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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Nichtbeachtung tut so weh !


EvaC
20.04.2005, 12:46
Hallo ihr Lieben!

Bin da erste Mal im neuen Forum. Möchte Alle mal ganz ganz lieb grüßen!

Eigentlich ist es jetzt schon einige Zeit her, dass meine beiden süßen "Helene und Cecilia" still auf die Welt gekommen sind. Für mich ist es aber noch, als ob es gestern gewesen wäre. Ich hab eigentlich jeden Tag das Bedürfnis über meine beiden Mädchen zu reden, von ihnen zu erzählen. Aber meine Umwelt tut, als ob es die beiden nie gegeben hätte. Es wird verlangt, dass ich wieder normal funktioniere. Dabei tut es so weh. Jeden Tag muss ich weinen. Am liebsten würd ich jeden Tag auf den Friedhof zu ihnen gehen. Leider geht es sich Zeitlich oft nicht aus. Geht es jemanden von euch auch so?

Liebe Grüße
Eva mit Helene und Cecilia im Herzen

Sarak
20.04.2005, 15:20
Liebe Eva,

Ja - ich kenne dieses Gefühl.
Wie lange durfte ich über mein kind sprechen, so viel ich wollte? Ich weiß es nicht mehr. Vielleicht eine oder zwei Wochen. Danach wurde von meiner Umwelt erwartet, dass es "langsam aber sicher besser wird".
Vielleicht hatten viele Menschen auch einfach Angst, dass der Schmerz größer wird, wenn ich darüber rede. Trauer, Tränen, Verzweiflung - sind alles Themen, mit denen sich unsere Umwelt lieber so wenig wie möglich beschäftigt.
Mir hat es gut getan, über Lukas zu reden, um ihn zu weinen, an die schönen momente zu denken, auf dem Friedhof zu sein...aber außer mir ging es keinem so.
Außer hier im Forum - da war immer jemand da und hat zugehört.
Hier ist es selbstverständlich, dass wir über unsere Kinder reden können.
Trotzdem tut es weh, wenn in der Verwandschaft und im Freundeskreis die Menschen nicht verstehen, wie wichtig es ist, dass man über die Kinder sprechen kann und um sie weinen darf.
Es ist doch eigentlich die natürlichste Sache der Welt :-(

Ja es tut weh! Wenn ich darf drück ich Dich mal so unbekannterweise und aus der Ferne...
Ich grüsse Dich ganz lieb
Sara

Katja_33
21.04.2005, 09:26
Liebe Eva,
mein Rat: sprich über Helene und Cecilia !!!!
Mir hat es auch so wehgetan, dass man mir das Gefühl gab, nichts mehr von Richard hören zu wollen.
Ich hab auch geweint, als uns im Trauerseminar jemand gesagt hat - das muß von Dir kommen, die anderen Menschen werden nicht danach fragen, wenn Du nicht gaaaaanz deutliche Signale gibst.
Es war richtig schwer, mich zu überwinden, in die Offensive zu gehen und meine Verwandschaft war erst einmal richtig schockiert, wie anders ich auf einmal bin...
Aber es bekam erst mal fast jeder, mit dem ich zu tun hatte - Verwandschaft, Bekannte, Freunde, Menschen in der Arbeit.... zu hören, daß ich eine verwaiste Mama bin. Ich war ja sowieso noch richtig "palle", als die anderen schon dachten "nun wär mal Zeit, dass alles wieder gut wird" - so etwa ein Vierteljahr nach Richards Tod.
Also, ob sie mich nun für noch ein wenig mehr gaga hielten, konnte mir egal sein.
Ergebnis - meine Kollegen gewöhnten sich an die Erwähnung meines Kindes, meine Verwandschaft nahm das tote Kind in den Kreis der Familie auf, Freunde, die sich vorher nicht gemeldet hatten, verstanden das Signal und riefen wieder an.
Jetzt, nach über drei Jahren und mit Folgekind Ada (20 Monate) muß ich nicht mehr jedem gleich erzählen von Richard, aber wenn ich über ihn rede, dann ist es fast so, als ob ich über Ada rede. Er gehört auch für meine Umwelt zu meinem Leben.
Das war nicht einfach, aber ich glaube, nur so konnte es (für mich) funktionieren.

GLG
Katja

TTanja
21.04.2005, 22:46
Liebe Eva,

... hier kannst du über deine Kinder reden... soviel du willst.... ...und wir hören dir zu. Versprochen!

Für uns hat die Welt aufgehört, sich zu drehen... und nichts ist, wie es einmal war.... :-( Das können die meisten Mitmenschen nicht nachvollziehnen. :-(
Für sie ist es ja auch nicht so schlimm..... sie mußten es ja auch nicht miterleben... :-(

Liebe Eva,
ich nehm dich leise in den Arm und laß dich einfach weinen....

Traurige Grüße
Tanja mit Linda an der Hand http://www.am-horizont.de/smilies/3358.gif
und den Sternenkindern Lee (+ 2.05.03) und Amy (+ 11.07.04)http://www.am-horizont.de/smilies/ura.gif

BirgitHa1963
22.04.2005, 00:00
Liebe Eva,

ja, das kenne ich auch und es tut sehr weh, wenn so kleine, perfekte Wesen, die alles hatten, nur nicht den Herzschlag zum Leben, von der Umwelt nicht beachtet werden....... ein Bild, das mich vor kurzem sehr traurig gemacht hatte, da ich meinen Felix auf einmal als sehr trauriges Sternenkind da oben sah, das uns auf Erden zuwinkte, dem aber kaum jemand zurückwinkte............
In diesem Forum kannst Du reden, es wird Dir immer jemand zuhören und Dich trösten oder vielleicht auch Deinen Trost brauchen, den Du ja auch geben kannst, auch wenn Du es jetzt vielleicht noch nicht glauben magst.

Sei herzlich willkommen und lieb gegrüsst
Birgit
und http://www.cosgan.de/images/smilie/engel/c020.gif Felix, am 3. Juli 2004 / 26.SSW nicht für diese Welt geboren


"....... these wounds won´t seem to heal, this pain is just too real, there's just too much that time cannot erase...."

Christine313
23.04.2005, 18:46
Liebe Eva,

ich kann dich gut verstehen. Auch ich würde am liebsten ständig und überall von meiner Tochter Annabelle erzählen.
Leider habe auch ich den Eindruck das es allerdings für andere unangenehm ist und sie dieses "Thema" nicht hören möchten. Ich glaube aber das diese Menschen einfach Angst davor haben Gefühle zu zeigen. Zu zeigen das es sie ebenfalls berührt.
Leider muß man selber auf die Leute zugehen und ganz direkt sein, von alleine wird niemand kommen. Auch ich habe Angst davor das man mein Kind irgendwann vergessen hat, man nicht mehr über sie spricht. Das mit dem "funktionieren" ist auch so eine Sache für sich. Niemand der auch nur annähernd so etwas durchgemacht hat wie wir es haben, kann sich vorstellen was mit uns los ist. Man kann einfach nicht mehr "funktionieren", selbst mein Körper zeigt es mir das er mit Stress überhaupt nicht mehr klar kommt. Außerdem finde ich das wir das Recht haben zu weinen und zu trauern. Wenn nicht wir, wer dann? Nimm´dir die Zeit die du brauchst, egal wie lange sie dauert. Irgendwann wirst du merken das es wieder ein Stückchen bergauf geht, glaube mir.

Liebe Grüße
Christine

Petra1770
24.04.2005, 00:29
Liebe Eva


Bei Maren war es damals genau so, ich hatte das bedürfnis über meine Tochter zu sprechen.
Ich suchte auch viele Gespräche vor allem bei meinen Geschwistern und Freundinen aber es hörte keiner zu.
Habe mich so oft bemüht die Ohren waren für mich geschloßen, habe nach einem Monat wider Gearbeitet und mußste so Funkzioniren wie vorher.
Habe dan angefangen zu verdrängen was mir ganz und gar nicht gut tat, habe nur noch innerlich geweint.
Jan und Ich lebten uns auch auseinander redeten nicht mehr, wir hatten beide eine Mauer gesetzt.


Bei Maurice war alles anders Er tat was sehr gutes Jan und Ich wuchsen immer mehr zusammen, was wir heute noch sind.
Nur nach Ihm habe ich schon garnicht mehr versucht mit anderen Gespräche zu führen, wollte die heuchelei nicht die falsche anteilname.
Ich habe mir eine Therapeutin gesucht und auch eine sehr gute gefunden die mir sehr hilft, die mir das schlechte gewissen nahm was ich hatte weil ich an meine Kinder ofter denke als alle anderen.

Las Dich mal Knuddeln wen ich darf.

Liebe grüße Petra