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  #141  
Alt 06.02.2017, 15:17
IngerT. IngerT. ist offline
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Registriert seit: 02.07.2016
Beiträge: 34
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Liebe Katja,
was du erleben musst und dass euer kleines Kind nicht mehr bei euch ist, tut mir sehr leid. Ich habe auch eine missed abortion erlebt. Ich fand es wahnsinnig verunsichernd: Auf einmal erfährt man, das Kind lebt nicht mehr, es ist vorbei, und bis zu diesem Zeitpunkt dachte man noch, alles sei ok. Ich weiß nicht, wie es bei dir war, aber ich hatte bis zu dem Ultraschall, wo es festgestellt wurde, noch alle Anzeichen einer Schwangerschaft mit Übelkeit etc. Ich fühlte mich so betrogen von meinem Körper. Auch die Reaktionen deines Umfelds, die du beschreibst, kommen mir und sicherlich fast allen anderen hier im Forum, die ein Kind verloren haben, bekannt vor. Eine Kollegin von mir sagte mal, nachdem sie ein halbes Jahr nach mir eine Fehlgeburt hatte, sie hätte sich immer gefragt: "Warum stellt die sich so an, was hat sie denn? Das Kind war doch noch so klein, bestimmt krank etc.". Und dann hat sie den Schmerz selbst erlebt und erst verstanden, was es bedeutet. Ich weiß auch nicht, warum es so schwer nachzuvollziehen ist, wie traurig so ein Verlust ist. Und unabhängig davon ist Trauer doch immer subjektiv und folgt keinen Regeln. So wie ich es verstehe, erlebt dein Mann den Prozess ähnlich wie du. Das ist ja schon mal ein großes Geschenk, dass ihr euch beide habt. Ich finde die Idee gut, sich gemeinsam professionelle Hilfe zu holen. Vielleicht könnt ihr euch auch einer Trauergruppe für verwaiste Eltern anschließen. Es ist so wichtig, sich in seinem Schmerz angenommen zu fühlen und sich alle Zeit für die Trauer zu nehmen, die man braucht. Ich wünsche dir erstmal ganz viel Kraft auf deinem Weg und du kannst mir auch gern immer eine private Nachricht schicken, wenn du magst.
Inger
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  #142  
Alt 06.02.2017, 20:52
Benutzerbild von Katja1707
Katja1707 Katja1707 ist offline
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Registriert seit: 06.02.2017
Ort: Vöhringen
Beiträge: 2
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Liebe Inger,

danke für deine lieben Worte, die haben mir sehr gut getan. Ich glaube nur jemand der es selbst erlebt hat kann tatsächlich mitfühlen wie es einem damit geht.

Die Diagnose hat auch mich vor drei Wochen wie aus heiterem Himmel getroffen - ich hatte nicht die üblichen anfänglichen Schwangerschaftsprobleme wie Übelkeit oder Brustziehen aber das hatte mich auch nicht beunruhigt da dies auch während meiner ersten Schwangerschaft nicht so war. Ich dachte immer mein Körper ist einfach nur verdammt gut schwanger. Na ja und dann hat mir mein Körper jetzt wohl mal erklärt dass er anscheinend sein eigenes Ding macht! Und ich mache mir was das angeht so viele Vorwürfe! Ich bin nicht gleich nach dem positiven Schwangerschaftstest im November vergangenen Jahres zu meiner Frauenärztin gerannt, da ich ja aus meiner ersten Schwangerschaft bereits wusste, dass sich zu diesem ganz frühen Zeitpunkt noch gar nicht viel erkennen lässt und auch die Arzthelferin meinte am Telefon dass ich dann eben gleich nach dem Weihnachtsurlaub - also Anfang Januar kommen solle. Dann hatte mich leider noch ein Magen-Darm-Virus außer Gefecht gesetzt und schon war Mitte Januar und ich bereits in der 10. SSW um meine Schwangerschaft vom Frauenarzt bestätigen zu lassen.

Die ganze Zeit stelle ich mir die Frage was wäre wenn ich einfach schon zu einem viel früheren Zeitpunkt bei meiner Ärztin gewesen wäre, hätte man noch was retten können? Warum hat mein Körper das Kind nicht auf natürliche Weise freigegeben, warum musste man mir es gewaltsam nehmen, mein Körper hat einfach so überhaupt keine Zeichen gegeben, dass er dieses kleine Wesen hergeben möchte, warum? Und wie soll jetzt alles weiter gehen?

Übrigens na ja mein Mann versucht mir Gott sei Dank zur Seite zu stehen, aber sehr häufig habe ich das Gefühl dass wir uns noch nie so fern waren. Liegt vermutlich an der unterschiedlichen Trauerbewältigung bzw. auch daran, dass er mit dem Thema viel schneller glaube ich durch ist wie ich.

Liebe Grüße
Katja
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  #143  
Alt 10.05.2017, 12:01
meckgirl meckgirl ist offline
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Registriert seit: 10.05.2017
Ort: Thüringen
Beiträge: 2
Unglücklich Fehlgeburt 2/2017

Erst mal möchte ich mich für die Aufnahme in das Forum bedanken.

Es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine da steht.
Mein Partner und ich haben letztes Jahr beschlossen, dass wir die Spirale entfernen lassen und wir Kinder möchten. Das haben wir dann auch getan und ich wurde sofort schwanger. Die Freude war riesig. Wir hätten nicht gedacht, dass es so schnell klappt.

Doch die Freude wurde uns bei jeden Arztbesuch genommen. 4 Wochenlang sind wir ständig zum FA gegangen um zu schauen wie sich und vorallem ob sich unser Baby auch entwickelt. Im Feb 2017 dann das Ereignis. Ich hatte eine Fehlgeburt. Es war die Hölle für mich... Ich habe mich gehasst, mein Körper verabscheut und war am Boden zerstört.

Die Gedanken "Warum war ich nicht in der Lage unser Baby auszutragen" Was habe ich flasch gemacht" ?? Einfach schrecklich.

Mein Partner hat schon ein Kind aus einer früheren Beziehung. Sie ist 7 Jahre alt. Alle 2 Wochen und jeden Mittwoch ist sie bei uns. Und seit der FG habe ich ein großes Problem damit. Es zu akzeptieren dass sie da ist und das er auch schon ein Kind hat.

Wenn die beiden Spaß haben fühle ich mich wie das 5 Rad am Wagen. Einsam, allein und extrem traurig. Regelmäßige Tränenausbrüche zu vorprogrammiert. ;-( Warum konnte ich ihn unser Wunschkind nicht schenken? Warum hat es bei der Ex so schnell geklappt? Warum jetzt nicht bei mir wieder? Solche Gedanken habe ich dann.

Das Problem ist auch das das Kind schwierig ist und ich die Ex immer darin sehe. Ständig sind die Beiden bei uns Thema in der Beziehung. Es gibt kein Tag wo wir mal nicht über die reden. Es belastet mich so sehr! Ständig muss ich stark sein und "FriedeFreudeEierkuchen" vorspielen. Ich kann es gerade nicht, mein Akku ist leer.

Mein Partner merkt natürlich auch das ich immer anders bin wenn sie da ist oder ein Tag bevor sie dann zu uns kommt schon anders drauf bin. ich kann es aber auch nicht abschalten. Meine Angst ist, dass ich ihn deswegen verliere. Er sagt zwar immer das er mich nie verlassen wird und nichts und niemand wird uns trennen aber geht hier um sein Kind!!!

Klar will er mit ihr Zeit verbringen, dass versteh ich auch aber denkt auch mal jemand an mich? Wie ich mich dabei fühle wenn es ständig nur heißt " Papa papa papa"? 1 Tag nach der FG war sie auch da, da es ein Mittwoch wieder war. Ich habe es nicht ertragen und bin für die Zeit weg gewesen.

Wie ging es euch nach der FG? Wielange habt ihr gebraucht bis ihr es einigermaßen verarbeitet habt? Was habt ihr getan, damit es euch besser ging?

Über Rückmeldungen würde ich mich freuen!
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  #144  
Alt 18.06.2017, 12:54
Miriam56 Miriam56 ist offline
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Registriert seit: 18.06.2017
Ort: Namborn
Beiträge: 3
Standard 2. Fehlgeburt

Hallo,

ich bin neu hier. Vor ein paar Tagen hatte ich meine 2. Fehlgeburt (Herz hat wohl in der 9. Woche aufgehört zu schlagen), festgestellt wurde dies Anfang der 12. SSW. Im Dezember letzten Jahres hatte ich die 1. Fehlgeburt, in der 6. SSW schon. Ich steh grad völlig neben mir.. Wie denn nochmals Mut schöpfen? Zum Glück habe ich eine 2-jährige Tochter, aber wir hätten so gerne noch ein 2. eigenes Kind! Ich bin schon 39 und habe eine Blutgerinnungskrankheit, ich spritze in der SSW auch Heparin, ich mache alles, aber was denn noch?
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  #145  
Alt 19.06.2017, 15:11
IngerT. IngerT. ist offline
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Registriert seit: 02.07.2016
Beiträge: 34
Standard

Liebe Miriam,
es tut mir sehr leid, dass du schon zum zweiten Mal eine Fehlgeburt erleben musstest und ich kann verstehen, dass du gerade gar keine Kraft und keinen Mut für eine weitere Schwangerschaft oder allein den Gedanken daran aufbringen kannst. Ich bin auch 39, habe auch schon mehrere Fehlgeburten gehabt, darunter auch eine missed abortion. Und ich habe auch eine Gerinnungsstörung und spritze mir Heparin in den Schwangerschaften. Das wurde allerdings relativ spät entdeckt. Trotz Heparin hatte ich letztes Jahr auch noch eine Fehlgeburt. Und vor der Diagnose, ganz ohne Medikamente, eine komplett problemlose Schwangerschaft mit meinem ersten Sohn, der jetzt fast 3 Jahre alt ist. Leider ist es ja so, dass eine Fehlgeburt auch andere Gründe haben kann als die Gerinnungsstörung. Was ich dir eigentlich sagen möchte: Du bist nicht allein. Es gibt (hier) viele Frauen, deren Weg zu ihrem Wunschkind/ihren Wunschkindern mit Verlust und Schmerz verbunden ist. Auch wenn bei anderen alles glatt und problemlos zu laufen scheint. Nimm dir alle Zeit, die du brauchst, um die Verluste zu verarbeiten. Und wenn du es schaffst, gib den Mut nicht auf. Diese schwere und traurige Zeit in deinem Leben geht vorüber. Irgendwann wird es wieder besser und du kannst Hoffnung schöpfen. Zwei Fehlgeburten nacheinander bedeutet nicht, dass du nie wieder eine erfolgreiche Schwangerschaft erleben wirst. Du kannst meine Geschichte in meinem Profil nachlesen. Ich befinde mich gerade in meiner 7. Schwangerschaft und habe einen lebenden Sohn - und nun eine sehr lebendige, gesunde Tochter in meinem Bauch, die wir hoffentlich Ende September willkommen heißen dürfen. Vielleicht macht dir das Mut!!! Ich hoffe, meine Geschichte konnte dir etwas helfen! Melde ich gern, wenn dir danach ist! Inger
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  #146  
Alt 20.06.2017, 16:01
Dine Dine ist offline
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Registriert seit: 20.06.2017
Ort: Berlin
Beiträge: 4
Standard Verlust eines Engels

Zunächst einmal vielen Dank für die Aufnahme hier.

Ich habe mich gerade angemeldet, nachdem ich bereits den ganzen Tag sämtliche Artikel gelesen und weiterhin viele Tränen vergossen habe.

Ich bin 35 Jahre alt und nach vielen Jahren des Versuchens nun endlich schwanger geworden. Erst letzte Woche Mittwoch habe ich in der 7.SW davon erfahren und mein Mann und ich haben uns total gefreut. Der FA hatte überhaupt keine Bedenken und alles sähe gut aus. Über so etwas wie eine FG haben wir gar nicht nachgedacht und voller Freude bereits den engsten Freunden und den Eltern bescheid gegeben. Auch meine engsten Kollegen und mein Chef sind informiert.

Am Freitag waren wir noch zu einer Feier und in der Nacht bekam ich Blutungen iVm mit Krämpfen ähnlich meiner Periode. Ich weckte meinen Mann und weil ich spürte irgend etwas stimmt nicht sind wir direkt ins KH. Noch vor der Behandlung wollte ich noch einmal aufs WC und in diesem Moment hielt ich es bereits in der Hand. Ich spürte direkt wie ich etwas verliere und keine Ahnung warum ich meine Hand hin hielt, irgend ein Reflex vielleicht... der Schock saß so tief dass ich nur nach der Ärztin und meinen Mann schrie, die holten mich aus dem Bad und bei einer späteren Untersuchung bestätigte sie die spontane FG. Am Montag war ich jetzt bei FA und er sagt es löst sich alles gut und ich muss keine Nachbehandlung bekommen. Auch einer neuen Schwangerschaft steht grundsätzlich nichts im Wege.
Alles medizinische und auch alles gute Zureden ist völlig nachvollziehbar und verständlich und ja, sicherlich war dies natürliche "Auslese" und das Beste aber dennoch bekomm ich immer wieder spontane Weinanfälle und kann und will mit niemandem Reden. Mein Mann ist super für mich da und versucht mit allen möglichen Mitteln mich auf andere Gedanken zu bringen. Wir reden aber auch ab und an darüber. Er ist seit heute wieder arbeiten und versucht wieder in den Alltag zu finden, sicherlich ist das seine Art der Trauer. Doch ich kann das nicht, bin die Woche auch erstmal krank geschrieben. Jedes Gespräch mit Außenstehenden will ich vermeiden, antworte auf keine Nachricht oder gehe ans Handy. Auch die Info über den Vorfall hat mein Mann der Familie gegeben. Gestern jedoch kamen meine Eltern, sie konnten nicht anders. Irgendwie hat das gut getan, aber auch sehr geschmerzt. Ich habe angst den anderen zu begegnen die bereits von meiner Schwangerschaft wussten und jedes mal wieder mit dem Schmerz konfrontiert zu werden. Ich weiß grad einfach nicht wie ich weiter machen soll... ich weiß dafür gibt es keine Antworten und es braucht Zeit, dennoch sitzt der Schmerz unheimlich tief.

Irgend etwas in mir hat mir mein Leben lang gesagt ich werde nie Kinder haben, umso größer war nun die Freude.... und jetzt, ist alles was war, eine so unfassbare schreckliche Woche wie im Film... kaum Realität.

Ich danke euch für so ein Forum und die Möglichkeit einfach meine Gedanken und Sorgen einmal aufzuschreiben. Das alleine hat mir für einen kurzen Moment grad ein gutes Gefühl gegeben.
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