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  #1  
Alt 11.10.2017, 12:15
Stille Stille ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 07.10.2017
Beiträge: 6
Standard Stille um mich herum

Hallo

Ich bin so verzeifelt und hilflos und die voller Wut.
Und so unendlich traurig. Vor 2 Wochen verlor ich meinen Sohn in der 40.ssw . Nabelschnurumwicklungen.
Am Montag war ich noch bei meinem Frauenarzt gewesen. Unauffälliger Ultraschall. CTG sollte am nächsten Tag bei meiner Beleghebamme gemacht werden. Da hat sie keine Herztöne mehr reinbekommen .
Ich habe aber keinen Moment daran gedacht , dass mein Baby tot sein könnte. Meine Hebamme sagte noch : er versteckt sich wohl. Und zwischendurch gab es einen Ton, der mich irgendwie beruhigte ,(hinterher erfuhr ich dann es wäre mein eigener Puls gewesen ).
Im Krankenhaus dann die so schlimme Nachricht. Mein Sohn war für immer eingeschlafen.
Wie kommt man damit klar ? Wie schafft man das ?
Ich bin so verzeifelt. Kriege seitdem nichts mehr richtig hin . Ich habe 2 Kinder (3 und 7), die mich brauchen, und ich bin in meinem dunklen Loch regelrecht gefangen und habe das Gefühl ich gehe immer mehr kaputt .
Meine Kinder leiden auch darunter und wollen doch ihre Mama auch haben . Ich funktioniere überhaupt nicht mehr.
Ich habe solche Angst davor, dass ich es nicht hinkriege das zu verarbeiten.
Und daran kaputt zu gehen ?
Kann mir jemand einen Rat geben ? Oder hat jemand sowas auch erlebt und sich so gefühlt ?
Ich mache 1 Mal die Woche bald Therapie. Und alle 4 Wochen gibt es eine Gruppe für verwaiste Eltern.
Ich sehe nur einfach kein Licht . Weiss nicht, ob das alles überhaupt hilft.
Wir waren sehr lange in einer Kinderwunschklink. Unzählige icsis wurden gemacht. So lange haben wir sehnlich auf unseren Jungen gewartet und dann würde er uns kurz vorher genommen . Das kann man doch nicht verarbeiten .

Danke für Eure Hilfe !
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  #2  
Alt 16.10.2017, 23:46
Mumin Mumin ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 21.01.2016
Beiträge: 52
Standard

Liebe Stille,

ich wollte nicht weiter gehen, ohne Dir zu sagen, wie sehr es mir Leid tut, dass du Deinen Sohn zu den Sternen gehen lassen musstest.
Fühl dich gedrückt wenn du magst.
Leider gibt es keinen Rat den ich dir geben könnte. Auch in habe zwei Sternenkinder ; sie waren allerdings noch sehr klein.
Wie groß der Schmerz erst sein muss wenn man die Ankunft des eigenen Kindes in den nächsten Tagen erwartet und dann doch alles anders kommt, vermag ich kaum zu ahnen.
Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit. Die Trauer wird sich wandeln und irgendwann kannst du vielleicht mit einem Lächeln in den Himmel sehen.
Ganz liebe, traurige Grüße
Mumin
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  #3  
Alt 17.10.2017, 00:23
Jenny- Jenny- ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 18.03.2013
Ort: Hamburg
Beiträge: 378
Standard

Liebe Stille ( magst du uns vielleicht deinen Namen nennen?).
Bei uns war es ähnlich. 3.Kind. Die Geschwister 3 und 6. ich fühle mich gerade wieder zurückversetzt.
Dieses schreckliche Gefühl , man will nur trauern , bekommt kaum was auf die Reihe. Will aber für die Großen da sein, obwohl man eigentlich nicht kann.
Mir hat damals sehr ein Rückbildungskurs für verwaiste Mütter geholfen.
Ist euer Sohn schon beerdigt? Vielleicht magst du uns von ihm erzählen?
Dieses Forum hat mir sehr geholfen, einige Freundschaften die hier geschlossen wurden existieren noch.
Ich nehme dich mal in den virtuell in den Arm. Trauere wie es für dich gut ist. Lass Hilfe zu, vor allem bei den beiden Großen.
Ich wünsche Dir viele Menschen mit Verständnis, einem offenen Ohr. Die deine Trauer aushalten und annehmen können.
Traurige Grüße

Jenny
mit Lasse (*04/2007) und Jesper (*02/2010) im Leben
und Luisa (*+17.02.2013) und 4 kleine Sterne fest im Herzen
Junikind sehnsüchtig erwartet
Kleiner Maikäfer Juna ist gelandet
*26.05.2015
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  #4  
Alt 12.11.2017, 19:51
Stille Stille ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 07.10.2017
Beiträge: 6
Standard Traurige Grüße

Liebe Jenny,

Ich habe gestern Nacht Deine Mail erst gelesen. Du hast ja auch einiges durchgemacht. Und ja .. es tut gut zu lesen, dass es auch weitergeht im Leben .
Momentan kämpfe ich mich wieder zurück ins Leben .. jeder Tag ist so unheimlich anstrengend. Der Alltag so schwer mit 2 Kindern. Am Schwierigsten ist die Fahrt in den Kindergarten. Schwangere und Neugeborene.. Babys .. kleine Jungs. Alles tut so weh und lässt mich erstarren.
Keiner weiss wirklich wie es in mir aussieht.
Das können einfach nur diejenigen fühlen, die es selbst erlebt haben.
Ich habe Angst an diesem Verlust zu zerbrechen und Angst für meine Kinder nicht mehr dasein zu können . Schlafen klappt nicht mehr. Albträume habe ich .. und ich bin verzweifelt. Eine Therapie habe ich begonnen.
Und Rückbildung mache ich bei einer Hebamme (meine Beleghebamme hatte mich doch glatt bei der Geburt im Stich gelassen - sie ist nochmal weggefahren trotz meiner Bauchschmerzen- sie dachte wohl es dauert noch ).. das war schon ein starker Bruch. Sie kam erst als unser Julius schon auf der Welt war.
Ich habe jeden Tag mit den Bildern der Geburt zu kämpfen . Ging Dir das auch so? Die Bilder sind immer da .
Unser Julius wurde Anfang Oktober in Hamburg beerdigt. Er ist leider weit weg momentan. Mir fehlt das Grab schon sehr. Wir mussten uns so entscheiden. Wir ziehen in knapp 3 Jahren um. Nach Hamburg . In meine Heimat. Zur Zeit wohnen wir noch im Münsterland.
Der Gedanke ihn hier zurücklassen zu müssen .. das wäre das Allerschlimmste gewesen.
Wir haben eine kleine Gedenkstätte im Garten. Da gehe ich immer hin, wenn es mir besonders schlecht geht.

Ich bin kurz nach Julius Tod 41 geworden ... Und habe noch von meiner letzten icsi Eisbären. Nun überlege ich, ob ich mich nochmal trauen soll. Mit all der Angst. Und ich musste mich aufgrund des Alters recht schnell entscheiden. Zu lesen, dass Du noch ein Folgekind bekommen hast macht Mut und gibt Hoffnung.
Wie geht es Dir heute ?
Ich freu mich sehr für Dich .. dass Dein Folgekind in Deinen Armen ankommen durfte. Julius fehlt mir unendlich.

Traurige Grüße
Marlene

mit Mila *20.01.2010, Zoe *13.08.2014 und Julius *+26.09.2017
und 2 Sternchen im Herzen
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