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Jutta mit fuenf Sternchen
29.04.2005, 02:50
Hallo!

Ich denke es wird mir gut tun, meine Geschichte mal aufzuschreiben.
Unsere Annika ist uns einfach so passiert, aber von Anfang an geliebt und willkommen. Wir waren verlobt und haben im Juni 98 geheiratet, da wir gerne für unsere Familie einen gemeinsamen Namen wollten. In der 21. Woche hat Heiner dann das erste Mal seine Tochter richtig deutlich gespürt und wir waren überglücklich. Ein paar Tage später dann der Schock. 2 Tage vor unserem Urlaub stellte mein FA bei der VU fest, dass der Muttermund sich geöffnet hat und die Fruchtblase schon ein wenig rausrutschte... Ab ins Krankenhaus: Notcerclage! Banges Warten, aber es beruhigte sich alles wieder. Als ich mich nach 2 Wochen darauf eingestellt hatte, den Rest der Schwangerschaft im Krankenhaus zu verbringen, kam der nächste Schock: Fieber, Infektion unaufhaltsame Wehen. Verlegung mit Blaulicht in die Uniklinik Düsseldorf (falls sie groß und reif genug wäre...) Geburt in einem nackten OP-Kreißsaal- Heiner brachte mir unsere Tochter, nachdem die Ärzte ihr keine Überlebenschance gegeben hatten. Sie griff nach meinem Finger, öffnete ihren Mund bei Berührung und versuchte nach Luft zu schnappen. Sie starb am 28. Juli 98 in unseren Armen. Mir hatte man vorher Valium in den Tropf getan und ich verlor irgendwann den Kampf gegen den Schlaf. Mein letzter Gedanke war: "Bloß nicht einschlafen - oder du siehst dein Kind nie wieder." Ich wurde zu einer Krebspatientin ins Zimmer geschoben und mein Mann nach Hause geschickt. Als Gewicht unserer Annika wurden 495g eingetragen - wir haben kein Foto keinen Fußabdruck und keine Beerdigung. Diese unmenschliche Behandlung lässt noch immer Wut und Bitterkeit in mir hochkommen. Ich bin in eine Depression gerutscht und konnte lange nicht arbeiten gehen. Eine Veränderung musste her und ich habe den Arbeitsplatz gewechselt. Neue Arbeit, neue Schwangerschaft... Im Januar sollte der neue Job beginnen und am 31.12. hatte ich die Gewissheit einer neuen Schwangerschaft. – das war’s dann mit dem Job, war aber auch nicht so wichtig...
Diesmal sollte vorsorglich ein totaler Muttermundsverschluß gemacht werden - zumal sich diesmal gleich 2 Kinder angekündigt haben. Kurze Zeit nach dem Muttermundsverschluß (16./17.SSW) wieder eine Infektion, wieder ins Krankenhaus, wieder Wehenhemmer. Die Angst ein ständiger Begleiter. In der 20. SSW musste Heiner beruflich nach Japan. Kein Problem, war ja alles wieder ruhig geworden. Nicklas und Jasmin tummelten sich in meinem Bauch und Nicklas rutschte immer wieder zu seiner Schwester rüber, was meinen Bauch schief werden lies. Dann der nächste Schock - Heiner war noch nicht einmal angekommen, als ich Fruchtwasser verlor. Verlegung diesmal nach Wuppertal (nie wieder nach Düsseldorf). Dort konnte der Arzt nur noch den Tod von Nicklas feststellen. Wieder eine Infektion (die erste hat vermutlich die Fruchtblase angegriffen), die Geburt auch von Jasmin nicht mehr aufzuhalten. Immerhin war es möglich, mit Heiner vor und nach der Geburt zu telefonieren. Zuerst kam Nicklas, es war der 11.April 99. Meine Eltern waren bei mir und mein Vater meinte nur: "Was für ein perfektes kleines Wesen - da ist ja alles schon dran." Dann kam Jasmin und sie strampelte in meinen Händen. Beide wogen 200g und waren 20 cm groß.
Ich durfte meine Kinder die ganze Nacht über bei mir behalten, bis ich am nächsten Morgen bereit war sie abzugeben. Ich habe Fotos und eine liebevoll gestaltete Karte mit Fußabdrücken. Wir wurden ganz liebevoll betreut und konnten unsere Kinder auch beerdigen lassen, was besonders auch für Heiner wichtig war, den er hätte, selbst wenn er sich ein Flugzeug gemietet hätte, nicht rechtzeitig zur Geburt da sein können. Bei der Beerdigung sagte der Pfarrer die magischen Worte, die uns sonst keiner zugestehen wollte – unsere Kinder haben uns ein stückweit begleitet, unser Leben verändert und uns zu Eltern! gemacht!!!
Eine Odyssee von Arzt zu Arzt begann. Was ist los mit mir? Warum kann ich kein Kind halten? Schon während der Schwangerschaft mit den Zwillingen habe ich gefragt, ob es an den Hormonen liegen könnte, denn ich habe aus der Tiermedizin erfahren, das Hündinnen ihre Welpen wegen Progesteronmangel (oder das adäquate Hormon bei Hunden) in der Mitte der Tragzeit verloren haben – eine Plazentateilfunktionsstörung. Mit einer Hormongabe konnte denen geholfen werden (bei Zuchttieren interessant – bei Menschen scheinbar nicht, denn da geht es nicht um Geldverdienen...). Aber ich hörte nur, bei Menschen gibt es das nur in den 1. drei Monaten, bevor die Plazenta die Gelbkörperhormonproduktion übernimmt.
Im August kam dann das Angebot mit 3 Partnern eine Gemeinschaftspraxis aufzumachen (ich bin Ergotherapeutin). Es hat mir gut getan beruflich etwas Neues aufzubauen und als ich im Februar wusste, dass ich wieder schwanger war, war ich überglücklich. Ich organisierte eine Schwangerschaftsvertretung und die Prozedur mit dem Muttermundsverschluß begann von Neuem. „Diesmal sind die Chancen höher, da es ja nur ein Kind ist... Es wird sicherlich klappen.“ Die Ärzte hatten aber unrecht. Wieder bekam ich eine Infektion kurz nach dem Eingriff und diese löste eine leichte Blutung aus. Wieder Liegen im Krankenhaus, wieder Wehenhemmer. Unruhige 5 Wochen vergingen, bis ich wieder nach Wuppertal überwiesen werden musste. Unser Baby schien in die Ecke gedrängt, obwohl augenscheinlich genügend Fruchtwasser vorhanden war. In Wuppertal hatten sie dann mit den besseren Ultraschallgeräten erkannt, dass die Flüssigkeit kein Fruchtwasser war, sondern Blut, das durch den Muttermundsverschluß in der Gebärmutter „gefangen“ war. Das Blut (3/4 l) musste ganz langsam mit einer dünnen Kanüle unter Ultraschallkontrolle abgezogen werden. Eine Tortur denn ich durfte mich fast 2 Stunden nicht bewegen, damit auch ja nicht die Fruchtblase verletzt wird. Und es war noch zu schnell! Die Gebärmutter zog sich zu schnell zusammen und dadurch löste sich die Plazenta ab. Danach ist alles nur noch verschleiert. Heiner zum Glück diesmal an meiner Seite. Die Plazenta ist vorgefallen und kam nicht durch den Muttermund – manuelle Weitung – unerträgliche Schmerzen – PDA, nachdem ich mit letzter Kraft eine Vollnarkose verweigert hatte (ich muss doch die Geburt meines Kindes erleben – das ist doch alles was ich habe!) Kreuzbluttest - Hb-Wert runter auf 7 – wäre er noch weiter gesackt, hätte ich eine Bluttransfusion bekommen. Endlich –nach 5 Stunden- mein Kind im Arm. Heiner durfte über Nacht bleiben und unser Kind war bei uns. Am nächsten Morgen dann schweren Herzens der Abschied von unserem kleinen Robin *23.Mai 2000+. Nur das Kärtchen mit dem Fußabdruck und die Bilder begleiteten uns nach Hause. Auch Robin wurde beerdigt.
Allein um körperlich wieder auf die Beine zu kommen brauchte ich sehr lange. Unsere Seelen.....
Ende Februar/Anfang März ging es dann nach Bremen. Heiner hatte sich zu einem Studium entschlossen und die Kinder sollten erst mal ein Jahr Pause machen – denkste. Am 1. April wusste ich, dass ich wieder schwanger bin – kein Aprilscherz!
Hier fand ich dann auch eine Frauenärztin, die verstand, dass mir keiner mehr an den Muttermund geht. Nur mit den Hormonen... ihr lagen keine Erfahrungswerte vor, keine Dosierungsempfehlung. Als sich der Muttermund in der 18.SSW wieder öffnete schickte sie mich zu einem befreundeten Arzt in die Klinik und der hat das Wunder des Lebens vollbracht!
Nach Internetsuche und Telefonaten mit Kollegen kam aus Hannover dann tatsächlich eine Dosierungsempfehlung. Ich durfte wieder nach Hause, musste mich aber schonen. Nach einer Woche Hormone dann die Bestätigung: Der Gebärmutterhals war zwar verkürzt, aber fest!!!
Leider habe ich mir eine Magen-Darm-Grippe zugezogen und diese löste Wehen aus. Da war ich in der 23.SSW. Der Gebärmutterhals verkürzte sich auf ein paar Millimeter und ich musste in die Klinik. 8Wochen liegen, Wehenhemmer und der Druck der Ärzte zu einem Kaiserschnitt. Aber mit Unterstützung meiner Frauenärztin und meiner Hebamme bin ich meiner Linie treu geblieben und Tom wurde in der 32.SSW gesund und stark mit 1760g geboren. Nach 4 Wochen Wärmebett waren wir endlich zu Hause eine kleine Familie (in unseren Herzen schon eine große!)
Bei der nächsten SS begann ich mit den Hormonen schon ab der 12.SSW und das Ergebnis war eine wundervolle Hausgeburt und ein kleiner Junge, der in Heiners Arme geboren wurde!!!
Und kurz nach dem Abstillen war ich wieder schwanger. Wir waren so voller Freude. Doch dann in der 16.SSW eine leichte Schmierblutung und ein leichtes Ziehen im Bauch lies mich auf dem Weg zur Ärztin unruhig werden. Aber damit habe ich nicht gerechnet... Diese neblige nur allzu bekannte furchtbare Leere, als sie mir sagte, dass das Herzchen aufgehört hat zu schlagen. Am nächsten Tag Einleitung der Geburt und die wertvolle Zeit mit unserem kleinen Mika *6.Januar 2005+.
Schweren Herzens mussten wir ihn zu seinen Sternengeschwistern gehen lassen, dabei sollte er doch mit Tom und Jannis herumtollen.
Manchmal weiß ich nicht, wie man so viel Schmerz ertragen kann – doch ich werde gebraucht. Meine Süßen fordern mich ganz schön und jetzt hat – völlig unerwartet – eine neue kleine Hoffnung angeklopft. Herzlich willkommen! Ich hoffe ich darf um Weihnachten herum Dein Stimmchen hören!!!
Ich danke Euch fürs Lesen meiner doch sehr langen Geschichte.

Ganz lieben Gruß
Jutta




*Annika, 23.SSW 07/98
*Nicklas + *Jasmin, 20.SSW 04/99
*Robin, 19.SSW 05/00
Tom Frederik 10/01
Jannis Hendrik 10/03
*Mika, 16.SSW 01/05
und eine Hoffnung unterm Herzen 12/05

Andrea mit Sternchen Janin
29.04.2005, 13:54
Liebe Jutta!
Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, bin einfach völlig sprachlos und sitze hier mit Tränen in den Augen.
Es tut mir so wahnsinnig leid, dass du deine fünf Kinder nicht bei dir hast, dass du so viel schweres durchmachen musstest!
Mir fehlen nun wirklich einfach die Worte.
http://www.ladymistery.gmxhome.de/kerz/_vorschau/mini-kerze12.jpg
Dieses Lichtermeer soll leuchten für deine Kinder.
Ich hoffe, du kannst hier bei uns im Forum den Halt und die Unterstützung finden die du brauchst!
Und ich drücke fest die Daumen für deine kleine Hoffnung im Bauch!
Liebe Grüße,
Andrea mit Janin für immer im Herzen und kleinem Hoffnungsbär im Bauch

Drea_Maus
30.04.2005, 13:23
Hallo Jutta,
mir liefen die Tränen, als ich deine "Geschichte" gerade laß.
Fünf Kinder verloren, ich bewundere dich um deine Kraft!!!
Wie gehst du mit der Angst um, dein Kind wieder verlieren zu können? Ich habe nachdem ich unser erstes Sternchen verloren hatte tierische Angst, als sich unser zweites Sternchen ankündigte, das mir das selbe passieren könnte, wie beim ersten Mal.
Ich habe imemr versucht die Angst in den Hintergrund zu schieben und mich einfach nur zu freuen und die Zeit, egal wie lang oder kurz sie sein würde, mit unserem Baby zu genießen.
Bei mir konnte mir auch niemand sagen, woran es lag bzw. liegt, weder beim ersten, noch beim zweiten Mal.
Meine FA will mir vorsorglich bei der nächsten SS das Gelbkörperhormon verschreiben, um die SS zu unterstützen. Das ist halt auch so ein "Ding", als ich beim zweiten Mal mit Blutungen im Krankenhaus lag, wurde mir aller zwei Tage das Gelbkörperhormon zur Unterstützung verabreicht, jedoch hätte ich dies nicht aller zwei Tage sonder zweitägig bis sogar dreitägig erhalten müssen. Manchmal frage ich mich, ob ich unser Sternchen nicht vielleicht hätte behalten können, wenn ich mit diesem Hormon nicht so unterdosiert wurden wäre ... was wäre geworden wenn?! Eigentlich eine Frage, die ich mir nicht stellen dürfte, denn ändern kann man daran nichts mehr und die Trauer verschwindet auch nicht.

Ich wünsche dir bzw. euch ganz viel Kraft und Glück, das euer Baby bei euch bleibt.

Drea_Maus mit 2 Sternchen auf ewig im Herzen

Jutta mit fuenf Sternchen
02.05.2005, 01:20
Hallo Drea_Maus!

Jedes mal, wenn es im Bauch zwickt oder drückt horche ich in mich hinein - alles in Ordnung??????
Wenn es ganz schlimm ist, kann ich meine Hebamme jederzeit anrufen und sie kommt im Zweifelsfalle lieber einmal mehr vorbei.
Um die "Warum"-Frage kommt keiner rum. Mir kommen beim Gedanken daran wieder die Tränen (die sitzen wegen der Hormonumstellung sowieso gerade sehr locker). Wäre ich direkt wegen der Hormone hartnäckiger gewesen, könnten vielleicht meine Zwillinge noch leben?? Dann hätte ich meinen Robin nie kennengelernt und er hat doch einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen - wie jedes meiner Kinder...
Auch mußten ich und die Ärzte erst erfahren, dass das Schema F nicht funktioniert. Es gehört eine Menge Erfahrung dazu, sich gegen die allgemeine Meinung der Ärzte durchzusetzen. Das mußte ich auch beim Thema Geburt bei einem Frühchen feststellen. Zum Glück hatte Heiner immer Vertrauen in mein Gefühl und hat mich voll unterstützt.

Ich hoffe, dass bei Dir die Hormone beim nächsten Mal helfen und du im nächsten Jahr ein süßes gesundes Baby im Arm halten kannst.

Lieben Gruß
Jutta

*Annika, 23.SSW 07/98
*Nicklas + *Jasmin, 20.SSW 04/99
*Robin, 19.SSW 05/00
Tom Frederik 10/01
Jannis Hendrik 10/03
*Mika, 16.SSW 01/05
und eine Hoffnung unterm Herzen 12/05

melli-m.
09.05.2005, 14:38
Hallo Jutta,

so stark wie Du wäre ich auch gerne! Es ist bewundernswert, wie Du das alles meisterst. Auch wenn es Dir schwer fällt. Bleibe tapfer!!
Hiermit schicke ich Dir eine ganz feste Umarmung und wüscnhe Dir viel viel Glück!!!

Alles Liebe Melli-M. mit Sternchen Marie

Jutta mit fuenf Sternchen
09.05.2005, 22:54
Hallo Melli!

Du bist so stark!!! Bei mir ist es einfach auch schon eine Weile her und bei Mika hatte ich - so blöd das klingt - schon Trauererfahrung. Ich habe sofort alles so geregelt, wie es gut für mich war: Ich habe eine Ausschabung verweigert, da ich WUSSTE, daß es extrem wichtig für mich ist, mein Kind bewußt zu bekommen und es in meinem Arm, bzw. Hand zu halten. ich habe ihn erst abgegeben, als ICH bereit dazu war und wir haben ihn später beerdigen lassen. Eine Blockade wärend der Trauer ist einfach gar nicht entstanden - und trotzdem kann es passieren, daß es mich urplötzlich wieder packt...
Aber ich habe ja jetzt auch noch Tom und Jannis, die mich fordern und auf Trapp halten und die mit einem Lächeln, einer Umarmung die Welt wieder ins Lot bringen.
Bevor die beiden da waren, war es viel schlimmer!!! Diese Ungewißheit: Werde ich jemals eines meiner Kinder aufwachsen sehen, werde ich jemals die Stimme eines meiner Kinder hören????
Als Tom nach der Geburt auf meinem Bauch lag und erstmal still war, dachte ich nur: Sag was! Sag was! und dann schrie er auch schon los. Leise, da er ja noch so klein war, aber ich hatte seine Stimme gehört!!!!!!

Du darfst einfach nicht die Hoffnung aufgeben und Grund zum Hoffen findet sich überall.

Ich hab vor ca. 15 Jahren mal dies geschrieben:

Kleine wilde Blume

Tief im Wald,
an einem ganz verschwiegenen Ort,
zwischen Trauerweiden versteckt -
klein und unscheinbar,
jedoch wunderschön
findest du eine kleine Blume.
Unerreichbar für den, der sie sucht.
Doch irgendwann
plötzlich und unvermutet,
erblüht sie auch für dich!
Die kleine wilde Blume Glück.


Liebe Grüße
Jutta


*Annika, 23.SSW 07/98
*Nicklas + *Jasmin, 20.SSW 04/99
*Robin, 19.SSW 05/00
Tom Frederik 10/01
Jannis Hendrik 10/03
*Mika, 16.SSW 01/05
und eine Hoffnung unterm Herzen 12/05

michaela1602
10.05.2005, 09:27
Liebe Jutta,

Deine Geschichte hat mich sehr berührt, und ich würd Dich gern drücken.
Auch bei mir hat sich der Muttermund in der 17. SSW geöffnet, ich hatte kurz vorher eine leichte Erkältung. Bis jetzt kann mir noch keiner sagen, woran es lag. Es gab keine Entzündung, keine Diabetes, bisher nichts, was Lilli´s Frühgeburt erklären kann.
Lilli wurde am 29.04.05 in der 17. SSW um 05.07 Uhr geboren und hat geatmet. Sie ist dann mit einem lauten Seufzer und einem wunderschönen Lächeln gegangen. Mein Mann war bei der Geburt dabei, und wir durften anschliessend noch zwei Tage mit Lilli auf unserem Zimmer verbringen.
Letzten Freitag haben wir Lilli beerdigt.
Es tut unglaublich gut, ein Grab für sie zu haben, wenngleich wir in diesem Grab auch all unsere Träume, die wir mit Lilli hatten, begraben mußten.
Wir haben sie unendlich lieb...
Kannst Du mir sagen, welche Hormone man Dir gegeben hat?
Danke Dir und bleibe tapfer!
Alles Liebe,auch für die jetzige SS,
Michaela

Jutta mit fuenf Sternchen
11.05.2005, 00:25
Liebe Michaela!

Ich habe ab der 12.SSW Progesteron (Gelbkörperhormon / schwangerschafterhaltendes Hormon) in der Dosis 600mg/Tag vaginal eingeführt. Empfohlene Dosis lag bei 400-600mg/Tag, aber bei mir war diese hohe Dosis notwendig, da sich sonst der Gebärmutterhals weiter verkürzt hatte.
Meine Ärztin ist bestimmt bereit sich mit Kollegen auszutauschen. Sag mir bescheid, wenn Du dies wünschst und frag, wann immer Du Fragen hast.

Lieben gruß
Jutta

*Annika, 23.SSW 07/98
*Nicklas + *Jasmin, 20.SSW 04/99
*Robin, 19.SSW 05/00
Tom Frederik 10/01
Jannis Hendrik 10/03
*Mika, 16.SSW 01/05
und eine Hoffnung unterm Herzen 12/05

Katja75
12.05.2005, 17:45
Liebe Jutta,

ich sitze hier und kaempfe mit den Traenen. Ich druecke Dich mal ganz fest.
Ich wuensche Dir weiterhin viel Kraft und dass Du um Weihnachten rum ein kleines gesundes Baby im Arm halten kannst.

Mely_1985
15.05.2005, 13:34
Liebe Jutta,


es tut mir unendlich leid, dass du gleich 5 deiner Kinder verloren hast, und ich bewundere deine Stärke, nicht aufzugeben.

Und jedes Mal so spät, schon in der Mitte der Ss angekommen. Das tut mir so unendlich leid.

MIr fehlen die Worte. Ich habe in meinen jungen Jahren, drei Kinder verloren, und manchmal bin ich fast ohnmächtig vor Trauer und Sehnsucht, dann bin ich froh wenigstens meine kleine Tochter zu haben.


Ich drücke dir die Daumen, und wünsche dir alles gute für deinen kleinen Bauchbewohner.


Alles Liebe

Mely mit *David-Benjamin (22.SSW/09.03.03), den beiden Zwillis **(10.SSW/Aug.04) und unserem kleinen Wunder Sarah-Lynn (*24.01.04)

Jutta mit fuenf Sternchen
07.06.2005, 00:09
Hallo!

Ich wollte mich nochmals melden und sagen, daß alles gut läuft. Ich bin sehr müde, aber mir geht es - meistens zumindest - gut. Bin jetzt in der 11./12. SSW. Ich wünschte es wäre schon Dezember - auch wenn ich mich sehr auf den Sommer gefreut habe. Zum Glück lassen mir meine Jungs nicht so viel Zeit zum Grübeln...
Liebe Grüße
Jutta

*Annika, 23.SSW 07/98
*Nicklas + *Jasmin, 20.SSW 04/99
*Robin, 19.SSW 05/00
Tom Frederik 10/01
Jannis Hendrik 10/03
*Mika, 16.SSW 01/05
und eine Hoffnung unterm Herzen 12/05

Klaudia
07.06.2005, 12:16
Liebe Jutta,

deine Geschichte hat mich sehr stark aufgewühlt. Ich bin zu Tränen gerührt. Ich bewundere dich und deine Kraft.

Meine erste Schwangerschaft verlief total unproblematisch und am 01.08.01 wurde unsere Prinzessin per Kaiserschnitt (da Steißlage und Uterus Bicornis) geboren.

Unser Sternchen hat uns 17.04.05 in der 16. SSW verlassen. Es wurde nach der Untersuchung Plazenta festgestellt, das diese infektiös war. Auf die Ergebnisse der Oduktion warten wir immer noch.

Ich weis nicht ob ich das noch mal überstehen würde. Aus diesem Grund bin ich total unschlüssig ob wir es noch mal probieren wollen. Lt. den Ärzten im Krankenhaus wäre meine Tochter ein Wunder. Da ich ja eine Fehlbildung der Gebärmutter (Uterus Bicornis) habe. Meine Frauenärztin ist da anderer Meinung. Zum nächsten Quartal gehe ich zu einer anderen Frauenärztin und lasse eine Gebärmutterspiegelung machen. Ich denke das mir nach dem Ergebnis die Entscheidung leichter fallen wird.

Dir wünsche ich alle erdenklich Gute und weiterhin so viel Mut und Kraft.

Klaudia mit Serafine an der Hand
und Merlin im Herzen

Sarak
08.06.2005, 15:17
Liebe Jutta,

Deine Geschichte macht mich sprachlos.
Ich sitze hier und weine.
Ich kenne das Problem - habe es auch aber
"nur" ein Kind dadurch verloren und dieser
Weg war schon fast unerträglich.
Wie hast Du es nur geschafft, die Hoffnung immer
wieder zu packen und weiterzumachen im Leben.

Meine Güte - was für ein schwieriger Weg hinter euch liegt
und vor euch liegt...denn die lebenden Kinder
machen die Verluste ja nicht gut...

Ach ich drück Dich mal vorsichtig,
unbekannterweise, wenn ich darf.


Still grüsst Dich
Sara

Jutta mit fuenf Sternchen
12.06.2005, 15:00
Hallo Klaudia!

Nach Annikas Geburt wurde bei mir auch eine Gebärmutterspiegelung gemacht, die allerdings keine Ergebnisse gebracht hat...
Ich verstehe nicht so ganz, was eine infektiöse Plazenta mit dem Uterus Bicornis zu tun haben soll. Du hast Deinen Merlin - wie ich meinen Mika - in der 16.SSW verloren. Das kann viele Gründe haben, hat aber in den meisten Fällen keine(!) Auswirkung auf eine folgende Schwangerschaft. Und daß du trotz Deiner Uterusfehlbildung ein Baby bekommen kannst weißt Du ja!!! Gib die Hoffnung nicht auf und wenn der Wunsch nach einem weiteren Baby da ist, lass stehts die positiven Gedanken die Oberhand behalten. Ich bin nicht stärker als Du! Du kannst das auch. Laß Dir Zeit, aber Dich nicht unterkriegen!!!! Ärzte sind nur Menschen und irren sich auch! Vertraue Deinem Gefühl!

Liebe Grüße
Jutta


*Annika, 23.SSW 07/98
*Nicklas + *Jasmin, 20.SSW 04/99
*Robin, 19.SSW 05/00
Tom Frederik 10/01
Jannis Hendrik 10/03
*Mika, 16.SSW 01/05
und eine Hoffnung unterm Herzen 12/05

Jutta mit fuenf Sternchen
13.06.2005, 00:12
Hallo Sara!

Ich habe Deine Geschichte gelesen und ich freue mich, daß Du Dein Gleichgewicht gefunden hast!
Ich muß Dir darin zustimmen, daß lebende Kinder enorm dabei helfen, das innere Gleichgewicht wieder zu finden. Auch wenn es immer mal wieder weh tut und die Gedanken an meine Sternenkinder mich niemals verlassen werden, wird es doch leichter und die Gedanken zärtlicher und nicht mehr zermartert.

Liebe Grüße
Jutta


*Annika, 23.SSW 07/98
*Nicklas + *Jasmin, 20.SSW 04/99
*Robin, 19.SSW 05/00
Tom Frederik 10/01
Jannis Hendrik 10/03
*Mika, 16.SSW 01/05
und eine Hoffnung unterm Herzen 12/05

Simon_Karo
15.06.2005, 16:38
liebe Jutta,

ich möchte dir nur sagen,dass du eine tolle und tapfere Mutter bist! . Ich drücke dir ganz feste die Daumen,dass diese kleine Dezemberhoffnung bei euch bleibt. Es wäre schön wenn wir das Ende dieses Jahres gemeinsam in Freude erleben dürften!

Ich denke an dich und deine Sternenkinder!



Karo mit *Simon (*+05.08.2004)immer bei mir, drei *** im Herzen und winziger Hoffnung im Bauch (ET 28.12.2005)

Steffi75
17.06.2005, 11:59
Liebe Jutta,

ich sitze hier und habe Deine Geschichte gelesen ... und bin einfach geschockt. Was mußtet Ihr ertragen um endlich doch zwei gesunde Kinder zu bekommen... Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft und viel Glück für den kleinen Hoffnungsschimmer in Deinem Bauch!

Ich selbst hoffe, daß ich den Tod meines Sohnes irgendwann verkrafte und den Mut habe erneut schwanger zu werden!

Alles Liebe
Steffi