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Alt 17.02.2018, 21:57
Jessi33 Jessi33 ist offline
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Standard Kind würgt und erbricht sich wegen Ekel/unangenehmen Gefühlen

Hallo liebe Frauen,

Lange war ich nicht mehr hier im Forum unterwegs. Mittlerweile habe ich zwei wunderbare Kinder, mit denen ich das Leben in vollen Zügen genieße.

Meine kleine Tochter (2) ist ein Sonnenschein und mit ihr ist alles so einfach und unkompliziert. Mein großer Sohn (6) hat mich schon von klein auf auf besondere Art "gefordert". Anfangs habe ich das nicht realisiert und habe ganz einfach intuitiv so gehandelt, wie ich gefühlt habe, dass er es braucht. Das wurde von einigen in meiner Umgebung (vor allem meiner Schwester und meiner Mutter) nicht verstanden. Sie hatten wohl das Gefühl, ich würde ihn verhätscheln und viel zu sehr auf ihn eingehen. Jetzt im Nachhinein ist mir eigentlich erst klar geworden, dass er vermutlich hochsensibel ist und es einfach genauso brauchte.

Vielleicht ist es für mein aktuelles Problem wichtig, dass ihr ihn ein bisschen einschätzen lernt: Mein Großer ist ein eher ruhiges, beobachtendes, zurückhaltendes Kind. Zumindest in Situationen wie im Kindergarten oder wenn er / wir zu Besuch bei jemandem sind. Bei uns zu Hause und bei seinen Großeltern zu Hause kann er auch ganz wild, aufgedreht und aktiv sein.

Er ist sehr clever und weiß und versteht vieles. Seine "Baustelle" ist das soziale: Blickkontakt hält er (wenn überhaupt) nur flüchtig und es fällt ihm schwer, mit anderen Kindern in Kontakt zu treten. Laute und unstrukturierte Spiele und "wilde Kinder" hasst er, zudem hat er so seine gewissen liebgewonnenen Gewohnheiten und ein ausgeprägtes Schmerzempfinden. (Ich war kürzlich auf einem Vortrag über Autismus und habe mitgeschrieben, welche der dort vorgestellten Merkmale auf meinen Sohn zutreffen. Die oben genannten sind es…vielleicht spricht das für eine Form von Asperger...)

Schon immer hat er bei Ekelgefühlen leicht gewürgt. In den letzten Tagen hat sich das aber massiv verschlimmert. Heute hat er sich tatsächlich mehrmals übergeben (wobei meist nicht wirklich viel rauskam, eher ein bisschen Magensaft mit Spucke vermischt): zuletzt beim Zudecken im Bett (die Decke!!! Zu warm!!!), davor beim Zähneputzen (ich kann ich Zähneputzen! Ich will nicht!), davor beim Schließen der Jacke mit dem Reißverschluss (Engegefühl), davor beim Probieren einer (!!!) Erbse, wobei er Erbsen immer mochte (und diese neben Möhren das einzige Gemüse ist, was er überhaupt isst. Deshalb hatte ich ihn gebeten, von den Erbsen zu essen.)

Eben im Bett war er wirklich verzweifelt, weil er das Gefühl hatte, nicht schlafen und liegen zu können, ohne sofort spucken zu müssen. Aus diesem Grund schreibe ich hier jetzt auch. Bislang war dieses Würgen eher mein Problem (ich finde es furchtbar), jetzt aber habe ich das Gefühl, dass es nun tatsächlich seins geworden ist.

Habt ihr Ideen, was ich machen könnte?

Vielleicht reflektiert er auch meine aktuelle Verzweiflung. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten zunehmend mehr das Gefühl bekommen, dass ich, was ihn anbelangt, für alles und jedes kämpfen muss. Er ist ein Denker und reflektiert jede mögliche Gefahr, bevor er irgend etwas ausprobiert. Das führt dazu, dass er vieles gar nicht erst ausprobiert und dass ihm dadurch wichtige Erfahrungen entgehen, die andere Kinder tagtäglich machen. Ich muss dafür kämpfen, dass er sich traut, eine Rutsche runter zu rutschen, ich muss dafür kämpfen, dass er sich mal verabredet, dass er sich sportlich betätigt, dass er die einfachsten gesellschaftlichen Normen mitmacht (und sei es, beim Einkaufen einen guten Freund kurz mit "Hallo" zu grüßen). Das steht hier alles exemplarisch für gefühlt Tausende Dinge, die ich in die Hand nehmen muss. Was das anbelangt, fühle ich mich gerade wirklich ausgebrannt.

Sorry, das ist gerade sehr lang geworden. Es tut mir aber gerade gut, mir das mal von der Seele zu schreiben. Und wenn von euch noch ein paar Tipps und Ideen kommen, was ich ihm (und mir) in der Situation Gutes tun kann, wäre es umso schöner.

Ganz lieben Dank und lieben Gruß von Jessi
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