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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wer hat noch die Geschichte mit den fehlenden Tränen?


ulli30
03.04.2005, 19:49
Hallo Ihr Lieben,

als ich vor zwei Jahren meinen Sohn Marvin hergeben mußte, habe ich ein wunderschöne Geschichte im Forum gelesen: Ein Sternenkind konnte die Überfahrt über den See ins Sternenkinderland nicht schaffen, weil die Mama nicht genug Tränen geweint hatte.......Leider bekomme ich die Geschichte nicht mehr zusammen.

Nun vermisse ich sie so sehr. Ich habe sie mir nicht ausgedruckt - in der Hoffnung, sie in Erinnerung zu behalten und nie wieder zu brauchen....

Ich habe schon so lange im Schmetterlingskinderforum gesucht - leider kann ich sie nicht finden......

Dabei hätte ich sie doch so gern.

Ich hoffe es kennt noch jemand diese Geschichte und kann sie mir schicken.....

Dankeschön

CLAUDIA_JANETSMAMA
03.04.2005, 21:06
Hallo Ulli

Die Geschichte ist von Angi ......

Der Fluß der Tränen
Es waren einmal zwei klitzekleine Mädchen, gerade mal so groß wie das Däumelinchen. Die beiden
waren eben von ihrer Mutter geboren worden und saßen nun ganz verloren auf einem Blatt, das in
einem ausgetrockneten Flußbett lag. Dicht aneinander gekuschelt und mit ängstlichen Augen
schauten sie einander an.
Ihre Mutter dachte, als die beiden Mädchen geboren waren, sie müsse stark sein, stark für ihre Umwelt,
die ihre Tränen nicht verstehen würden. Und so versuchte sie die Existenz ihrer beiden Töchter zu
verdrängen, um nicht mehr traurig zu sein und nicht mehr weinen zu müssen. Doch das Herz wurde
ihr schwerer und schwerer denn sie konnte ihre Töchter nicht vergessen
Doch eines Nachts hörte sie die dünnen Stimmchen ihrer Töchter: „Mama, bitte, hilf uns!“. Die Mutter
dachte erst, sie hätte sich das alles nur eingeredet, sie würde wohl langsam verrückt....
Doch da hörte sie die Stimmchen wieder: „Mama, bitte komm und hilf uns!“.
Die Mutter stand auf und ging ans Fenster. Von dort aus konnte sie das ausgetrocknete Flußbett
sehen. Sie zog sich den Morgenmantel über und ging aus dem Haus langsam an die Stelle, von wo die
Stimmchen herkamen.
„Mama, bitte....“, sagte eines der kleinen Mädchen und streckte ihr hilfesuchend die kleine Hand
entgegen.
Die Mutter bückte sich und war mehr als verwundert, ihre beiden kleinen Töchter zu sehen.
„Ihr seid es...?“ fragte sie verwundert. „Ich dachte ihr seid schon lange fort.....“
Die beiden kleinen Mädchen sahen ihre Mutter mit großen , flehenden Augen an: „Bitte Mama, ohne
deine Hilfe können wir nicht fort. Wir können unser Ziel nicht alleine erreichen, unsere Beinchen sind
viel zu kurz und zu schwach um dahin zulaufen, der Weg ist viel zu weit. Du mußt uns helfen!“
„Aber wie soll ich euch helfen können? Ihr seid tot und ich muß hier bleiben....ach könnte ich doch mit
euch kommen, ich würde euch tragen...!“
„Nein, Mama, das geht nicht,“ antwortete das andere Mädchen und schaute die Mutter liebevoll an, „du
mußt hierbleiben und uns helfen.“ „Aber wie?“, rief die Mutter verzweifelt, als sie sah, wie ihre beiden
kleinen Mädchen sich angstvoll aneinanderdrängten.
„Mama, du mußt endlich um uns weinen,“ sagte das eine kleine Mädchen „...nur so wird sich der Fluß
füllen und wir können mit unserem Boot an unser Ziel gelangen.“ „Bitte Mama, du mußt deine Trauer
um uns endlich zulassen, damit der Fluß uns in Sicherheit bringen kann.“
Die Mutter erschrak, als sie erkannte, daß ihre beiden kleinen Töchter nur aus diesem Grunde, weil sie
nie um sie geweint hat, noch immer nicht in Sicherheit waren. Sie begann zu weinen, weil sie die ganze
Zeit dachte, sie müsse stark sein und dürfe keine Tränen vergießen.
Und mit jeder Träne füllte sich das Flußbett und der Fluß schwoll an und hob das Blatt sanft in die
Höhe. Die Augen der beiden kleinen Mädchen begannen zu leuchten: „Danke Mama, jetzt werden wir
es bald geschafft haben, mit deiner Hilfe! Du mußt keine Angst um uns haben, wir werden dort auf dich
warten!“
Die Mutter weinte und weinte, das Herz wurde ihr mit jeder Träne etwas leichter und der Fluß nahm das
Blatt mit den kleinen Mädchen mit sich, dahin, wo immer die Sonne scheint und sie in ewiger
Sicherheit sind.

Wunderschön ................. Danke Anke * drück *


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ulli30
03.04.2005, 22:39
Danke Janet, vielen vielen Dank!!!

Ich hoffe, ich habe genug Tränen geweint, für meine **Söhne und meine **** Sternenkinder......

....danke, dass Du mir die Geschichte geschickt hast....

....ich werde mir sie immer wieder zu Herzen nehmen, immer wieder, wenn ich eigentlich stark sein will, kann ich nun an diese Geschichte denken.....

Silke77
04.04.2005, 13:51
Danke für die Geschichte!
LG Silke