lange ist es her, als du deine Kinder hergeben musstest?
Es tut mir wirklich sehr leid für dich das du deine Kinder so kurz vor´m Ziel hergeben musstest.

Liebe Grüße
Christine

Christine313
02.05.2005, 14:51
Gestern erst habe ich deine Geschichte gelesen und war tiefbetroffen.
Es stellt sich mir immer wieder die Frage wieviel Leid ein Mensch erleiden und ertragen muß.
Mir fehlen die Worte, die man einem Menschen wie dir sagen könnte, um ihm zu sagen was man fühlt.
Ein schöner Satz den dein Pfarrer bei der Beerdigung gesprochen hat. Und er sowie du haben ja auch Recht.
Wir sind alle Mamas, auch wenn wir keinen Kinderwagen schieben.
Ich möchte dir gerne etwas erzählen, was ich seit Annabelle´s Tod erst begriffen habe.
Mein Schwager und Schwägerin verloren vor vier Jahren ihre Tochter Jenny. Nach der Geburt kam heraus das sie nicht lebensfähig ist und sechs Tage später starb sie. Kurz darauf wurde Ulla (meine Schwägerin) wieder schwanger. Trotzdem sprachen sie immer vom zweiten Kind. Damals habe ich es respektiert, habe es aber nicht richtig verstanden. Von ihrem ersten Kind hatten sie ja leider gar nichts. Sie durften es nicht kennenlernen, so wie ich meine Annabelle.
Jenny gab keine Reaktion von sich...nie.
Trotzdem war es ihr erstes Kind und alle Kinder danach sind das zweite, sowie jetzt bald das dritte.
Nun weiß ich es besser. Annabelle wird auch immer unser erstes Kind sein. Egal wie viele noch kommen werden.
Wenn man mich fragt ob ich Kinder habe, sage ich auch ja.
Ob ich demjenigen dann erzählen möchte warum mein Kind gestorben ist, bleibt dann mir überlassen. Aber ich würde mein Kind nieverleugnen, dafür liebe ich sie zu sehr.

Unser Pfarrer sagte zu uns: "Sie ist nicht weg. Sie ist uns nur einen Schritt vorrausgegangen."
Dieser Satz tröstet mich sehr. Allein der Gedanke das mich meine Kleine später empfangen wird und ich sie wiedersehen werde, macht mich sehr glücklich.


Vielen Dank für deine tröstenden Worte

Liebe Grüße
Christine

eva1
03.05.2005, 12:23
Liebe Christine!

JA, wir haben auch ein Recht auf Muttertag,denn wir sind auch Mütter.Auch wenn unsere Kinder nicht bei uns sind haben wir genauso das Recht auf Muttertag.
Als ich letztes Jahr außem KH nach Mirko´s stiller Geburt entlassen wurde war es genau an Muttertag.Meine kleine Schwester (14) hatte mich erst Abend´s daran erinnert als sie mit einer Rose zu mir kam und meinte ich sei ja trotzdem eine Mama.

Liebe Grüße Eva mit Mirko im Herzen
http://www.snugglepie.com/cb/9250.png (still geboren am 05.05.04 36.SSW)


und Malte boxend im Bauch!

http://www.baby-o-meter.de/multibanner/eva.png

Katja75
05.05.2005, 17:08
Liebe Christine,

ich habe genau die gleichen Gedanken wie Du! Mein Herz sagt ja, ich habe Anspruch auf den Muttertag, aber dann kommen mir auch sofort wieder Zweifel und auch Angst vor dem Tag, da ich weiss, dass vielleicht niemand an mich denkt. Dabei sind wir auch Muetter nur leider sind unsere Kinder nicht bei uns. Aber die Umwelt sieht das nicht.
Ich wohne hier in England und hier ist Muttertag im maerz, schon dort hat es mich so aufgeregt, dass niamnd an mich gedacht hat und es wuerde einem doch so guttun.
Fuehle Dich verstanden und gedrueckt!

Christine313
06.05.2005, 23:52
Nein...wie süß.
Da geht gleich mein Herz auf. Ich würde mir wünschen das auch ich am Sonntag irgendetwas dieser Art erfahre.
Mein Mann muß leider arbeiten und ich werde vorraussichtlich diesen Tag alleine verbringen.

Liebe Grüße
Christine

Christine313
06.05.2005, 23:58
es ist schön hier auf Menschen zu treffen die einen wirklich verstehen und auch schon im Vorhinein wissen, was einem quält.
Ich habe zwar eine liebe Familie, aber ich kann doch nicht einfach auf sie zugehen und sagen: "Ach, denkt eigentlich irgendjemand an mich, an Muttertag? Oder, das es mir da vielleicht schlecht geht?"
Ich hoffe das die Menschen um mich herum von alleine darauf kommen.
Falls meine Mutter nichts anderes vor hat an Muttertag, wie sooft, werde ich wohl irgendwann zu ihr gehen, da mein Mann arbeiten ist.
Ich frage mich ob sie dann auch daran denkt, das ich auch eine Mama bin.
Das macht mich alles sehr traurig und ich hoffe der Sonntag wird nicht allzu schlimm für mich.

Liebe Grüße
Christine

Mely_1985
07.05.2005, 19:33
Liebe Christine,


natürlich hast du "Anspruch" auf diesen Tag, und ich möchte nie wieder solch eine dumme Frage aus deinem Mund hören!!!!!Und jeder der was anderes sagt, kriegt es mit mir zu tun. ;-) ;-)

Meine Mama hat mir, in dem Jahr als ich David verloren hatte, eine Tasse geschenkt mit einem Teddy, stellvertretend für meinen kleinen, ich hab so geheult sag ich dir.


Du warst und bist immer noch eine Mama und wirst das noch für die nächsten Jahre bleiben. Auch wenn du dein Baby verloren hast, das kann dir keiner nehmen. Ich weiss die rechtlichen Grundlagen sind manchmal so besch...en, aber da müssen wir durch!

Alles Liebe


Mely mit *David-Benjamin (22.SSW/9.3.03), den Zwillis** und Sarah-Lynn, 15 MOn.

Jutta mit fuenf Sternchen
08.05.2005, 18:55
Liebe Christine

Ich hoffe, Du bist heute am Muttertag nicht alleine!! Zumindest wir denken aneinander und ich schicke einen ganz großen Strauß Kraft und Zuversicht in die Runde.

Ich denke wir müssen alle damit umgehen lernen, daß viele nie begreifen werden, was uns unsere toten Babys bedeuten. Daß sie immer einen Platz in unserem Herzen haben werden und jedes weitere Kind ein Geschwisterkind wird!!
Ich rede inzwischen so selbstverständlich über meine Kinder, daß ich damit den anderen auch meist die Scheu nehme. Ich bin auch stolz auf meine vielen Kinder. Traurig, daß sie nicht hier sind, glücklich, daß sie da waren. Sie haben unser Leben nachhaltig verändert - und nicht unbedingt zum Negativen.
Ich weiß, das kann man erst mit Abstand sagen und ich auch erst seit Tom und Jannis da sind...

Liebe Grüße
Jutta

*Annika, 23.SSW 07/98
*Nicklas + *Jasmin, 20.SSW 04/99
*Robin, 19.SSW 05/00
Tom Frederik 10/01
Jannis Hendrik 10/03
*Mika, 16.SSW 01/05
und eine Hoffnung unterm Herzen 12/05

Christine313
09.05.2005, 00:39
Danke das du an mich gedacht hast.
Ich habe mir den heutigen Tag schlimmer vorgestellt.
Ich habe ihn mit meiner Mutter und meinen Tanten bei meiner Oma verbracht. Allerdings hat keiner außer mein Mann, mir einen schönen Muttertag gewünscht.
Vielleicht war es aber auch einfach nur die Scheu, "das Thema" wieder anzuschneiden, und nicht zu wissen wie ich darauf reagiere.
Ich werde immer Annabelle´s Mama bleiben und gerade habe ich ihr noch einen langen Brief geschrieben, bei dem ich mich ihr sehr nah gefühlt habe. Sie war bestimmt bei mir.
Nächsten Monat jährt sich ihr Todestag zum ersten mal, aber es kommt mir immer noch wie gestern vor und manchmal kann ich es auch heute noch nicht fassen, das es wirklich alles passiert ist.
Aber du hast Recht, irgendwann gewinnt man Abstand. Ich hoffe auch das ich mich bald wieder auf einen Krümel freuen kann und das es endlich wieder bergauf für mich geht.

Liebe Grüße
Christine

Christine313
09.05.2005, 00:48
Danke für deine Worte.
Sie haben mich sehr gerührt, weil sie so wahr sind.
Ich weiß das ich immer Annabelle´s Mama bleiben werde.
Ich finde es nur traurig, das man von den "Anderen" irgendwie übergangen wird.
Außer von meinem Mann habe ich keine Muttertags-Gratulationen bekommen, das macht mich schon traurig.
Aber eigentlich...was soll´s.
Solange ich einen lieben Mann an meiner Seite habe...naht mir die Sintflut, oder!?
Es ist nur wirklich traurig das man von der Außenwelt nur als Mama angesehen wird wenn man ein Kind an seiner Hand hat.
Das sie mit ihrer Ignoranz uns vielleicht mit Füßen treten, merken sie wahrscheinlich noch nicht einmal.
Noch mal danke, das du so schön auf den Putz gehauen hast :-)

Liebe Grüße
Christine

Jutta mit fuenf Sternchen
09.05.2005, 23:14
Liebe Christine!

Das wünsche ich Dir auch von Herzen!!!
Erst gestern fragte Heiner mich, warum es für mich leichter ist, am ET von Mika wieder schwanger zu sein. Dieses Baby ist ja schließlich kein Ersatz für Mika.
So richtig konnte ich im da keine Antwort drauf geben. Wir wissen beide, daß für mich kein Kind jemals ein anderes ersetzen könnte. dafür sind sie auch alle zu unterschiedlich. Aber es ist vielleicht die Hoffnung, das Gefühl, es geht wieder bergauf, daß es mir an diesem Tag leichter macht...

Liebe Grüße
jutta


*Annika, 23.SSW 07/98
*Nicklas + *Jasmin, 20.SSW 04/99
*Robin, 19.SSW 05/00
Tom Frederik 10/01
Jannis Hendrik 10/03
*Mika, 16.SSW 01/05
und eine Hoffnung unterm Herzen 12/05